Donnerstag, 28. Januar 2010

Frühjahrsputz...

Wer unseren Blog schon etwas länger verfolgt, wird feststellen, dass ich etwas "aufgeräumt" habe.
Auch wenn ich am eigentlichen Layout nichts Wesentliches verändert habe, hoffe ich doch trotzdem so die Navigation auf dieser Seite etwas vereinfacht zu haben. So sollte es auch nicht mehr so schwer sein sich mal zwischen alten Beiträgen umzusehen.

Wer diesen Blog per RSS-Feed verfolgt sollte sich also nicht über die letzten drei Beiträge wundern. Das war Teil der Aufräumaktion und sollte jetzt für mehr Übersicht sorgen.

Zusätzlich gibt es auf unserem Blog jetzt noch die Möglichkeit unsere Twitter-News mitzulesen.
Beute(l)tiere die zwitschern? Wo soll das nur hinführen...

Dienstag, 26. Januar 2010

The RayWay


Wer sich etwas länger mit Ultraleichtwandern auseinandersetzt, der stößt früher oder später auf den so genannten RayWay, benannt nach dem Amerikaner Ray Jardine. In der gesamten Outdoorszene gibt es wohl kaum jemanden, dessen Methoden und Philosophie so umstritten sind wie die von Ray.

Was hat es also damit auf sich?
Ray Jardine wurde 1944 in Colorado Springs geboren. Beruflich war er gelernter Raumfahrtingenieur. Seine Outdoor Karriere begann er im Klettersport und schon bald galt er als einer der besten Kletterer weltweit. Unter anderem erfand er das noch heute im Klettersport genutzte Sicherungsgerät "Friend", das diese Sportart revolutionierte.
Neben diversen anderen outdoorlastigen Etappen in seinem Leben, um die ihn wohl viele beneiden, wanderte er unter anderem mit seiner zukünftigen Frau Jenny 1987 den Pacific Crest Trail, einen der drei längsten Fernwanderwege der Welt.
Dabei nutze er noch weitestgehend klassische Ausrüstung. Die Erfahrungen die er während dieser Tour gesammelt hat, veranlassten ihn dazu das gesamte Konzept des Wanderns und der dazu notwendigen Ausrüstung zu überdenken.
Anstelle eines geschlossenen Zeltes griff er zu einem Tarp. Dieses stattete er mit so genannten "Beaks" aus, die ihm einen verbesserten Wetterschutz gewährten.
Zusätzlich überarbeitete er das Schlafsackkonzept und entwickelte den Quilt, eine konturgeschnittene Decke, die deutlich leichter und flexibler einzusetzen war als ein geschlossener Schlafsack.
Statt schwerer Regenjacke reichte ihm zukünftig ein auf seine Bedürfnisse angepasster Schirm, der ihm nicht nur Regen-, sondern auch Sonnenschutz lieferte.

Das solcherart eingesparte Gewicht erforderte keinen schweren Rucksack mit Innengestell mehr. Er entdeckte den gestelllosen Rucksack wieder und nähte einfache Rucksäcke die ihre Formstabilität durch eine eingesetzte Isomatte erhielten. Selbst die noch anfänglich angebrachten Hüftgurte konnten aufgrund des geringen Gewichts wegfallen.
Anstelle klassischer Wanderstiefel griff er in Folge des reduzierten Gewichtes auf gewöhnliche Turnschuhe zurück.
1991 lief er zum zweiten mal den PCT, diesmal mit seinem neu entwickelten Konzept. 2700 Meilen in 4 Monaten und 3 Tagen. Der Erfolg gab ihm recht und so veröffentlichte er das damals revolutionäre Buch  "PCT- Hiker's Handbook". Der RayWay war geboren.


Der RayWay - eine andauernde Diskussion
Wie immer, wenn jemand mit ungewöhnlichen und revolutionären Ideen daherkommt war die Meinung über ihn und sein Buch geteilt. Man warf ihm vor, seine Methode als die einzig richtige darzustellen und alles andere zu verdammen. Seine Methoden seien zu radikal und lebensgefährlich war ein anderer Vorwurf.
Fakt ist jedoch, dass Ray Jardine mit seinem Konzept und seinem Buch eine neue Richtung in der Outdoorszene in Gang gebracht hat, die sich heutzutage im Ultraleichtsgewichtswandern wieder spiegelt. Zwar stimmen auch heute Verfechter der Ultraleichtphilosophie nicht unbedingt mit Ray Jardine und seinen teils kurios wirkenden Praktiken und Erklärungen überein, aber viele Ausrüstungsteile einer modernen Ultraleichtausrüstung haben ihren Ursprung in Rays Konzepten und so kann man ihm auch nicht einen gewissen Mythos absprechen.
(Anfangs entwickelte er unter anderem mit GoLite zusammen eine von ihm geprägte Ausrüstungsreihe, die aber nach einigen Differenzen beider Seiten eingestellt wurde)
Wer seine Bücher (mittlerweile hat er sein PCT- Hiker's Handbook das zweite mal überarbeitet und es ist nun unter dem Titel "Trail Life" erhältlich) gründlich gelesen hat und sich auch die Zeit genommen hat sich mit ihnen auseinanderzusetzen, wird festgestellt haben, daß Ray mitnichten seinen Weg als den einzig richtigen bezeichnet. Er gibt jedoch an, daß diese Methoden für ihn funktionieren und lädt dazu ein, sie selber einmal zu testen. Dabei soll man möglichst nicht die radikale Variante wählen und unvorbereitet mit einem komplett neuen Satz RayWay-Ausrüstung losziehen. Stattdessen rät er auf kurzen Touren (oder auch einfach im heimischen Garten) sich nach und nach mit ihr vertraut zu machen. Seine normale Ausrüstung kann dabei als "backup" im Rucksack mitgeführt werden. (z.B. kann man versuchen wie man sich beim Schlafen unterm Tarp fühlt, hat aber noch sein bewährtes Zelt griffbereit)





Ein anderer kurioser Vorwurf basiert auf Rays "Lieblingsspeise". In seinem Buch lobt er die von ihm hochgeschätzten Mais-Spaghetti als seine bevorzugte Nahrung während seiner Touren. Das  werfen ihm tatsächlich manche Leute vor. Dazu kann man aber nur folgendes erwidern:
Wer sich auf einen Thruhike begibt und nur wegen der Lektüre eines Buches sich bis zum Rand mit Mais-Spaghetti eindeckt, ohne diese wenigstens vorher probiert zu haben, ist irgendwo selber schuld, wenn er am ersten Tag merkt, das diese ihm nicht schmecken.
(rohe Zwiebeln sind zwar auch gesund, trotzdem würde ich nicht auf die Idee kommen, mich während einer Tour nur von Zwiebeln zu ernähren. Egal was die Leute schreiben.)
Das Gleiche gilt für alle anderen Praktiken. Erst in gewohnter Umgebung ausprobieren und nicht gleich für gut oder schlecht abtun.
Das Ray Jardine allerding nicht einfach bei der Erläuterung seiner Ausrüstung halt macht, sondern auch andere Aspekte wie etwa seine grundsätzlichen Gedanken zur Ernährung (d.h. nicht nur für unterwegs) mit einfließen lässt, zeigt für mich, dass er seinen RayWay als umfassenden Denkansatz sieht. Er betrachtet nicht einzelne Punkte, sondern versucht ein zusammenhängendes System aller einwirkenden Faktoren zu erstellen.



Was ist dran am RayWay?
Bevor ich auf Ray Jardine und seine Ideen gestoßen bin hatte ich mich bereits mit Ultraleichtwandern beschäftigt. Da viele geteilte Meinungen über Ray und seinen RayWay existieren nutzte ich die Gelegenheit und setzte mich selber mit diesem Thema auseinander. Nach der Lektüre eines seiner Bücher, das oftmals aufgrund seiner auch leicht esoterisch wirkenden Betrachtungsweisen mancher Dinge, sehr kurios wirkt versuchte ich mich dennoch an den von ihm praktizierten Methoden. Nach und nach testete ich verschiedene Konzepte, die er in seinem Buch vorstellt. Man kann nun von Ray Jardine behaupten was man will, aber seine Methoden funktionieren!
Das Tarp findet heutzutage in der Ultraleichtszene große Verbreitung und bei vielen davon finden sich auch Rays "Beaks" wieder. Gestelllose Rucksäcke sind das Markenzeichen der Ultraleichtszene. Viele Nutzer von Ultraleichtpraktiken greifen auf Laufschuhe als ihre bevorzugte Wahl zurück.
Aber auch weniger populäre Techniken aus dem RayWay haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Während einer Schottlandtour testete ich zum ersten mal einen Schirm unter "realen" Bedingungen. Die Vorzüge überzeugten mich so schnell, dass ich schon während der Tour meine normale Regenkleidung nur noch im Rucksack beließ und stattdessen mit Schirm und Windshirt durch den schottischen Dauerregen lief. Auch während meiner weiteren Touren habe ich seitdem nie mehr auf den Schirm verzichtet. Auch als Sonnenschutz in Sardinien lieferte er hervorragende Dienste.
Während kürzerer Touren, oder bei Solotouren ist das Tarp meine bevorzugte Unterkunft. Selbst im Winter kann man es erfolgreich einsetzen, wenn man sich mit der Materie auseinandergesetzt hat.


Der RayWay will sich aber nicht allein als Ultraleichtphilosophie verstanden fühlen. Ray Jardine hat im übrigen selber nie von "Ultraleicht" gesprochen oder eine wie auch immer geartete Gewichtsobergrenze festgelegt. Ray Jardine betrachtet das Ganze auch als eine Art Distanzierung von der Massenwahre und von der Kommerzialisierung. Man sollte nicht der von Herstellern geprägten Meinung folgen ("Bei Unwettern kann Dich nur eine Jacke mit X-Tex-Membrane schützen") die mehr ihre eigenen Interessen vertreten,  sondern sich objektiv mit der Materie auseinandersetzen um dann seinen eigenen Weg zu finden.
Für ihn steht damit nicht nur die Reduzierung des Gewichts im Vordergrund sondern vielmehr die Minimierung alles Überflüssigen und die Betrachtung aller Zusammenhänge als System in einem gemeinsamen Kontext. Damit ähnelt seine Denkweise in manchen Bereichen z.B. denen von Dieter Rams (Reduzierung auf Wesentliche) oder Rudolf Steiner (Ganzheitliche Betrachtungsweise).

Wer sich selber mal an den RayWay wagen will, dem rate ich das gleiche wie Ray. Alles in gewohnter Umgebung nach und nach auszuprobieren und dann das für sich annehmen, was einem liegt.
Für mich hat der RayWay zumindest einige neue Denkanstöße geliefert und nicht nur Auswirkungen auf meinen Tourenalltag gehabt.



Mehr Infos zum RayWay?
Wer sich näher mit dem RayWay beschäftigen will, dem rate ich zu der Lektüre eines seiner Bücher, oder einem Besuch seiner Webseite.
Dort bietet Ray auch verschiedene Selbstbausets an. Unter anderem für Tarps mit passenden Mückenschutzelten, Quilts und Rucksäcke. Zum Umfang gehört dabei das Material und eine sehr detaillierte und gut umsetzbare Anleitung, die es selbst Nähanfängern erlaubt ihre eigenen Projekte zu verwirklichen.
Für die Leute die bei einem Rucksack nicht auf einen Hüftgurt verzichten wollen, oder können (z.B. aufgrund von Rückenbeschwerden) hat er jetzt auch Varianten mit Hüftgurt ins Programm aufgenommen. Das zeigt auch, daß er mitnichten seinen Weg dogmatisch betrachtet, sondern vielmehr andere dazu anregen will auch Neues auszuprobieren und seine Leidenschaft mit anderen zu teilen.
Bei Touren, die spezielle Ausrüstung erfordern, greift auch er auf Innengestellrucksäcke zurück. Und während seiner Skitour zum Südpol nutzte er auch ein geschlossenes Zelt und kein Tarp. Aber selbst dort zog er einen Quilt einem geschlossenen Schlafsack vor. Die richtige Ausrüstung zur richtigen Zeit.
(und das Wissen diese auch richtig einzusetzen)

Zu guter Letzt...
Ich möchte mit diesem Artikel keine neue Diskussion über Rays Person oder über seine Philosophie entfachen. Vielmehr möchte ich dazu anregen auch mal unvoreingenommen Neues auszuprobieren.
Laßt Euch nicht von merkwürdig anmutenden Formulierungen oder seltsamen Ausdrucksweisen abschrecken (immerhin lest ihr ja auch meinen Blog ;-) ) sondern versucht offen an die Sache ranzugehen.
Auch wenn vieles was Ray so schreibt ungewohnt klingt, sollte man ihn deswegen noch lange nicht als Spinner abtun.
Seine Praktiken im Outdoorbereich haben sich zumindest vielfach bewiesen.

Freitag, 22. Januar 2010

Zunder aus der Waschküche!



Wer draußen ein Feuer entzünden möchte, steht oft vor der Herausforderung geeignetes Material zum Entzünden des Feuers zu finden. Dabei ist es egal ob man nun an ein klassisches Lagerfeuer oder an einen Holzkocher denkt. Es gibt nahezu unzählige Möglichkeiten für mehr oder weniger effizienten Zunder. Neben Dingen, die man in der freien Natur vorfinden kann, wie etwa Birkenrinde oder auch gewissen Pilzen, bietet es sich an schon fertigen Zunder mit sich zu führen.
Zwar gibt es fertige Produkte wie Maja-Dust oder diverse Magnesiumstarter, diese sind aber vergleichsweise teuer.
Ein beliebtes Mittel, das man auch leicht zuhause vorbereiten kann ist mit Vaseline angereicherte Watte. In einem Ziplockbeutel lässt sich für mehrere Tage ein ausreichender Vorrat wasserfest verpackt mitführen.

Ein vollkommen unbeachteter und hoch effektiver Zunder ist der sogenannte "Dryer Lint" wie er im englisch sprachigen Raum genannt wird. Gemeint sind damit die "Wollmäuse", die man bei einem Wäschetrockner im Flusensieb vorfindet.




Dabei handelt es sich um die gesammelten Flusen der im Wäschetrockner getrockneten Wäsche.





Diese sind nicht nur besonders "fluffig" und bieten damit eine große Oberfläche, die guten Nährboden für Funken liefert. Diese Flusen sind auch regelrecht hitzebehandelt, d.h. in der Regel staubtrocken und somit hochentzündlich. (Ein guter Grund warum man auch regelmäßig das Flusensieb säubern sollte, will man nichts riskieren)
Schon eine nußgroße Menge reicht aus um ein Feuer zu starten.

Hier mal ein kleiner Probeaufbau mit den "Überresten" meiner Wäsche vom Wintertreffen.
Der Zunder liegt parat...
...die Funken fliegen...




...und der Dryer Lint brennt.

Ich habe Feuer gemacht!
(mal wieder...)

Zum Transport bietet sich auch hier wieder ein Ziplockbeutel an. Damit hat man einen günstigen, weil kostenlosen Zunder, der leicht zu entzünden ist, gut brennt und zudem sehr leicht ist.
Einen Hinweis zum Schluss:
Je höher der Anteil an Kunstfaser im Dryer Lint umso schlechter kann man ihn entzünden. Reine Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle brennen am besten.

Montag, 18. Januar 2010

TUL - Forumswintertreffen 2010 im Harz

Zwei Nächte im verschneiten Harz unterm Tarp...
... und mir war warm!



Dieses Wochenende fand das schon lange geplante Winterforumstreffen des Internetforums Trekking-Ultraleicht statt.

Freitags fanden sich nach und nach 22 "Verrückte" in Schierke im Harz ein um die kommenden Tage Ausrüstung zu begrabbeln, Nudeln aus Tüten zu essen, bei Schneefall und Minusgraden im Freien zu schlafen und um endlich mal den Nicknames im Forum auch mal Gesichter zuordnen zu können.
Was soll ich sagen?
Es war genial!

Nachdem beim ersten Treffen im Sommer ganze sieben Teilnehmer zu verzeichnen waren, war dieses Treffen mit 22 Leuten (und zwei Hunden) ein richtiges Ereignis das nach alsbaldiger Wiederholung schreit.
All die geballten Eindrücke wiederzugeben scheint dabei schier unmöglich weshalb ich mich hier auf einen "kurzen" Ablauf beschränke.

Freitags fanden sich die Forumsmitglieder nach und nach auf dem Campingplatz in Schierke ein. Im Schutze der Nacht (die nur ab und an durch das flutlichtartige Leuchten einiger Fenix-Träger durchbrochen wurde) wurden die Zelte, Tarps, Shelter, etc. auf dem Tiefverschneiten Untergrund aufgebaut. Ich ließ es mir nicht nehmen mich mit meiner Snowclaw bis auf Bodenniveau durchzubuddeln um dann darüber mein SpinnTwinn-Tarp aufzuspannen, was mir eine angenehme Sitzhöhe trotz Rundumschutz lieferte.



Neben klassischen UL-Unterkünften wie diversen Tarps und Tarptents konnten auch einige Prototypen bzw. Neuheiten des Outdoormarktes bestaunt werden. Neben einem Scarp und dem neuen Gewichtswunder von Vaude präsentierte Laufbursche seine Superultraleichten 2-Personen-Shelter aus Cuben was bei allen Anwesenden für großes Erstaunen sorgte. Bei einem anschließenden lockeren Umtrunk lernte man sich dann näher kennen, bzw. wiedererkennen. "Moment, das Buff kenn ich aus dem Netz. Du musst der Basti sein."
"Hey, Du bist doch der... Ich dachte Du wärst größer?"...
Irgendwann zog man sich in seine mehr oder weniger große Behausung zurück. Ob man sich dafür unterm Tarp, gekleidet in VBL und Daunenkleidung, in seinem Quilt mit Biwaksack gemütlich machte. Oder ob man sich, um sich der Kälte zu entziehen, in eine mit Ofen beheizte Lavu bettete spielte dabei eher eine untergeordnete Rolle...

Am nächsten Morgen krochen nach und nach alle wieder aus ihren Löchern. Manch einer ließ sich dabei nur mit einem heißen Tee aus seinem Schlafsack locken. Andere zündeten ihre Dosenkocher, während sie selbst noch im Schlafsack lagen, um sich Schnee für ihr Frühstück zu schmelzen.



Diesen Tag nutzte man dann um eine gemeinsame Wintertour am Brocken zu veranstalten.
"Denkt aber bitte dran, daß einige keine Schuhe haben!"
Gemeint waren natürlich Schneeschuhe mit denen bis auf wenige Ausnahmen alle unterwegs waren.





Nachdem man sich schon einige Zeit den Berg "hochgekämpft" hatte und dabei auch in den Genuß des Anblicks eines Hundeschlittens gekommen war teilte sich die Gruppe auf.

Die eine Hälfte zogen eine Rundtour vor, während der andere Teil die Gelegenheit wahrnam um den Brocken zu besteigen.
Während es unten noch grau und bedeckt war lag die Spitze des Brocken über den Wolken und die Teilnehmer des Treffens wurden für ihre Mühen mit strahlend blauem Himmel und einem grandiosen Ausblick entlohnt.

Selber belohnten wir uns mit Bratwurst und einem leckeren Schluck Vitamalz.
Nach dem obligatorischen Gipfelfoto der Gruppe, wendete sich die "Seilschaft wieder dem Abstieg zum Basecamp am Fuß des Berges zu".

Dieser verlief zwar deutlich schneller als der Aufstieg, trotzdem erreichten wir den Zeltplatz erst wieder im Dunkeln wodurch eine nähere Inaugenscheinnahme der diversen Zelte auf den nächsten Tag verschoben werden musste.

Daher wendete man sich dem Abendessen im beheizten Aufenthaltsraum des Campingplatzes zu. Dabei wurden dann auch deutlich handlichere Ausrüstunggegenstände begutachtet. Neben den verschiedensten Rucksäcken diverser Hersteller fanden insbesonsere die Laufbursche-Packs großen Zuspruch. Aber auch verschiedenste Kocher, wie etwa der Bushbuddy meiner Frau oder mein Bushcooker LT wurden neugierig rumgereicht.
Ungläubig konnte man auch den erstaunlich leistungsstarken 1-Gramm-Kocher des Norwegers in Aktion bestaunen.



Spontan fand auch eine kleine Modenschau statt, bei der diverse Ausrüstungsgegenstände ihrem Zweck entfremdet wurden um als ausgefallene Kleidungsstücke neu entdeckt zu werden. Zu nennen während da unter anderem die Laufbursche/ Lecter-Maske aus einer Gleitschutzkette für Schuhe. Oder auch die Cuben-Duschhaube von Q (ursprünglich ein Z-Packs Rucksackregenschutz).
Fotos kann ich hier aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes der Models leider nicht veröffentlichen...

Für Interessierte wurde auch eine umfangreiche Bibliothek über Ultraleichtliteratur bereitgehalten. Darunter Klassiker von Ray Jardine, Stefan Dapprich, Ryan Jordan, und vielen anderen...

Am Sonntag neigte sich dann das erfolgreiche Treffen dem Ende zu. Morgens gab es noch die Möglichkeit rasch alle Zelte, Tarps und Shelter im Hellen zu begutachten. Nachts hatte es dann nochmal geschneit, was nochmal einen ganz besonderen "Eindruck" bei den Unterkünften bewirkte...


Nach dem Frühstück wurden jedoch schon die ersten Sachen gepackt und die ersten Teilnehmer mussten sich auch schon verabschieden, da sie noch eine mehrstündige Fahrt vor sich hatten.
Ein besonderes Ereignis will ich Euch hier aber nicht vorenthalten. Am Morgen erhielten wir noch überraschenden Besuch von einem fremden Planeten. Der Besucher, der da aus einer durchscheinenden Konstruktion ans Freie trat war definitiv nicht von dieser Welt...


Alles in Allem war dieses erste Wintertreffen des Forums ein riesiger Erfolg. Vielen Dank für all die Teilnehmer die mit ihrer guten Laune und ihrem Humor für den Erfolg dieses Treffens beigetragen haben. Ich freue mich schon jetzt auf ein weiteres Treffen oder eine Tour mit Euch.
Also bis demnächst...

Montag, 11. Januar 2010

Winterzeit - Bivizeit

Was macht man eigentlich, wenn man auf der Suche nach einem bestimmten Ausrüstungsgegenstand ist, die auf dem Markt erhältlichen Artikel aber nicht den eigenen Anforderungen entsprechen?
- Man baut ihn selbst!
In der Outdoorszene auch als MYOG (Make Your Own Gear) bekannt. Der Vorteil dabei ist nicht nur ein auf die eigenen Bedürfnisse maßgeschneiderter Ausrüstungsgegenstand. Auch die Kosten sind oft bei weitem geringer als bei einem Produkt von der Stange. Dem Erfindungsreichtum sind dabei keine Grenzen gesetzt. Egal ob einfacher Packbeutel oder Ultraleichtrucksack, Spirituskocher oder Schlafsack. Alles ist möglich. Einige nähen auch ihre Tarps und Zelte mit großem Erfolg selbst. Z.B. Hendrik in Finland.
Nun aber zurück zu meinem Projekt.
Das Winterforumstreffen der Webseite Trekking-Ultraleicht.de rückt immer näher und so müssen auch meine Ausrüstungslücken geschlossen werden. Unter anderem benötige ich noch einen Biwaksack. Dieser soll nicht nur deutlich leichter sein als ein handelsübliches Produkt. Er soll winddicht, wasserabweisend und hoch atmungsaktiv sein. Zudem muß er geräumig genug für mein Wintersetup sein. Preislich sollte er sich auch im Ramen halten.
Als Material habe ich Tyvek gewählt. Ein Stoff, der meist beim Bau von Drachen oder auch als wasserdichte Versandtaschen Verwendung findet. Aus ihm werden auch einfache Schutzanzüge zur Verwendung im Chemiebereich hergestellt. Der Meter kostet je nach Materialstärke ca. 6€. Für mein Projekt brauche ich 3 Meter, einen Reißverschluß und unsere alte, aber bewährte Nähmaschine.
Zur Vorbereitung habe ich mein Setup (Isomatte, Schlafsack, etc.) aufgebaut um Maß zu nehmen.
Nachdem ich mir dann Gedanken über den Schnitt gemacht hatte, habe ich diesen auf das Tyvek übertragen.




Doppeltes Nachmessen und Kontrollieren sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden.
Anschließend habe ich die einzelnen Stücke zugeschnitten.




Als nächsten Schritt wurden die einzelnen Elemente mit Stecknadeln provisorisch aneinander fixiert und anschließend an der Maschine mit Kappnähten verbunden.




Knapp vier Stunden später lag das Gesamtergebnis dann vor mir.




Von einer Versiegelung der Nähte habe ich Abstand genommen. Zum Einen sind die Nähte durch den konsequenten Einsatz von Kappnähten und aufquellendem Faden schon relativ dicht. Zum Anderen dient der Biwaksack mir in erster Linie als Windschutz und zum Abweisen von einfacher Feuchtigkeit (Kondenswasser) und wird daher in der Regel in Verbindung mit einem Tarp eingesetzt.
Und wieviel wiegt jetzt das Teil?
Ultraleichte 200 Gramm!

Der erste Praxistest wird dann am kommenden Wochenende auf dem Forumstreffen im Harz stattfinden.

Montag, 4. Januar 2010

Start ins neue Jahr




Das neue Jahr haben wir spontan mit einem Ausflug begonnen. Nachdem wir schon am 1. Januar eine Runde durch den nahe gelegenen Wald gemacht hatten, packten wir zwei Tage später unsere Rucksäcke für einen ausgedehnteren Ausflug durch die verschneite Eifel.
Während meine Frau dabei eher klassisch, mit Lederstiefeln, FjällRaven Hose und Anorak unterwegs war, nutzte ich die Gelegenheit um mein Wintersetup nochmals in der Praxis auf Herz und Nieren zu überprüfen. Schließlich will ich ja nicht auf dem Winterforumstreffen frieren.
Als Kälteschutz in den Pausen hab ich dabei auf die Warmpeace-Daunenweste zurückgegriffen. An den Füßen hatte ich nicht wie ursprünglich geplant meine wasserdichten Lowa-Renegade mit GoreTex-Membrane, sondern die Asics Trail Attack. Auch wenn sie über keine wasserdichte Membrane verfügen wollte ich sie doch auch mal unter verschneiten Bedingungen testen.
Mit dabei war natürlich der neue Laufbursche-Pack.
Das Wetter blieb während unserer Tour durchweg auf unserer Seite. Abgesehen von zeitweise leichtem Schneefall blieb es durchgehend stabil und nahezu windstill.
Die Temperaturen lagen dabei zwischen -7°C und -9 °C Grad.








Unser Ausflug hat mir mal wieder gezeigt, daß es durchaus möglich ist auch mit weniger, bzw. dünnerer Kleidung unterwegs zu sein, sofern diese überlegt ausgewählt ist.
Obenrum hat mich während des Laufens das lange Unterhemd, das dünne Powerstretch-Fleece und der Featherlight-Smock ausreichend warm gehalten. Die Daunenweste hatte das nötige Wärmeplus um mich dann auch in den Pausen angenehm zu wärmen.
An den Beinen hielt mich die 3/4 Lauftight warm, während die Montane Terra Light Pants nicht nur den Wind zuverlässig abhielt, sondern zudem auch den Schnee problemlos abperlen ließ. Das sogar besser als die G1000-Hose meiner Frau. Auf den Einsatz der Berghaus PacLight Hose konnte ich somit verzichten.
Die Schuhe hatten auch bei Eis und Schnee einen hervorragenden Grip, so das ich mir ums Ausrutschen  keine großen Gedanken machen brauchte. Allerdings merkte ich schon bald, daß trotz eng sitzender Gamaschen meine Füße bald nass waren. Das Gewebe der Schuhe ist halt einerseits nicht wasserdicht, andererseits war es dann doch nicht so kalt, als das der Schnee am Schuh vom Schmelzen abgehalten würde.



Ein großes Problem stellte das für mich aber trotzdem nicht da. Während des Laufens blieben meine Füße Dank der Bewegung angenehm warm. Von kalten Stellen keine Spur. Hier sieht man mal wieder wie wichtig es gerade im Winter ist Schuhe so auszuwählen, daß die Füße noch die Möglichkeit haben sich zu bewegen und die Durchblutung nicht durch zu enge Schnürung oder Platzprobleme eingeschränkt wird.
Das gilt nicht nur für Trailrunner sondern auch für feste Bergstiefel.
Lediglich während der Pausen wurde es dann an den Füßen merklich kühler. Allerdings hielten mich meine Socken mit ihrem hohen Wollanteil noch ausreichend warm.
Bei Touren über mehrere Tage würde ich allerdings eher wasserdichte Schuhe bevorzugen. Gerade wenn man keine Möglichkeit hat die Schuhe an einem warmen Platz zu trocknen besteht die Gefahr, daß solchermaßen durchnässte Schuhe über Nacht regelrecht einfrieren. Zwar könnte man diese am nächsten Tag wieder "weichtragen", aber solange es funktionierende Alternativen gibt greife ich dann doch eher auf diese zurück.



Der Laufbursche-Pack war probehalber erneut mit kompletter Ausrüstung gepackt gewesen. Und erneut überzeugte er mich durch seine tadellosen Trageeigenschaften. Selbst die Handhabung mit warmen Handschuhen stellte keine Herausforderung da. Und obwohl sich in seinem Inneren nicht nur Isomatte, Schlafsack, Tarp und warme Kleidung und Verpflegung (nebst einer großen Thermosflasche) tummelten,  ließ sich sein Inhalt durch den ausgeklügelten "Deckel" problemlos erreichen und durchstöbern.