Wenn man ans Übernachten im Freien denkt, hat man für gewöhnlich ein Zelt vor Augen.Aber dass es da einige Unterschiede gibt und es noch deutlich leichter geht, will ich im Folgenden zeigen.
Was soll eine Unterkunft alles gewährleisten?
Eine Unterkunft soll einen in erster Linie am Lagerplatz vor den Auswirkungen des Wetters schützen. Diese können abhängig von der Region, dem Lagerplatz und der Jahreszeit unterschiedlich ausfallen. Darunter zu nennen währen:
- Regen (evtl. auch Schnee o.ä.)
- Wind
- evtl. Sonne/ Schnee
Je nachdem wo man sich aufhält, sollte eine Unterkunft auch vor Mücken und andere Insekten schützen.
Das währen zumindest die grundlegenden Eigenschaften.
Guckt man sich ein klassisches Zelt an (egal ob Iglu, Tunnel, Geodät, etc. ) sind diese meist als Doppelwandzelt ausgelegt. D.h. eine wasserdichte Außenhülle und ein Innenzelt aus mückendichtem Gewebe und einem wasserdichten Boden. Die ganze Konstruktion wir durch eine oder mehrere Gestängebögen in Form gebracht und mittels Abspannschnüren und Heringen fixiert. Oftmals verfügt so ein Zelt über einen Vorraum, Apside genannt.
Bei so einem Doppelwandzelt schützt das Außenzelt vor dem direkten Regen, während das Innenzelt neben Mücken auch Kondenswasser abhält, dass sich an der Innenseite des Außenzeltes sammelt.
Solche Zelte liegen meist bei 1,5 Kilo pro Person und mehr.
Leichter sind so genannte Einwandzelte. Alle Einwandzelte haben im Gegensatz zum Doppelwandzelt die Gemeinsamkeit, dass sie komplett auf ein Innenzelt verzichten. Dadurch sparen sie nicht nur Gewicht und Stauvolumen, sondern sind auch meist einfacher aufzubauen.
Es gibt dabei verschiedene Arten von Einwandzelten, die mehr oder weniger effektiv funktionieren. Darunter fallen Einwandzelte mit „atmungsaktiver“ Außenhaut, Tarptents und Shelter.
Einwandzelte mit „atmungsaktiver“ Außenhaut machen sich Materialien wie z.B. Gore-Tex zu nutze um eine übermäßige Kondesbildung zu verhindern. Dieses Material macht diese Zelte jedoch nicht nur sehr teuer in der Herstellung. Das Material ist bei weitem nicht so flexibel und leicht wie normaler Zeltstoff, so dass das eingesparte Gewicht relativ gering ist. Zudem funktionieren solche Membranen als Zeltmaterial nur bedingt, da bestimmte Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsunterschiede zwischen Innen- und Außenseite des Stoffes vorliegen müssen, um die Atmungsaktivität zu gewährleisten. Diese Idealbedingungen trifft man draußen jedoch nur selten.
Tarptents nutzen daher normale Zeltstoffe. Um die Kondensbildung so gering wie möglich zu halten setzen sie dabei auf eine gute Belüftung. Zudem ist der Zeltboden bei diesen Zelten mittels eines Mückennetzes direkt am Zeltdach befestigt. So hat man trotz Verzicht auf ein separates Innenzelt einen Mückenschutz. Einige wenige Tarptents verzichten sogar auf den Boden, so dass nur eine Zeltplane mit umlaufenden Mückenschutz übrig bleibt. Tarptents sind die idealen 3-Jahreszeitenzelte, obwohl es auch Leute gibt, die sie im Winter erfolgreich nutzen.
Tarptens wiegen meist weniger als 1 Kg
Tarptent - Squall Classic .Shelter wiederum lassen sogar den Mückenschutz weg. Sie sind in der Regel nicht viel mehr als einfache Zeltplanen. Jedoch verfügen sie nicht nur über viele Abspannmöglichkeiten, sondern sind auch meist sehr windschnittig geschnitten. Diese Konstruktionen sind wie der Name schon vermuten lässt äußerst Wind und Sturmresistent. Selbst Wintereinsätze machen ihnen nichts aus.
Das Gewicht eines solchen Shelters liegt meist zwischen 400 bis 600 Gramm.
Shelter - MSR Twin Peaks .Viele Tarptents und fast jeder Shelter verfügen nicht über eigenes Gestänge, so dass man zum Aufbau Trekkingstöcke o.ä. benötigt. Dies spart aber nicht nur Gewicht. Es gibt auch keine Zeltgestänge die brechen können. Dies erfordert jedoch ein gründliches Abspannen mit Schnüren und Heringen.
Ein Tarp ist kaum mehr als eine einfache, wasserdichte Plane, die mittels verschiedener Befestigungspunkte so abgespannt werden kann, dass sie die darunter befindliche Person vor dem Wetter schützt. Zwar erfordert der Aufbau eines Tarps etwas an Erfahrung. Die Flexibilität beim Aufbau und das geringe Gewicht machen sie jedoch gerade bei UL-Wanderen so beliebt. Gewichte zwischen 200 und 500 Gramm sind dabei keine Kunst.
Und mit etwas Erfahrung und Improvisationstalent kann man eine Unterkunft bauen, die einen ebenso zuverlässig vor dem Wetter schützt wie ein geschlossenes Zelt.

GoLite Cave2 als Tarp aufgebaut.
GoLite Cave2 als Shelter aufgebaut.Sowohl Tarps als auch Shelter lassen sich bei Bedarf mit verschiedenen Mückenschutzkonstruktionen nachrüsten. Das kann beim einfachen Mückenschutznetz für den Kopf anfangen, geht über einen Biwaksack mit integriertem Mückenschutz bis hin zu einem vollwertigen Innenzelt.
Einen Sonderposten nehmen Ponchotarps ein. Dienen sie einerseits als Regenschutz (Pocho) beim Wandern und schützen so Träger und Rucksack, lassen sie sich jedoch auch ähnlich wie ein normales Tarp aufbauen um so auch eine Unterkunft zu errichten. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Abmessungen so eines Ponchotarps aber für größere Schläfer zu klein und man sollte sie möglichst mit einem Biwaksack kombinieren, der einen vor Spritzwasser von der Seite schützt. Der zweifache Nutzen als Regenbekleidung und als Tarp machen sie im Vergleich zu Regenjacke und Zelt unschlagbar leicht. Jedoch muß man hier auch einige Einschränkungen in Kauf nehmen.
das Gatewood Cape als Tarp.Auf unseren Touren nutzen wir ein Tarptent von Six-Moon-Design. Das so genannte LunarDuo.
Es bietet genug Liegefläche für zwei Personen und mit seinen 1,30 Meter Innenhöhe kann man sich auch zu viert ohne große Probleme reinsetzen um z.B. Karten zu spielen.
Bei windigem Wetter lässt sich die Zelthöhe variieren, so dass es deutlich windstabiler wird.
Es verfügt zu dem für Tarptents recht ungewöhnlich über zwei separate Eingänge.
Zum Aufbau werden zwei Trekkingstöcke (teleskopierbar) benötigt.
Das Gewicht liegt bei 1200 Gramm. Das währen gerade mal 600 Gramm pro Person!!!
Das ist bei weitem weniger als bei einem klassischen 2-Personen-Zelt.
Bilder dazu finden sich bei unserer SardinientourBei kürzeren Touren greifen wir auch auf Tarps zurück. Jedoch ziehen wir für längere Reisen das Tarptent vor, da wir so nicht nur einen Mückenschutz haben, sondern auch mehr Privatsphäre bei evtl. Aufenthalten auf Campingplätzen genießen.
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