Freitag, 11. Mai 2012

Stöckchen, Stöckchen, Du musst wandern...


Da will ich heut morgen aus der Tür und stolper gleich über ein Stöckchen. Schuld dran ist eindeutig Sven vom Freiluftblog. Der hat nämlich damit angefangen den Stock nach anderen Leuten zu schmeißen. 
Natürlich ist das kein gewöhnliches Stöckchen, sondern mehr so 'ne Art virtuelles Staffelholz. Weitergegeben wird es von Blogger zu Blogger. Und um es etwas spannender zu machen wird dabei gleich das gute alte Spiel "ich packe meinen Koffer" ähh, ich meine natürlich "ich packe meinen Rucksack" gespielt. Sinn und Zweck ist es die Outdoorblogger untereinander besser miteinander zu vernetzen und evtl. auch etwas unbekanntere Blogs bekannter zu machen.
Und Sven hat eben damit angefangen. Dach ging es gleich an Alex und anschließend zu Jens weiter. Steffi hat dann den Stock in Bayern gefangen und gleich darauf nach Bonn geschmissen wo Angelica schon bereit stand. Und warum dann die Mühe auf sich nehmen und es in unbekannte Regionen schleudern wenn doch der nächste Blogger quasi um die Ecke wohnt? 
Nun hat's also mich erwischt. Also denn:
Denn mal ehrlich, allmählich wird's etwas eng das alles in der Hand zu tragen. Und so kann man mal endlich austesten, was wirklich alles in den Pack passt! ;-)
Damit der nächste glückliche Teilnehmer gleich weiss wie's geht hier noch mal kurz die Regeln:
  • Das Stöckchen kann immer nur an einen einzigen Outdoor Blogger weiter geworfen werden.
  • Das Stöckchen kann nicht wahllos von einem anderen Blogger abgefangen werden.
  • Wurde einem das Stöckchen zugeworfen sollte man es möglichst bald aufnehmen und mitmachen, oder darauf hinweisen, dass man nicht mitmachen möchte. Im letzteren Fall wird das Stöckchen vom “Vorbesitzer” an einen anderen Blogger weiter geworfen.
  • Der Beitrag zum Blogstöckchen sollte immer die Links zu den vorherigen Teilnehmern enthalten. Am besten setzt man diesen auf den Gegenstand den der jeweilige Blogger in den Rucksack getan hat.
  • Es gibt kein Ende der Stöckchen-Wurf-Aktion, es darf also fröhlich die Runde in der ganzen Outdoor-Blogger-Szene machen!
Und jetzt? Jetzt schmeiß ich den Stock dem nächsten zu. Mit dem Zielen hab ich's nicht ganz so also mal gucken ob ich den Knilch auch treffe!


Montag, 9. April 2012

Unterwegs in Finnland


Wenn man von einer Tour zurück kommt, bringt man immer die verschiedensten Eindrücke mit. Von beeindruckenden Landschaften, Wettereinbrüchen, interessanten Erlebnissen...
Ein anschließender Reisebericht bleibt entweder nüchtern und hangelt sich an den Daten und Fakten der Tour entlang (wann war ich wo und wie lange haben wir gebraucht, etc.) oder er arbeitet diese Eindrücke auf und spiegelt somit die subjektiven Erfahrungen wieder die man unterwegs gewonnen hat.


Vor einiger Zeit beschlossen einige Mitglieder des deutschen Ultraleicht Trekkingforums gemeinsam eine Tour im winterlichen Finnland zu unternehmen. Die Eindrücke die davon bei mir am stärksten in Erinnerung geblieben sind erzählen weder von der Natur, noch vom Wetter. Es waren die einzelnen Teilnehmer dieser Gruppe die diese Tour für mich geprägt haben.

Größtenteils kannten wir fünf uns nur über das Internet was das Zusammentreffen unterwegs nur um so spannender gestaltete. Zwar wurde im Vorhinein geplant und organisiert, es wurde sich über die Ausrüstung ausgetauscht, Routen besprochen, Zeltgemeinschaften festgelegt... Aber das alles sagt nur relativ wenig darüber aus, wie die Gruppe unterwegs zusammen funktioniert.

Das zeigte sich dann auch als es schließlich los ging. Auch wenn auf dem Papier die Ausrüstung jedes Teilnehmers auf den ersten Blick recht ähnlich gestaltet war, spiegelte sie doch in natura nicht nur die jeweilige Persönlichkeit wieder sondern war auch auf die Reise bzw. Wandergewohnheiten eines jeden hin optimiert. So nahm neben der Ausrüstung auch jeder seine eigenen Vorstellung von dieser Tour mit nach Finnland.


Wenn ich mit meiner Frau unterwegs bin, sind wir ein eingespieltes Team. Auch wenn jeder von uns seine eigenen Stärken und Schwächen mitbringt haben wir gelernt uns so zu ergänzen dass wir gemeinsam das Meiste aus einer Tour herausholen. Unsere Interessen, Ziele und Erwartungen sind in aller Regel die selben und so fällt es uns leicht uns aufeinander einzulassen. Die vielen Jahre die wir nun schon ein Paar sind und die vielen gemeinsamen Erlebnisse sind etwas was keiner von uns missen wollte. Und sie sind etwas was uns auszeichnet und prägt. Wenn wir auf Tour gehen haben wir in aller Regel die selben Vorstellungen und nicht nur unterwegs sind unser Rythmus und unsere Gewohnheiten aufeinander abgestimmt.

Die Finnlandgruppe unterschied sich davon rigoros. War der eine schon früh morgens aus dem Schlafsack gekrochen brauchte der andere länger um auf die Beine zu kommen. Reichten dem einen unterwegs kurze Pausen um mal einen Snack zu essen mussten es für den anderen ein warmes Mittagessen (Schneeschmelzen inclusive!) sein. Blieb die eine Hälfte abends noch länger am Feuer sitzen verkroch sich die andere schon wieder in die Daunendecken.

Während die einen Tiefschnee und schwieriges Terrain ins Auge gefasst hatten, bevorzugten die anderen einfacheres Gelände und größere Distanzen. Begnügten sich die einen mit Tütenfutter wurde auf der anderen Seite opulent gekocht und sogar Brot gebacken. Und doch...

Und doch funktionierte es. Alle waren sehr offen und brachten sich ein. Es wurde von Anfang an rumgealbert und geblödelt. Alle verstanden sich miteinander ohne sich vorher wirklich gekannt zu haben. Die Unterschiede die in der Gruppe bestanden führten eher noch zu einem gesteigerten Interesse an dem anderen. Wir tauschten uns über unsere bisherigen Touren und Erlebnisse aus. Erzählten von unseren Plänen und Ideen. Auch der Geartalk kam nicht zu kurz und es wurde viel diskutiert und überlegt, warum das eine System für den einen funktioniert aber nicht für den anderen. Wo liegen die Stärken und die Schwächen der jeweiligen Ausrüstung. Und natürlich was würde man in Zukunft an sich oder seiner Ausrüstung noch verändern wollen.

Alles in allem war das eine erfolgreiche Tour von der ich vieles mitgenommen habe. (nicht nur muffige, nach Lagerfeuer stinkende Klamotten...)

Gerade für Menschen mit einer starken Persönlichkeit und eigenen Vorstellungen ist es nicht einfach sich auf andere und ihre Macken einzulassen. Das es trotzdem ein wirkliches Erlebnis geworden ist, ist der Verdienst jedes einzelnen der seinen Teil zum Gelingen der Tour beigesteuert hat.

Vielen Dank, Andi, Dennis, Hendrik und Jan-Hendrik!


Sonntag, 11. März 2012

Haglöfs Barrier II Q Pants

Heute Morgen flitzte meine Frau ganz aufgeregt durch die Wohnung. Sie wollte zum Sport und suchte dafür ihre Hose. Natürlich keine x-beliebige Hose! Nein die Rede ist hier von ihrer Haglöfs Barrier II Q Pants, die sie seit Mitte Dezember ihr Eigen nennt. Wie sich dann heraus stellte, musste sie heute wohl mal leider auf die Barrier-Hose verzichten, da sie diese offenbar auf der Arbeit vergessen hatte.
Moment mal! Die Haglöfs Barrier ist doch eine gefütterte Winterhose? Für was um alles in der Welt braucht man die beim Sport? Und was sucht so eine Outdoorhose auf der Arbeit?
Die Fragen sind berechtigt! Aber bevor ich jetzt hier aus dem Nähkästchen plaudere soll Rike doch mal selber berichten... 

Na gut. Wenn Du mich sooo nett darum bittest. Wo fang ich denn da am besten an? Ok, ich weiß...


Eigentlich war ich nämlich auf der Suche nach einer neuen Skihose! Schließlich stand der Winterurlaub vor der Tür. Und der Winter letztes Jahr hat ja mal wieder gezeigt, dass wir hier durchaus auch mal weiße Weihnachten haben können! 
Irgendwie hatte Basti gleich eine feste Vorstellung davon was ich "bräuchte", ohne zu fragen, was ich eigentlich "wollte". 
Im Hinterkopf hatte ich eigentlich eine klassische Skihose. Also so mit Gamaschen unten drin, damit kein Schnee rein kommt. Verstärkte Knie und Hintern, falls man sich mal beim Skifahren hinsetzt. Und vor allen Dingen wind- und wasserdicht und schön lecker warm! Und nicht zu vergessen: Schick durfte sie auch durchaus sein! Soll heißen, warm gefüttert ist ok, aber auftragen soll sie auch nicht gleich.


das sehr dezent gehaltene Logo
Bastis Vorstellungen von einer für mich geeigneten Winterhose sahen irgendwie anders aus. Hauptsache leicht und warm, damit meine Beine nicht wie sonst zu Eisklumpen werden. Zum Drüberziehen über eine andere Hose soll sie geeignet sein. Klein verpackbar und (hatte ich es bereits erwähnt?) natürlich leicht! Von einer klassischen Skihose hielt er irgendwie nichts.


Netterweise hatte uns Wiebke von den Bergfreunden dann gefragt ob es nicht noch etwas gäbe, daß wir im kommenden Winter mal testen wollten und so ließ ich Basti erstmal freie Hand. 

Wenig später traf dann ein Paket bei uns ein in dem meine neue Hose lag, die Haglöfs Barrier II Q Pants (Das Q steht übrigens für die Frauenversion. Männer nehmen bitte die Haglöffs Barrier II Pants, ohne Q).
Die Hose saß  erstaunlich gut! Und ich muss eingestehen, dass sie durchaus sehr sportlich aussieht. Die Hose trug auch gar nicht auf, obwohl sie recht warm gefüttert ist. Aber ob sie auch für den Winter taugt. Zumindest gemütlich genug für einen Abend auf der Couch ist sie.... 


bequem geschnittener Bund mit integriertem "Gürtel" - kein Zwicken, keine Rutschen

Im Winterurlaub angekommen ging es erstmal zu einer kleinen Wanderung. Und die Hose hielt mich in der Tat angenehm warm. Nach diesem kurzen ersten Eindruck konnte ich mich wohl auch damit auf die Piste trauen ohne Angst zu haben, dass mir die Beine gleich vor Kälte abfallen. 
Am nächsten Tag ging es dann also auch gleich auf die Bretter. Da es über Nacht noch mal gut geschneit hatte und die Abfahrten noch nicht alle präpariert waren ging es Anfangs noch ordentlich durch den Pulverschnee. Die Hose hielt den Schnee dabei sehr gut ab. 
Ok. Zugegeben, die Imprägnierung war natürlich noch neu und dann kann man das wohl auch erwarten. Je später der Tag umso mehr geschmolzener Schnee fand sich dann aber auf den Sesselliften wieder. Das bisschen Hin- und Hergewische mit dem Besen was die Jungs vom Liftpersonal da veranstalteten brachte da auch nicht wirklich was. Irgendwann saß man halt bei jeder Liftfahrt in 'ner Pfütze. 
Meine Hose hat zwar ein wasserabweisendes Außenmaterial, ähnlich wie mein Windhemd, aber natürlich KEINE Membrane und war damit auch nicht wasserdicht. 
Dafür war sie aber mit Kunstfaser gefüttert wodurch sie nicht nur schnell trocknete, sondern trotzdem erstaunlich warm hielt. Hätte Basti mich nicht drauf aufmerksam gemacht, wär’ es mir wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, dass mein Hintern nass war. Bis runter zum Tal war der dann aber immer wieder trocken! Und selbst im Schneegestöber und beim Abfahrtswind blieben meine Beine ganz gut warm. Wer hätte gedacht, dass die Hose doch tatsächlich auch zur Skihose taugt? 


Yehaaa!!!

Gut, der Winterurlaub ist ja jetzt schon leider 'ne ganze Zeit vorbei. Die Hose hab ich aber trotzdem fast jeden Tag an. 
Und zwar wenn ich auf dem Weg zum Fitnessstudio bin! Bei den Temperaturen die wir hier momentan haben ist das echt angenehm, wenn man was Warmes zum drüberziehen hat, wenn man grad vom Sport kommt und auf dem Weg nach Hause ist. Und da die Haglöfs Barrier II komplett durchgehende Reißverschlüsse an der Seite hat, fast wie bei einer Regenhose, kann man das auch einfach ohne die Schuhe ausziehen zu müssen machen. 
Nach Winterhose sieht sie dabei gar nicht aus, sondern eher wie eine moderne, lange Sporthose. Da stört es dann auch nicht, wenn man auf dem Heimweg noch letzte Besorgungen fürs Abendessen im Supermarkt erledigt. 
Die hüftlangen, seitlichen Beinreißverschlüsse sind beiderseitg zu öffnen.
Das ermöglicht ein einfaches An- und Ausziehen der Hose selbst mit Schuhen und dient gleichzeitig als Lüftung

Und selbst auf der Arbeit, d.h. im Kindergarten hab ich sie öfters dabei. Immerhin verbringt man da auch eine ganze Zeit im Freien, sei es bei einem Ausflug oder einfach wenn die Kinder draußen spielen. Da ist so eine Hose, die man schnell anziehen kann (man braucht schon lang genug damit die Kinder warm einzupacken) wirklich praktisch. 
Und obwohl ich die Hose nun gut drei Monate fast durchgehend in Benutzung habe und ich muss eingestehen dabei auch nicht sehr geschont habe macht sie immer noch einen sehr guten Eindruck. Hält warm wie zuvor und selbst Nieselregen bleibt draußen. Offenbar wurde an einer guten Imprägnierung wirklich nicht gespart! 
die Beinabschlüsse sind mit einem verstellbaren Bündchen versehen

Im April geht es für uns erstmal noch in die Wicklow Mountains nach Irland, und da werde ich die Hose wohl noch mit in den Rucksack stecken. Mit 314g in Größe S ist sie wirklich nicht zu schwer und klein zu verpacken ist sie auch. Grade wenn man abends im Zelt sitzt ist so eine kuschelig warme Hose toll. Und da sie so gemütlich ist nehm’ ich sie dann auch gleich mit in den Schlafsack. 


Und weil Basti drauf besteht:


Ja, ich hatte mich eigentlich immer etwas gegen eine Hose in der Art gesträubt. Irgendwie stand ich denen Anfangs ähnlich skeptisch gegenüber wie damals beim Umstieg von Wanderstiefeln auf Trailrunner. Oder von schweren Trekkingrucksäcken mit Gestell auf Ultraleichtrucksäcke ohne Rückenpolster. 
Wenn man solche gefütterten Hosen auf Katalogfotos sieht, wirken die irgendwie nie so toll. Und dass solche Hosen erstaunlicherweise auch nur so viel wiegen wie eine lange Wollunterhose können die ja auch nicht sooo warm sein. Zumindest nicht wie eine "richtige" Winterhose. Pustekuchen! Die Hosen sind toll!
Die Haglöfs Barrier II Pants (mit Q!!!) ist zur Zeit wohl eins meiner Lieblingsstücke. Sie ist angenehm warm, super bequem und dabei auch noch schick. Und klein und leicht genug damit mir Basti nicht ausreden kann, sie bei unserer nächsten Tour zu hause zu lassen...