Samstag, 3. Oktober 2009

der Rucksack


Ein Ultraleichtrucksack unterscheidet sich von einem traditionellen Trekkingrucksack in zwei grundsätzlichen Punkten. Er ist auf das Wesentliche reduziert und er ist um ein Vielfaches leichter.


Wenn man sich einen klassischen Trekkingrucksack anschaut, so verfügt dieser in der Regel über ca.60 bis 70 Liter an Packvolumen. Diese verteilen sich auf Hauptfach, Deckeltasche, Bodenfach, evtl. Seitentaschen und sonstige Taschen und Fächer je nach Modell.


Moderne Trekkingrucksäcke leisten sich zudem eine extra Innentasche für ein Trinksystem, dazu passend verschiedene Befestigungsmöglichkeiten für den Trinkschlauch.


Die Rückenlänge eines solchen Rucksacks lässt sich über ein aufwendiges System exakt an die Rückenlänge des Trägers anpassen.


Ein solcher Rucksack ist mit einem Innengestell aus hochfestem Kunststoff oder Metall ausgerüstet, damit die schweren Lasten, die man mit sich rumschleppt besser auf den Hüftgurt übertragen werden. Sachen, die im Inneren eines solchen Rucksacks keinen Platz finden lassen sich mittels verschiedener Riemen, Schnüre und Schnallen dann noch außen festzurren.


Zu guter letzt gibt es kaum noch einen Rucksack der nicht über eine Eispickelhalterung verfügt. (Das sind die beiden Schlaufen die man am Boden eines solchen Rucksacks findet.)


So ein Rucksack bringt ohne Probleme 2,6 Kg bis 3 Kg auf die Waage.




Ein Ultraleichtrucksack mit einem Packvolumen zwischen 40 und 50 Litern wiegt in der Regel selten mehr als 500 Gramm! Zwar gibt es auch schwerere Ausführungen, aber auch diese bleiben selbst bei größerem Volumen unter der 1Kg-Grenze.


Der Hauptunterschied liegt nicht etwa in anderen, ungleich leichteren Materialien, obgleich es auch hier Ausnahmen gibt. Der größte Unterschied besteht darin, dass ein solcher Rucksack viel einfacher gehalten ist.


Ein Ultraleichtrucksack verfügt in der Regel über keine der oben genannten Extras. Lediglich einfache Außentaschen aus Netzgewebe und evtl. ein einfacher Hüftgurt ergänzen die einfache Konstruktion. Er benötigt auch kein aufwendiges System um die Rückenlänge zu verstellen. So etwas wird in der Regel eh nur einmal auf den Träger angepasst, steigert aber das Gewicht des Rucksacks enorm. Ultraleichtrucksäcke gibt es ohne so ein System, dafür aber in verschiedenen Rückenlängen.


Somit ist ein solcher Ultraleichtrucksack kaum mehr als ein Beutel mit zwei Schultergurten.




Jetzt stellen sich die meisten bestimmt die Frage, wie man mit einem solchen Rucksack überhaupt bequem Lasten von 15 Kg und mehr bewältigen soll.


- Man soll es ja gar nicht! Schließlich heißt es nicht umsonst „Ultraleicht“.


Eine Ultraleichtausrüstung wiegt meist keine 5Kg. Dazu kommen noch die Verbrauchsgüter wie Nahrung, Wasser und Brennstoff. Da man diese selbst bei längeren Touren in der Regel unterwegs auffüllen kann bleibt somit das Gesamtgewicht des Gepäcks problemlos unter 10 Kg. Doch zuerst noch mal zurück zum Rucksack.


Stopft man einfach alles wahllos in so einen Sack rein, wird man kaum Freude daran empfinden ihn zu tragen. Damit sich nichts in den Rücken drückt und der Rucksack gut am Rücken anliegt, ist das richtige Packen wesentlich.




Wie packt man einen Ultraleichtrucksack richtig?




Da ein Ultraleichtrucksack über kein eigenes Innengestell verfügt, dass die Lasten gleichmäßig verteilt, behilft man sich mit einem Trick.


Man nimmt seine Isomatte, die man ja beim Wandern nicht benötigt und nutzt diese als „Innengestell“. Dafür nimmt man eine Isomatte (keine selbst aufblasende, sondern z.B. aus Evazote) steckt sie zusammengerollt aufrecht in den Rucksack und entrollt sie im Inneren wieder. Dadurch bildet sie eine Art Röhre an der Innenseite des Rucksacks.


Diese Röhre kann man dann recht einfach von oben mit der restlichen Ausrüstung befüllen.


Zu unterst bietet sich der Schlafsack an. Einerseits wird dieser unterwegs nicht benötigt und zweitens polstert er so den unteren Bereich des Rucksacks ab, der meist auf Höhe des empfindlichen Lendenwirbelbereiches liegt. Dort drauf packt man dann den Rest wie Ersatzkleidung, Verpflegung, Kochausstattung, 1. Hilfeset, Kulturbeutel, Zelt/ Tarp und Regenbekleidung. Dabei sollte man drauf achten, dass wichtige Dinge, die man unterwegs benötigt (1. Hilfe, Regenkleidung), leicht zugänglich bleiben. Auch das Zelt/ Tarp bietet sich an im oberen Bereich verstaut zu werden. So kann man bei Regen zuerst die Unterkunft aufbauen um dann im Trockenen den restlichen Inhalt auszupacken.


Um den Rucksackinhalt vor Nässe zu schützen bietet sich an, alles in wasserdichten Beuteln zu verstauen. Durchaus zweckmäßig, sehr leicht und preisgünstig sind einfache Müllbeutel.
Ein Regenschutz für den Ruckack, den man außen befestigt, deckt diesen nie ganz ab, so dass trotzdem Wasser eindringen kann. Zudem ist so ein Schutz windanfällig und schon kleinste Äste können den Regenschutz beschädigen.


Verfügt der Ultraleichtrucksack noch über Außentaschen, vorzugsweise aus Netzstoff, kann man diese für die Trinkflasche, den Brennstoff (hier kann er, falls er ausläuft, am wenigsten Schaden anrichten), und sonstige Dinge nutzen, auf die man unterwegs schnell zugreifen möchte. (Fotoapparat, Karte, Müsliriegel etc.)
Auch nasse Sachen, wie gewaschene Kleidung, nasse Regenkleidung oder das noch feuchte Tarp kann man hier zum Trocknen verstauen.






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