Mittwoch, 30. September 2009

Messer - nicht für Freizeit-Rambos

Messer galten Jahrhundertelang als DAS Werkzeug schlechthin. Und auch heutzutage kann sich kaum jemand vorstellen ohne sein Messer eine Tour zu starten. Jeder stellt dabei unterschiedliche Anforderungen an seinen treuen Begleiter. Von schweren "Survival-Messern" oder Jagdmessern, über Multitools und Schweizer-Taschenmesser, die einem Werkzeugkoffer alle Ehre machen, gibt es fast alles.
Dabei wird jedoch meist immer außer acht gelassen, wozu man ein Messer unterwegs überhaupt nutzt. Das Messer hat in der Outdoorszene einen so hohen Stellenwert, daß man Leute regelrecht damit beleidigt, wenn man sie darauf hinweist, daß sie mit ihrem 100€ teuren Spielzeug bisher gerade mal ein Stück Käse geschnitten und evtl. noch ein Brot geschmiert haben.
Als Ultraleichtwanderer achtet man da schon eher auf den tatsächlichen Nutzen ( und natürlich auf das Gewicht ).




Die Anforderungen, die ich an ein Messer für "Unterwegs" stelle hängen natürlich auch stark von der Tour und den zu erwartenden Umständen ab. Meist beläuft sich der Einsatz eines Messers aber auf recht banale Sachen. Mal wird ein Stück Schnur oder Faden abgeschnitten, eine Tüte mit Fertignahrung geöffnet, mal ein Pflaster zurechtgeschnitten. Bei längeren Touren hilft eine Schere bei der Nagelpflege. Wenn ich auch mal die örtlichen Wurst und Käsespezialitäten probieren will oder "mal richtig kochen" möchte, sollte die Klinge auch nicht zu kurz sein.
Mein Favourit ist das Victorinox Classic Miniatur.




Mit gerade mal 24 Gramm verfügt das Messer über eine scharfe Klinge, eine gute Schere, Nagelfeile und die bekannte Pinzette und Zahnstocher. Sofern man keine Heringe schnitzen oder ein Tier außnehmen muß ist dieses Messer mehr als ausreichend. Die Schere kommt bei mir sogar öfter zum Einsatz als die Klinge, da man mit einer Schere viel leichter mal etwas zurechtschneiden kann.

Eine (schwerere) Alternative ist das Gerber Shortcut mit 68 Gramm.




Neben einer schon deutlich kräftigeren Klinge und einer Nagelfeile verfügt das Gerber noch über 3 verschiedene Schraubendreher, die höchstens mal interessant werden, wenn man unterwegs ein Batteriegehäuse aufschrauben muß. (Bei mir währe das nur beim Höhenmesser/ Termometer der Fall)
Die Pinzette ist dafür ebenfalls zum Ausklappen, so das sie nicht so leicht verloren gehen kann wie beim Victorinox. Ein eindeutiger Pluspunkt für das Gerber ist die Schere.




Diese wird wie bei einem Multitool ausgeklappt. Damit liegt sie nicht nur gut in der Hand, sondern ist auch kräftig genug, um auch mal unterwegs einen neuen Spirituskocher aus einer Dose zu bauen.

Den Nachteil, den solche kleinen Messer haben, ist die kurze Klinge. Eine längere wird aber für gewöhnlich nur benötigt, wenn man mal ein Stück Wurst oder Käse abschneiden will. Ein Brot mit Marmelade beschmieren klappt auch mit einem Löffelstiel sehr gut.
Für den eben genannten Fall greife ich gerne auf mein sardisches Hirtenmesser zurück.




Mit einer 7,5 cm langen und rasiermesserscharfen Klinge lassen sich auch größere Aufgaben problemlos bewältigen. Und das bei gerade mal 36 Gramm. In Kombination mit dem Victorinox kann ich so ziemlich jeden Einsatzbereich abdecken.

UL-Enthusiasten werden mir vermutlich vorwerfen, daß es auch noch leichter geht. Dafür müssen sie jedoch auch einen deutlichen Komfortverlust in Kauf nehmen. Und da ich auf Tour auch gerne auf örtliche Delikatessen zurückgreife und nur bedingt Tütennahrung mitführe, trage ich gerne dieses Mehrgewicht. Immerhin ist die Kombination aus Victorinox und Hirtenmesser mit 60 Gramm noch deutlich leichter als die meisten anderen klassischen Taschenmesser.


UPDATE 25.06.2012:
Mittlerweile reicht uns auch auf längeren Touren das kleine Victorinox. Mit ein paar Tricks und Kniffen lassen sich schon im Vorraus größere Schneidarbeiten umgehen.

Klebeband wie Ducttape oder auch Leukoplast kann man bereits vor der Tour in mehrere lange Streifen schneiden und dann auf beschichtetem Papier aufkleben. Dort lässt es sich auch problemlos wieder lösen und ist sofort einsatzbereit. (Als Papier eignet sich zum Beispiel die Rückseite bzw. Abziehfläche von großen Versandetiketten)
Auch die Verwendung von Freezerbagmahlzeiten beseitigt die Notwendigkeit erst unterwegs seine Lebensmittel kleinzuschneiden.
Soll unterwegs dann doch mal ein Brot gefuttert werden, hilft auch der Stiel eines langen Löffels weiter... ;-)


1 Kommentar:

  1. Mein Favorit (bin kein Lightpacker) kommt auch von Victorinox, und zwar das VIctorinox Rescue Tool. Hat alles was man braucht und dabei nicht 150 Klingen groß.

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