Sonntag, 15. November 2009

Aller Anfang ist schwer... (2)

Wie ich ja bereits im vorangegangenen Artikel angedroht hatte werde ich Euch einen weiteren Einblick in meine "schwere Vergangenheit" gewähren. Nachdem ich schon eines der von mir genutzten Zelte vorgestellt habe, bleib ich direkt beim Thema und stelle Euch mal die wichtigsten Schritte in meiner persönlichen "Zeltevolution" vor.

Wenn man mal von den Spielzeugzelten meiner Kindheit absieht, die ich zum Spielen im Garten aufbaute, war das erste "richtige" Zelt ein Modell von Salewa.



Ich muß gestehen, daß ich leider noch nicht mal mehr weiß, was für ein Modell es war.
Ursprünglich hatte ich mir dieses Doppelwandzelt für meine Touren mit den Pfadfindern angeschafft. Seine Premiere feierte es vor fast 20 Jahren auf einer Wandertour in Italien.
Neben den verschiedensten Touren, die ich mit diesem Zelt erlebt hatte begleitete es mich auch unter anderem in Korsika auf dem GR20.
Seine nördlichste Tour erlebte mein Salewa während der gemeinsamen Norwegentour mit meiner Frau. Wir waren damals erst kurz zusammen und für sie war es die erste Tour mit Zelt.
Dabei ist auch das obige Photo entstanden.

Nachdem jedoch der Zeltboden mit der Zeit langsam durchlässig wurde und wir für die Zukunft "größere" Touren geplant hatten, musste etwas Neues her.
Nach langem Studieren verschiedenster Ausrüstungskataloge, Berichte und Beratungen in einschlägigen Fachgeschäften stand der Endschluss fest. Ein Hilleberg mußte ran. Und es sollte zwecks einfachem Aufbau und geringem Platzbedarf bei der Zeltplatzsuche auch möglichst freistehend sein. Unsere Wahl fiel auf das Hilleberg-Staika:




Um das Zelt ganz an unsere Bedürfnisse anzupassen, ließen wir von Hilleberg noch einige Modifikationen am Zelt durchführen. So z.B. auch größere Ringe an den Knebeln, die die Lüftungsabdeckung fixieren. Damit ließen sich die Knebel auch problemlos mit Handschuhen bedienen. (bei späteren Staika-Versionen wurde diese Änderung übrigens übernommen)
Als echter Skandinave fühlte sich unser Staika auch vermehrt in Norwegen heimisch. Aber auch bei Touren in den Alpen hatte es sich aufgrund der geringen Stellfläche bewährt. Zwar musste über die Zeit auch mal das ein oder andere Gestängeelement ausgetauscht werden, unser altes Salewa hätte aber bei den Bedingungen denen wir das Staika aussetzten, längst kapituliert.
So überstand es sogar mehrere Tage Sturm während einer Tour in Lappland, bei denen Windgeschwindigkeiten bis zu 120 Km/h herrschten. Da wir an einem Tag in unmittelbarer Nähe einer Wetterstation unser Lager aufgeschlagen hatten erhielten wir diese Angaben aus direkter Quelle.
2007 schafften wir es mit unserem Staika bis zum Nordkap.
Zwar begleitete es uns auch später noch während unserer Wanderung auf dem West-Highland-Way in Schottland, aber mittlerweile hatte uns der Ultraleicht-Virus befallen.
Von unsrem treuen Staika wollten wir uns auf unseren weiteren Touren zwar erst gar nicht trennen, aber wenn man schon bei seinen restlichen Ausrüstungsteilen auf jedes Gramm achtet, sind 3,6 Kilo (bzw. 4Kilo mit Footprint) unhaltbar.

Da wir die zwei Apsiden des Staika zu schätzen gelernt hatten, sowie das angenehme Raumgefühl eines Kuppelzeltes anfangs nicht missen wollten fiel unsere Wahl diesmal auf das Lunar-Duo von Six-Moon-Design.



Damit sparten wir auf einen Schlag über zweieinhalb Kilo ein. Zwar gingen wir damit auch einen Kompromiss in Sachen Sturmfestigkeit ein, als 3-Jahreszeiten-Zelt in gemäßigten Breiten erfüllte es aber alle unsere Anforderungen. In manchen Bereichen wurden diese sogar noch übertroffen. So freuten wir uns über eine Innenhöhe von 1,30 Meter statt wie bei unserem Staika mit knapp 1 Meter. (Vom geringeren Gewicht und dem schnelleren Aufbau mal abgesehen)
Während unserer Flitterwochen auf Sardinien lernten wir das Lunar-Duo zu schätzen. Selbst stärkerem Regenwetter machte es nichts aus. Der Umstieg auf ein Einwandzelt strafte uns zwar Anfangs mit erhöhter Kondensation der Luftfeuchtigkeit auf der Innenseite der Zeltwand, aber dieses Problem bekamen wir dank der üppigen Belüftungsmöglichkeiten rasch in den Griff.

Neben den hier vorgestellten Zelten nutzten wir auch ab und an Tarps. Dies hing allerdings immer stark von den zu erwartenden Umständen der Touren ab. Gerade bei langen Touren in Skandinavien oder Schottland wollten wir nicht auf den Mückenschutz einer geschlossenen Konstruktion verzichten.
Bei kürzeren Touren z.B. in der heimischen "Nachbarschaft" greifen wir aber immer gerne auf Tarps zurück.






Kommentare:

  1. Meine ersten Errungenschaften waren auch sehr schwer.
    Der rucksack fast 3 kg und die Jacke 0,8kg.
    Als Zelt habe ich das Outpost, wobei ich dieses behalten werden, wenn ich mal mit meiner freundin Campingurlaub machen will und es etwas bequemer haben möchte.

    Momentan bin ich auch auf der Suche nach einen leichten 1 Personen Variante

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  2. Mein Staika werde ich auch nicht so schnell weggeben. Einerseits hängen da zu viele Erinnerungen dran, andererseits würde es auch ein prima "Basecamp" für z.B. Wintertouren abgeben.

    Wenn Du nicht allzu groß bist währe eine interessante und leichte 1-Personen Variante das Gatewoodcape mit passendem Innenzelt. Damit erhälst Du für unter 500 Gramm ein vollwertiges Doppelwandzelt für eine Person. Bis ca. 180 cm sollte das durchaus vom Platz her ausreichen.

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