Freitag, 25. Dezember 2009

Frohe Weihnachten

Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs ein frohes Weihnachtsfest und besinnliche Feiertage.


Es freut mich, daß mein kleines Projekt in der kurzen Zeit, in der der Blog jetzt schon besteht, soviel Zuspruch gefunden hat. Auch im nächsten Jahr hoffe ich, daß ich auch weiterhin für Euch interessante Artikel verfassen werde. Vielen Dank für Eure Treue und Euer Interesse. Bis im nächsten Jahr...

Basti

Freitag, 18. Dezember 2009

der erste Schnee...

Mittlerweile ist ja bereits der erste Schnee gefallen und es gibt schon einige andere der Szene die die Gelegenheit für eine Wintertour genutzt haben.
Auch für mich wird es langsam aber sicher Zeit mich nochmal mit meinem Wintersetup auseinander zu setzen. Immerhin hat es bei mir seit meiner letzten richtigen Wintertour einige Veränderungen (nicht nur materialtechnisch) gegeben.
Zwar werde ich nicht wie einige Mitglieder des Trekking-Ultraleicht Forums die Gelegenheit haben Hendrik in Finland besuchen zu können, aber demnächst steht ja auch noch ein Winterforumstreffen im Harz an. Und wenn man da nicht unterm Tarp frieren möchte (und trozdem UL unterwegs sein mag), sollte man sich schon etwas Zeit für die Vorbereitungen nehmen.

Bei meiner Bekleidung greife ich auf das altbewährte Zwiebelprinzip zurück.






Als Baselayer dient mir ein Odlo Langarmshirt mit Zipneck, eine 3/4 Tight von Marmot sowie Kniestrümpfe der Marke X-Socks.


Darüber folgt ein Powerstretchfleece der Firma Warmpeace sowie meine Montane Terralight Pants. An den Füßen schützen Kurzgamaschen vor eindringendem Schnee und meine Hände werden durch erstaunlich windabweisende Baselayer-Handschuhe von Haglöfs warm gehalten.



Ergänzt wird das ganze durch eine Warmpeace-Mütze mit Windstoppermembrane und meinem Montane Featherlight Smock. Unterleib und Beine schütze ich durch meine bewährte Berghaus PacLite Pants und an den Händen kommen bei Bedarf wind- und wasserdichte Softshellhandschuhe von the North Face dazu.
An den Füßen nutze ich im Winter meine in die Jahre gekommenen Lowa Renegade. Sie sind zwar etwas schwerer als Trailrunner, bieten aber genug Platz für ein zweites Paar Socken und eine dünne EVA-Einlegesohle.



Für die Pausen habe ich noch eine warme Jacke parat. Bei frostigen Temperaturen ziehe ich da meine North Face Redpoint Jacke dem nicht ganz so warmen Berghaus Klassiker Infinity Light vor. Als zusätzliche Wärmereserve auf die ich dann z.B. auch nachts noch zurückgreife steckt noch eine Daunenweste von Warmpeace im Gepäck.

Ein Buff darf natürlich nie fehlen, sei es als Schal oder auch als Balaklava.

Für den gesunden und erhohlsamen Schlaf bette ich mich auf eine 3/4 Therm-a-Rest Z-Light und eine Standard EVA-Matte.
Der Schlafsack gibt mir noch ein paar Probleme auf, da ich mich nach langer Zeit von meinem bewährten Winterschlafsack trennen musste und ich bisher noch keinen adequaten Ersatz gefunden habe. Unser 2-Personen Kunstfaser-Quilt währe zwar warm genug, aber für eine Person ist er mir dann doch etwas zu schwer und zu volluminös.
Ein Daunen-Quilt z.B. von Nunatak oder GoLite währe zwar mein Favourit, aber so eine Anschaffung will natürlich gut überlegt sein.
Da meine Kleidung mir aber noch einiges an Wärmereserven bietet, werde ich zur Not auf meinen alten 3-Jahreszeiten-Schlafsack aus Daune zurückgreifen.
Da ich außerdem plane unter dem Tarp zu schlafen muß zudem noch schnell ein geeigneter Biwaksack her. Mal gucken, was ich da noch aus der Trickkiste zaubern kann. (für hilfreiche Tips bin ich immer dankbar...)


Zum Kochen greife ich auf einen Woodburner zurück. Das Mehrgewicht des Kochers wird durch den erhöhten Brennstoffbedarf beim Schneeschmelzen gerechtfertigt. Darin liegt ja gerade der Vorteil eines Holzkochers, daß man nicht genötigt ist den passenden Brennstoff mit sich zu führen. Ein ausreichend großer Topf mit passendem Deckel gehört natürlich dazu.

Das gesamte Setup sollte Problemlos in meinem neuen Laufbursche-Pack Platz finden, den ich so auch mal während eines Winterseinsatzes auf Herz und Nieren prüfen will.

Fehlen natürlich noch so Dinge wie Stirnlampe, 1.Hilfe, etc. Das wird sich aber nicht wesentlich von meinem üblichen Setup unterscheiden. Auch mein Schirm wird mich wieder begleiten.
Wirkt es auf den ersten Blick wohl etwas skuril, einen Schirm mitzunehmen, erfüllt er aber doch einige wichtige Funktionen. Er dient mir nicht nur als Wetterschutz, sondern bietet mir in Pausen und beim Kochen eine windstille Ecke. Bei Schneetreiben kann ich ihn wie ein Schutzschild nutzen und nachts findet er Verwendung als Tür bei meinem Tarp.

Je nach den kurzfristig zu erwartenden Bedingungen (Temperatur/ Schneefall & Dicke der Schneedecke) wird das Setup noch angepasst bzw. abgeändert. Mit einer ähnlichen Zusammenstellung hatte ich aber auch schon bei -15°C gute Erfahrungen gemacht und ausreichend Reserven.

Montag, 7. Dezember 2009

Laufbursche schlägt wieder zu...

Es gibt ja bereits den ein oder anderen Blogger der sich bereits über einen Laufbursche-Pack freuen durfte. Doch nun bin ich endlich mal an der Reihe.
Am Mittwoch war es endlich soweit. Bei einem kurzen Besuch in Köln konnte ich meinen neuen Rucksack in Empfang nehmen.

Dabei handelt es sich um ein Vorserienmodell das ich nun für die noch im Aufbau befindliche Edelschmiede "Laufbursche" testen darf. Und ein edles Teil ist dieser Pack.
Vollständig aus schwarzem X-Pac gearbeitet wiegt dieser Rucksack zwar einige wenige Gramm mehr als seine sonstigen Geschwister aus der Laufburschemanufaktur, dafür ist er aber auch wahrlich "bombproof".
Bei X-Pac handelt es sich nämlich um ein vollständig wasserdichtes 3-Lagen-Laminat, bei dem zwischen einer robusten und abriebarmen Corduraschicht (außen) und einer hellen und geschmeidigen Nylonschicht (innen) zusätzlich Dacronfasern als Mittelschicht einlaminiert wurden. Salop gesagt ist Dacron von seiner Art her mit Kevlargewebe verwandt, ist jedoch noch um einiges belastbarer.
Schulterträger und Hüftgurt des Rucksacks sind aus einem ebenso robusten und festem, wie leichtem Meshgewebe gefertigt.




Die Verarbeitung des Packs ist makellos. Keine Naht, die nicht sauber verarbeitet ist oder bei der ein Faden absteht. Besonders belastete Stellen, wie etwa die Kanten der Schultergurte, wurden zusätzlich eingefasst. Dabei wurde aber sogar drauf geachtet, daß z.B. die Enden des Einfassbandes sich nicht einfach überlappen wie es auch bei Produkten von Marktführern der Fall ist. Stattdessen wurden diese Einfassbänder so plaziert, daß diese offenen Enden z.B. unter den Schnallenbefestigungen verschwinden. Dadurch entsteht eine sehr saubere Optik.

Dieser ordentliche Look wird auch durch die saubere, parallele Nahtführung bei den Kappnähten untermalt, wie sie sonst fast nur industriell oder mit so genannten Overlocknähmaschinen möglich ist.
Die Qualität der Verarbeitung erkennt man auch daran, wenn man den Rucksack einmal umkremmpelt. Kaum ein anderer Hersteller legt auf der Innenseite die selbe Sorgfalt an den Tag wie außen. Nicht so bei diesem Schmuckstück. Auch auf der versteckten Seite wurde nicht geschlampt sondern auf eine saubere Verarbeitung Wert gelegt.
Auch die Wahl der sonstigen Materialien wie etwa Gurtbänder und Schnallen zeugt von der Liebe zur Materie und dem Auge fürs Detail.


Auch wenn der Laubursche-Pack recht sportlich und schlicht daherkommt zeugt er von vielerlei durchdachten und funktionellen Detaillösungen.
Da währe zuerst der "Deckel". Vom Prinzip her handelt es sich dabei um einen Rollverschluß wie er fast bei jedem UL-Rucksack Verwendung findet. Jedoch wurde er so gearbeitet, daß er nicht umständlich gerollt werden muß, sondern wie ein gewöhnlicher Deckel geschlossen wird. Dabei schließt er nicht nur dicht und verhindert erfolgreich ein Reinregnen. Er passt sich zudem dem benötigten Volumen an und lässt sich fast schon spielerisch leicht bedienen.
Die Schultergurte sind anatomisch geformt und verfügen über die Möglichkeit einen höhenverstellbaren Brustgurt anzubringen. Auf jedem Schultergurt befinden sich zwei querverlaufende Gummibänder sowie ein querverlaufendes, schmales Gurtband. Diese können zur Fixierung eines Trinksystemschlauchs oder auch diverser Schultertaschen dienen.

Auf der Außenseite des Rucksacks befinden sich zwei Gummischlingen, die man z.B. zur Befestigung von Trekkingstöcken oder ähmlichem nutzen kann.


Der Hüftgurt wurde so am Pack angebracht, daß er unabhängig von den Schulterträgern montiert wurde. Das erlaubt es den Hüftgurt bei Nichtgebrauch einfach nach hinten zu schnallen, ohne die Funktion der Schultergurte zu beeinträchtigen. Das ist z.B. am Flughafen oder beim Transport in öffentlichen Verkehrsmitteln von Nutzen.

Die seitlichen Netzaußentaschen des Packs sind so geschnitten, daß man auch auf deren Inhalt zugreifen kann ohne den Rucksack abzusetzen. Besonders praktisch also für Trinkflaschen, Fotoapperat, Sonnenbrille, etc.


Dabei bieten sie aber auch größeren Dingen, wie z.B. den eben angesprochenen Trinkflaschen ausreichend halt, so das diese nicht einfach rausfallen können.
Die große Netztasche auf der Front des Packs bietet genügend Volumen um auch mal problemlos eine nasse Zeltplane drin unterbringen zu können, oder seine warme Jacke während einer Wintertour zugriffbereit zu verstauen.

Zum Abschluß noch die "trockenen" Daten auf die die Gearheads unter Euch bestimmt schon sehnlichst warten:
Das nutzbare Volumen des Packs beträgt regulär 46 Liter und ist auf bis zu 64 Liter bei komplett genutztem Extensioncollar erweiterbar. Und trotz der XL-Ausführung (Rückenlänge) und des robusten Materials wiegt er gerade mal 430 Gramm.
Erste Tragetests mit bis zu 10Kg Gewicht (leider bisher im Alltag und nicht "on trail") überzeugten ebenso vom gelungenen Gesamteindruck.


Alles in allem macht der Pack einen konkurenzlos ordentlichen und robusten Eindruck und vermag es trotz seines geringen Gewichts mit funktionellen Detaillösungen aufzutrumpfen.

Mit diesem Pack hab ich wahrlich einen treuen Begleiter gefunden, der mich wohl viele Meilen begleiten wird.
Mein Dank gilt hier Laufbursche der so viel Sorgfalt in dieses Konzept und in dessen Verarbeitung steckt wie es sonst nur selten zu finden ist.


Freitag, 20. November 2009

outdoor naturverträglich


Gerade in unserer heutigen Zeit zieht es immer mehr Menschen nach "draußen".
Wer Trekking, Wandern, oder eine sonstige Art der Outdoorbeschäftigung zu seinem Hobby gemacht hat, der tat dies meist mit der Leidenschaft für die freie Natur.

Aber gerade dieser Outdoorboom hat zur Folge, daß die von vielen geschätzte, unberührte Natur immer mehr Belastungen durch den Menschen ausgesetzt wird.

In vielen Ländern gibt es deswegen schon sehr strenge Auflagen für den Aufenthalt im "Freien".
Doch auch das Interesse der Outdoorszene, diese Belastungen zu minimieren und die Natur zu erhalten wächst.
"Minimal Impact" ist in aller Munde. So gibt es Produkte, bei deren Entwicklung auch wesentliche ökologische Aspekte im Hintergrund standen. So z.B. der bushbuddy. Dieser Kocher ist unter anderem aus dem Konzept heraus entstanden, einen nachwachsenden Rohstoff als Brennmaterial nutzen zu können und gleichzeitig die Auswirkungen eines Feuers auf den Untergrund zu vermeiden.
Aber auch große Firmen zeigen Umweltbewußtsein. Stellvertretend sei hier Patagonia genannt, die nicht nur Wert auf recycelte Rohstoffe für ihre Produkte legen, sondern auch 1% ihres Umsatzes in den Umweltschutz investieren.
Recycling ermöglicht auch dem Einzelnen seine Ausrüstung umweltbewußt zusammenszustellen. So greifen viele UL-Enthusiasten auf alte Getränkedosen zurück um sich daraus ihre Spirituskocher zu bauen.

Aber auch der richtige Umgang mit der Umwelt und das korrekte Verhalten "on trail" will gelernt sein. So gibt es Organisationen wie z.B. leave no trace die nicht nur entsprechende Regeln aufstellen, sondern auch hilfreiche Kurse anbieten.
Auch in der Literatur taucht der ökologische Aspekt im Outdoorbereich verstärkt auf. Zu empfehlen ist die Neuauflage des Buches "Minimal Impact - Outdoor naturverträglich" vom Conrad Stein Verlag. In vielen anderen einschlägigen Büchern wird zumindest in eigenen Kapiteln dieses Thema behandelt.

Eine vorbildliche Art sein Hobby mit Naturschutz zu verbinden entstammt der Geocachingszene. Unter dem Kürzel CITO verbirgt sich "Cache In Trash Out". Der Gedanke dabei ist, bei der Suche nach den versteckten "Schätzen" bzw. Geocaches nicht nur den eigenen Müll wieder mit nach hause zu nehmen, sondern auch den Müll, den man leider unvermeidlich im Wald findet.

Das man diese Idee aber nicht nur beim Cachen verfolgen kann zeigte mir eine Begegnung in Schottland. Unterwegs trafen wir einen älteren Mann, der während er den West Highland Way wanderte, auch die achtlos weggeworfenen Verpackungen der anderen Wanderer einsammelte um sie bei der nächsten Gelegenheit im Müll zu entsorgen.

Angespornt durch dieses mehr als vorbildliche Verhalten, sind wir seitdem bemüht auch auf unseren Touren den so achtlos weggeworfenen Müll anderer Zeitgenossen wieder mit in die Zivilisation zu nehmen. In der Wildnis gibt es halt noch keine "Straßenreinigung" was wohl leider viele Freizeitwanderer vergessen.

Gerade als Ultraleichtwanderer sollte es ein Leichtes sein, die nicht allzu schweren, liegen gelassenen Verpackungen von Schokoriegeln und anderem Trailfood mitzunehmen um sie anschließend ordnungsgemäß zu entsorgen.

Ich hoffe hiermit einen kleinen Denkanstoß gegeben zu haben und würde mich freuen, wenn auch andere diesem Beispiel folgen und in Zukunft mehr als nur ihren eigenen Müll aus der "Wildnis" wieder mit zurückbringen. Denn dort gehört er am wenigsten hin.

Sonntag, 15. November 2009

Aller Anfang ist schwer... (2)

Wie ich ja bereits im vorangegangenen Artikel angedroht hatte werde ich Euch einen weiteren Einblick in meine "schwere Vergangenheit" gewähren. Nachdem ich schon eines der von mir genutzten Zelte vorgestellt habe, bleib ich direkt beim Thema und stelle Euch mal die wichtigsten Schritte in meiner persönlichen "Zeltevolution" vor.

Wenn man mal von den Spielzeugzelten meiner Kindheit absieht, die ich zum Spielen im Garten aufbaute, war das erste "richtige" Zelt ein Modell von Salewa.



Ich muß gestehen, daß ich leider noch nicht mal mehr weiß, was für ein Modell es war.
Ursprünglich hatte ich mir dieses Doppelwandzelt für meine Touren mit den Pfadfindern angeschafft. Seine Premiere feierte es vor fast 20 Jahren auf einer Wandertour in Italien.
Neben den verschiedensten Touren, die ich mit diesem Zelt erlebt hatte begleitete es mich auch unter anderem in Korsika auf dem GR20.
Seine nördlichste Tour erlebte mein Salewa während der gemeinsamen Norwegentour mit meiner Frau. Wir waren damals erst kurz zusammen und für sie war es die erste Tour mit Zelt.
Dabei ist auch das obige Photo entstanden.

Nachdem jedoch der Zeltboden mit der Zeit langsam durchlässig wurde und wir für die Zukunft "größere" Touren geplant hatten, musste etwas Neues her.
Nach langem Studieren verschiedenster Ausrüstungskataloge, Berichte und Beratungen in einschlägigen Fachgeschäften stand der Endschluss fest. Ein Hilleberg mußte ran. Und es sollte zwecks einfachem Aufbau und geringem Platzbedarf bei der Zeltplatzsuche auch möglichst freistehend sein. Unsere Wahl fiel auf das Hilleberg-Staika:




Um das Zelt ganz an unsere Bedürfnisse anzupassen, ließen wir von Hilleberg noch einige Modifikationen am Zelt durchführen. So z.B. auch größere Ringe an den Knebeln, die die Lüftungsabdeckung fixieren. Damit ließen sich die Knebel auch problemlos mit Handschuhen bedienen. (bei späteren Staika-Versionen wurde diese Änderung übrigens übernommen)
Als echter Skandinave fühlte sich unser Staika auch vermehrt in Norwegen heimisch. Aber auch bei Touren in den Alpen hatte es sich aufgrund der geringen Stellfläche bewährt. Zwar musste über die Zeit auch mal das ein oder andere Gestängeelement ausgetauscht werden, unser altes Salewa hätte aber bei den Bedingungen denen wir das Staika aussetzten, längst kapituliert.
So überstand es sogar mehrere Tage Sturm während einer Tour in Lappland, bei denen Windgeschwindigkeiten bis zu 120 Km/h herrschten. Da wir an einem Tag in unmittelbarer Nähe einer Wetterstation unser Lager aufgeschlagen hatten erhielten wir diese Angaben aus direkter Quelle.
2007 schafften wir es mit unserem Staika bis zum Nordkap.
Zwar begleitete es uns auch später noch während unserer Wanderung auf dem West-Highland-Way in Schottland, aber mittlerweile hatte uns der Ultraleicht-Virus befallen.
Von unsrem treuen Staika wollten wir uns auf unseren weiteren Touren zwar erst gar nicht trennen, aber wenn man schon bei seinen restlichen Ausrüstungsteilen auf jedes Gramm achtet, sind 3,6 Kilo (bzw. 4Kilo mit Footprint) unhaltbar.

Da wir die zwei Apsiden des Staika zu schätzen gelernt hatten, sowie das angenehme Raumgefühl eines Kuppelzeltes anfangs nicht missen wollten fiel unsere Wahl diesmal auf das Lunar-Duo von Six-Moon-Design.



Damit sparten wir auf einen Schlag über zweieinhalb Kilo ein. Zwar gingen wir damit auch einen Kompromiss in Sachen Sturmfestigkeit ein, als 3-Jahreszeiten-Zelt in gemäßigten Breiten erfüllte es aber alle unsere Anforderungen. In manchen Bereichen wurden diese sogar noch übertroffen. So freuten wir uns über eine Innenhöhe von 1,30 Meter statt wie bei unserem Staika mit knapp 1 Meter. (Vom geringeren Gewicht und dem schnelleren Aufbau mal abgesehen)
Während unserer Flitterwochen auf Sardinien lernten wir das Lunar-Duo zu schätzen. Selbst stärkerem Regenwetter machte es nichts aus. Der Umstieg auf ein Einwandzelt strafte uns zwar Anfangs mit erhöhter Kondensation der Luftfeuchtigkeit auf der Innenseite der Zeltwand, aber dieses Problem bekamen wir dank der üppigen Belüftungsmöglichkeiten rasch in den Griff.

Neben den hier vorgestellten Zelten nutzten wir auch ab und an Tarps. Dies hing allerdings immer stark von den zu erwartenden Umständen der Touren ab. Gerade bei langen Touren in Skandinavien oder Schottland wollten wir nicht auf den Mückenschutz einer geschlossenen Konstruktion verzichten.
Bei kürzeren Touren z.B. in der heimischen "Nachbarschaft" greifen wir aber immer gerne auf Tarps zurück.






Donnerstag, 12. November 2009

Aller Anfang ist schwer... (1)

Wenn ich heutzutage meinen Rucksack für eine Tour packe, liege ich beim Gewicht meist bei 4 Kilo. Aber wie vermutlich die wenigsten Verfechter der Ultraleichtphilosophie habe auch ich mal "schwer" angefangen. Wer sich die Bilder unserer Norwegentouren anschaut, dem werden wohl nicht die beiden Ungetüme entgehen, die wir "damals" als unsere Rucksäcke genutzt haben.



Der Wechsel zu "Ultraleicht" kam bei mir nicht von heute auf morgen. Ich hab mich vielmehr schon von klein auf mit verschiedensten Ausrüstungskonzepten beschäftigt und irgendwann hat es dann bei mir "Klick" gemacht.
Da ja viele Anhänger der "klassischen" Ausrüstung oft Bedenken wegen dem ungewohnten Ultraleichtkonzept äußern werde ich in diesem Blog nun mal nach und nach auch mal meine "alte" Ausrüstung zeigen. Im Vergleich dazu werde ich dann meine aktuelle Ausrüstung vorstellen, um zu zeigen, daß ich trotz leichterer Ausrüstung keine Kompromisse in Komfort oder Sicherheit eingegangen bin, mein Ausrüstungsgewicht aber von gut 20 Kilo auf unter 5 Kilo drücken konnte.

"You've got to be strong to carry 20 Kilos, but you've got to be smart to carry less than 5."

Das man jemandem nicht einfach ein komplettes UL-Set in die Hand drücken kann und dieser dann auf Anhieb weiß, wie die einzelnen Komponenten zusammenarbeiten ist dabei ein entscheidender Punkt. Ultraleichtausrüstung muß immer als Ganzes betrachtet werden. Erst im Zusammenspiel mit den anderen Ausrüstungsbestandteilen und dem nötigen Knowhow diese effektiv einzusetzen, funktioniert dieses Konzept.

Andere Ausrüstungskonzepte erfordern eben andere Maßnahmen und anderes Handling.

Um schonmal einen kleinen Rückblick zu geben, womit ich ganz früher unterwegs war, hier schonmal ein kleiner Vorgeschmack.





Während eines Pfadfinderlagers (ja, auch ich lief mal mit Halstuch und kurzen Hosen durch die Gegend...) wurde unser Zelt, eine Juchte leider vom Wind "demontiert". Da es zu stürmisch blieb um es wieder aufbauen zu können, nutzte ich die einzelnen Juchtenplanen um das oben gezeigte Zelt zu bauen. Ursprünglich nur entwickelt als eine Notunterkunft, bewährte es sich so gut, daß wir diese Konstruktion dann auch auf späteren Touren als unser reguläres 3 Mann-Zelt mitnahmen. Jeweils einer von uns trug dabei eine der Seitenplanen. Bzw. einer trug die beiden halb so großen "Endstücke". Im Vergleich zu moderneren Zelten, waren diese Baumwollplanen natürlich sehr schwer. Andererseits lieferte uns das Zelt einen sehr guten Wetterschutz, war windstabil und die Zeltatmosphäre war einmalig.
Vom Schnitt und vom Aufbaukonzept (A-Frame) ähnelt es schon stark modernen UL-Sheltern.

Achja, das Zelt, bzw. die Juchtenplanen liegen auch heute noch neben meiner übrigen Ausrüstung im Regal...

Freitag, 6. November 2009

Home, sweet home

Nachdem offensichtlich noch Interesse an ein paar mehr Infos zum GossamerGear SpinnTwinn bestand hab ich gleich mal die Gelegenheit genutzt ein kleines "Lager" zu errichten.




Das hintere Ende des Tarps hab ich diesmal flach abgespannt. Das Fußende des Schlafsacks reicht bis ans Tarpende ran. Bis ins "Freie" waren es noch knapp 10 cm.




Leider sind die Bilder, wo man noch einen Zipfel des Schlafsacks erkennen kann nichts geworden. Das fiel mir allerdings erst auf als es mittlerweile zu dunkel wurde um nochmal ein paar Photos zu schießen.





Hier kann man aber recht gut erkennen, wie viel Spielraum noch nach Vorne übrig bleibt.




Hier noch ein rascher Blick aus dem Tarp. Der bushcooker ist mittlerweile "angeworfen" und bald gibts einen kleinen Abendimbiss.
Die Tarpstange ist absichtlich schräg gestellt. Einerseits ist es so leichter, unter das Tarp und wieder heraus zu kommen. Andererseits hat man so die Möglichkeit vom Schlafsack aus das Tarp bei Bedarf nachzuspannen. Dazu muß man nur nach dem Fußende der Stange greifen und sie etwas steiler stellen.




Die Suppe kocht und damit verabschiede ich mich für heute mit einem letzten Blick auf mein abendliches Lager.

Gute Nacht...


Donnerstag, 29. Oktober 2009

G2-Treffen in Köln

(G2-Treffen: Treffen von 2 Gearheads)

Am Dienstag machte ich mich auf in die schöne Domstadt am Rhein.
In Köln hatte ich mich wiedermal mit "Laufbursche" verabredet um erneut exessives "Ausrüstungsbegrabbeln" zu praktizieren. Auf dem Prüfstand befanden sich neben meinem neuen bushcooker LT diverse Daunenklamotten einschlägig bekannter Hersteller, natürlich die neuesten Entwicklungen der Laufbursche-Schmiede, sowie Trailrunner und Schneeschuhe.
Vollkommen vom Ausrüstungsfetischismus gepackt, ließen wir die Zeit ganz außer Acht, so das der eigentliche Höhepunkt leider etwas unterbeleuchtet statt finden musste:



Trotz der einbrechenden Dunkelheit ein spaßiges und informatives UL-Treffen in kleiner Runde.


www.beuteltiere.blogspot.de

Freitag, 23. Oktober 2009

Bushcooker LT - die Zweite

Nachdem ich ja vor kurzem den Buscooker LT II vorgestellt habe, mich aber primär auf Holz als Brennstoff konzentriert hatte, gibt's nun ein paar mehr Infos.

Wie bereits vorgestellt, gehört zum Lieferumfang des Bushcookers neben dem eigentlichen Kocher, ein Bodenblech und eine Schale als Spiritusbrenner.
Hier mal ein paar Daten:







Der Bushcooker LT II wiegt ohne das optionale Zubehör 91 Gramm. Im Vergleich mit anderen Holzgaskochern somit ein echtes Leichtgewicht.







Dazu kommt das Bodenblech mit 18 Gramm, um den Untergrund vor heißer Asche etc. zu schützen. Das sollte man wohl auch leichter hinbekommen können.







Für den Spiritusmodus liegt noch eine 11 Gramm schwere Schale dabei. Auch hier könnte man mit MYOG wohl noch das ein oder andere Gramm einsparen.







Schlußendlich liegt das gesamte Set bei 118 Gramm. Es bietet dafür aber die Möglichkeit neben festen Brennstoffen (der Bushcooker verbrennt nicht nur Holz!) auch flüssige Brennstoffe wie etwa Spiritus zu verwenden.


Wie der Bushcooker im Holzmodus arbeitet, hab ich ja bereits gezeigt. Hier also mal das Setup mit Spiritus:







Schale mit Spiritus füllen,







Anzünden,







und Kocher drüberstellen. Fertig.
Hier sieht man den "Turbineneffekt" im Inneren des Bushcookers:







Durch den Kamineffekt des Kochers wird eine recht leistungsstarke Flamme produziert. Um mal schnell Wasser zu erhitzen, oder als Backup bestens geeignet. Für längere Kochorgien steht dann ja immer noch der Holzmodus zur Verfügung.
Zum Abschluß noch ein paar Bilder mit "Abendstimmung":





















Samstag, 17. Oktober 2009

"Ich habe Feuer gemacht!"

Auch wenn man gerade nicht auf einer einsamen Insel festsitzt und ums Überleben kämpft, hat der Anblick eines selbstentfachten Feuers doch immer etwas befriedigendes an sich. Umso trauriger, daß es kaum noch eine legale Möglichkeit gibt unterwegs ein Kochfeuer zu entfachen. Eh ich jetzt aber zutief in das rechtliche Für und Wieder abschweife stelle ich nun das neueste Mitglied im Beute(l)tier-Ausrüstungsfundus vor:




Den Bushcooker LT II von fourdogsdesign.com
Dabei handelt es sich um einen Multifuelkocher auf der Basis eines Holzgaskochers.
Der eigentliche Kocher ist in ordentlicher Handarbeit aus Titan hergestellt. Dazu gehört ein kleines Bodenblech aus Titan, daß Beschädigungen des Untergrundes durch das Feuer verhindern soll, sowie eine kleine Schale zum Gebrauch von flüssigen Brennstoffen wie z. B. Spiritus.
Der Bushcooker LT ist in drei verschiedenen Größen erhältlich, je nachdem für wie viele Personen gekocht werden soll. Der LT I passt damit z. B. in einen Snow Peak Trek 600. Der LT II passt in einen Snow Peak Trek 900.
Der LT III wird vom Hersteller für Gruppen ab 3 Personen empfohlen.
Der Vorteil eines solchen Holzkochers liegt in der einfachen Brennstoffbeschaffung auf Tour. Zudem ist die Handhabung eines solchen Kochers auch ohne große Kochfeuer-skills recht einfach und die Effektivität eines solchen Kochers übertrifft die eines gewöhnlichen Feuers deutlich. Zudem erregt so ein Teil auf einem Zeltplatz weniger Unwillen als eine frisch ausgehobene Feuerstelle.
Jetzt lass ich aber mal lieber ein paar Bilder sprechen:





Das Probesetup: FireLite 550-SUL Titanium Cookpot plus FireLite SUL Long Handled Titanium Spoon. Daneben der Buscooker mit Bodenblech und Spiritusschale. Dahinter das gesamte Holz, was für den Kochvorgang ausreichend gereicht hatte.



Der Kocher in Aktion.



Schon nach kürzester Zeit zeigen sich erste Blasen im Topf. Dahinter das restliche Holz.



Das Wasser kocht. Und der Kocher brennt und brennt und...



... ist aus. Die wenigen Überreste des sauber verbrannten Holzes sieht man hier:



Das Probesetup diente mir nur dazu, die Funktion des Kochers "live" zu testen. Daher habe ich drauf verzichtet eine exakt abgemessene Wassermenge zu nehmen, sowie die Zeit bis zum Erreichen des Siedepunktes zu messen.
Der obige Aufbau spiegelt vielmehr die Bedingungen auf Tour wieder. "Kein zusätzlicher Windschutz, nur eine Windstille Ecke. Genug Wasser fürs Freezerbagcooking oder einen Tee."
Der gesamte Aufbau und die Durchführung ( inkl. Sammeln des Holzes) haben in diesem Fall keine 10 Minuten gedauert. In meinen Augen ein durchweg zufrieden stellendes Ergebnis.

Wer mehr über diesen Kocher erfahren möchte, dem lege ich den entsprechenden Blogbeitrag von Jason Klaas ans Herz. Darüber bin ich auch auf diesen Kocher aufmerksam geworden.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Umfrageergebnis: Welche Unterkunft nutzt ihr?

Vor einiger Zeit hatte ich ja in diesem, meinem Blog eine Umfrage zum Thema "Welche Unterkunft nutzt Ihr auf Euren Touren?" gestartet. Das Ergebnis möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten:

Tarp
16 (42%)
Shelter
7 (18%)
Tarptent
12 (31%)
Zelt
15 (39%)

Stimmen : 38

Da die Umfrage ja nur über einen recht begrenzten Zeitraum lief, bin ich mit der Teilnehmerzahl von 38 recht zufrieden. Die meisten davon dürften wohl aus dem Forum "Trekking-Ultraleicht" stammen. Zumindest die 91% Tarp-, Shelter- und Tarptentnutzer verleiten mich zu dieser Annahme.
Bei der Umfrage darf auch nicht außer acht gelassen werden, daß ich nicht den Einsatzbereich der Unterkunft vorgegeben habe. Auch Mehrfachnennungen waren möglich.
Somit können auch Wintertouren mit in die obere Statistik fallen, sowie Zelte für "härtere" Einsatzbereiche, während den Rest des Jahres über "nur" unterm Tarp geschlafen wird.

Vielen Dank an alle die sich an dieser Umfrage beteiligt haben.

Samstag, 3. Oktober 2009

Norwegen 2004



Mit einem Klick auf die Diashow gelangt Ihr zu dem entsprechenden Webalbum.

Norwegen 2006



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Schottland 2008





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Sardinien 2009




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Rückenpolsterung/ Rucksackbelüftung

Bei einer Rückenbelüftung gibt es ja grundsätzlich zwei verschiedene Systeme.

1. Eine Gestängekonstruktion, die mit einem Netz überspannt ist und so den Schwerpunkt deutlich vom Rücken entfernt, das Rucksackgewicht merklich erhöht und leider sehr oft den nutzbaren Innenraum des Rucksacks drastisch reduziert.
Dieses System findet man daher auch für Gewöhnlich nur bei "normalen" Tagesrucksäcken.
Allerdings liegt auch hier der Rucksack zumindest im Schulter und Lendenwirbelbereich auf. D.h. auch hier schwitzt man.
Die Rückenlänge bei solchen Rucksäcken ist oft sehr knapp bemessen was durch die ungünstige Gewichtsverteilung dann schon bei leichtem Gepäck je nach Modell in die Lendenwirbel drückt.

2. Gibt es das System mit einer Polsterung aus Mesh-Gewebe, oder die mit Meshgewebe überzogen ist. Dadurch sollen "Lüftungskanäle" zwischen Rücken und Rucksack entstehen. Das findet man oft bei klassischen Trekkingrucksäcken, da hier der Schwerpunkt des Rucksack nah am Körper bleibt.
Klingt zwar zuerst mal gut. Beschäftigt man sich jedoch etwas ausgiebiger mit diesem System wird man feststellen, daß genau das Gegenteil bewirkt wird.
Grund dafür: Die Luft kann nur unzureichend zirkulieren und das Meshgewebe wirkt so wie der Loft beim Schlafsack (oder Fleece, oder...) Die Luft wird erwärmt und das Ganze heizt den Rücken zusätzlich auf.
Zudem speichert so eine Polsterung meistens die Feuchtigkeit, was dafür sorgt, daß sobald man den Rucksack wieder anzieht, sofort einen nassen Rücken hat.
Ein solchermaßen ausgestatteter Rucksack vermittelt zumindest anfangs das Gefühl eines trockenen Rückens. Zumindest solange, bis das Polster "voll" ist. Danach bleibt man auch darunter nass.
Das gespeicherte Wasser erhöht zudem das Rucksackgewicht.
(Nach 20 Kilometern die ich einen so "ventilierten" Rucksack mal im Sommer getragen habe, wog das gute Stück glatt 1 Kilo mehr, obwohl ich unterwegs sogar das mitgeführte Wasser fast komplett getrunken hatte )

Bei beiden genannten Systemen kann ein vorhandenes Netz, bzw. Meshgewebe je nach Qualität und Verarbeitung sogar die Kleidung zusätzlich abnutzen, da der Rucksack ständig unmerklich darüber scheuert. Hab so schon einigen teuren Funktionshemden ein ungewolltes Peeling verpasst.

Ein einfacher, bzw. einlagiger Rucksackrücken hat diese Probleme nicht.
Leider ist die Ventilation hier sehr eingeschränkt.
Was sich bei mir jedoch gut bewährt hat, ist es den Rucksack bei einfachen Etappen ab und an "zu lüften", indem ich einfach meine Hände auf Lendenhöhe zwischen Rucksack und Rücken schiebe. Mit leichtem Gepäck überhaupt kein Problem.
Ray Jardine geht sogar so weit und trägt seinen Rucksack abwechseln mal auf der linken, mal auf der rechten Schulter. Ist meiner Meinung aber eher Geschackssache.
Ich hab lieber einen festen Sitz und freu mich, daß meine Sachen dank gut ausgewählter Materialien in Pausen schnell wieder trocken sind und ich trotzdem nicht frieren muß.

Ansonsten kann man auch eine einfache Rückenbelüftung improvisieren, indem man eine strukturierte Isomatte (z.B. die Z-Lite von Therm-a-Rest) wie bei den Gossamer Gear Rucksäcken (Mariposa und co.) als Rückenpolster verwendet.
Allerdings kann es auch hier zu einem Hitzestau führen, wenn man nicht ab und an den Rücken lüftet.

Zelt vs. Tarp

Was das Zelt und den dadurch gewonnenen Wetterschutz und Temperaturgewinn angeht, kann man sich schnell verschätzen.
Als Wissensgrundlage zu diesem Thema empfehle ich zuerst den Abschnitt Wärmeverlust vs. Isolation zu lesen.
Sowohl beim Schlafsack als auch bei Zelt isoliert die Luft und nicht das Material. Diese muß allerdings
1. aufgewärmt werden
2. vorm Auskühlen geschützt werden.

Das Aufwärmen übernimmt dabei der Körper.

Ein wichtiger Faktor (nicht der einzige!!!) beim Auskühlen ist der Wind. Dieser "nimmt" die mühsam aufgewärmte Luft einfach mit und läßt kalte Luft zurück.
(Beispiel: Sehr gut merkt man den Unterschied beim Tragen eines Fleece.
Dieses wärmt recht gut, da der Loft, d.h. die kleinen Luftkammern die durch das Gewebe gebildet werden, sehr dicht liegen und schnell aufgewärmt werden.
Weht Wind, spürt man diesen durch den Fleecestoff recht rasch und die Isolation ist nahezu hinfällig. Trägt man dazu eine "loftlose" aber winddichte Jacke, z.B. ein einfaches Windshirt oder auch eine Regenjacke hält sich die aufgewärmte Luft im Fleecegewebe und man hat es deutlich wärmer. Das Ganze ist auch als Windchilleffekt bekannt.)

Was bedeutet das jetzt für Zelt/ Tarp/ Schlafsack?

Als erstes muß die Luft erwärmt werden.
Dies geht bei einem Schlafsack deutlich schneller, als wenn man ein komplettes Zelt nur mit Körperwärme aufheizen will.
(Darum hat man zu hause auch eine Heizung, die einem die Arbeit abnimmt )

Des weiteren muß der Windchilleffekt ausgeschaltet werden.
Möglichkeiten dazu:
-geschlossenes Zelt
-Tarp als Windschutz aufgebaut
-Biwaksack
-Windichtes Außenmaterial am Schlafsack

Ein weiterer Faktor ist die Strahlungswärme (Radiation)
(eine Rettungsdecke wird z.B. genutzt, um diese zu reflektieren.)
Um nicht NOCH tiefer in die Materie zu gehen reicht es erstmal, zu wissen, daß die zur Verfügung stehende Oberflächengröße wichtig ist.
Je größer die Oberfläche, umso schneller kühlt etwas aus.
Bei einem Schlafsack ist die Oberfläche deutlich kleiner als bei einem Zelt.

Wenn man das alles zusammen betrachtet, wird schnell klar, daß es
1. Schwer ist, ein Zelt aufzuheizen
2. aufgrund der Strahlungswärme in einem Zelt die Wärme zu halten

Bliebe noch der Wind.
Wie bereits oben aufgelistet reicht im Normalfall schon ein winddichter Außenstoff, oder ein leichter Biwacksack.
Der Gewichtsunterschied zwischen einem (selbst einfachen und leichtem) Zelt und einem Biwacksack dürfte offensichtlich sein.
Ein geschickt aufgebautes Tarp (oder auch ein Tarptent) wiegt unwesentlich mehr als ein Biwacksack, liefert aber zudem noch ein Dach, das vor Regen schützt.


Der Temperaturgewinn, den man durch ein Zelt erreicht liegt erfahrungsgemäß meist bei weniger als 5°C, deutlich abhängig von den o.g. Faktoren.
(Bei vollem Sonnenschein und Windstille kann es auch mal schnell, aufgrund der großen Oberfläche, "unerträglich" warm werden
Eben so schnell kühlt das Zelt aber auch wieder aus.)

Ein Zelt wiegt dabei meist deutlich mehr als 1 Kilo. ("Standardzelte" liegen meist bei 2 oder mehr Kilo. Tarptents kann man bei diesem Vergleich, da nicht vollständig geschlossen, von der Funktion her als Tarps werten)

Als Beispiel für einen Schlafsack nehm ich z.B. den Yeti V.I.B. 250 mit 630 Gramm und 5°C Komfortbereich und vergleiche das mit seinem wärmeren Gegenstück, dem Yeti V.I.B. 600 mit 1020 Gramm und -6°C Komfortbereich.

Bei ca. 400 Gramm Mehrgewicht habe ich einen Temperaturgewinn von gut 11°C.
Mehr als doppelt soviel wie man mit einem Zelt bei deutlich höherem Gewicht erhalten würde.
Dabei ist (laut Hersteller) das Außengewebe des Schlafsacks winddicht und wasserabweisend.
Selbst wenn man ein Tarp und eine Bodenplane mitführt, liegt man noch deutlich unter dem Gewicht eines vollwertigen, geschlossenen Zeltes.



Selber nutze ich Einen RW-Quilt, EVA-Isomatte, Groundsheet und Tarp, bzw. bei längeren Touren ein Tarptent (Lunar Duo von Six Moon Design).

Ich habe bewußt darauf verzichtet, NOCH detalierter zu werden, obwohl es noch andere Faktoren gibt, die eine wesentliche Rolle spielen. Z.B. die von Ray Jardine so oft erwähnte Luftfeuchtigkeit. Demnach kühlt die aufgestaute Luftfeuchtigkeit in einem Zelt die Temperatur weiter runter (Wasser leitet Wärme besser als Luft). Zudem saugt sich die Feuchtigkeit in den Schlafsack und senkt auch hier die Isolierung. Bei einem offenen Tarp, findet ein beständiger Luftaustausch statt, der verhindert, daß es zu einer hohen Luftfeuchtigkeit kommt.
(Bei einem Zelt wird man oft Kondenswasser am Zeltgewebe bemerken. Bei einem Tarp jedoch nur sehr selten)
Wer sich damit ausgiebiger auseinander setzen möchte kann im entsprechenden Kapitel in Ray Jardines Buch "TrailLife" bzw. "Bejond Backpacking" nachschlagen.
Auch die Konvektion, d.h. der Wärmeaustausch mehrerer Luftschichten würde die "isolierende wirkung" eines Zeltes noch schlechter da stehen lassen.


Das ich physikalisch nicht unbedingt alles so 100% korrekt erklärt habe sieht man mir hoffentlich nach. Mit diesem ausführlichen Beitrag will ich auch UL-Neulinge dazu anregen, mal ein Tarp statt einem Zelt auszuprobieren und keine Examensarbeit in Thermophysik liefern. Wer sich jedoch näher mit dem Thema Isolierung beschäftigen will kann dies im Abschnitt Wärmeverlust vs. Isolation tun.

Wärmeverlust vs. Isolation

Um in das zwar komplex wirkende, aber doch recht einfache Thema einzusteigen, muß einem zuerst klar werden, dass ein wesentlicher Punkt zu unserer Gesunderhaltung der Wärmeerhalt unseres Körpers ist.

Für die Gesunderhaltung des Körpers ist eine möglichst konstante Kerntemperatur (von ca. 36,6 Grad) nötig. Wird es zu warm, kühlt sich der Körper durch Schwitzen oder man ist genötigt Schatten aufzusuchen. Wird es zu kalt braucht man entsprechende Isolation (Kleidung).

Wenn man jemanden nach Bekleidung „für draußen“ fragt, wird fast immer eine Regenjacke genannt, viel seltener aber warme Kleidung. Dabei ist es wichtiger, dass der Körper warm gehalten wird, als trocken.
Warum? Währe es so schädlich für uns, nass zu werden, würden wir wahrscheinlich nicht Baden, geschweige denn Schwimmen gehen. Unangenehm wird ein ein Bad nur, wenn man dabei (oder danach) auskühlt. Dann holt man sich schon mal schnell einen Schnupfen. Hierbei begünstigt das Wasser aber nur das schnelle Auskühlen des Körpers und ist nicht die eigentliche Ursache für das Unwohlsein. Darum tragen Wassersportler auch Neoprenkleidung, die den Körper eben vor dem Auskühlen, nicht aber vor dem Wasser schützt.

Das Auskühlen des Körpers wird durch verschiedene Faktoren begünstigt, denen man durch entsprechende Maßnahmen (Isolation) entgegen treten kann.

Die drei Hauptursachen für den Wärmeverlust sind:

-Konduktion (Wärmeabgabe über feste Stoffe)
-Konvektion (Wärmeabgabe über Luftaustausch)
-Radiation (Strahlungswärme)

Jeder Stoff leitet Wärme unterschiedlich schlecht, bzw. gut. Die Wärmeabgabe die durch Kontakt mit einem festen Stoff entsteht wird als Konduktion bezeichnet.
Metall fühlt sich meist kühl an, da es Wärme gut leitet und dem Körper dadurch Energie entzieht. Holz z.B. fühlt sich eher warm an, da es ein schlechter Wärmeleiter ist. Wasser wiederum ist jedoch ein recht guter Wärmeleiter. Unter anderem kühlt daher nasse Kleidung auch schneller aus, als trockene.
Ebenfalls ein schlechter Wärmeleiter, wenn auch kein fester Stoff, ist eine stehende Luftschicht.

Je schlechter ein Stoff Wärme leitet, umso besser isoliert er.
Daher nutz man z.B. Fleecestoffe oder Daunenprodukte als Isolierung im Bekleidungsbereich, da die zwischen den feinen Fasern stehende Luftschicht sehr gut isoliert.

Warum friert man dann, wenn man mit einem Schlafsack direkt auf dem Boden liegt?

Ganz einfach. Das Schlafsackmaterial wird zum Boden hin zusammengedrückt und es bildet sich keine Isolierende Luftschicht. Der kalte Boden (ein guter Wärmeleiter) entzieht so ungehindert die Körperwärme.
Um dem Vorzubeugen benötigt man eine Isomatte. Diese besteht aus gut isolierendem Material (z.B. Evazote) und wird durch das Körpergewicht kaum zusammengedrückt.
Sowohl bei Kleidung und Schlafsack, als auch bei Isomatten gilt: Je dicker die isolierende Schicht umso geringer ist der Wärmeverlust.

Warum sollte man dann keine Luftmatrazen als Isomatten nutzen?

Immerhin sind sie ja prall mit Luft gefüllt und Luft ist ein schlechter Wärmeleiter?
Das stimmt leider nur bedingt. Hier kommt die Konvektion ins Spiel. Die Konvektion ist der Wärmeaustausch durch Bewegung einzelner Luftschichten.
Damit ein Austausch zwischen kalter und warmer Luft entstehen kann (quasi ein Mini-Wind) ist eine Mindest-Dicke für eine Luftschicht nötig. Bzw. genug Raum für zwei Luftschichten, die untereinander einen Wärmeaustausch vornehmen können.
Bei Bekleidung, Schlafsäcken oder selbstaufblasenden Isomatten ist die dort „festgehaltene“, bzw. stehende Luftschicht zu gering, bzw. zu dünn für eine Luftbewegung.
Der luftgefüllte Raum einer normalen Luftmatraze reicht jedoch um darin eine warme und eine kalte Luftschicht zu erzeugen, die durch kleinste Luftverwirbelungen einen Wärmeabtransport bewirken.

Mit dem Effekt der Konvektion hat man aber vor allem bei Wind zu kämpfen. Die in der Kleidung stehende (und isolierende) Luftschicht wird durch Wind einfach weggeblasen und durch kalte Luft ersetzt. Diese muß der Körper erst wieder erwärmen, was zu einem ständigen Energie, bzw Wärmeverlust des Körpers führt. Dieser Effekt ist auch als Windchillfaktor bekannt.
Durch winddichte Kleidung, z.B. eine Windjacke lässt sich dieser Effekt stark reduzieren. Auch ein geschlossenes Zelt oder auch ein Felsvorsprung kann jemanden vor Wind schützen.
Bliebe noch die Radiation, die Strahlungswärme.

Gerade die Diskussion um Energiesparlampen zeigt deutlich, wie viel Energie über Wärmestrahlung verloren geht. Klassische Glühbirnen werden bei Betrieb regelrecht heiß. Moderne Energiesparlampen oder LEDs bleiben bei selber Lichtausbeute kühl und benötigen deutlich weniger Strom.
Auch unser Körper strahlt Wärme ab. Um einem Wärmeverlust über Radiation vorzubeugen, verwendet man z.B. im Rettungsdienst sog. Rettungsdecken, die ähnlich wie Alufolie aussehen. Zwar sind diese „Decken“ nur papierdünn, durch ihre wärmereflektierende Beschichtung dämmen sie den Wärmeverlust durch Radiation deutlich ein.
Zusätzlich schützen sie durch das winddichte Material auch vor der Konvektion. (Solange sie eng um den Körper gewickelt sind)
Um sich unter „gewöhnlichen“ Umständen gegen Auskühlung durch Radiation zu schützen, reicht meist schon die normale Kleidung.

Der Kopf verfügt im Gegensatz zum restlichen Körper über kaum eine natürliche Isolierung (gemeint ist eine schützende Fettschicht). Unter der Aufnahme einer Infrarotkamera sieht man das recht deutlich. Der Wärmeverlust durch Radiation ist hier am größten. Aber schon eine dünne Mütze reduziert dies erheblich.

Da eine Isolierung nie von selbst wärmt, sondern immer nur die Wärme des Körpers hält, sollte man diese drei Faktoren bei der Wahl seiner Isolierung stets beachten.

Bei dieser Auflistung wurde bewußt auf die Nennung anderer Faktoren des Wärmeverlustes verzichtet, um die Erklärungen nicht unnötig zu komplizieren. So wurde z.B. die Evaporation (die Wärmeabgabe durch Verdampfung flüssiger Stoffe, wie z.B. Schweiß) oder auch die Respiration (die Wärmeabgabe über die Atemluft) außen vor gelassen. Diese Aspekte lassen sich (wenn auch wissenschaftlich nicht ganz korrekt) auch durch die anderen, oben genannten Effekte erklären. Für den durchschnittlichen Wanderer, der keine Diplomarbeit in Thermophysik schreibt, sollten diese Erklärungen genügen, um seine Ausrüstung entsprechend den Witterungsbedingungen anpassen zu können.


1.Hilfeset

Ein 1.Hilfeset ersetzt keinen Arzt. 
Befindet man sich nicht gerade auf einer Expedition, weitab jeglicher zivilsation, braucht man
für schwere Verletzungen kaum vorzusorgen, denn in einem solchen Fall währman eh gezwungen die Tour abzubrechen und einen Notarzt,
bzw die Bergwacht o.ä. zu verständigen.


Sinn eines 1.Hilfesets ist es nicht in entlegenen Gebieten selber chirurgische Eingiffe vornehmen zu können.
Vielmehr ist der Sinn, die Erstversorgung sicherzustellen, bis man die Möglichkeit hat, sich selber zu einem Arzt zu begeben
(wenn überhaupt nötig).
Da man selbst in Lappland nach gut zwei bis drei Tagen im Notfall eine Hütte oder kleine Siedlung erreichen kann,
muss so ein Päckchen auch gar nicht so umfangreich sein.

Ich denke da an "handhabungssichere" Medikamente wie:
-handelsübliches Schmerzmittel (Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin, etc.) am besten ein gleichzeitig entzündungshemmendes Präparat

-schnellwirkendes Breitbandmittel gegen Durchfall (gegen Flüssigkeitsverlust und um eigene Mobilität zu erhalten)

-je nach Veranlagung ein Antiallergikum (hilft auch bei starken Insektenstichen)

-Salbe gegen Sportverletzungen zum erhalt der eigenen Mobilität (z.B. Heparin kann Schwellungen reduzieren, da es blutverdünnend wirkt. Voltaren kann man auch, da es entzündungshemmende Stoffe enthält, bei Halsschmerzen einsetzen. ACHTUNG!!! Nicht Schlucken, sondern den Hals damit einreiben!)

-Desinfektionsmittel (je nach Vorliebe und Wissensstand: z.B. Alkoholpräparat wie Kodan, Jod oder Jodpräparat wie Betaisadonna, Kammillenkonzentrat, Teebaumöl, verdünnter Spiritus, etc....)

sowie Verbandmaterial:
- Wundschnellverbände (Pflaster, oder improvisiert durch sterile Wundauflage/ Taschentücher und Ductape)

-Fixier-/ Mullbinde (für Druckverband, Stützverband, Schlinge, Ruhigstellung, etc.
Besser zwei kleine Binden als eine Große)

-Verbandklebeband (zum Fixieren von Verbänden, iprovisieren von Wundschnellverbänden, Klammern von Wunden, abkleben von Blasen etc. z.B. Leukoplast oder improvisiert mit Ductape)

-sterile Wundauflage (oder improvisiert durch Taschentücher oder Klopapier)

Wenn man die einzelnen Komponenten geschickt zusammenstellt, kann man sie vielseitig einsetzen oder andere Mittel damit improvisieren. Vieles kann man auch für andere Zwecke gebrauchen (Ductape, Taschentücher, etc.)

wichtiges "Werkzeug" (das man meist auch für andere Zwecke nutzt):

-scharfes Messer (eine kleine Klinge reicht)
-Schere
-Pinzette
-Nadel (z.B. aus dem Nähset)
(bei mir hat sich hier das kleine Victorinox-Taschenmesser immer bestens bewährt)


Wenn man sich doch auf eine "Expedition" begibt ist so ein 1.Hilfeset natürlich zu ergänzen. Ebenso wenn man eigene Bedürfnisse hat (z.B. Asthmaspray etc.)

Es soll, wie oben bereits erwähnt, keinen Arzt ersetzen, sondern einem ermöglichen unter "normalen" Umständen eine Erstversorgung sicherzustellen und die Mobilität soweit erhalten, bzw. wieder herstellen, das man im Ernstfall die Tour abbrechen und einen Arzt aufsuchen kann.


So ein Set kann man natürlich noch durchverschiedene Dinge ergänzen, z.B. eine Rettungsdecke, AIDS-Handschuhe, ein Beatmungstuch etc.
Eine Rettungsdecke kann man auch als Groundsheet für das Tarp nutzen und somit Gewicht sparen, oder man nutzt den Schlafsack anstelle einer Rettungsdecke.
Die AIDS-Handschuhe kann man auch evtl. bei Regen, Wind und Kälte tragen.

Ein nicht zu unterschätzendes Utensil ist das Handy. Nicht nur kann man einen Notruf damit absetzen. Die Displaybeleuchtung hilft im Dunklen auch evtl. Rettungskräften den Hilfesuchenden zu orten und zu finden.
(Tip: Wenn man nur eine schwache Netzabdeckung hat, einfach eine SMS mit den wichtigsten Daten verschicken. Selbst bei schwachem Netzt ist das oft möglich.)

Es ist immer ratsam, sich bei einem gelernten Mediziner hilfreiche Informationen einzuholen.
Auch im Internet finden sich da einige Quellen, z.B. bei Dr. med. Walter Treibel



die Bodenplane

Beim Übernachten ohne Zelt, d.h. ohne "festes Dach und Boden" heißt das Zauberwort zum Schutz gegen Bodennäße oder umstehendes Gestrüpp "Groundsheet".
Eine einfache Bodenplane wirkt dabei wahre Wunder.
Dabei gilt der Grundsatz:
So klein wie möglich, so groß wie nötig.

Eine Bodenplane die gerade mal die Maaße der Isomatte abdeckt funktioniert auch, ich ziehe es aber vor etwas Reserve zu haben.
(Falls ich im Schlaf mal von der Matte rolle oder etwas neben mir ablegen möchte ohne das es im Dreck liegt )

Als günstig, leicht und den o.g. Ansprüchen genügend, hat sich bei mir eine einfache Malerfolie aus dem Baumarkt gezeigt. Die gibt es meist für unter 5€ und in verschiedenen Größen und Stärken.
Da ich die Touren für gewöhnlich mit meiner Frau mache, habe ich die Plane groß genug für uns beide gewählt und entsprechend zugeschnitten.
(wir setzen sie auch zum Schutz unseres Tarptentbodens ein)

Diese Planen gibt es in verschieden starken Ausführungen. Zwar kommt man damit nicht an die Robustheit eines Zeltbodens, bzw. eines vom Hertsteller auf das Zelt zugeschnittenen Footprints heran, ist aber für gewöhnlich auch nicht nötig. Die Plane dient ja in erster Linie als Nässeschutz und evtl. als Schutz des Zeltbodens vor kleinen Steinen und Ästen. Diesen Zweck erfüllt sie kompromisslos.

Unsere Plane wiegt knapp 170 Gramm und ließe sich zusammengefaltet in einer Tasse unterbringen.
Wohlgemerkt, sie ist für 2!!! Personen ausgelegt. Damit ist diese Möglichkeit bei Weitem leichter als die meisten Zeltböden. (und einfacher zu ersetzen wenn mal Löcher drinn sind )

Was man noch erwähnen sollte: Eine Bodenplane kann auch die Kondeswasserbildung bei einem Tarp/ Shelter reduzieren. Dadurch, daß die Bodenfeuchtigkeit nicht mehr ungehindert aufsteigen kann, reduziert sich die daraus resultierende Luftfeuchtigkeit darüber deutlich. Daher kann es unter Umständen nützlich sein, die Bodenplane großzügiger zu bemessen um so den gesamten, überdachten Bodenbereich abzudecken.
Nur Vorsicht, daß bei Regen von Außen kein Wasser auf die Bodenplane gelangen kann.


die Unterkunft

Wenn man ans Übernachten im Freien denkt, hat man für gewöhnlich ein Zelt vor Augen.Aber dass es da einige Unterschiede gibt und es noch deutlich leichter geht, will ich im Folgenden zeigen.

Was soll eine Unterkunft alles gewährleisten?
Eine Unterkunft soll einen in erster Linie am Lagerplatz vor den Auswirkungen des Wetters schützen. Diese können abhängig von der Region, dem Lagerplatz und der Jahreszeit unterschiedlich ausfallen. Darunter zu nennen währen:

- Regen (evtl. auch Schnee o.ä.)
- Wind
- evtl. Sonne/ Schnee

Je nachdem wo man sich aufhält, sollte eine Unterkunft auch vor Mücken und andere Insekten schützen.

Das währen zumindest die grundlegenden Eigenschaften.

Guckt man sich ein klassisches Zelt an (egal ob Iglu, Tunnel, Geodät, etc. ) sind diese meist als Doppelwandzelt ausgelegt. D.h. eine wasserdichte Außenhülle und ein Innenzelt aus mückendichtem Gewebe und einem wasserdichten Boden. Die ganze Konstruktion wir durch eine oder mehrere Gestängebögen in Form gebracht und mittels Abspannschnüren und Heringen fixiert. Oftmals verfügt so ein Zelt über einen Vorraum, Apside genannt.
Bei so einem Doppelwandzelt schützt das Außenzelt vor dem direkten Regen, während das Innenzelt neben Mücken auch Kondenswasser abhält, dass sich an der Innenseite des Außenzeltes sammelt.
Solche Zelte liegen meist bei 1,5 Kilo pro Person und mehr.

Leichter sind so genannte Einwandzelte. Alle Einwandzelte haben im Gegensatz zum Doppelwandzelt die Gemeinsamkeit, dass sie komplett auf ein Innenzelt verzichten. Dadurch sparen sie nicht nur Gewicht und Stauvolumen, sondern sind auch meist einfacher aufzubauen.
Es gibt dabei verschiedene Arten von Einwandzelten, die mehr oder weniger effektiv funktionieren. Darunter fallen Einwandzelte mit „atmungsaktiver“ Außenhaut, Tarptents und Shelter.

Einwandzelte mit „atmungsaktiver“ Außenhaut machen sich Materialien wie z.B. Gore-Tex zu nutze um eine übermäßige Kondesbildung zu verhindern. Dieses Material macht diese Zelte jedoch nicht nur sehr teuer in der Herstellung. Das Material ist bei weitem nicht so flexibel und leicht wie normaler Zeltstoff, so dass das eingesparte Gewicht relativ gering ist. Zudem funktionieren solche Membranen als Zeltmaterial nur bedingt, da bestimmte Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsunterschiede zwischen Innen- und Außenseite des Stoffes vorliegen müssen, um die Atmungsaktivität zu gewährleisten. Diese Idealbedingungen trifft man draußen jedoch nur selten.

Tarptents nutzen daher normale Zeltstoffe. Um die Kondensbildung so gering wie möglich zu halten setzen sie dabei auf eine gute Belüftung. Zudem ist der Zeltboden bei diesen Zelten mittels eines Mückennetzes direkt am Zeltdach befestigt. So hat man trotz Verzicht auf ein separates Innenzelt einen Mückenschutz. Einige wenige Tarptents verzichten sogar auf den Boden, so dass nur eine Zeltplane mit umlaufenden Mückenschutz übrig bleibt. Tarptents sind die idealen 3-Jahreszeitenzelte, obwohl es auch Leute gibt, die sie im Winter erfolgreich nutzen.
Tarptens wiegen meist weniger als 1 Kg


Tarptent - Squall Classic .

Shelter wiederum lassen sogar den Mückenschutz weg. Sie sind in der Regel nicht viel mehr als einfache Zeltplanen. Jedoch verfügen sie nicht nur über viele Abspannmöglichkeiten, sondern sind auch meist sehr windschnittig geschnitten. Diese Konstruktionen sind wie der Name schon vermuten lässt äußerst Wind und Sturmresistent. Selbst Wintereinsätze machen ihnen nichts aus.
Das Gewicht eines solchen Shelters liegt meist zwischen 400 bis 600 Gramm.


Shelter - MSR Twin Peaks .
Viele Tarptents und fast jeder Shelter verfügen nicht über eigenes Gestänge, so dass man zum Aufbau Trekkingstöcke o.ä. benötigt. Dies spart aber nicht nur Gewicht. Es gibt auch keine Zeltgestänge die brechen können. Dies erfordert jedoch ein gründliches Abspannen mit Schnüren und Heringen.

Ein Tarp ist kaum mehr als eine einfache, wasserdichte Plane, die mittels verschiedener Befestigungspunkte so abgespannt werden kann, dass sie die darunter befindliche Person vor dem Wetter schützt. Zwar erfordert der Aufbau eines Tarps etwas an Erfahrung. Die Flexibilität beim Aufbau und das geringe Gewicht machen sie jedoch gerade bei UL-Wanderen so beliebt. Gewichte zwischen 200 und 500 Gramm sind dabei keine Kunst.
Und mit etwas Erfahrung und Improvisationstalent kann man eine Unterkunft bauen, die einen ebenso zuverlässig vor dem Wetter schützt wie ein geschlossenes Zelt.





GoLite Cave2 als Tarp aufgebaut.



GoLite Cave2 als Shelter aufgebaut.

Sowohl Tarps als auch Shelter lassen sich bei Bedarf mit verschiedenen Mückenschutzkonstruktionen nachrüsten. Das kann beim einfachen Mückenschutznetz für den Kopf anfangen, geht über einen Biwaksack mit integriertem Mückenschutz bis hin zu einem vollwertigen Innenzelt.

Einen Sonderposten nehmen Ponchotarps ein. Dienen sie einerseits als Regenschutz (Pocho) beim Wandern und schützen so Träger und Rucksack, lassen sie sich jedoch auch ähnlich wie ein normales Tarp aufbauen um so auch eine Unterkunft zu errichten. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Abmessungen so eines Ponchotarps aber für größere Schläfer zu klein und man sollte sie möglichst mit einem Biwaksack kombinieren, der einen vor Spritzwasser von der Seite schützt. Der zweifache Nutzen als Regenbekleidung und als Tarp machen sie im Vergleich zu Regenjacke und Zelt unschlagbar leicht. Jedoch muß man hier auch einige Einschränkungen in Kauf nehmen.



das Gatewood Cape als Tarp.

Auf unseren Touren nutzen wir ein Tarptent von Six-Moon-Design. Das so genannte LunarDuo.
Es bietet genug Liegefläche für zwei Personen und mit seinen 1,30 Meter Innenhöhe kann man sich auch zu viert ohne große Probleme reinsetzen um z.B. Karten zu spielen.
Bei windigem Wetter lässt sich die Zelthöhe variieren, so dass es deutlich windstabiler wird.
Es verfügt zu dem für Tarptents recht ungewöhnlich über zwei separate Eingänge.
Zum Aufbau werden zwei Trekkingstöcke (teleskopierbar) benötigt.
Das Gewicht liegt bei 1200 Gramm. Das währen gerade mal 600 Gramm pro Person!!!
Das ist bei weitem weniger als bei einem klassischen 2-Personen-Zelt.


Bilder dazu finden sich bei unserer Sardinientour

Bei kürzeren Touren greifen wir auch auf Tarps zurück. Jedoch ziehen wir für längere Reisen das Tarptent vor, da wir so nicht nur einen Mückenschutz haben, sondern auch mehr Privatsphäre bei evtl. Aufenthalten auf Campingplätzen genießen.