Dienstag, 22. September 2009

Heringe mal anders...

Angeregt durch ein Gespräch mit "Laufbursche" nutze ich nun mal die Gelegenheit, um mal zu zeigen, daß es nicht immer Heringe braucht, um ein Zelt aufzubauen.

Fast jeder, der mit Zelt oder Tarp unterwegs ist, hatte schonmal die Erfahrung gemacht, daß gerade an der Stelle, wo man den Hering in den Boden stecken möchte, sich ein Stein oder eine Wurzel versteckt. Also sucht man sich eine andere Stelle, bis der kleine Metallstift endlich mehr oder weniger fest im Boden steckt.
Das Resultat ist dann oft ein windschiefer und nicht recht straff aufgespannter Unterschlupf.
Tarpnutzer greifen dabei schon oft auf die Möglichkeit zurück, ihre Plane auch mittels einer oder mehrerer Bäume aufzuspannen. dabei wird einfach die Abspannleine am Baum festgebunden. Leider wachsen auch die nie gerade da, wo man sie braucht.

In Sardinien fanden wir eine herrlichen Zeltplatz. Er lag auf einer kleinen Landzunge, direkt am Wasser. Das Problem was sich dort ergab war, daß die gesamte Landzunge aus massivem Stein war. Es gab für keinen einzigen Hering die Möglichkeit ihn in den Boden zu treiben.



Mit ein wenig Improvisation und etwas Schnur aus unserem Reparaturkit ließ sich aber auch an diesem Ort unser Tarptent aufstellen:



Einfach einen schweren Stein rangerollt und die Schnur drumherum gebunden. Stabiler als jeder Hering.


Da sich kein einzelner Stein mehr fand, der groß genug war, begnügten wir uns mit zwei kleineren. Hinter diesen klemmten wir einen Trekkingstock ein um den wir dann wie gewohnt die Schnur banden.


Hier lieferte uns die Natur eine einmalige Gelegenheit eine Abspannleine zu installieren. Durch das vom Meerwasser ausgehölte Gestein brauchten wir nur noch unsere Abspannleine zu ziehen.
Das Resultat:


Das Zelt steht. Und zur Belohnung gab es noch ein traumhaftes Panorama:



Von Sardinien 2009

Es gibt in vielen Outdoorbüchern Tips und Tricks, wie man seine Unterkunft ohne Heringe abspannen kann. Das Wichtigste dabei ist, das man improvisieren kann. Jedes Terrain birgt seine Schwierigkeiten. Jedoch liefert es dafür oft genug andere Optionen, die man nur nutzen muß. Dabei ist es egal, ob man auf felsigem Untergrund, im Wald oder bei Schnee campiert. Möglichkeiten lassen sich fast immer finden.
Ein kleiner Tip zum Schluß: Ein paar Meter Schnur sind immer hilfreich!

Ich selber führe immer etwas davon in meinem Reparaturkit mit. Schnur, wie sie im Lenkdrachenbau benutzt wird, ist erstaunlich leicht, läßt sich gut verarbeiten und hält enormen Belastungen stand. So eine Schnur wiegt gerade mal ein bis zwei Gramm pro Meter und trägt Lasten bis zu 130 Kilo.
Wenn man sie auch nicht zum Abspannen des Zeltes benutzt, kann man sie als Wäscheleine nutzen, oder als Schnürsenkelersatz, als Rucksackriemen, zum Aufhängen der Taschenlampe im Zelt und und und....

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