Donnerstag, 20. Juli 2017

Packliste für Trekking in Ladakh und Zanskar #HimalaYak2017

Nur noch wenige Tage, dann geht es für uns los Richtung Indien. Die Visa sind mittlerweile angekommen und unser Impfmarathon ist auch soweit durch. Hier zu hause stapeln sich diverse Packete und Packsäcke mit Verpflegung und Ausrüstung. Damit wir am Ende nichts wichtiges vergessen oder viel zu viel mitschleppen haben wir uns natürlich im Vorfeld ausgiebig Gedanken gemacht und verschiedene Optionen durchgespielt. Herausgekommen ist eine recht praktikable Packliste. Zugegeben, wir waren schon mal deutlich leichter unterwegs. Bis zum eigentlichen Beginn unserer Reise wird sich bestimmt auch noch das ein oder andere Detail ändern. Aber im großen und Ganzen ist das die Ausrüstung die uns ins Himalaya begleiten wird.

Bevor ich jetzt hier sozusagen den Rucksack auspacke, vorab noch ein paar Informationen zu den Rahmenbedingungen. Klimatisch können die Regionen Ladakh und Zanskar als Hochwüsten eingestuft werden. D.h. tagsüber erwarten wir um die 40° C während es nachts bis auf 0° C abkühlt. Dabei ist das Klima in Ladakh trockener wie das in der Sahara. Problematisch sind dabei nicht die Temperaturen an sich, sondern vielmehr die große Temperaturspanne. D.h. die Temperaturen werden sich extremer anfühlen, wenn sie sich innerhalb eines Tages um gut 40°C verändern.

Wir verbringen die ersten Tage in der Stadt Leh auf und seiner Umgebung um uns zu akklimatisieren. Danach werden wir rund 2 Wochen zu Fuß unterwegs sein, wobei die Pässe auf Teils 5500m hoch gehen. Wir haben uns noch einen gewissen zeitlichen Puffer eingeplant um spontan die Tour zu verlängern oder auf eine andere Route auszuweichen. Im Anschluss an unsere Trekkingtour in Ladakh und Zanskar werden wir noch für ein paar Tage in Delhi Zwischenstation machen. Dort ist dann die Hochzeit des Monsun. Nach dem trockenen Klima in den Bergen erwartet uns dann da eine schwül-warme Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Auf der Tour werden wir unsere Ausrüstung und Verpflegung selber tragen, sind also ohne organisierte Gruppe unterwegs. Die gemeinsam genutzte Ausrüstung (Zelt, Küche, etc.) und auch die Abendverpflegung werde ich dabei transportieren. In Rikes Rucksack wird sie ihre persönliche Ausrüstung tragen, sowie die Dinge auf die wir unterwegs schneller dran kommen wollen, da ihr Rucksack (OMM Classic Marathon 32) einen einfacheren Zugang bietet. Aus kulturellen Gründen werden wir unterwegs nur lange Hosen tragen. Wenn wir vor Ort unsere Informationen ergänzt haben, werden wir versuchen unsere Ausrüstung noch kurzfristig anzupassen und nicht benötigtes irgendwo zwischenzulagern.

Für die Packliste habe ich das übrigens das kostenlose Online-Tool LighterPack genutzt. Fehlende Gewichte werden wir nach und nach noch ergänzen. Auch wenn sich noch etwas an unserer Ausrüstung ändert, werden wir die Packliste entsprechend aktualisieren.




Wenn ihr noch Fragen oder Anregungen zu unserer Liste oder unserer Tour habt, dann immer her damit!
Neben unserem Blog erreicht ihr uns auch auf Twitter unter @Beuteltiere oder neuerdings auch auf Facebook unter Die Beuteltiere. Für Aktuelles zu unserer Tourenplanung folgt einfach dem Hashtag #HimalaYak2017

Montag, 5. Juni 2017

Training für #HimalaYak2017

Wenn man jemandem erzählt, dass man für seinen Urlaub noch trainieren muss, wird man, wohl zurecht etwas komisch angeguckt. Urlaub bedeutet für die meisten Entspannung und da passt der Gedanke an einen Trainingsplan irgendwie nicht so richtig.
In diesem Sommer geht es für uns nach Ladakh und Zanskar. Eine Region im Himalaya, die vor allem durch ihren Mangel an weißen Sandstränden, Palmen und all-inclusive Hotelanlagen glänzt. Stattdessen erwarten uns schroffe und steinige Pfade, dünne Höhenluft und erfrischend wenig Infrastruktur. Damit sich unsere Tour in dieser Ecke der Welt nicht nur wie Schinderei anfühlt, sondern wir diesen Urlaub auch als solchen genießen können, ist eine gewisse körperliche Fitness klar von Vorteil.
Zu unserem Alltag gehört es leider nicht, täglich mehrere Kilo Gepäck tausende Höhenmeter durch Gebirge zu schleppen. Es besteht damit also durchaus eine Diskrepanz zwischen unserem momentanen Zustand und dem, den wir für Ladakh gerne hätten. Also auf ins Training!

Der Trainingplan


Ehrlich gesagt sind wir beide keine allzu großen Freunde von strengen Trainingsplänen. Man wird uns wohl auch nicht dabei erwischen, wie wir eine Stunde früher aufstehen um noch ein paar extra Kilometer zu drehen. Um uns vorzubereiten versuchen wir daher so viel es geht von unserem „Training“ mit in unseren Alltag zu integrieren.

Wenn man sich auf eine körperliche Herausforderung vorbereiten möchte, hilft es immer zu überlegen, wo man hin will (bzw. welche Anforderungen man erfüllen möchte) und wo man gerade steht.
Für unsere geplante Tour gibt es mehrere Faktoren:
-lange, teils sehr steile Tagesetappen
-schweres Gepäck
-Höhenluft
-Klima

Daraus lassen sich schon relativ einfach unsere Trainingsschwerpunkte ableiten:
-Ausdauer/ Kondition
-Kraft
-Kreislauf

Ausdauer/ Kondition


Glücklicherweise starten wir beide nicht bei Null. Grundsätzlich haben wir durch unsere jahrelangen Touren eine gewisse Grundfitness was Wanderungen angeht. Daneben sind wir beide sportlich aktiv, auch wenn jeder von uns da seine eigenen Vorlieben hat. Während ich mich lieber laufend fortbewege um mich auf den heimischen Trails schmutzig zu machen verbringt Rike die Zeit lieber auf ihrem Randonneur oder beim Indoor-Cycling. 
Nachdem ich meinem eigenen Fahrrad nun endlich mal einen gescheiten Sattel spendiert habe, machen mir aber nun auch die gemeinsamen Ausritte deutlich mehr Spaß. Rike und ich versuchen, wenn es zeitlich passt, in der Woche immer ein paar Stunden auf dem Rad zu verbringen. Rein konditionell sind wir also schon auf dem richtigen Weg.
Da Laufen und Radfahren allerdings andere Muskelgruppen beansprucht wie Wandern, ist es unser Plan die Wochenenden für ausgedehnte Tagestouren zu nutzen.



Zumindest ich kann auch einiges an “Training” in den Alltag integrieren. Da ich neben öffentlichen Verkehrsmitteln auch ein gutes Stück zu Fuß pendle, lege ich allein hier täglich rund 10–16 Kilometer zurück. Um uns aber ein messbares Trainingsziel zu setzen, haben wir uns kurzerhand noch für eine 100km Wanderung im Juli angemeldet. Mit genug Regenerationszeit dazwischen bis zu unserer großen Tour ist es einerseits ein Referenzpunkt und ein weiterer Motivationspunkt für unser Training. Mal gucken wie gut zu Fuß wir am Ende sein werden.


Krafttraining


Die zweite Baustelle ist das Krafttraining. Dabei setzen wir mehr auf funktionale Fitness statt auf typisches Gewichte stemmen das eher zum Training einzelner Muskelgruppen dient.

Yoga-Übungen lassen sich auch unterwegs praktizieren

Entsprechende Yoga-Übungen sind Grundlage für unser Stabi-Training. Das Ganze wird durch regelmäßiges Bouldern ergänzt, was alle Muskelgruppen gleichermaßen fordert und uns gleichzeitig auf eventuelle knifflige Passagen auf unserer Tour vorbereitet.
Ein spezifisches Training, sprich das Tragen von Gepäck, lässt sich recht simpel in den Alltag integrieren. Einkäufe werden grundsätzlich mit dem Rucksack und zu Fuß erledigt. Und entgegen meiner sonst üblichen Grammzählerei sortiere ich meinen Pendler-Rucksack nicht regelmäßig aus und packe zusätzlich noch ein paar Flaschen Wasser extra mit ein. So kann ich meine Schulterpartie zumindest ansatzweise wieder an größere Lasten gewöhnen.

Kreislauf/ Höhentraining


Der letzte Punkt, sprich die Akklimatisierung an die Höhe ist einerseits sehr wichtig für den Erfolg der Tour andererseits aber auch recht komplex.
Ab einer gewissen Höhe besteht die Gefahr der Höhenkrankheit. Es gibt Medikamente, die von manchen Menschen auch prophylaktisch eingenommen werden, was jedoch äußerst fragwürdig ist, da diese Medikamente in aller Regel nur die Symptome aber nicht die Ursache bekämpfen. Auch die eigentliche Anpassung an die Höhe kann nur unter ähnlichen Bedingungen, sprich bei reduziertem Luftdruck und entsprechend langem Aufenthalt in dieser Umgebung erfolgen.
Es gibt durchaus die Möglichkeit sich in entsprechenden Druckkammern vorzubereiten. Allerdings sind wir ja zum Wandern dort und nicht zum Höhenbergsteigen. Unser Zeitplan vor Ort ist auch recht flexibel. Man muss es also nicht gleich übertreiben. Die eigentliche Akklimatisierung wird also vor Ort erfolgen.
Grundsätzlich gibt es wohl keinen Unterschied zwischen trainierten und untrainierten Menschen ob man an der Höhenkrankheit erkrankt oder nicht. Allerdings fällt es einem trainierten Menschen deutlich leichter sich zu akklimatisieren wodurch auch das Erkrankungsrisiko sinkt. Trainiert bedeutet in diesem Fall ein möglichst belastbares Herz-Kreislaufsystem.
Einfach gesagt, je stärker die Pumpe ist umso einfacher fällt es ihr das durch den Akklimatisierungsprozess dickere Blut zu befördern.

Um das Herz zu trainieren ist grundsätzlich erstmal jede Art von Sport geeignet. Ein entsprechendes Intervalltraining ist aber spezifischer und bringt so auch einen höheren Trainingseffekt mit sich.


Rike ist hier durch intensives Spinning mehrmals pro Woche bereits gut aufgestellt. Mir als Trailrunner fällt es relativ leicht, meine regelmäßigen Laufrunden durch entsprechende Bergintervalle und Sprints anzupassen. Um einen Überblick über unsere Fortschritte in diesem Bereich zu behalten und das Training notfalls entsprechend anzupassen nutzen wir beide Pulsuhren. Während ich mit meiner Fenix 3 recht verwöhnt bin greift Rike noch auf ein Garmin Vivofit HR zurück. Bei schnellen Intervallwechseln kommt allerdings der integrierte Sensor an seine Grenzen und man merkt deutliche Messunterschiede zu einem guten Pulsgurt. Das ist ein Bereich wo wir vielleicht noch mal nachrüsten werden.
Natürlich könnte man auch rein nach Gefühl trainieren, was ich auch grundsätzlich befürworte. Um jedoch der Gefahr vorzubeugen sich durch zu schwache Trainingsreize oder immer gleiches Training auf einem Leistungsniveau festzufahren kann eine objektive Messung einer Pulsuhr eine gute Hilfe sein.

Regeneration


Wenn man das jetzt so alles liest, könnte man leicht den Eindruck bekommen wir würden nur noch rund um die Uhr mit irgendwelchen Gewichten durch die Gegend hetzen. Dem ist natürlich nicht so.

Jeder, der etwas von Trainingslehre versteht weiß, dass Regeneration ebenso wichtig ist wie das eigentliche Training. Wir haben also durchaus Tage wo wir nichts machen, bzw. nur eine Runde entspanntes Yoga. Und in aller Regel wechselt unser Konditionstraining sich auch immer mit unserem Stabitraining und dem Krafttraining ab. Das beugt einseitigen Trainingsreizen und einem Übertraining vor.

Wenn also alles nach Plan verläuft sollten wir im August zumindest körperlich gut für unsere Tour nach Ladakh und Zanskar vorbereit sein.



Montag, 22. Mai 2017

Was ich vom #SympatexHackathon mitgenommen habe

Vor kurzem wurde ich vom Outdoor Blogger Network und Sympatex dazu eingeladen mittels Twitter live über den #SympatexHackathon zu berichten. Bei diesem Hackathon sollte zusammen mit ein paar anderen Outdoorbloggern, dem Extrembergsteiger & Greenpeace-Aktivisten David Bacci, dem Designer Joe Sticker und dem Team von Sympatex eine neue Outdoorjacke entworfen werden. Der Fokus stand dabei nicht auf einer Jacke die mit unnötigen Gimmicks überladen ist, sondern in einem möglichst zuverlässigen und nachhaltigen Produkt. Das Ergebnis dieses 2-tägigen Workshops wird dann auf der kommenden Outdoormesse in Friedrichshafen vorgestellt. Ich bin selber schon sehr gespannt drauf, wenn das fertige Produkt am Ende präsentiert wird.
Wie gesagt, über den Workshop habe ich bereits auf Twitter einige Eindrücke geteilt. Und es werden mit Sicherheit einige Berichte auf anderen Blogs veröffentlicht, die über dieses Treffen berichten werden. Die entsprechenden Artikel werde ich dann hier verlinken. Ich möchte an dieser Stelle nur kurz darauf eingehen, was ich von diesem Treffen mitgenommen habe. Und das meine ich wörtlich. Denn netterweise hat Sympatex uns Arbeitsmaterial für den Hackathon zur Verfügung gestellt. Unter anderem einen Notizblock und einen Kugelschreiber.

Die wenigsten von uns benutzen vermutlich noch den selben Stift mit dem sie in der Schule das Schreiben gelernt haben. Vielleicht hat man sich in der Zwischenzeit mal das ein oder andere edlere Modell gegönnt. Oder man greift auf die üblichen Werbegeschenke zurück die man irgendwann mal bekommen hat. So oder so zeichnet sich irgendwann meist ein Favourit heraus. In meinem Fall handelte es sich um ein schlichtes, graues Exemplar mit einem wie ich finde recht ästhethischen Design.



Ich habe ihn damals auf einem Kinoabend der European Outdoor Film Tour bekommen. Der Stift lag gut in der Hand und lieferte ein angenehmes Schriftbild. Er machte damit genau das was er sollte. Was mich zudem sehr begeisterte, war die lange Lebensdauer der Mine. Oft sind solche Stifte ja immer gerade dann leer, wenn man sie dringend braucht. Dieser aber zeichnete sich durch seine enorme Zuverlässigkeit aus. Und obwohl ich ihn eigentlich täglich benutzte war es vermutlich der Stift, der am längsten gehalten hat. Aber Wunder kann man auch hier nicht erwarten. Wir reden hier immerhin von einem normalen Kugelschreiber. Zu meinem Bedauern musste ich dann leider feststellen, dass das Gehäuse des Stiftes fest verbaut war und man die Mine nicht einfach tauschen konnte. Leider war er so jetzt ein Fall für die Tonne. Aber wo packt man den dann rein? In den Plastikmüll? Aber sind da nicht auch Metallteile drin? So einfach zerlegen lässt er sich ja nicht. Und die Einzelteile könnte ich so auch kaum wiederverwenden. Also bleibt mir nix anderes als in den Restmüll damit und die in dem Stift enthaltenen Wertstoffe einem möglichen Recyclingprozess entziehen. Schade.

Auf dem SympatexHackathon habe ich nun einen neuen Kugelschreiber bekommen. Von der Form her ähnelt er doch sehr meinem alten und er liegt auch ähnlich gut in der Hand. Auch das Schriftbild hat mich gleich überzeugt. Im Gegensatz zu meinem alten Stift ist dieser in einem hellen beige gehalten.


Bei genauerem Hinsehen erkennt man einen kleinen Schriftzug, "Biotic Pen". Schnell mal Google gefragt, was es damit auf sich hat:

"Prodir Schreibgeräte zeichnen sich durch hohe Akzeptanz und lange Lebensdauer aus. Entscheidende Faktoren für ihre gute Umweltbilanz. Wer darüber hinaus umweltfreundliche Materialien sucht, bekommt den DS3 jetzt als Biotic Pen. Gehäuse und Mechanismus werden aus nachwachsenden Rohstoffen (PLA) gefertigt. Der verwendete Werkstoff ist nach EN 13432 zu 100% biologisch abbaubar. Für die Gesamtbilanz des Kugelschreibers inklusive Mine und Feder bedeutet das eine Kompostierbarkeit von 80%."
(Quelle: www.prodir.com)

Also kein gewöhnliches Plastik! Das klingt doch recht sympatisch. Jetzt bin ich nur mal gespannt, wie lange die Mine hält, bevor ich den Stift entsorgen muss.  Aber moment mal. Ich kann bei diesem hier die Mine gegen eine Neue austauschen! Scheint also so, als ob dieser Stift mich noch eine ganze Weile länger begleiten wird.


Was hat jetzt ein Artikel über einen haushaltsüblichen Kugelschreiber auf einem Outdoorblog zu suchen? Das ist eine Frage die ich an dieser Stelle offen lassen möchte...

Disclaimer: Ich wurde vom Ooutdoorbloggernetwork und von Sympatex engagiert um auf Twitter live über Hackathon zu berichten. Die teilnahme an dem Event war für mich kostenfrei und ich habe dafür eine Aufwandtsentschädigung erhalten. Dieser Blogbericht ist unabhängig davon aus eigenem Interesse entstanden. Ich war zu keiner Zeit dazu verpflichtet eine irgend vorgefertigte Meinung zu veröffentlichen. Der Inhalt dieses Artikels spiegelt lediglich meine eigene Meinung wieder.