Donnerstag, 29. Oktober 2009

G2-Treffen in Köln

(G2-Treffen: Treffen von 2 Gearheads)

Am Dienstag machte ich mich auf in die schöne Domstadt am Rhein.
In Köln hatte ich mich wiedermal mit "Laufbursche" verabredet um erneut exessives "Ausrüstungsbegrabbeln" zu praktizieren. Auf dem Prüfstand befanden sich neben meinem neuen bushcooker LT diverse Daunenklamotten einschlägig bekannter Hersteller, natürlich die neuesten Entwicklungen der Laufbursche-Schmiede, sowie Trailrunner und Schneeschuhe.
Vollkommen vom Ausrüstungsfetischismus gepackt, ließen wir die Zeit ganz außer Acht, so das der eigentliche Höhepunkt leider etwas unterbeleuchtet statt finden musste:



Trotz der einbrechenden Dunkelheit ein spaßiges und informatives UL-Treffen in kleiner Runde.


www.beuteltiere.blogspot.de

Freitag, 23. Oktober 2009

Bushcooker LT - die Zweite

Nachdem ich ja vor kurzem den Buscooker LT II vorgestellt habe, mich aber primär auf Holz als Brennstoff konzentriert hatte, gibt's nun ein paar mehr Infos.

Wie bereits vorgestellt, gehört zum Lieferumfang des Bushcookers neben dem eigentlichen Kocher, ein Bodenblech und eine Schale als Spiritusbrenner.
Hier mal ein paar Daten:







Der Bushcooker LT II wiegt ohne das optionale Zubehör 91 Gramm. Im Vergleich mit anderen Holzgaskochern somit ein echtes Leichtgewicht.







Dazu kommt das Bodenblech mit 18 Gramm, um den Untergrund vor heißer Asche etc. zu schützen. Das sollte man wohl auch leichter hinbekommen können.







Für den Spiritusmodus liegt noch eine 11 Gramm schwere Schale dabei. Auch hier könnte man mit MYOG wohl noch das ein oder andere Gramm einsparen.







Schlußendlich liegt das gesamte Set bei 118 Gramm. Es bietet dafür aber die Möglichkeit neben festen Brennstoffen (der Bushcooker verbrennt nicht nur Holz!) auch flüssige Brennstoffe wie etwa Spiritus zu verwenden.


Wie der Bushcooker im Holzmodus arbeitet, hab ich ja bereits gezeigt. Hier also mal das Setup mit Spiritus:







Schale mit Spiritus füllen,







Anzünden,







und Kocher drüberstellen. Fertig.
Hier sieht man den "Turbineneffekt" im Inneren des Bushcookers:







Durch den Kamineffekt des Kochers wird eine recht leistungsstarke Flamme produziert. Um mal schnell Wasser zu erhitzen, oder als Backup bestens geeignet. Für längere Kochorgien steht dann ja immer noch der Holzmodus zur Verfügung.
Zum Abschluß noch ein paar Bilder mit "Abendstimmung":





















Samstag, 17. Oktober 2009

"Ich habe Feuer gemacht!"

Auch wenn man gerade nicht auf einer einsamen Insel festsitzt und ums Überleben kämpft, hat der Anblick eines selbstentfachten Feuers doch immer etwas befriedigendes an sich. Umso trauriger, daß es kaum noch eine legale Möglichkeit gibt unterwegs ein Kochfeuer zu entfachen. Eh ich jetzt aber zutief in das rechtliche Für und Wieder abschweife stelle ich nun das neueste Mitglied im Beute(l)tier-Ausrüstungsfundus vor:




Den Bushcooker LT II von fourdogsdesign.com
Dabei handelt es sich um einen Multifuelkocher auf der Basis eines Holzgaskochers.
Der eigentliche Kocher ist in ordentlicher Handarbeit aus Titan hergestellt. Dazu gehört ein kleines Bodenblech aus Titan, daß Beschädigungen des Untergrundes durch das Feuer verhindern soll, sowie eine kleine Schale zum Gebrauch von flüssigen Brennstoffen wie z. B. Spiritus.
Der Bushcooker LT ist in drei verschiedenen Größen erhältlich, je nachdem für wie viele Personen gekocht werden soll. Der LT I passt damit z. B. in einen Snow Peak Trek 600. Der LT II passt in einen Snow Peak Trek 900.
Der LT III wird vom Hersteller für Gruppen ab 3 Personen empfohlen.
Der Vorteil eines solchen Holzkochers liegt in der einfachen Brennstoffbeschaffung auf Tour. Zudem ist die Handhabung eines solchen Kochers auch ohne große Kochfeuer-skills recht einfach und die Effektivität eines solchen Kochers übertrifft die eines gewöhnlichen Feuers deutlich. Zudem erregt so ein Teil auf einem Zeltplatz weniger Unwillen als eine frisch ausgehobene Feuerstelle.
Jetzt lass ich aber mal lieber ein paar Bilder sprechen:





Das Probesetup: FireLite 550-SUL Titanium Cookpot plus FireLite SUL Long Handled Titanium Spoon. Daneben der Buscooker mit Bodenblech und Spiritusschale. Dahinter das gesamte Holz, was für den Kochvorgang ausreichend gereicht hatte.



Der Kocher in Aktion.



Schon nach kürzester Zeit zeigen sich erste Blasen im Topf. Dahinter das restliche Holz.



Das Wasser kocht. Und der Kocher brennt und brennt und...



... ist aus. Die wenigen Überreste des sauber verbrannten Holzes sieht man hier:



Das Probesetup diente mir nur dazu, die Funktion des Kochers "live" zu testen. Daher habe ich drauf verzichtet eine exakt abgemessene Wassermenge zu nehmen, sowie die Zeit bis zum Erreichen des Siedepunktes zu messen.
Der obige Aufbau spiegelt vielmehr die Bedingungen auf Tour wieder. "Kein zusätzlicher Windschutz, nur eine Windstille Ecke. Genug Wasser fürs Freezerbagcooking oder einen Tee."
Der gesamte Aufbau und die Durchführung ( inkl. Sammeln des Holzes) haben in diesem Fall keine 10 Minuten gedauert. In meinen Augen ein durchweg zufrieden stellendes Ergebnis.

Wer mehr über diesen Kocher erfahren möchte, dem lege ich den entsprechenden Blogbeitrag von Jason Klaas ans Herz. Darüber bin ich auch auf diesen Kocher aufmerksam geworden.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Umfrageergebnis: Welche Unterkunft nutzt ihr?

Vor einiger Zeit hatte ich ja in diesem, meinem Blog eine Umfrage zum Thema "Welche Unterkunft nutzt Ihr auf Euren Touren?" gestartet. Das Ergebnis möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten:

Tarp
16 (42%)
Shelter
7 (18%)
Tarptent
12 (31%)
Zelt
15 (39%)

Stimmen : 38

Da die Umfrage ja nur über einen recht begrenzten Zeitraum lief, bin ich mit der Teilnehmerzahl von 38 recht zufrieden. Die meisten davon dürften wohl aus dem Forum "Trekking-Ultraleicht" stammen. Zumindest die 91% Tarp-, Shelter- und Tarptentnutzer verleiten mich zu dieser Annahme.
Bei der Umfrage darf auch nicht außer acht gelassen werden, daß ich nicht den Einsatzbereich der Unterkunft vorgegeben habe. Auch Mehrfachnennungen waren möglich.
Somit können auch Wintertouren mit in die obere Statistik fallen, sowie Zelte für "härtere" Einsatzbereiche, während den Rest des Jahres über "nur" unterm Tarp geschlafen wird.

Vielen Dank an alle die sich an dieser Umfrage beteiligt haben.

Samstag, 3. Oktober 2009

Norwegen 2004



Mit einem Klick auf die Diashow gelangt Ihr zu dem entsprechenden Webalbum.

Norwegen 2006



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Schottland 2008





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Sardinien 2009




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Rückenpolsterung/ Rucksackbelüftung

Bei einer Rückenbelüftung gibt es ja grundsätzlich zwei verschiedene Systeme.

1. Eine Gestängekonstruktion, die mit einem Netz überspannt ist und so den Schwerpunkt deutlich vom Rücken entfernt, das Rucksackgewicht merklich erhöht und leider sehr oft den nutzbaren Innenraum des Rucksacks drastisch reduziert.
Dieses System findet man daher auch für Gewöhnlich nur bei "normalen" Tagesrucksäcken.
Allerdings liegt auch hier der Rucksack zumindest im Schulter und Lendenwirbelbereich auf. D.h. auch hier schwitzt man.
Die Rückenlänge bei solchen Rucksäcken ist oft sehr knapp bemessen was durch die ungünstige Gewichtsverteilung dann schon bei leichtem Gepäck je nach Modell in die Lendenwirbel drückt.

2. Gibt es das System mit einer Polsterung aus Mesh-Gewebe, oder die mit Meshgewebe überzogen ist. Dadurch sollen "Lüftungskanäle" zwischen Rücken und Rucksack entstehen. Das findet man oft bei klassischen Trekkingrucksäcken, da hier der Schwerpunkt des Rucksack nah am Körper bleibt.
Klingt zwar zuerst mal gut. Beschäftigt man sich jedoch etwas ausgiebiger mit diesem System wird man feststellen, daß genau das Gegenteil bewirkt wird.
Grund dafür: Die Luft kann nur unzureichend zirkulieren und das Meshgewebe wirkt so wie der Loft beim Schlafsack (oder Fleece, oder...) Die Luft wird erwärmt und das Ganze heizt den Rücken zusätzlich auf.
Zudem speichert so eine Polsterung meistens die Feuchtigkeit, was dafür sorgt, daß sobald man den Rucksack wieder anzieht, sofort einen nassen Rücken hat.
Ein solchermaßen ausgestatteter Rucksack vermittelt zumindest anfangs das Gefühl eines trockenen Rückens. Zumindest solange, bis das Polster "voll" ist. Danach bleibt man auch darunter nass.
Das gespeicherte Wasser erhöht zudem das Rucksackgewicht.
(Nach 20 Kilometern die ich einen so "ventilierten" Rucksack mal im Sommer getragen habe, wog das gute Stück glatt 1 Kilo mehr, obwohl ich unterwegs sogar das mitgeführte Wasser fast komplett getrunken hatte )

Bei beiden genannten Systemen kann ein vorhandenes Netz, bzw. Meshgewebe je nach Qualität und Verarbeitung sogar die Kleidung zusätzlich abnutzen, da der Rucksack ständig unmerklich darüber scheuert. Hab so schon einigen teuren Funktionshemden ein ungewolltes Peeling verpasst.

Ein einfacher, bzw. einlagiger Rucksackrücken hat diese Probleme nicht.
Leider ist die Ventilation hier sehr eingeschränkt.
Was sich bei mir jedoch gut bewährt hat, ist es den Rucksack bei einfachen Etappen ab und an "zu lüften", indem ich einfach meine Hände auf Lendenhöhe zwischen Rucksack und Rücken schiebe. Mit leichtem Gepäck überhaupt kein Problem.
Ray Jardine geht sogar so weit und trägt seinen Rucksack abwechseln mal auf der linken, mal auf der rechten Schulter. Ist meiner Meinung aber eher Geschackssache.
Ich hab lieber einen festen Sitz und freu mich, daß meine Sachen dank gut ausgewählter Materialien in Pausen schnell wieder trocken sind und ich trotzdem nicht frieren muß.

Ansonsten kann man auch eine einfache Rückenbelüftung improvisieren, indem man eine strukturierte Isomatte (z.B. die Z-Lite von Therm-a-Rest) wie bei den Gossamer Gear Rucksäcken (Mariposa und co.) als Rückenpolster verwendet.
Allerdings kann es auch hier zu einem Hitzestau führen, wenn man nicht ab und an den Rücken lüftet.

Zelt vs. Tarp

Was das Zelt und den dadurch gewonnenen Wetterschutz und Temperaturgewinn angeht, kann man sich schnell verschätzen.
Als Wissensgrundlage zu diesem Thema empfehle ich zuerst den Abschnitt Wärmeverlust vs. Isolation zu lesen.
Sowohl beim Schlafsack als auch bei Zelt isoliert die Luft und nicht das Material. Diese muß allerdings
1. aufgewärmt werden
2. vorm Auskühlen geschützt werden.

Das Aufwärmen übernimmt dabei der Körper.

Ein wichtiger Faktor (nicht der einzige!!!) beim Auskühlen ist der Wind. Dieser "nimmt" die mühsam aufgewärmte Luft einfach mit und läßt kalte Luft zurück.
(Beispiel: Sehr gut merkt man den Unterschied beim Tragen eines Fleece.
Dieses wärmt recht gut, da der Loft, d.h. die kleinen Luftkammern die durch das Gewebe gebildet werden, sehr dicht liegen und schnell aufgewärmt werden.
Weht Wind, spürt man diesen durch den Fleecestoff recht rasch und die Isolation ist nahezu hinfällig. Trägt man dazu eine "loftlose" aber winddichte Jacke, z.B. ein einfaches Windshirt oder auch eine Regenjacke hält sich die aufgewärmte Luft im Fleecegewebe und man hat es deutlich wärmer. Das Ganze ist auch als Windchilleffekt bekannt.)

Was bedeutet das jetzt für Zelt/ Tarp/ Schlafsack?

Als erstes muß die Luft erwärmt werden.
Dies geht bei einem Schlafsack deutlich schneller, als wenn man ein komplettes Zelt nur mit Körperwärme aufheizen will.
(Darum hat man zu hause auch eine Heizung, die einem die Arbeit abnimmt )

Des weiteren muß der Windchilleffekt ausgeschaltet werden.
Möglichkeiten dazu:
-geschlossenes Zelt
-Tarp als Windschutz aufgebaut
-Biwaksack
-Windichtes Außenmaterial am Schlafsack

Ein weiterer Faktor ist die Strahlungswärme (Radiation)
(eine Rettungsdecke wird z.B. genutzt, um diese zu reflektieren.)
Um nicht NOCH tiefer in die Materie zu gehen reicht es erstmal, zu wissen, daß die zur Verfügung stehende Oberflächengröße wichtig ist.
Je größer die Oberfläche, umso schneller kühlt etwas aus.
Bei einem Schlafsack ist die Oberfläche deutlich kleiner als bei einem Zelt.

Wenn man das alles zusammen betrachtet, wird schnell klar, daß es
1. Schwer ist, ein Zelt aufzuheizen
2. aufgrund der Strahlungswärme in einem Zelt die Wärme zu halten

Bliebe noch der Wind.
Wie bereits oben aufgelistet reicht im Normalfall schon ein winddichter Außenstoff, oder ein leichter Biwacksack.
Der Gewichtsunterschied zwischen einem (selbst einfachen und leichtem) Zelt und einem Biwacksack dürfte offensichtlich sein.
Ein geschickt aufgebautes Tarp (oder auch ein Tarptent) wiegt unwesentlich mehr als ein Biwacksack, liefert aber zudem noch ein Dach, das vor Regen schützt.


Der Temperaturgewinn, den man durch ein Zelt erreicht liegt erfahrungsgemäß meist bei weniger als 5°C, deutlich abhängig von den o.g. Faktoren.
(Bei vollem Sonnenschein und Windstille kann es auch mal schnell, aufgrund der großen Oberfläche, "unerträglich" warm werden
Eben so schnell kühlt das Zelt aber auch wieder aus.)

Ein Zelt wiegt dabei meist deutlich mehr als 1 Kilo. ("Standardzelte" liegen meist bei 2 oder mehr Kilo. Tarptents kann man bei diesem Vergleich, da nicht vollständig geschlossen, von der Funktion her als Tarps werten)

Als Beispiel für einen Schlafsack nehm ich z.B. den Yeti V.I.B. 250 mit 630 Gramm und 5°C Komfortbereich und vergleiche das mit seinem wärmeren Gegenstück, dem Yeti V.I.B. 600 mit 1020 Gramm und -6°C Komfortbereich.

Bei ca. 400 Gramm Mehrgewicht habe ich einen Temperaturgewinn von gut 11°C.
Mehr als doppelt soviel wie man mit einem Zelt bei deutlich höherem Gewicht erhalten würde.
Dabei ist (laut Hersteller) das Außengewebe des Schlafsacks winddicht und wasserabweisend.
Selbst wenn man ein Tarp und eine Bodenplane mitführt, liegt man noch deutlich unter dem Gewicht eines vollwertigen, geschlossenen Zeltes.



Selber nutze ich Einen RW-Quilt, EVA-Isomatte, Groundsheet und Tarp, bzw. bei längeren Touren ein Tarptent (Lunar Duo von Six Moon Design).

Ich habe bewußt darauf verzichtet, NOCH detalierter zu werden, obwohl es noch andere Faktoren gibt, die eine wesentliche Rolle spielen. Z.B. die von Ray Jardine so oft erwähnte Luftfeuchtigkeit. Demnach kühlt die aufgestaute Luftfeuchtigkeit in einem Zelt die Temperatur weiter runter (Wasser leitet Wärme besser als Luft). Zudem saugt sich die Feuchtigkeit in den Schlafsack und senkt auch hier die Isolierung. Bei einem offenen Tarp, findet ein beständiger Luftaustausch statt, der verhindert, daß es zu einer hohen Luftfeuchtigkeit kommt.
(Bei einem Zelt wird man oft Kondenswasser am Zeltgewebe bemerken. Bei einem Tarp jedoch nur sehr selten)
Wer sich damit ausgiebiger auseinander setzen möchte kann im entsprechenden Kapitel in Ray Jardines Buch "TrailLife" bzw. "Bejond Backpacking" nachschlagen.
Auch die Konvektion, d.h. der Wärmeaustausch mehrerer Luftschichten würde die "isolierende wirkung" eines Zeltes noch schlechter da stehen lassen.


Das ich physikalisch nicht unbedingt alles so 100% korrekt erklärt habe sieht man mir hoffentlich nach. Mit diesem ausführlichen Beitrag will ich auch UL-Neulinge dazu anregen, mal ein Tarp statt einem Zelt auszuprobieren und keine Examensarbeit in Thermophysik liefern. Wer sich jedoch näher mit dem Thema Isolierung beschäftigen will kann dies im Abschnitt Wärmeverlust vs. Isolation tun.

Wärmeverlust vs. Isolation

Um in das zwar komplex wirkende, aber doch recht einfache Thema einzusteigen, muß einem zuerst klar werden, dass ein wesentlicher Punkt zu unserer Gesunderhaltung der Wärmeerhalt unseres Körpers ist.

Für die Gesunderhaltung des Körpers ist eine möglichst konstante Kerntemperatur (von ca. 36,6 Grad) nötig. Wird es zu warm, kühlt sich der Körper durch Schwitzen oder man ist genötigt Schatten aufzusuchen. Wird es zu kalt braucht man entsprechende Isolation (Kleidung).

Wenn man jemanden nach Bekleidung „für draußen“ fragt, wird fast immer eine Regenjacke genannt, viel seltener aber warme Kleidung. Dabei ist es wichtiger, dass der Körper warm gehalten wird, als trocken.
Warum? Währe es so schädlich für uns, nass zu werden, würden wir wahrscheinlich nicht Baden, geschweige denn Schwimmen gehen. Unangenehm wird ein ein Bad nur, wenn man dabei (oder danach) auskühlt. Dann holt man sich schon mal schnell einen Schnupfen. Hierbei begünstigt das Wasser aber nur das schnelle Auskühlen des Körpers und ist nicht die eigentliche Ursache für das Unwohlsein. Darum tragen Wassersportler auch Neoprenkleidung, die den Körper eben vor dem Auskühlen, nicht aber vor dem Wasser schützt.

Das Auskühlen des Körpers wird durch verschiedene Faktoren begünstigt, denen man durch entsprechende Maßnahmen (Isolation) entgegen treten kann.

Die drei Hauptursachen für den Wärmeverlust sind:

-Konduktion (Wärmeabgabe über feste Stoffe)
-Konvektion (Wärmeabgabe über Luftaustausch)
-Radiation (Strahlungswärme)

Jeder Stoff leitet Wärme unterschiedlich schlecht, bzw. gut. Die Wärmeabgabe die durch Kontakt mit einem festen Stoff entsteht wird als Konduktion bezeichnet.
Metall fühlt sich meist kühl an, da es Wärme gut leitet und dem Körper dadurch Energie entzieht. Holz z.B. fühlt sich eher warm an, da es ein schlechter Wärmeleiter ist. Wasser wiederum ist jedoch ein recht guter Wärmeleiter. Unter anderem kühlt daher nasse Kleidung auch schneller aus, als trockene.
Ebenfalls ein schlechter Wärmeleiter, wenn auch kein fester Stoff, ist eine stehende Luftschicht.

Je schlechter ein Stoff Wärme leitet, umso besser isoliert er.
Daher nutz man z.B. Fleecestoffe oder Daunenprodukte als Isolierung im Bekleidungsbereich, da die zwischen den feinen Fasern stehende Luftschicht sehr gut isoliert.

Warum friert man dann, wenn man mit einem Schlafsack direkt auf dem Boden liegt?

Ganz einfach. Das Schlafsackmaterial wird zum Boden hin zusammengedrückt und es bildet sich keine Isolierende Luftschicht. Der kalte Boden (ein guter Wärmeleiter) entzieht so ungehindert die Körperwärme.
Um dem Vorzubeugen benötigt man eine Isomatte. Diese besteht aus gut isolierendem Material (z.B. Evazote) und wird durch das Körpergewicht kaum zusammengedrückt.
Sowohl bei Kleidung und Schlafsack, als auch bei Isomatten gilt: Je dicker die isolierende Schicht umso geringer ist der Wärmeverlust.

Warum sollte man dann keine Luftmatrazen als Isomatten nutzen?

Immerhin sind sie ja prall mit Luft gefüllt und Luft ist ein schlechter Wärmeleiter?
Das stimmt leider nur bedingt. Hier kommt die Konvektion ins Spiel. Die Konvektion ist der Wärmeaustausch durch Bewegung einzelner Luftschichten.
Damit ein Austausch zwischen kalter und warmer Luft entstehen kann (quasi ein Mini-Wind) ist eine Mindest-Dicke für eine Luftschicht nötig. Bzw. genug Raum für zwei Luftschichten, die untereinander einen Wärmeaustausch vornehmen können.
Bei Bekleidung, Schlafsäcken oder selbstaufblasenden Isomatten ist die dort „festgehaltene“, bzw. stehende Luftschicht zu gering, bzw. zu dünn für eine Luftbewegung.
Der luftgefüllte Raum einer normalen Luftmatraze reicht jedoch um darin eine warme und eine kalte Luftschicht zu erzeugen, die durch kleinste Luftverwirbelungen einen Wärmeabtransport bewirken.

Mit dem Effekt der Konvektion hat man aber vor allem bei Wind zu kämpfen. Die in der Kleidung stehende (und isolierende) Luftschicht wird durch Wind einfach weggeblasen und durch kalte Luft ersetzt. Diese muß der Körper erst wieder erwärmen, was zu einem ständigen Energie, bzw Wärmeverlust des Körpers führt. Dieser Effekt ist auch als Windchillfaktor bekannt.
Durch winddichte Kleidung, z.B. eine Windjacke lässt sich dieser Effekt stark reduzieren. Auch ein geschlossenes Zelt oder auch ein Felsvorsprung kann jemanden vor Wind schützen.
Bliebe noch die Radiation, die Strahlungswärme.

Gerade die Diskussion um Energiesparlampen zeigt deutlich, wie viel Energie über Wärmestrahlung verloren geht. Klassische Glühbirnen werden bei Betrieb regelrecht heiß. Moderne Energiesparlampen oder LEDs bleiben bei selber Lichtausbeute kühl und benötigen deutlich weniger Strom.
Auch unser Körper strahlt Wärme ab. Um einem Wärmeverlust über Radiation vorzubeugen, verwendet man z.B. im Rettungsdienst sog. Rettungsdecken, die ähnlich wie Alufolie aussehen. Zwar sind diese „Decken“ nur papierdünn, durch ihre wärmereflektierende Beschichtung dämmen sie den Wärmeverlust durch Radiation deutlich ein.
Zusätzlich schützen sie durch das winddichte Material auch vor der Konvektion. (Solange sie eng um den Körper gewickelt sind)
Um sich unter „gewöhnlichen“ Umständen gegen Auskühlung durch Radiation zu schützen, reicht meist schon die normale Kleidung.

Der Kopf verfügt im Gegensatz zum restlichen Körper über kaum eine natürliche Isolierung (gemeint ist eine schützende Fettschicht). Unter der Aufnahme einer Infrarotkamera sieht man das recht deutlich. Der Wärmeverlust durch Radiation ist hier am größten. Aber schon eine dünne Mütze reduziert dies erheblich.

Da eine Isolierung nie von selbst wärmt, sondern immer nur die Wärme des Körpers hält, sollte man diese drei Faktoren bei der Wahl seiner Isolierung stets beachten.

Bei dieser Auflistung wurde bewußt auf die Nennung anderer Faktoren des Wärmeverlustes verzichtet, um die Erklärungen nicht unnötig zu komplizieren. So wurde z.B. die Evaporation (die Wärmeabgabe durch Verdampfung flüssiger Stoffe, wie z.B. Schweiß) oder auch die Respiration (die Wärmeabgabe über die Atemluft) außen vor gelassen. Diese Aspekte lassen sich (wenn auch wissenschaftlich nicht ganz korrekt) auch durch die anderen, oben genannten Effekte erklären. Für den durchschnittlichen Wanderer, der keine Diplomarbeit in Thermophysik schreibt, sollten diese Erklärungen genügen, um seine Ausrüstung entsprechend den Witterungsbedingungen anpassen zu können.


1.Hilfeset

Ein 1.Hilfeset ersetzt keinen Arzt. 
Befindet man sich nicht gerade auf einer Expedition, weitab jeglicher zivilsation, braucht man
für schwere Verletzungen kaum vorzusorgen, denn in einem solchen Fall währman eh gezwungen die Tour abzubrechen und einen Notarzt,
bzw die Bergwacht o.ä. zu verständigen.


Sinn eines 1.Hilfesets ist es nicht in entlegenen Gebieten selber chirurgische Eingiffe vornehmen zu können.
Vielmehr ist der Sinn, die Erstversorgung sicherzustellen, bis man die Möglichkeit hat, sich selber zu einem Arzt zu begeben
(wenn überhaupt nötig).
Da man selbst in Lappland nach gut zwei bis drei Tagen im Notfall eine Hütte oder kleine Siedlung erreichen kann,
muss so ein Päckchen auch gar nicht so umfangreich sein.

Ich denke da an "handhabungssichere" Medikamente wie:
-handelsübliches Schmerzmittel (Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin, etc.) am besten ein gleichzeitig entzündungshemmendes Präparat

-schnellwirkendes Breitbandmittel gegen Durchfall (gegen Flüssigkeitsverlust und um eigene Mobilität zu erhalten)

-je nach Veranlagung ein Antiallergikum (hilft auch bei starken Insektenstichen)

-Salbe gegen Sportverletzungen zum erhalt der eigenen Mobilität (z.B. Heparin kann Schwellungen reduzieren, da es blutverdünnend wirkt. Voltaren kann man auch, da es entzündungshemmende Stoffe enthält, bei Halsschmerzen einsetzen. ACHTUNG!!! Nicht Schlucken, sondern den Hals damit einreiben!)

-Desinfektionsmittel (je nach Vorliebe und Wissensstand: z.B. Alkoholpräparat wie Kodan, Jod oder Jodpräparat wie Betaisadonna, Kammillenkonzentrat, Teebaumöl, verdünnter Spiritus, etc....)

sowie Verbandmaterial:
- Wundschnellverbände (Pflaster, oder improvisiert durch sterile Wundauflage/ Taschentücher und Ductape)

-Fixier-/ Mullbinde (für Druckverband, Stützverband, Schlinge, Ruhigstellung, etc.
Besser zwei kleine Binden als eine Große)

-Verbandklebeband (zum Fixieren von Verbänden, iprovisieren von Wundschnellverbänden, Klammern von Wunden, abkleben von Blasen etc. z.B. Leukoplast oder improvisiert mit Ductape)

-sterile Wundauflage (oder improvisiert durch Taschentücher oder Klopapier)

Wenn man die einzelnen Komponenten geschickt zusammenstellt, kann man sie vielseitig einsetzen oder andere Mittel damit improvisieren. Vieles kann man auch für andere Zwecke gebrauchen (Ductape, Taschentücher, etc.)

wichtiges "Werkzeug" (das man meist auch für andere Zwecke nutzt):

-scharfes Messer (eine kleine Klinge reicht)
-Schere
-Pinzette
-Nadel (z.B. aus dem Nähset)
(bei mir hat sich hier das kleine Victorinox-Taschenmesser immer bestens bewährt)


Wenn man sich doch auf eine "Expedition" begibt ist so ein 1.Hilfeset natürlich zu ergänzen. Ebenso wenn man eigene Bedürfnisse hat (z.B. Asthmaspray etc.)

Es soll, wie oben bereits erwähnt, keinen Arzt ersetzen, sondern einem ermöglichen unter "normalen" Umständen eine Erstversorgung sicherzustellen und die Mobilität soweit erhalten, bzw. wieder herstellen, das man im Ernstfall die Tour abbrechen und einen Arzt aufsuchen kann.


So ein Set kann man natürlich noch durchverschiedene Dinge ergänzen, z.B. eine Rettungsdecke, AIDS-Handschuhe, ein Beatmungstuch etc.
Eine Rettungsdecke kann man auch als Groundsheet für das Tarp nutzen und somit Gewicht sparen, oder man nutzt den Schlafsack anstelle einer Rettungsdecke.
Die AIDS-Handschuhe kann man auch evtl. bei Regen, Wind und Kälte tragen.

Ein nicht zu unterschätzendes Utensil ist das Handy. Nicht nur kann man einen Notruf damit absetzen. Die Displaybeleuchtung hilft im Dunklen auch evtl. Rettungskräften den Hilfesuchenden zu orten und zu finden.
(Tip: Wenn man nur eine schwache Netzabdeckung hat, einfach eine SMS mit den wichtigsten Daten verschicken. Selbst bei schwachem Netzt ist das oft möglich.)

Es ist immer ratsam, sich bei einem gelernten Mediziner hilfreiche Informationen einzuholen.
Auch im Internet finden sich da einige Quellen, z.B. bei Dr. med. Walter Treibel



die Bodenplane

Beim Übernachten ohne Zelt, d.h. ohne "festes Dach und Boden" heißt das Zauberwort zum Schutz gegen Bodennäße oder umstehendes Gestrüpp "Groundsheet".
Eine einfache Bodenplane wirkt dabei wahre Wunder.
Dabei gilt der Grundsatz:
So klein wie möglich, so groß wie nötig.

Eine Bodenplane die gerade mal die Maaße der Isomatte abdeckt funktioniert auch, ich ziehe es aber vor etwas Reserve zu haben.
(Falls ich im Schlaf mal von der Matte rolle oder etwas neben mir ablegen möchte ohne das es im Dreck liegt )

Als günstig, leicht und den o.g. Ansprüchen genügend, hat sich bei mir eine einfache Malerfolie aus dem Baumarkt gezeigt. Die gibt es meist für unter 5€ und in verschiedenen Größen und Stärken.
Da ich die Touren für gewöhnlich mit meiner Frau mache, habe ich die Plane groß genug für uns beide gewählt und entsprechend zugeschnitten.
(wir setzen sie auch zum Schutz unseres Tarptentbodens ein)

Diese Planen gibt es in verschieden starken Ausführungen. Zwar kommt man damit nicht an die Robustheit eines Zeltbodens, bzw. eines vom Hertsteller auf das Zelt zugeschnittenen Footprints heran, ist aber für gewöhnlich auch nicht nötig. Die Plane dient ja in erster Linie als Nässeschutz und evtl. als Schutz des Zeltbodens vor kleinen Steinen und Ästen. Diesen Zweck erfüllt sie kompromisslos.

Unsere Plane wiegt knapp 170 Gramm und ließe sich zusammengefaltet in einer Tasse unterbringen.
Wohlgemerkt, sie ist für 2!!! Personen ausgelegt. Damit ist diese Möglichkeit bei Weitem leichter als die meisten Zeltböden. (und einfacher zu ersetzen wenn mal Löcher drinn sind )

Was man noch erwähnen sollte: Eine Bodenplane kann auch die Kondeswasserbildung bei einem Tarp/ Shelter reduzieren. Dadurch, daß die Bodenfeuchtigkeit nicht mehr ungehindert aufsteigen kann, reduziert sich die daraus resultierende Luftfeuchtigkeit darüber deutlich. Daher kann es unter Umständen nützlich sein, die Bodenplane großzügiger zu bemessen um so den gesamten, überdachten Bodenbereich abzudecken.
Nur Vorsicht, daß bei Regen von Außen kein Wasser auf die Bodenplane gelangen kann.


die Unterkunft

Wenn man ans Übernachten im Freien denkt, hat man für gewöhnlich ein Zelt vor Augen.Aber dass es da einige Unterschiede gibt und es noch deutlich leichter geht, will ich im Folgenden zeigen.

Was soll eine Unterkunft alles gewährleisten?
Eine Unterkunft soll einen in erster Linie am Lagerplatz vor den Auswirkungen des Wetters schützen. Diese können abhängig von der Region, dem Lagerplatz und der Jahreszeit unterschiedlich ausfallen. Darunter zu nennen währen:

- Regen (evtl. auch Schnee o.ä.)
- Wind
- evtl. Sonne/ Schnee

Je nachdem wo man sich aufhält, sollte eine Unterkunft auch vor Mücken und andere Insekten schützen.

Das währen zumindest die grundlegenden Eigenschaften.

Guckt man sich ein klassisches Zelt an (egal ob Iglu, Tunnel, Geodät, etc. ) sind diese meist als Doppelwandzelt ausgelegt. D.h. eine wasserdichte Außenhülle und ein Innenzelt aus mückendichtem Gewebe und einem wasserdichten Boden. Die ganze Konstruktion wir durch eine oder mehrere Gestängebögen in Form gebracht und mittels Abspannschnüren und Heringen fixiert. Oftmals verfügt so ein Zelt über einen Vorraum, Apside genannt.
Bei so einem Doppelwandzelt schützt das Außenzelt vor dem direkten Regen, während das Innenzelt neben Mücken auch Kondenswasser abhält, dass sich an der Innenseite des Außenzeltes sammelt.
Solche Zelte liegen meist bei 1,5 Kilo pro Person und mehr.

Leichter sind so genannte Einwandzelte. Alle Einwandzelte haben im Gegensatz zum Doppelwandzelt die Gemeinsamkeit, dass sie komplett auf ein Innenzelt verzichten. Dadurch sparen sie nicht nur Gewicht und Stauvolumen, sondern sind auch meist einfacher aufzubauen.
Es gibt dabei verschiedene Arten von Einwandzelten, die mehr oder weniger effektiv funktionieren. Darunter fallen Einwandzelte mit „atmungsaktiver“ Außenhaut, Tarptents und Shelter.

Einwandzelte mit „atmungsaktiver“ Außenhaut machen sich Materialien wie z.B. Gore-Tex zu nutze um eine übermäßige Kondesbildung zu verhindern. Dieses Material macht diese Zelte jedoch nicht nur sehr teuer in der Herstellung. Das Material ist bei weitem nicht so flexibel und leicht wie normaler Zeltstoff, so dass das eingesparte Gewicht relativ gering ist. Zudem funktionieren solche Membranen als Zeltmaterial nur bedingt, da bestimmte Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsunterschiede zwischen Innen- und Außenseite des Stoffes vorliegen müssen, um die Atmungsaktivität zu gewährleisten. Diese Idealbedingungen trifft man draußen jedoch nur selten.

Tarptents nutzen daher normale Zeltstoffe. Um die Kondensbildung so gering wie möglich zu halten setzen sie dabei auf eine gute Belüftung. Zudem ist der Zeltboden bei diesen Zelten mittels eines Mückennetzes direkt am Zeltdach befestigt. So hat man trotz Verzicht auf ein separates Innenzelt einen Mückenschutz. Einige wenige Tarptents verzichten sogar auf den Boden, so dass nur eine Zeltplane mit umlaufenden Mückenschutz übrig bleibt. Tarptents sind die idealen 3-Jahreszeitenzelte, obwohl es auch Leute gibt, die sie im Winter erfolgreich nutzen.
Tarptens wiegen meist weniger als 1 Kg


Tarptent - Squall Classic .

Shelter wiederum lassen sogar den Mückenschutz weg. Sie sind in der Regel nicht viel mehr als einfache Zeltplanen. Jedoch verfügen sie nicht nur über viele Abspannmöglichkeiten, sondern sind auch meist sehr windschnittig geschnitten. Diese Konstruktionen sind wie der Name schon vermuten lässt äußerst Wind und Sturmresistent. Selbst Wintereinsätze machen ihnen nichts aus.
Das Gewicht eines solchen Shelters liegt meist zwischen 400 bis 600 Gramm.


Shelter - MSR Twin Peaks .
Viele Tarptents und fast jeder Shelter verfügen nicht über eigenes Gestänge, so dass man zum Aufbau Trekkingstöcke o.ä. benötigt. Dies spart aber nicht nur Gewicht. Es gibt auch keine Zeltgestänge die brechen können. Dies erfordert jedoch ein gründliches Abspannen mit Schnüren und Heringen.

Ein Tarp ist kaum mehr als eine einfache, wasserdichte Plane, die mittels verschiedener Befestigungspunkte so abgespannt werden kann, dass sie die darunter befindliche Person vor dem Wetter schützt. Zwar erfordert der Aufbau eines Tarps etwas an Erfahrung. Die Flexibilität beim Aufbau und das geringe Gewicht machen sie jedoch gerade bei UL-Wanderen so beliebt. Gewichte zwischen 200 und 500 Gramm sind dabei keine Kunst.
Und mit etwas Erfahrung und Improvisationstalent kann man eine Unterkunft bauen, die einen ebenso zuverlässig vor dem Wetter schützt wie ein geschlossenes Zelt.





GoLite Cave2 als Tarp aufgebaut.



GoLite Cave2 als Shelter aufgebaut.

Sowohl Tarps als auch Shelter lassen sich bei Bedarf mit verschiedenen Mückenschutzkonstruktionen nachrüsten. Das kann beim einfachen Mückenschutznetz für den Kopf anfangen, geht über einen Biwaksack mit integriertem Mückenschutz bis hin zu einem vollwertigen Innenzelt.

Einen Sonderposten nehmen Ponchotarps ein. Dienen sie einerseits als Regenschutz (Pocho) beim Wandern und schützen so Träger und Rucksack, lassen sie sich jedoch auch ähnlich wie ein normales Tarp aufbauen um so auch eine Unterkunft zu errichten. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Abmessungen so eines Ponchotarps aber für größere Schläfer zu klein und man sollte sie möglichst mit einem Biwaksack kombinieren, der einen vor Spritzwasser von der Seite schützt. Der zweifache Nutzen als Regenbekleidung und als Tarp machen sie im Vergleich zu Regenjacke und Zelt unschlagbar leicht. Jedoch muß man hier auch einige Einschränkungen in Kauf nehmen.



das Gatewood Cape als Tarp.

Auf unseren Touren nutzen wir ein Tarptent von Six-Moon-Design. Das so genannte LunarDuo.
Es bietet genug Liegefläche für zwei Personen und mit seinen 1,30 Meter Innenhöhe kann man sich auch zu viert ohne große Probleme reinsetzen um z.B. Karten zu spielen.
Bei windigem Wetter lässt sich die Zelthöhe variieren, so dass es deutlich windstabiler wird.
Es verfügt zu dem für Tarptents recht ungewöhnlich über zwei separate Eingänge.
Zum Aufbau werden zwei Trekkingstöcke (teleskopierbar) benötigt.
Das Gewicht liegt bei 1200 Gramm. Das währen gerade mal 600 Gramm pro Person!!!
Das ist bei weitem weniger als bei einem klassischen 2-Personen-Zelt.


Bilder dazu finden sich bei unserer Sardinientour

Bei kürzeren Touren greifen wir auch auf Tarps zurück. Jedoch ziehen wir für längere Reisen das Tarptent vor, da wir so nicht nur einen Mückenschutz haben, sondern auch mehr Privatsphäre bei evtl. Aufenthalten auf Campingplätzen genießen.













der Rucksack


Ein Ultraleichtrucksack unterscheidet sich von einem traditionellen Trekkingrucksack in zwei grundsätzlichen Punkten. Er ist auf das Wesentliche reduziert und er ist um ein Vielfaches leichter.


Wenn man sich einen klassischen Trekkingrucksack anschaut, so verfügt dieser in der Regel über ca.60 bis 70 Liter an Packvolumen. Diese verteilen sich auf Hauptfach, Deckeltasche, Bodenfach, evtl. Seitentaschen und sonstige Taschen und Fächer je nach Modell.


Moderne Trekkingrucksäcke leisten sich zudem eine extra Innentasche für ein Trinksystem, dazu passend verschiedene Befestigungsmöglichkeiten für den Trinkschlauch.


Die Rückenlänge eines solchen Rucksacks lässt sich über ein aufwendiges System exakt an die Rückenlänge des Trägers anpassen.


Ein solcher Rucksack ist mit einem Innengestell aus hochfestem Kunststoff oder Metall ausgerüstet, damit die schweren Lasten, die man mit sich rumschleppt besser auf den Hüftgurt übertragen werden. Sachen, die im Inneren eines solchen Rucksacks keinen Platz finden lassen sich mittels verschiedener Riemen, Schnüre und Schnallen dann noch außen festzurren.


Zu guter letzt gibt es kaum noch einen Rucksack der nicht über eine Eispickelhalterung verfügt. (Das sind die beiden Schlaufen die man am Boden eines solchen Rucksacks findet.)


So ein Rucksack bringt ohne Probleme 2,6 Kg bis 3 Kg auf die Waage.




Ein Ultraleichtrucksack mit einem Packvolumen zwischen 40 und 50 Litern wiegt in der Regel selten mehr als 500 Gramm! Zwar gibt es auch schwerere Ausführungen, aber auch diese bleiben selbst bei größerem Volumen unter der 1Kg-Grenze.


Der Hauptunterschied liegt nicht etwa in anderen, ungleich leichteren Materialien, obgleich es auch hier Ausnahmen gibt. Der größte Unterschied besteht darin, dass ein solcher Rucksack viel einfacher gehalten ist.


Ein Ultraleichtrucksack verfügt in der Regel über keine der oben genannten Extras. Lediglich einfache Außentaschen aus Netzgewebe und evtl. ein einfacher Hüftgurt ergänzen die einfache Konstruktion. Er benötigt auch kein aufwendiges System um die Rückenlänge zu verstellen. So etwas wird in der Regel eh nur einmal auf den Träger angepasst, steigert aber das Gewicht des Rucksacks enorm. Ultraleichtrucksäcke gibt es ohne so ein System, dafür aber in verschiedenen Rückenlängen.


Somit ist ein solcher Ultraleichtrucksack kaum mehr als ein Beutel mit zwei Schultergurten.




Jetzt stellen sich die meisten bestimmt die Frage, wie man mit einem solchen Rucksack überhaupt bequem Lasten von 15 Kg und mehr bewältigen soll.


- Man soll es ja gar nicht! Schließlich heißt es nicht umsonst „Ultraleicht“.


Eine Ultraleichtausrüstung wiegt meist keine 5Kg. Dazu kommen noch die Verbrauchsgüter wie Nahrung, Wasser und Brennstoff. Da man diese selbst bei längeren Touren in der Regel unterwegs auffüllen kann bleibt somit das Gesamtgewicht des Gepäcks problemlos unter 10 Kg. Doch zuerst noch mal zurück zum Rucksack.


Stopft man einfach alles wahllos in so einen Sack rein, wird man kaum Freude daran empfinden ihn zu tragen. Damit sich nichts in den Rücken drückt und der Rucksack gut am Rücken anliegt, ist das richtige Packen wesentlich.




Wie packt man einen Ultraleichtrucksack richtig?




Da ein Ultraleichtrucksack über kein eigenes Innengestell verfügt, dass die Lasten gleichmäßig verteilt, behilft man sich mit einem Trick.


Man nimmt seine Isomatte, die man ja beim Wandern nicht benötigt und nutzt diese als „Innengestell“. Dafür nimmt man eine Isomatte (keine selbst aufblasende, sondern z.B. aus Evazote) steckt sie zusammengerollt aufrecht in den Rucksack und entrollt sie im Inneren wieder. Dadurch bildet sie eine Art Röhre an der Innenseite des Rucksacks.


Diese Röhre kann man dann recht einfach von oben mit der restlichen Ausrüstung befüllen.


Zu unterst bietet sich der Schlafsack an. Einerseits wird dieser unterwegs nicht benötigt und zweitens polstert er so den unteren Bereich des Rucksacks ab, der meist auf Höhe des empfindlichen Lendenwirbelbereiches liegt. Dort drauf packt man dann den Rest wie Ersatzkleidung, Verpflegung, Kochausstattung, 1. Hilfeset, Kulturbeutel, Zelt/ Tarp und Regenbekleidung. Dabei sollte man drauf achten, dass wichtige Dinge, die man unterwegs benötigt (1. Hilfe, Regenkleidung), leicht zugänglich bleiben. Auch das Zelt/ Tarp bietet sich an im oberen Bereich verstaut zu werden. So kann man bei Regen zuerst die Unterkunft aufbauen um dann im Trockenen den restlichen Inhalt auszupacken.


Um den Rucksackinhalt vor Nässe zu schützen bietet sich an, alles in wasserdichten Beuteln zu verstauen. Durchaus zweckmäßig, sehr leicht und preisgünstig sind einfache Müllbeutel.
Ein Regenschutz für den Ruckack, den man außen befestigt, deckt diesen nie ganz ab, so dass trotzdem Wasser eindringen kann. Zudem ist so ein Schutz windanfällig und schon kleinste Äste können den Regenschutz beschädigen.


Verfügt der Ultraleichtrucksack noch über Außentaschen, vorzugsweise aus Netzstoff, kann man diese für die Trinkflasche, den Brennstoff (hier kann er, falls er ausläuft, am wenigsten Schaden anrichten), und sonstige Dinge nutzen, auf die man unterwegs schnell zugreifen möchte. (Fotoapparat, Karte, Müsliriegel etc.)
Auch nasse Sachen, wie gewaschene Kleidung, nasse Regenkleidung oder das noch feuchte Tarp kann man hier zum Trocknen verstauen.






erste Schritte zum UL-Trekking


erste Schritte zu einer leichten Ausrüstung


Bevor ihr jetzt in den nächsten Laden rennt und Unsummen an Geld investiert um euch eine ultraleichte Trekkingausrüstung zuzulegen, bzw. um eure alte Ausrüstung auf UL zu trimmen, solltet ihr erstmal wissen, was ihr überhaupt benötigt, und wie diese Teile beschaffen sein sollten.
Hier will ich euch nach und nach mit den nötigen Informationen dafür versehen.

Grundsätzlich gilt:

Die Ausrüstungsgegenstände sollten
1. einfach
2. zuverlässig
3. leicht zu reparieren und
4. leicht sein.

Je vielseitiger sich ein Gegenstand einsetzen lässt, umso mehr funktionen kann er übernehmen und so andere Ausrüstungsgegenstände ersetzen.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Poncho. Er läßt sich als Regenschutz für Körper und Rucksack nutzen, sowie als einfaches Tarp zur Unterkunft umfunktionieren.

Oft lassen sich "normale" Produkte so modifizieren, daß sie leichter werden und/ oderden angestrebten Zweck besser erfüllen.
Manche Dinge (wie z.B. ein Kocher) lassen sich sogar recht einfach und kostengünstig selber herstellen (in Fachkreisen MYOG - Make Your Own Gear genannt). Informationen dazu gibt es im Internet zu hauf.

Betrachtet eure Ausrüstungsteile nicht als einzelne Gegenstände, sondern als Teile eines kompletten Systems. Je besser die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sind, umso besser können sie ihre Funktionen erfüllen.

Dazu ein Beispiel:
Ray Jardine (einer der bekanntesten Vorreiter der UL-Szene) hat sowohl Rucksack als auch Tarp und Quilt (eine Art Schlafsack, ähnelt dabei eher einer anatomisch geformten Decke) selber entworfen und für seine Touren angefertigt. Dabei verfügt der Rucksack auf der Frontseite über eine Tasche aus Netzmaterial. Diese ist von der Größe exakt auf die Maaße des zusammengefalteten Tarps zugeschnitten. Muß er das Tarp noch nass vom Regen verpacken, kann er dazu diese Tasche verwenden, ohne daß der restliche Rucksackinhalt nass wird. In der Tasche kann das Tarp dann weiter trocknen. Der Schnitt des Rucksacks ist so mit dem Schnitt des Quilt-Packbeutels aufeinander abgestimmt, daß der verpackte Quilt exakt in den unteren Bereich des Rucksacks passt. Der Quilt wiederum ist von seiner Funktion und der Auswahl der Materialien auf die Verwendung mit einem Tarp hin optimiert.

Bevor ihr jetzt aber anfangt, den Stil eurer Zahnbürste zu kürzen um 1 Gramm zu sparen, solltet ihr eure gesammte Ausrüstung wiegen.
Haltet das Gewicht jedes einzelnen Gegenstandes in einer Liste fest. Damit habt ihr immer alles im Blick.
Die schwersten Gegenstände bieten meist das größte Einsparpotenzial. Ganz vorne "die großen Drei".

Der Rucksack, das Schlafsystem, die Unterkunft (Zelt/ Tarp).

Diesen drei will ich mich in eigenen Abschnitten widmen.