Dienstag, 30. März 2010

Wenn ich keinen Rucksack hätt'...

...dann müsste ich vermutlich alles mit den Händen tragen.
Zugegeben, es gibt auch Alternativen wie z.B. Carsten Jost zeigt, der eine Alpenüberquerung mit einer Umhängetasche als einziges Gepäckstück hinter sich gebracht hat.
Andere und wohl eher kuriose Wege gehen dann Leute wie Tony Hawks der mit einem Kühlschrank durch Irland gereist ist oder auch ein Bekannter von mir, der Klaus vom Steppenwolf in Bonn, der seine "Expedition" des Eifelsteigs mittels einer Schubkarre bewerkstelligt hat.

Wer es Anfangs noch belächelt, seine Ausrüstung hinter sich her zu ziehen, bzw. vor sich her zu schieben, der kennt vermutlich Kai Fuchs noch nicht.

Bei ausgedehnten Wintertouren ist es ja nichts ungewöhnliches sein Gepäck auf einer Pulka, d.h. auf einem Gepäckschlitten hinter sich her zu ziehen. Obwohl es ja auch Leute gibt, die das selbe auch ohne passenden Schlitten versuchen.
Davon mal abgesehen ist es deutlich weniger anstrengend seine Ausrüstung lediglich in der horizontalen zu bewegen und sie nicht auch noch ständig hochhalten zu müssen, wie man es mit einem Rucksack macht. Gerade bei schwerer Winterausrüstung oder speziellem Equipment das ein gewisses Eigengewicht mit sich bringt, ist dies von Vorteil.

Was hat das aber mit Kai Fuchs zu tun?
Naja, ganz einfach. Er nutzt einen Gepäckanhänger fürs Wandern.


Der so genannte Monowalker erinnert dabei zuerst stark an einen Fahrradanhänger. Und die Ähnlichkeit kommt auch nicht von ungefähr, lässt sich dieses Teil doch auch leicht in einen solchen umfunktionieren.
Aber was soll man mit einem Anhänger beim Wandern?
Kai beschreibt das so:


Im Alltag schieben wir die Kids  im Kinderwagen oder  ziehen sie in Kinderanhängern hinterm Fahrrad her. Unser mobiles Büro findet im Business Trolley Platz. Der Fahrradanhänger nimmt für Expeditionen Wasser und Ausrüstung auf. Im Supermarkt benutzen wir den Einkaufswagen, im Flughafen den Kofferkuli und Tante Else geht mit ihrem Hacken –Porsche zum Einkaufen.

Doch warum trägt der Mensch noch seine Wanderausrüstung auf dem Rücken anstatt sie hinter sich her zu ziehen?




Dabei verspricht der Monowalker, daß man nur noch die Hälfte des Ausrüstungsgewichtes auf den Hüften trägt.
Zugegeben, für einen Ultraleichtwanderer wird es etwas verstörend wirken sein ohnehin schon leichtes Gepäck auf so ein Gefährt zu schnallen.
Mein Ding währe es vermutlich auch nicht, wiegt so ein Monowalker mit rund 6 Kilo doch schon deutlich mehr als meine gesamte mitgeführte Ausrüstung inkl. der Sachen die ich am Körper trage.
Für aber Leute, die auf schwere und womöglich sperrige Ausrüstung angewiesen sind bietet so ein Gefährt eine interessante Option. Will man z.B. Ausrüstung oder Verpflegung zu einem "Basecamp" schaffen, lassen sich mit so einem Monowalker auch mal größere Lasten einfacher transportieren wie mit einem Rucksack. Auch spezielle Ausrüstung wie sie z.B. von diversen Forschern in Form von Messinstrumenten benötigt wird ließe sich hiermit bestimmt einfacher ans Ziel bringen. 

Wer jetzt denkt, so ein Anhänger währe nicht geländegängig, der irrt. 
Durch seine Konstruktion und das auch als Daypack nutzbare Tragegeschirr kann man mit dem Anhänger auch anspruchsvollere Etappen meistern. Sollte es dann doch erforderlich werden die Ausrüstung zu tragen, weil evtl. der Untergrund zu sumpfig für das Rad wird, der kann den Anhänger auch als Lastenkraxe umfunktionieren. 



Die Idee hinter diesem abenteuerlichen Gefährt ist mit Sicherheit nicht schlecht. Für den Ultraleichtwanderer der jedoch stetig bemüht ist sein Ausrüstungsgewicht zu minimieren und seine Ausrüstung zu vereinfachen, der wird hier wohl nicht fündig.
Auch bezweifel' ich, daß man in naher Zukunft viele dieser Anhänger auf Wanderwegen treffen wird. Dagegen spricht neben dem doch für den  Durchschnittswanderer eher ungewohnten Konzept auch der Preis mit rund 900€. Dazu muß allerdings gesagt werden, dass der Anhänger in Deutschland und der Schweiz gefertigt wird und es sich dabei definitiv nicht um ein billiges Gimmick aus dem fernen Osten handelt.

Für den Spezialisten, der sich jedoch nicht von seiner schweren Ausrüstung trennen kann, der findet hier womöglich eine praktikable Lösung. 

Interessant fände ich den Monowalker allerdings bei diesem Szenario:
Den als Fahrradanhänger umfunktionierten Monowalker könnte man zum Transport eines sonst recht schweren Faltbootes nutzen.  Den letzten Rest des Weges zum Gewässer baut man diesen als Wanderanhänger um und erreicht so auch abgelegene Seen oder Flüsse problemlos. 
Der Monowalker ließe sich dann auch klein verpackt im Boot mitführen. 
Ist man dann unterwegs gezwungen, sein Boot über Land zu transportieren, weil evtl. ein Stauwehr oder ein sonstiges Hindernis im Weg liegt, steht der Monowalker bereit.

Man kann jetzt über dieses Gefährt denken was man will. Zumindest liefert der Monowalker aber ein paar interessante Ideen.


Kommentare:

  1. Man könnte auch ein Packraft anstelle eines schweren Faltboots benutzen - dann passt es sogar in den Rucksack!

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  2. Runtergraevenstein1. Januar 2013 um 20:16

    Witzig - ich hatte mal wegen Rückenproblemen überlegt, ob man nicht sowas als Rucksackalternative benutzen könnte. Allerdings wäre es mir wohl doch zu sperrig...
     

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  3. ...und auch wenn man's nicht direkt auf dem Rücken hat auch recht schwer. Beschleunigen und Abbremsen muss man ja trotzdem noch. Dann lieber gleich das Gepäck vom Gewicht her soweit runterschrauben das es keine Belastung mehr ist. Macht auch den Kopf frei! ;-)

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