Am Mittwoch war es endlich soweit. Bei einem kurzen Besuch in Köln konnte ich meinen neuen Rucksack in Empfang nehmen.
Dabei handelt es sich um ein Vorserienmodell das ich nun für die noch im Aufbau befindliche Edelschmiede "Laufbursche" testen darf. Und ein edles Teil ist dieser Pack.
Vollständig aus schwarzem X-Pac gearbeitet wiegt dieser Rucksack zwar einige wenige Gramm mehr als seine sonstigen Geschwister aus der Laufburschemanufaktur, dafür ist er aber auch wahrlich "bombproof".
Bei X-Pac handelt es sich nämlich um ein vollständig wasserdichtes 3-Lagen-Laminat, bei dem zwischen einer robusten und abriebarmen Corduraschicht (außen) und einer hellen und geschmeidigen Nylonschicht (innen) zusätzlich Dacronfasern als Mittelschicht einlaminiert wurden. Salop gesagt ist Dacron von seiner Art her mit Kevlargewebe verwandt, ist jedoch noch um einiges belastbarer.
Schulterträger und Hüftgurt des Rucksacks sind aus einem ebenso robusten und festem, wie leichtem Meshgewebe gefertigt.
Die Verarbeitung des Packs ist makellos. Keine Naht, die nicht sauber verarbeitet ist oder bei der ein Faden absteht. Besonders belastete Stellen, wie etwa die Kanten der Schultergurte, wurden zusätzlich eingefasst. Dabei wurde aber sogar drauf geachtet, daß z.B. die Enden des Einfassbandes sich nicht einfach überlappen wie es auch bei Produkten von Marktführern der Fall ist. Stattdessen wurden diese Einfassbänder so plaziert, daß diese offenen Enden z.B. unter den Schnallenbefestigungen verschwinden. Dadurch entsteht eine sehr saubere Optik.
Dieser ordentliche Look wird auch durch die saubere, parallele Nahtführung bei den Kappnähten untermalt, wie sie sonst fast nur industriell oder mit so genannten Overlocknähmaschinen möglich ist.
Die Qualität der Verarbeitung erkennt man auch daran, wenn man den Rucksack einmal umkremmpelt. Kaum ein anderer Hersteller legt auf der Innenseite die selbe Sorgfalt an den Tag wie außen. Nicht so bei diesem Schmuckstück. Auch auf der versteckten Seite wurde nicht geschlampt sondern auf eine saubere Verarbeitung Wert gelegt.
Auch die Wahl der sonstigen Materialien wie etwa Gurtbänder und Schnallen zeugt von der Liebe zur Materie und dem Auge fürs Detail.
Auch wenn der Laubursche-Pack recht sportlich und schlicht daherkommt zeugt er von vielerlei durchdachten und funktionellen Detaillösungen.
Da währe zuerst der "Deckel". Vom Prinzip her handelt es sich dabei um einen Rollverschluß wie er fast bei jedem UL-Rucksack Verwendung findet. Jedoch wurde er so gearbeitet, daß er nicht umständlich gerollt werden muß, sondern wie ein gewöhnlicher Deckel geschlossen wird. Dabei schließt er nicht nur dicht und verhindert erfolgreich ein Reinregnen. Er passt sich zudem dem benötigten Volumen an und lässt sich fast schon spielerisch leicht bedienen.
Die Schultergurte sind anatomisch geformt und verfügen über die Möglichkeit einen höhenverstellbaren Brustgurt anzubringen. Auf jedem Schultergurt befinden sich zwei querverlaufende Gummibänder sowie ein querverlaufendes, schmales Gurtband. Diese können zur Fixierung eines Trinksystemschlauchs oder auch diverser Schultertaschen dienen.
Auf der Außenseite des Rucksacks befinden sich zwei Gummischlingen, die man z.B. zur Befestigung von Trekkingstöcken oder ähmlichem nutzen kann.
Der Hüftgurt wurde so am Pack angebracht, daß er unabhängig von den Schulterträgern montiert wurde. Das erlaubt es den Hüftgurt bei Nichtgebrauch einfach nach hinten zu schnallen, ohne die Funktion der Schultergurte zu beeinträchtigen. Das ist z.B. am Flughafen oder beim Transport in öffentlichen Verkehrsmitteln von Nutzen.
Die seitlichen Netzaußentaschen des Packs sind so geschnitten, daß man auch auf deren Inhalt zugreifen kann ohne den Rucksack abzusetzen. Besonders praktisch also für Trinkflaschen, Fotoapperat, Sonnenbrille, etc.
Dabei bieten sie aber auch größeren Dingen, wie z.B. den eben angesprochenen Trinkflaschen ausreichend halt, so das diese nicht einfach rausfallen können.
Die große Netztasche auf der Front des Packs bietet genügend Volumen um auch mal problemlos eine nasse Zeltplane drin unterbringen zu können, oder seine warme Jacke während einer Wintertour zugriffbereit zu verstauen.
Zum Abschluß noch die "trockenen" Daten auf die die Gearheads unter Euch bestimmt schon sehnlichst warten:
Das nutzbare Volumen des Packs beträgt regulär 46 Liter und ist auf bis zu 64 Liter bei komplett genutztem Extensioncollar erweiterbar. Und trotz der XL-Ausführung (Rückenlänge) und des robusten Materials wiegt er gerade mal 430 Gramm.
Erste Tragetests mit bis zu 10Kg Gewicht (leider bisher im Alltag und nicht "on trail") überzeugten ebenso vom gelungenen Gesamteindruck.
Alles in allem macht der Pack einen konkurenzlos ordentlichen und robusten Eindruck und vermag es trotz seines geringen Gewichts mit funktionellen Detaillösungen aufzutrumpfen.
Mit diesem Pack hab ich wahrlich einen treuen Begleiter gefunden, der mich wohl viele Meilen begleiten wird.
Mein Dank gilt hier Laufbursche der so viel Sorgfalt in dieses Konzept und in dessen Verarbeitung steckt wie es sonst nur selten zu finden ist.
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