Freitag, 20. November 2009

outdoor naturverträglich


Gerade in unserer heutigen Zeit zieht es immer mehr Menschen nach "draußen".
Wer Trekking, Wandern, oder eine sonstige Art der Outdoorbeschäftigung zu seinem Hobby gemacht hat, der tat dies meist mit der Leidenschaft für die freie Natur.

Aber gerade dieser Outdoorboom hat zur Folge, daß die von vielen geschätzte, unberührte Natur immer mehr Belastungen durch den Menschen ausgesetzt wird.

In vielen Ländern gibt es deswegen schon sehr strenge Auflagen für den Aufenthalt im "Freien".
Doch auch das Interesse der Outdoorszene, diese Belastungen zu minimieren und die Natur zu erhalten wächst.
"Minimal Impact" ist in aller Munde. So gibt es Produkte, bei deren Entwicklung auch wesentliche ökologische Aspekte im Hintergrund standen. So z.B. der bushbuddy. Dieser Kocher ist unter anderem aus dem Konzept heraus entstanden, einen nachwachsenden Rohstoff als Brennmaterial nutzen zu können und gleichzeitig die Auswirkungen eines Feuers auf den Untergrund zu vermeiden.
Aber auch große Firmen zeigen Umweltbewußtsein. Stellvertretend sei hier Patagonia genannt, die nicht nur Wert auf recycelte Rohstoffe für ihre Produkte legen, sondern auch 1% ihres Umsatzes in den Umweltschutz investieren.
Recycling ermöglicht auch dem Einzelnen seine Ausrüstung umweltbewußt zusammenszustellen. So greifen viele UL-Enthusiasten auf alte Getränkedosen zurück um sich daraus ihre Spirituskocher zu bauen.

Aber auch der richtige Umgang mit der Umwelt und das korrekte Verhalten "on trail" will gelernt sein. So gibt es Organisationen wie z.B. leave no trace die nicht nur entsprechende Regeln aufstellen, sondern auch hilfreiche Kurse anbieten.
Auch in der Literatur taucht der ökologische Aspekt im Outdoorbereich verstärkt auf. Zu empfehlen ist die Neuauflage des Buches "Minimal Impact - Outdoor naturverträglich" vom Conrad Stein Verlag. In vielen anderen einschlägigen Büchern wird zumindest in eigenen Kapiteln dieses Thema behandelt.

Eine vorbildliche Art sein Hobby mit Naturschutz zu verbinden entstammt der Geocachingszene. Unter dem Kürzel CITO verbirgt sich "Cache In Trash Out". Der Gedanke dabei ist, bei der Suche nach den versteckten "Schätzen" bzw. Geocaches nicht nur den eigenen Müll wieder mit nach hause zu nehmen, sondern auch den Müll, den man leider unvermeidlich im Wald findet.

Das man diese Idee aber nicht nur beim Cachen verfolgen kann zeigte mir eine Begegnung in Schottland. Unterwegs trafen wir einen älteren Mann, der während er den West Highland Way wanderte, auch die achtlos weggeworfenen Verpackungen der anderen Wanderer einsammelte um sie bei der nächsten Gelegenheit im Müll zu entsorgen.

Angespornt durch dieses mehr als vorbildliche Verhalten, sind wir seitdem bemüht auch auf unseren Touren den so achtlos weggeworfenen Müll anderer Zeitgenossen wieder mit in die Zivilisation zu nehmen. In der Wildnis gibt es halt noch keine "Straßenreinigung" was wohl leider viele Freizeitwanderer vergessen.

Gerade als Ultraleichtwanderer sollte es ein Leichtes sein, die nicht allzu schweren, liegen gelassenen Verpackungen von Schokoriegeln und anderem Trailfood mitzunehmen um sie anschließend ordnungsgemäß zu entsorgen.

Ich hoffe hiermit einen kleinen Denkanstoß gegeben zu haben und würde mich freuen, wenn auch andere diesem Beispiel folgen und in Zukunft mehr als nur ihren eigenen Müll aus der "Wildnis" wieder mit zurückbringen. Denn dort gehört er am wenigsten hin.

Sonntag, 15. November 2009

Aller Anfang ist schwer... (2)

Wie ich ja bereits im vorangegangenen Artikel angedroht hatte werde ich Euch einen weiteren Einblick in meine "schwere Vergangenheit" gewähren. Nachdem ich schon eines der von mir genutzten Zelte vorgestellt habe, bleib ich direkt beim Thema und stelle Euch mal die wichtigsten Schritte in meiner persönlichen "Zeltevolution" vor.

Wenn man mal von den Spielzeugzelten meiner Kindheit absieht, die ich zum Spielen im Garten aufbaute, war das erste "richtige" Zelt ein Modell von Salewa.



Ich muß gestehen, daß ich leider noch nicht mal mehr weiß, was für ein Modell es war.
Ursprünglich hatte ich mir dieses Doppelwandzelt für meine Touren mit den Pfadfindern angeschafft. Seine Premiere feierte es vor fast 20 Jahren auf einer Wandertour in Italien.
Neben den verschiedensten Touren, die ich mit diesem Zelt erlebt hatte begleitete es mich auch unter anderem in Korsika auf dem GR20.
Seine nördlichste Tour erlebte mein Salewa während der gemeinsamen Norwegentour mit meiner Frau. Wir waren damals erst kurz zusammen und für sie war es die erste Tour mit Zelt.
Dabei ist auch das obige Photo entstanden.

Nachdem jedoch der Zeltboden mit der Zeit langsam durchlässig wurde und wir für die Zukunft "größere" Touren geplant hatten, musste etwas Neues her.
Nach langem Studieren verschiedenster Ausrüstungskataloge, Berichte und Beratungen in einschlägigen Fachgeschäften stand der Endschluss fest. Ein Hilleberg mußte ran. Und es sollte zwecks einfachem Aufbau und geringem Platzbedarf bei der Zeltplatzsuche auch möglichst freistehend sein. Unsere Wahl fiel auf das Hilleberg-Staika:




Um das Zelt ganz an unsere Bedürfnisse anzupassen, ließen wir von Hilleberg noch einige Modifikationen am Zelt durchführen. So z.B. auch größere Ringe an den Knebeln, die die Lüftungsabdeckung fixieren. Damit ließen sich die Knebel auch problemlos mit Handschuhen bedienen. (bei späteren Staika-Versionen wurde diese Änderung übrigens übernommen)
Als echter Skandinave fühlte sich unser Staika auch vermehrt in Norwegen heimisch. Aber auch bei Touren in den Alpen hatte es sich aufgrund der geringen Stellfläche bewährt. Zwar musste über die Zeit auch mal das ein oder andere Gestängeelement ausgetauscht werden, unser altes Salewa hätte aber bei den Bedingungen denen wir das Staika aussetzten, längst kapituliert.
So überstand es sogar mehrere Tage Sturm während einer Tour in Lappland, bei denen Windgeschwindigkeiten bis zu 120 Km/h herrschten. Da wir an einem Tag in unmittelbarer Nähe einer Wetterstation unser Lager aufgeschlagen hatten erhielten wir diese Angaben aus direkter Quelle.
2007 schafften wir es mit unserem Staika bis zum Nordkap.
Zwar begleitete es uns auch später noch während unserer Wanderung auf dem West-Highland-Way in Schottland, aber mittlerweile hatte uns der Ultraleicht-Virus befallen.
Von unsrem treuen Staika wollten wir uns auf unseren weiteren Touren zwar erst gar nicht trennen, aber wenn man schon bei seinen restlichen Ausrüstungsteilen auf jedes Gramm achtet, sind 3,6 Kilo (bzw. 4Kilo mit Footprint) unhaltbar.

Da wir die zwei Apsiden des Staika zu schätzen gelernt hatten, sowie das angenehme Raumgefühl eines Kuppelzeltes anfangs nicht missen wollten fiel unsere Wahl diesmal auf das Lunar-Duo von Six-Moon-Design.



Damit sparten wir auf einen Schlag über zweieinhalb Kilo ein. Zwar gingen wir damit auch einen Kompromiss in Sachen Sturmfestigkeit ein, als 3-Jahreszeiten-Zelt in gemäßigten Breiten erfüllte es aber alle unsere Anforderungen. In manchen Bereichen wurden diese sogar noch übertroffen. So freuten wir uns über eine Innenhöhe von 1,30 Meter statt wie bei unserem Staika mit knapp 1 Meter. (Vom geringeren Gewicht und dem schnelleren Aufbau mal abgesehen)
Während unserer Flitterwochen auf Sardinien lernten wir das Lunar-Duo zu schätzen. Selbst stärkerem Regenwetter machte es nichts aus. Der Umstieg auf ein Einwandzelt strafte uns zwar Anfangs mit erhöhter Kondensation der Luftfeuchtigkeit auf der Innenseite der Zeltwand, aber dieses Problem bekamen wir dank der üppigen Belüftungsmöglichkeiten rasch in den Griff.

Neben den hier vorgestellten Zelten nutzten wir auch ab und an Tarps. Dies hing allerdings immer stark von den zu erwartenden Umständen der Touren ab. Gerade bei langen Touren in Skandinavien oder Schottland wollten wir nicht auf den Mückenschutz einer geschlossenen Konstruktion verzichten.
Bei kürzeren Touren z.B. in der heimischen "Nachbarschaft" greifen wir aber immer gerne auf Tarps zurück.






Donnerstag, 12. November 2009

Aller Anfang ist schwer... (1)

Wenn ich heutzutage meinen Rucksack für eine Tour packe, liege ich beim Gewicht meist bei 4 Kilo. Aber wie vermutlich die wenigsten Verfechter der Ultraleichtphilosophie habe auch ich mal "schwer" angefangen. Wer sich die Bilder unserer Norwegentouren anschaut, dem werden wohl nicht die beiden Ungetüme entgehen, die wir "damals" als unsere Rucksäcke genutzt haben.



Der Wechsel zu "Ultraleicht" kam bei mir nicht von heute auf morgen. Ich hab mich vielmehr schon von klein auf mit verschiedensten Ausrüstungskonzepten beschäftigt und irgendwann hat es dann bei mir "Klick" gemacht.
Da ja viele Anhänger der "klassischen" Ausrüstung oft Bedenken wegen dem ungewohnten Ultraleichtkonzept äußern werde ich in diesem Blog nun mal nach und nach auch mal meine "alte" Ausrüstung zeigen. Im Vergleich dazu werde ich dann meine aktuelle Ausrüstung vorstellen, um zu zeigen, daß ich trotz leichterer Ausrüstung keine Kompromisse in Komfort oder Sicherheit eingegangen bin, mein Ausrüstungsgewicht aber von gut 20 Kilo auf unter 5 Kilo drücken konnte.

"You've got to be strong to carry 20 Kilos, but you've got to be smart to carry less than 5."

Das man jemandem nicht einfach ein komplettes UL-Set in die Hand drücken kann und dieser dann auf Anhieb weiß, wie die einzelnen Komponenten zusammenarbeiten ist dabei ein entscheidender Punkt. Ultraleichtausrüstung muß immer als Ganzes betrachtet werden. Erst im Zusammenspiel mit den anderen Ausrüstungsbestandteilen und dem nötigen Knowhow diese effektiv einzusetzen, funktioniert dieses Konzept.

Andere Ausrüstungskonzepte erfordern eben andere Maßnahmen und anderes Handling.

Um schonmal einen kleinen Rückblick zu geben, womit ich ganz früher unterwegs war, hier schonmal ein kleiner Vorgeschmack.





Während eines Pfadfinderlagers (ja, auch ich lief mal mit Halstuch und kurzen Hosen durch die Gegend...) wurde unser Zelt, eine Juchte leider vom Wind "demontiert". Da es zu stürmisch blieb um es wieder aufbauen zu können, nutzte ich die einzelnen Juchtenplanen um das oben gezeigte Zelt zu bauen. Ursprünglich nur entwickelt als eine Notunterkunft, bewährte es sich so gut, daß wir diese Konstruktion dann auch auf späteren Touren als unser reguläres 3 Mann-Zelt mitnahmen. Jeweils einer von uns trug dabei eine der Seitenplanen. Bzw. einer trug die beiden halb so großen "Endstücke". Im Vergleich zu moderneren Zelten, waren diese Baumwollplanen natürlich sehr schwer. Andererseits lieferte uns das Zelt einen sehr guten Wetterschutz, war windstabil und die Zeltatmosphäre war einmalig.
Vom Schnitt und vom Aufbaukonzept (A-Frame) ähnelt es schon stark modernen UL-Sheltern.

Achja, das Zelt, bzw. die Juchtenplanen liegen auch heute noch neben meiner übrigen Ausrüstung im Regal...

Freitag, 6. November 2009

Home, sweet home

Nachdem offensichtlich noch Interesse an ein paar mehr Infos zum GossamerGear SpinnTwinn bestand hab ich gleich mal die Gelegenheit genutzt ein kleines "Lager" zu errichten.




Das hintere Ende des Tarps hab ich diesmal flach abgespannt. Das Fußende des Schlafsacks reicht bis ans Tarpende ran. Bis ins "Freie" waren es noch knapp 10 cm.




Leider sind die Bilder, wo man noch einen Zipfel des Schlafsacks erkennen kann nichts geworden. Das fiel mir allerdings erst auf als es mittlerweile zu dunkel wurde um nochmal ein paar Photos zu schießen.





Hier kann man aber recht gut erkennen, wie viel Spielraum noch nach Vorne übrig bleibt.




Hier noch ein rascher Blick aus dem Tarp. Der bushcooker ist mittlerweile "angeworfen" und bald gibts einen kleinen Abendimbiss.
Die Tarpstange ist absichtlich schräg gestellt. Einerseits ist es so leichter, unter das Tarp und wieder heraus zu kommen. Andererseits hat man so die Möglichkeit vom Schlafsack aus das Tarp bei Bedarf nachzuspannen. Dazu muß man nur nach dem Fußende der Stange greifen und sie etwas steiler stellen.




Die Suppe kocht und damit verabschiede ich mich für heute mit einem letzten Blick auf mein abendliches Lager.

Gute Nacht...