Montag, 11. Januar 2010

Winterzeit - Bivizeit

Was macht man eigentlich, wenn man auf der Suche nach einem bestimmten Ausrüstungsgegenstand ist, die auf dem Markt erhältlichen Artikel aber nicht den eigenen Anforderungen entsprechen?
- Man baut ihn selbst!
In der Outdoorszene auch als MYOG (Make Your Own Gear) bekannt. Der Vorteil dabei ist nicht nur ein auf die eigenen Bedürfnisse maßgeschneiderter Ausrüstungsgegenstand. Auch die Kosten sind oft bei weitem geringer als bei einem Produkt von der Stange. Dem Erfindungsreichtum sind dabei keine Grenzen gesetzt. Egal ob einfacher Packbeutel oder Ultraleichtrucksack, Spirituskocher oder Schlafsack. Alles ist möglich. Einige nähen auch ihre Tarps und Zelte mit großem Erfolg selbst. Z.B. Hendrik in Finland.
Nun aber zurück zu meinem Projekt.
Das Winterforumstreffen der Webseite Trekking-Ultraleicht.de rückt immer näher und so müssen auch meine Ausrüstungslücken geschlossen werden. Unter anderem benötige ich noch einen Biwaksack. Dieser soll nicht nur deutlich leichter sein als ein handelsübliches Produkt. Er soll winddicht, wasserabweisend und hoch atmungsaktiv sein. Zudem muß er geräumig genug für mein Wintersetup sein. Preislich sollte er sich auch im Ramen halten.
Als Material habe ich Tyvek gewählt. Ein Stoff, der meist beim Bau von Drachen oder auch als wasserdichte Versandtaschen Verwendung findet. Aus ihm werden auch einfache Schutzanzüge zur Verwendung im Chemiebereich hergestellt. Der Meter kostet je nach Materialstärke ca. 6€. Für mein Projekt brauche ich 3 Meter, einen Reißverschluß und unsere alte, aber bewährte Nähmaschine.
Zur Vorbereitung habe ich mein Setup (Isomatte, Schlafsack, etc.) aufgebaut um Maß zu nehmen.
Nachdem ich mir dann Gedanken über den Schnitt gemacht hatte, habe ich diesen auf das Tyvek übertragen.




Doppeltes Nachmessen und Kontrollieren sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden.
Anschließend habe ich die einzelnen Stücke zugeschnitten.




Als nächsten Schritt wurden die einzelnen Elemente mit Stecknadeln provisorisch aneinander fixiert und anschließend an der Maschine mit Kappnähten verbunden.




Knapp vier Stunden später lag das Gesamtergebnis dann vor mir.




Von einer Versiegelung der Nähte habe ich Abstand genommen. Zum Einen sind die Nähte durch den konsequenten Einsatz von Kappnähten und aufquellendem Faden schon relativ dicht. Zum Anderen dient der Biwaksack mir in erster Linie als Windschutz und zum Abweisen von einfacher Feuchtigkeit (Kondenswasser) und wird daher in der Regel in Verbindung mit einem Tarp eingesetzt.
Und wieviel wiegt jetzt das Teil?
Ultraleichte 200 Gramm!

Der erste Praxistest wird dann am kommenden Wochenende auf dem Forumstreffen im Harz stattfinden.

Kommentare:

  1. Klasse Ding!
    Freue mich schon riesig.

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  2. Yeps Basti, klasse Ding! Echt toll beschrieben, und die wichtigsten Sachen auch hervorgehoben = perfekt. Freue mich schon zu hören wie der Praxistest dieses Wochenende geht - viel Spaß im Harz!

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