Samstag, 3. Oktober 2009

1.Hilfeset

Ein 1.Hilfeset ersetzt keinen Arzt. 
Befindet man sich nicht gerade auf einer Expedition, weitab jeglicher zivilsation, braucht man
für schwere Verletzungen kaum vorzusorgen, denn in einem solchen Fall währman eh gezwungen die Tour abzubrechen und einen Notarzt,
bzw die Bergwacht o.ä. zu verständigen.


Sinn eines 1.Hilfesets ist es nicht in entlegenen Gebieten selber chirurgische Eingiffe vornehmen zu können.
Vielmehr ist der Sinn, die Erstversorgung sicherzustellen, bis man die Möglichkeit hat, sich selber zu einem Arzt zu begeben
(wenn überhaupt nötig).
Da man selbst in Lappland nach gut zwei bis drei Tagen im Notfall eine Hütte oder kleine Siedlung erreichen kann,
muss so ein Päckchen auch gar nicht so umfangreich sein.

Ich denke da an "handhabungssichere" Medikamente wie:
-handelsübliches Schmerzmittel (Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin, etc.) am besten ein gleichzeitig entzündungshemmendes Präparat

-schnellwirkendes Breitbandmittel gegen Durchfall (gegen Flüssigkeitsverlust und um eigene Mobilität zu erhalten)

-je nach Veranlagung ein Antiallergikum (hilft auch bei starken Insektenstichen)

-Salbe gegen Sportverletzungen zum erhalt der eigenen Mobilität (z.B. Heparin kann Schwellungen reduzieren, da es blutverdünnend wirkt. Voltaren kann man auch, da es entzündungshemmende Stoffe enthält, bei Halsschmerzen einsetzen. ACHTUNG!!! Nicht Schlucken, sondern den Hals damit einreiben!)

-Desinfektionsmittel (je nach Vorliebe und Wissensstand: z.B. Alkoholpräparat wie Kodan, Jod oder Jodpräparat wie Betaisadonna, Kammillenkonzentrat, Teebaumöl, verdünnter Spiritus, etc....)

sowie Verbandmaterial:
- Wundschnellverbände (Pflaster, oder improvisiert durch sterile Wundauflage/ Taschentücher und Ductape)

-Fixier-/ Mullbinde (für Druckverband, Stützverband, Schlinge, Ruhigstellung, etc.
Besser zwei kleine Binden als eine Große)

-Verbandklebeband (zum Fixieren von Verbänden, iprovisieren von Wundschnellverbänden, Klammern von Wunden, abkleben von Blasen etc. z.B. Leukoplast oder improvisiert mit Ductape)

-sterile Wundauflage (oder improvisiert durch Taschentücher oder Klopapier)

Wenn man die einzelnen Komponenten geschickt zusammenstellt, kann man sie vielseitig einsetzen oder andere Mittel damit improvisieren. Vieles kann man auch für andere Zwecke gebrauchen (Ductape, Taschentücher, etc.)

wichtiges "Werkzeug" (das man meist auch für andere Zwecke nutzt):

-scharfes Messer (eine kleine Klinge reicht)
-Schere
-Pinzette
-Nadel (z.B. aus dem Nähset)
(bei mir hat sich hier das kleine Victorinox-Taschenmesser immer bestens bewährt)


Wenn man sich doch auf eine "Expedition" begibt ist so ein 1.Hilfeset natürlich zu ergänzen. Ebenso wenn man eigene Bedürfnisse hat (z.B. Asthmaspray etc.)

Es soll, wie oben bereits erwähnt, keinen Arzt ersetzen, sondern einem ermöglichen unter "normalen" Umständen eine Erstversorgung sicherzustellen und die Mobilität soweit erhalten, bzw. wieder herstellen, das man im Ernstfall die Tour abbrechen und einen Arzt aufsuchen kann.


So ein Set kann man natürlich noch durchverschiedene Dinge ergänzen, z.B. eine Rettungsdecke, AIDS-Handschuhe, ein Beatmungstuch etc.
Eine Rettungsdecke kann man auch als Groundsheet für das Tarp nutzen und somit Gewicht sparen, oder man nutzt den Schlafsack anstelle einer Rettungsdecke.
Die AIDS-Handschuhe kann man auch evtl. bei Regen, Wind und Kälte tragen.

Ein nicht zu unterschätzendes Utensil ist das Handy. Nicht nur kann man einen Notruf damit absetzen. Die Displaybeleuchtung hilft im Dunklen auch evtl. Rettungskräften den Hilfesuchenden zu orten und zu finden.
(Tip: Wenn man nur eine schwache Netzabdeckung hat, einfach eine SMS mit den wichtigsten Daten verschicken. Selbst bei schwachem Netzt ist das oft möglich.)

Es ist immer ratsam, sich bei einem gelernten Mediziner hilfreiche Informationen einzuholen.
Auch im Internet finden sich da einige Quellen, z.B. bei Dr. med. Walter Treibel



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