Mittwoch, 1. September 2010

Wie Hannibal über die Alpen (Teil 3)

Und hier kommt die Fortsetzung:


Nachdem wir unsere ursprünglich geplante Alpentour abgebrochen hatten, waren wir nun mit neuem Plan unterwegs in die Dolomiten.

Südlich der Alpen wurden wir dann auch gleich mit sonnigem Wetter begrüßt,


dass sich dann zu unserem Glück auch noch in den Dolomiten hielt.

So konnten wir uns in der warmen Sonne nicht nur über die Blumen freuen,

sondern auch über den Ausblick, der uns in den Alpen fast immer durch die tief hängenden Wolken verwehrt geblieben war.
Auch wenn die Dolomiten nicht so weit von den Alpen entfernt sind und wir auch hier Bekannten wie Murmeltier und Co. begegneten, konnten wir diesen Kameraden jedoch nicht so ganz einordnen.


Aufgrund der schönen Wetterlage hier vor Ort zogen wir es dann auch vor unter freiem Himmel zu schlafen. Ein Biwak ist doch bei weitem schöner wie eine überfüllte Berghütte mit unzähligen Schnarchern und zum Lüften aufgehangenen Socken. Insbesondere, wenn man sich in den selbstgenähten 2-Personen-Daunenquilt betten kann. Und wenn es dann noch ein leckeres, selbst zubereitetes Freezerbag-Meal als Betthupferl gibt, schläft es sich noch mal so gut.



Nachts zog es dann allerdings doch etwas an weshalb wir uns dazu entschlossen unser GoLite ShangriLa 2 einfach über uns aufzubauen.


Des morgens wurden wir dann auch mit einem grandiosen Sonnenaufgang begrüßt, der die umliegenden Berge in ein wahres Farbenspiel tauchte.


Und bei unserer weiteren Tour hatten wir auch das Glück eines der immer seltener werdenden Edelweiß zu finden.


Doch getreu nach dem Motto "Leave nothing but footprints, take nothing but photos!" ließen wir das kleine Pflänzlein im Schutze des Felsens zurück und wurden auch umgehend mit fabelhaften Ausblicken auf die Bergwelt belohnt.


Bei einer kleinen Berghütte, die wir für eine kurze Frühstückspause nutzten, wurden wir dafür etwas misstrauisch von einem ihrer Bewohner beäugt, der uns zudem ein Frühstücksei strickt verweigerte.


Und nachdem die Sonne sich auch gegen die letzten Wolken erfolgreich durchsetzen konnte wurde es auch mal Zeit unseren Quilt zu lüften.


Nach dieser kurzen Pause ging es dann für uns wieder an den steinigen Abstieg.

Nicht aber ohne auf halber Strecke bei einer Hütte noch eine kleine Stärkung zu uns zu nehmen. Na, wenn es schonmal so lecker duftet bleibt man auch nicht lang allein...


So war es uns dann am Ende doch noch vergönnt ein paar sonnige Tage in den Bergen zu verbringen. Und neben großartigen Aussichten, schönen und anspruchsvollen Routen hatten wir hier zum ersten mal seit unserem Start in Oberstdorf nicht mehr das Gefühl unter einem Zeitdruck zu stehen, der uns auf dem E5 irgendwie ständig begleitet hat. Nach ein paar Tagen in den Dolomiten wendeten wir uns dann schließlich dem dolce vita in Italien zu, bevor es dann endgültig für uns an die Rückreise ging.

Um diesen Bericht aber noch ausklingen zu lassen, hab ich noch ein paar Impressionen unserer Tour bis zum Ende aufgespart:




Um die Diashow zu starten auf den Pfeil unten in der Mitte klicken. 
(Mit einem Klick auf den großen Pfeil gelangt ihr zum Onlinealbum.)


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Donnerstag, 26. August 2010

Wie Hannibal über die Alpen (unsere Ausrüstung)

Nachdem ich Eure Geduld mit einem dreiteiligen Bericht unserer diesjährigen Sommertour hoffentlich nicht allzu sehr strapaziert habe will ich Euch zum Abschluss noch einen Einblick in unsere Ausrüstung geben.

Die Tour ist ja leider nicht wie geplant verlaufen und somit hätten wir wohl vieles anders gemacht, wenn wir uns die tatsächlich gelaufene Route schon vorher so zurecht gelegt hätten.

Der E5 ist grundsätzlich als Hüttentour ausgelegt und die Mitnahme eines Zeltes damit schlichtweg überflüssig. Allenfalls ein Biwaksack als notwendiges Backup in den Bergen währe angemessen.
Für die Hütten reicht dann in der Regel auch ein einfacher Hüttenschlafsack bzw. Schlafsackinlett. Das sollte man (wenn man mit Hüttenübernachtungen rechnet) auch möglichst dabei haben, erhält man in den Alpenhütten in der Regel nur eine Matratze und eine normale Wolldecke.
Muss man damit rechnen keinen regulären Schlafplatz mehr zu bekommen (Hauptsaison!) bietet es sich an zusätzlich einen leichten Schlafsack oder Quilt sowie eine Isomatte mitzunehmen. Dann kann man zur Not auch in der Gaststube der Hütten bequem schlafen.


Auch wenn es nicht gleich eine Umhängetasche sein muss, tut man doch gut daran, einen kleinen und leichten Rucksack zu wählen. Währen Rike und ich von vorne herein den E5 als Hüttentour angegangen, hätte uns wohl ein huckePack für beide gereicht.


Da man auf den Hütten auch immer günstig und reichhaltig verköstigt wird währe auch ein Kocher und zusätzliche Verpflegung überflüssig. Zudem kommt man oft genug durch kleine Dörfer wo man sich zusätzlich mit Knabberkram und Müsliriegeln eindecken kann.

Soviel zu dem "was währe wenn". Tatsächlich hatten wir nun ja aber doch ein paar Gramm mehr mit. Und neben der Tour in den Alpen hat es uns anschließend noch in die Dolomiten verschlagen. Was ist also mit den Sachen, die wir dabei hatten?

Da währen zuerst mal unsere Rucksäcke


Während ich auf mein Vorserienmodell eines Laufbursche huckePacks aus X-Pac setzte, durfte Rike sich über einen nagelneuen, auf Maß geschneiderten huckePack aus lindgrünem SilNylon freuen. Dafür nochmal herrzlichen Dank nach Köln. Wie nicht anders zu erwarten haben beide Packs die Tour klaglos und ohne Mängel überstanden.
Die Rucksäcke trugen sich während der Tour sehr bequem und das trotz gesamter Ausrüstung inkl. Vollverpflegung für eine Woche (3500 Gramm) und zwei Litern Wasser.
Auch der einfache Zugang zu den Seitentaschen für Wasser, Riegel, Fotoapparat etc. war mehr als praktisch. Das ist ein UL-Rucksack wie er sein sollte und für die meisten Touren wohl unsere erste Wahl.
Wird Zeit, dass der Laufbursche in den offiziellen Verkauf geht! (Das war ein Wink mit dem Zaun.)

Als Behausung hatten wir auf das GoLite ShangriLa 2 gesetzt.


Dies hatte mehrere Gründe. Zum einen wollten wir für die Berge eine etwas geschlossenere und geschütztere Behausung haben wie ein offenes Tarp (obwohl dieses leichter gewesen währe). Aber vor allem haben wir das ShangriLa schon etwas länger in unserem Fundus, ist aber bisher nie richtig zum Einsatz gekommen.
Für die Berge haben wir lediglich das ShangriLa ohne den optionalen Mückenschutz mitgenommen. Als Boden haben wir in den Bergen auf eine Plane aus Tyvek gesetzt.

Der Aufbau des ShangriLa 2 geht erstaunlich schnell und einfach. In alle vier Ecken einen Hering. Mit Trekkingstöcke das Ganze aufrichten, an den Seiten mit je einem weiteren Hering abspannen und die Abspannpunkte kurz nachziehen. Fertig.

Das Shelter ist für zwei Personen aufgrund seiner Höhe und Länge sehr geräumig und macht auch durch seine eher klassische Zeltform einfach nur Spaß ist aber über dies ein sehr wetterfestes und erstaunlich windstabilen Zelt.
Auch die Möglichkeit das ShangriLa zur besseren Belüftung in der Höhe zu variieren und damit den Spalt zum Boden hin zu vergrößern ist großartig. Kann man damit doch der Kondeswasserbildung der Einwandkonstruktion entgegenwirken. Zumal diese Verstellung auch von Innen heraus möglich ist und man so den Schutz seines Zeltes nicht verlassen muss.
Für ein solch geräumiges Zelt ist auch das Packmaß sehr handlich gelungen und es ist kaum größer wie die meisten Tarps.
Während unserer späteren Tour haben wir dann auch auf den regulären Boden zurückgegriffen, der aber wohl dringend einer Überarbeitung bedarf. Die Möglichkeit diesen in das ShangriLa einzuhängen ist mehr als Mangelhaft und der eigentlich seitlich hochgezogene Boden liegt in der Regel immer flach auf. Ob es da eine Verbesserung beim 2010er Modell gegeben hat kann ich leider nicht sagen.

Als Schlafsack
hatten wir in den Hütten aus hygienischen Gründen normale Seiden Inletts dabei. Diese kann ich auch jedem Hüttenwanderer nur wärmstens empfehlen. Zumal sie recht leicht (je nach Größe etwa 100 Gramm), hautfreundlich und bei sommerlichen Temperaturen auch als leichter Schlafsack dienen können. Ansonsten aber hat uns diesmal unser frisch gebackener Daunenquilt begleitet. Über diesen werde ich zwar noch einen eigenen kurzen Bericht schreiben (Versprochen!) aber ich will schonmal soviel verraten: Er ist kuschelig warm. Groß genug für zwei. Klein verpackbar und vor allem leicht! Für uns nie mehr was anderes!

Nach den "großen Drei" gibt es noch ein paar andere Dinge über die ich ein paar Worte verlieren möchte.

Zum einen währen da unsere Schirme
die uns erneut da trocken gehalten haben, wo GoreTex kapituliert hätte. Viel will ich dazu jetzt nicht mehr sagen, sollte doch jeder Leser dieses Blogs doch mittlerweile meine Einstellung zu Schirmen kennen. Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen selber mal einen Schirm auf Tour auszuprobieren. Die seltsamen Blicke der übrigen Wanderer verschwinden spätestens dann, wenn man als einziger am Abend in trockenen Sachen da steht, ohne vom Regen gebeutelt worden zu sein oder in seiner Regenmontur im eigenen Schweiß gestanden zu haben.

Bei der Bekleidung
muss ich mich bei Henrik vom Trekking-Lite-Store bedanken, der mir nicht nur in dieser Hinsicht geholfen hat, sondern auch beim Zusammenstellen einiger anderer Teile unserer Ausrüstung für unsere Tour.
Zum Testen hatte ich auf ein Montane Bionic T-Shirt aus Spoortwool zurückgegriffen. Dabei handelt es sich um ein Mischgewebe aus Kunstfaser und Merinowolle, das die Vorteile beider Stoffe kombinieren soll. Oft sind solche Kombinationen ja mehr oder weniger immer ein Kompromiss an die Funktionsfähigkeit der einzelnen Komponenten.
Den Eindruck konnte ich bei dem Montane-Shirt aber nicht gewinnen.
Das Montane Shirt hab ich fast durchgängig getragen. Nicht nur, dass es sich trotzdem strickt geweigert hat zu riechen, es hat vor allem unglaublich gut klimatisiert. Selbst im stärksten Regen hab ich oft nicht mehr als das Shirt (oft in Kombination mit dem Schirm) getragen und obwohl es dadurch meist durch und durch nass war hielt es mich warm. Bei Pausen konnte es dann wiederum auch so schnell trocknen, dass mir der Gedanke "etwas Trockenes" anzuziehen schlichtweg gar nicht kam. Auch zum Schlafen hab ich das Shirt gleich anbehalten.
Rein von der Funktionalität her bisher das beste Material das ich als Baselayer kennen gelernt habe. Und das obwohl ich sowohl schon verschiedene Merinostücke als auch diverse Kunstfasern ausprobiert habe. Allerdings fühlt sich das Material beim erstem mal Tragen nicht ganz so glatt/ geschmeidig an wie viele andere Hemden, was wohl dem hohen Wollanteil zuzurechnen ist. Auch die Waffelstruktur auf der Außenseite ist nicht ganz so unempfindlich wie bei anderen Hemden. Sich z.B. mit dem Shirt auf eine grobe Holzbank legen sollte man überlegen, da die feinen Fasern gerne an dem rauen Holz hängen bleiben und man sich so Fäden ziehen kann. Wenn man das aber beachtet hat man ein unvergleichlich gutes und komfortables Ausrüstungsteil.


Als kurze Hose durfte ich die GoLite Mesa Trail 7" Run Short testen
Die GoLite Shorts hat sich auf der Tour als mein wirklicher Favourit herausgestellt. Selbst im stärksten Regen schien die Hose trocken zu bleiben, was meine Frau recht unzufrieden feststellte, da ihre Hose durch das Wasser regelrecht an der Haut klebte. Dementsprechend schnell war es auch fast nie nötig sie zum Trocknen aufzuhängen.
(Nur am Ende vom Urlaub wo ich sie als Badehose genutzt habe waren ein paar Minuten in der Sonne nötig um das breite Bündchen zu trocknen.)
Bei trockenen Wetter war die Hose wiederum angenehm luftig. Als Ergänzung zu der Shorts hat mir dann auch eine Berghaus PacLite Regenhose gereicht, auf die ich aber nur sehr selten (bei niedrigen Temperaturen) zurückgegriffen hatte. Auch der sonstige Tragekomfort hat diese Shorts zu einem meiner Lieblingsteile werden lassen. Und bei all dem ist die Hose noch lang genug und "normal" genug geschnitten, dass man sie auch ohne Probleme in der Stadt anziehen kann.


Ergänzend zu der Oberbekleidung
haben wir auch unsere Montane Featherlight Smocks erneut schätzen gelernt. Zwar gibt es mittlerweile leichtere Windhemden auf dem Markt. Die Montanes sind jedoch nach wie vor robust, federleicht und in allen Wetterlagen mehr als zuverlässig. In Kombination mit einem Schirm kaum noch zu toppen.


Als Schuhwerk für diese Tour
hatten wir uns für terrocs von INOV8 entschieden.




Leider war mein Modell mit Goretex ausgestattet. Das scheint zwar auf den ersten Blick bei Regen das Vernünftigste zu sein stellt sich aber bei genauerer Betrachtung als Problem heraus. Einerseits hält so eine Membrane bei einem Schuh nicht so lange wie gewünscht und zweitens gelangt bei flachen Schuhen das meiste Wasser in der Regel von oben rein. Durch die Membrane hat das erstmal eingedrungene Wasser keine Möglichkeit mehr rauszulaufen. Auch das Futter erschwert eine schnelle Trocknung.
Wie auch immer. Die terrocs hatten sich für diese Tour als die idealen Schuhe herausgestellt. Selbst auf dem nassen Fels boten sie uns immer erstaunlichen Halt und waren trotz Dauerregen und Bachdurchquerungen immer recht schnell trocken (was man von den schweren Stiefeln anderer Wanderer nicht behaupten konnte).
Dank Ultraleichtausrüstung war es für uns auch bei schwierigem Gelände kein Problem uns ganz auf Halbschuhe ohne Knöchelschutz zu verlassen. Und es war das erste mal, das keiner von uns beiden weder mit Blasen noch mit schmerzendem Fußgelenk unterwegs war.
In Kombination mit den Schuhen haben wir auf dünne Merinosocken von Smartwool gesetzt. Auch hier waren wir vollends zufrieden.


Bei unserer Kochausstattung waren wir diesmal etwas experimentell.
Da wir für diese Tour das erste mal komplett auf Freezerbag-Food setzen wollten, reichte es uns Wasser zum Kochen zu bringen. Ein richtiger Topf war damit nicht notwendig. Gegessen wurde auch direkt aus dem Beutel.
Als Kocher wurde uns dann freundlicherweise mit einem Caldera Keg vom Trekking-Lite-Store ausgeholfen, den wir in der Höhe auf Herz und Nieren testen durften.


Der Caldera Keg funktioniert wie erwartet einwandfrei. Im Vergleich zu manchen anderen Spiritusbrennern erscheint er zwar subjektiv aufgrund des verwendeten Brenners nicht als der schnellste (der Brenner arbeitet drucklos), ist dafür aber mit Sicherheit einer der sparsamsten, was bei der Länge unserer Tour zu unerwartet hohen Einsparungen an Spiritus geführt hat. Und das trotz der Höhe in der wir teilweise gekocht haben und dem Tee, den wir ebenfalls im Keg zubereitet haben (wer sagt eigentlich, eine Bierdose sei nur zum Wasser erhitzen gut?).
Der Brenner läßt sich aber auch z.B. durch einen MYOG-Dosenkocher für eine etwas kürzere Kochzeit austauschen. Wobei der Spiritusverbrauch dann vermutlich aber in die Höhe steigen wird. So ist das System sehr gut auf die einzelnen Komponenten abgestimmt.
Vor allem die schmale aber stabile Standfläche für den Einsatz in den Bergen und das praktische Packmaß sind aber echt überzeugend. Auch die Größe der als Topf verwendeten Dose reicht zur Zubereitung von zwei Freezerbag-Mahlzeiten aus. Dank des Gummischutzes am Rand der Dose konnte man auch Tee direkt bequem aus diesem Töpchen trinken.


Für längere Touren werden wir jedoch wieder auf ein anderes System zurückgreifen. Nicht etwa weil uns der Caldera Keg nicht zugesagt hat. Bei kürzeren Touren werden wir ihn wohl auch weiterhin nutzen.
Wir haben lediglich festgestellt, daß für uns eine 100% Freezerbag-Verpflegung einfach nicht das Wahre ist. Einerseits futtern wir auch gerne mal unterwegs ein paar leckere Sachen (z.B. in den Hütten) andererseits wollen wir uns nicht schon vor einer Tour festlegen, was wir in zwei Wochen essen werden. Dafür sind wir diesbezüglich zu spontan. In Zukunft werden wir wohl halbe-halbe machen. Selbstzubereitetes Freezerbagfood als günstige, leichte und schnelle Verpflegung für unterwegs, ergänzt mit frischen Sachen, die vor Ort erworben werden. Das bedeutet dann aber auch wiederum ein etwas schwereres Kochset (mit einem richtigen Topf) zum Zubereiten der frischen Zutaten.
Ich denke aber, dass sich das Gewicht trotzdem relativiert, da wir so ja auch nicht mehr für die gesamte Tour Verpflegung mitschleppen.


Bliebe zuletzt noch der StickPic.
Wer kennt nicht diese komischen Bilder die jemand von sich selber entweder mit Selbstauslöser oder mit dem ausgestreckten Arm von sich selber geschossen hat und wo dann nur die Hälfte des Kopfes zu sehen ist? Mit dem StickPic kann man das geschickt umgehen. Man schraubt dieses kleine Helferlein einfach an das Stativgewinde seinen Fotoapparates (kann dort auch ohne zu stören bei normalen Fotos verbleiben) und steckt das Ganze anschließend auf die Spitze seines Trekkingstocks.
Der Stock sorgt dann bei Selbstportraits für den nötigen Abstand zum Motiv. Somit gelingen Bilder bei denen neben dem Fotographen auch noch der Hintergrund zur Geltung kommt. Und das beste daran: Der StickPic ist gerade mal so groß wie eine Walnuss und mit 11 Gramm auch kaum schwerer. Auch Anhänger der UL-Philosophie können es so verschmerzen ihn in ihrem Gepäck mitzuführen. Wie Knilch und Rio beweisen.


Eigentlich ist der SticPic in erster Linie für den Solo-Wanderer entwickelt worden. Aber auch zu zweit hat man nun endlich eine einfache und funktionierende Möglichkeit sich auf seinen Urlaubsbildern als Paar festzuhalten.


Und neben den eher traditionellen Selbstportraits ermöglicht dieses kleine Teil auch mal eine andere Perspektive auf manche Dinge zu werfen... ;-)










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Wie Hannibal über die Alpen (Teil 2)

Teil 1 unseres Tourenberichts findet ihr hier.
Und hier kommt die Fortsetzung:

Doch am nächsten Tag sah die Welt nicht mehr ganz so rosig aus. Zum ersten mal während unserer Tour holten wir die komplette Regenmontur raus.

Der weitere Weg ins Tal führte dann auf einer breiten Forststraße lang, was uns akrobatische Einlagen um diverse Schlammlöcher herum und über rutschige Steine ersparte.

Hätte uns der Wetterbericht nicht schon vorgewarnt, hätten wir vermutlich statt dem Abstieg nach Wenns den Weg über Piller und anschließend über den Kaunergrad gewählt. So aber suchten wir uns rechtzeitig im Tal eine wetterfeste Unterkunft die uns vor der angekündigten Wetterfront schützen sollte. Dies würde zwar leider dazu führen, daß wir den herausgearbeiteten Vorsprung vor den Wandermassen einbüßen würden, jedoch hatten wir auch keine Lust während eines Unwetters irgendwo im Gebirge festzuhängen. Wie sich herausstellen sollte eine mehr als kluge Entscheidung.

Wir befanden uns auf 1800m und über nacht fiel Schnee.

Selbst die Einheimischen waren ob der Menge überrascht und kein Wetterbericht hatte mit so einem Wetterumschwung gerechnet. Auf den vor uns liegenden Berghütten war der Strom ausgefallen und Wanderer wurden wieder zurückgeschickt. Der vor uns liegende Pass, das Pitztaler Jöchl war vorerst gesperrt. Eine Wetterbesserung und damit eine mögliche Begehung des knapp 3000m hohen Passes war nicht vor drei Tagen zu erwarten.
Was also tun? Warten? Eine andere Route wählen? Den Bus nehmen und einfach auf die andere Seite fahren?
Drei Tage zu warten ohne das jemand eine Gewähr dafür übernehmen konnte dass der Pass dann auch wirklich begehbar sei kam für uns nicht in Frage.
Eine wirkliche Alternativroute gab es auch nicht, fehlte uns doch die technische Ausrüstung wie Grödel, Pickel und Klettergurt. Zumal auch die anderen Pässe vom Schnee zugedeckt waren.
Den Bus nehmen um dann erneut vor dem nächsten Pass zu stehen und nicht rüber zu kommen schied für uns auch aus. Immerhin wollten wir die Strecke ja zu Fuß bewältigen und nicht per Ticket.

Nachdem wir uns lange Zeit den Kopf zerbrochen hatten Karten und den Wetterbericht studiert und jede Möglichkeit durchgespielt hatten blieb für uns nur eine Konsequenz.
Wir mussten unsere Alpenüberquerung hier an dieser Stelle abbrechen.

Unsere ursprüngliche Route hatten wir ja schon von Beginn an aufgeben müssen. Das schwierige Wetter hatte es auch nur zugelassen auf dem stärker frequentierten E5 zu bleiben, da hier zumindest die Wege leichter gangbar und besser ausgeschildert waren. Die Menschenlawine, die sich aber hier entlang schob zwang uns aber einen eigenen Rythmus auf, der nicht unserem Wandergefühl entsprach und uns beständig "zur Flucht" vor den Massen animierte.
(Allein um mal ungestört im Gebüsch zu verschwinden war zuerst immer ein halbstündiger Sprint vonnöten um einen entsprechenden Abstand zu gewinnen. Das macht doch keinen Spaß mehr...)
Mal ganz zu schweigen von den Steinschlägen oder anderen Unachtsamkeiten dieser Wandergesellen.

Vor Regen zu kapitulieren ist normalerweise nicht unsere Art. Auch vier Wochen anhaltender Dauerregen in Norwegen hatte uns damals nicht davon abhalten können, das Nordkap zu besuchen. Aber in den Bergen ist das halt was anderes. Zumal wir uns auch eher auf eine ruhige Bergwelt gefreut hatten und die Menschenmassen uns dort regelrecht verschreckt hatten.

So schnürten wir zum letzten mal in den Alpen unsere Rucksäcke und fuhren mit Bus und Bahn zurück nach Oberstdorf.
Dass wir nicht die einzigen waren, denen das anhaltende schlechte Wetter arg zugesetzt hatte sahen wir bei einem Zwischenstopp in Bregenz.



Doch unseren Urlaub wollten wir an dieser Stelle noch nicht abbrechen. Zum Glück hatten wir in unserem Auto neben einigem anderen Zeug auch noch eine ganze Tasche mit Reiseführern und Kartenmaterial eingepackt. Ein Anruf beim Laufburschen, der für uns freundlicherweise den Wetterfrosch spielte und ein wenig blättern in unseren eigenen Unterlagen und unser Plan stand fest. Wir fuhren weiter Richtung Dolomiten...




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