Mittwoch, 14. April 2010

Es muss nicht gleich ein thruhike sein...

Während andere den 1.Aril dazu genutzt haben ihren Spaß auf Kosten anderer zu treiben, hatten wir die Gelegenheit ergriffen unseren Bau für eine kurze Tour zu verlassen. Spontan haben wir unsere Rucksäcke gepackt (und zugegeben, dabei nicht wirklich auf's Gewicht geachtet) und die nächste Bahn Richtung Eifel genommen.
Das Städtchen Bad Münstereifel liegt jetzt nicht wirklich weit von uns entfernt und die rund 25 Km Wegstrecke entsprechen wohl auch eher einem Tagesausflug. Da wir dort aber erst gegen 19:00 Uhr eintrafen konnten wir doch noch eine Übernachtung mit einbauen. Und wie heisst es so schön?
"Es muss nicht gleich ein thruhike sein. Haupsache raus!"

Und so schulterten wir unsere für eine so kurze Tour ungewöhnlich schweren und voluminösen Rucksäcke und spazierten loß, die letzten Sonnenstrahlen bis zum Einbruch der Dunkelheit ausnutzend.



Schon wenig später hatten wir die asphaltierten Straßen hinter uns gelassen und unsere Schritte wurden von den weichen Waldwegen gedämpft.

Die tiefstehende Sonne schien durch die Bäume und tauchte den im Erblühen befindlichen Wald in ein angenehmes Licht. Nur noch wenige andere Leute begegneten uns zu dieser Zeit noch im Wald und so waren die einzigen Geräuche neben den unseren nur noch das Zwitschern der Vögel und das leise Rascheln im Unterholz, hervorgerufen vom Wind und kleinen, aufgeschreckten Tieren.


Mit der Zeit brach dann auch die Dämmerung über uns herein, doch der Himmel lieferte noch genug Licht, so dass wir auch ohne unsere Stirnlampen unseren Weg in der Dunkelheit fortsetzen konnten.

Mit der aufsteigenden Dunkelheit wurde es auch merklich kälter und so reichten uns unsere Windhemden schon bald nicht mehr aus und wir kramten Handschuhe und Mütze aus unseren voll gestopften Rucksäcken.
Langsam wurde es also Zeit uns einen Platz für die Nacht, die uns schon längst eingeholt hatte, zu suchen.

In der Nähe der Steinbachtalsperre fanden wir eine recht geschützte Ecke, wo wir uns für die Nacht einrichten konnten.
Nachdem wir unser neues Heim, das GoLite ShangiLa 2, welches wir zum Testen mitgenommen hatten, aufgebaut hatten und uns dort drin schonmal gemütlich mit unserem Quilt eingerichtet hatten, widmeten wir uns dem übrigen Inhalt unserer Rucksäcke.
Gehüllt in wärmendes Primaloft bereiteten wir uns aufs Abendessen vor. Und da Beuteltiere ja bekanntermaßen zu den eher genügsamen Tieren zählen tauchte bald eine Tupperdose nach der anderen aus unseren Packs auf.

Kurz darauf brannte auch schon ein kleines Feuer im neuen Bushbuddy meiner Frau und nur ein wenig später fanden einige Putensteaks ihren Weg in die Pfanne.
Daneben genossen wir den noch schnell vor unserer Abfahrt zubereiteten Nudelsalat. Ein paar Schlucke eines eher "geistigen" Getränks halfen ebenso uns dem Nachtfrost zu wiedersetzen.
Gegen den leichten Wind hatten wir unsere treuen Schirme als einfachen Windschutz in unseren Rücken aufgespannt.


Da ich nicht umhin konnte diese gemütliche Szenerie auch im Bild festzuhalten, legte ich mich ein paar Meter entfernt mit dem Fotoapperat auf die Lauer um ihm eine angemessene Belichtungszeit zu gönnen.
Durch den Sucher bemerkte ich dann wie eine leichte Windböe meinen immer noch aufgespannten aber nun nichtmehr von mir gesicherten Schirm ergriff und Richtung Ufer trieb. Obwohl ich sofort aufsprang und noch im Laufen versuchte meine Lampe auf Weißlicht umzuschalten schaffte ich es doch nicht mehr ihn rechtzeitig einzuholen. Und so befand er sich schon außerhalb meiner Reichweite, im Wasser treibend, als ich am Ufer eintraf. Der Wind trieb ihn unermüdlich weiter in die Dunkelheit hinaus und so war das Letzte was ich von meinem treuen und lieb gewonnenen Begleiter sah, der Griff, der wie der Mast eines untergehenden Schiffes erst noch aus dem Wasser herausragte und dann in den Tiefen verschwand.
In diesem Moment fühlte ich mich unendlich einsam und nie hatte ich schneller meinen Rucksack um 200 Gramm erleichtert...
Wenigstens meine Frau war mir treu geblieben und war zwischenzeitlich nicht im Wald verschwunden. Mit einem weiteren Putensteak half sie mir über den Verlust hinweg.

Irgendwann wurde es dann auch für Beuteltiere Zeit ihr Nest aufzusuchen und so zogen wir uns auf die erste Nacht in unsere Neuerwerbung zurück.


Schon "früh" am nächsten Morgen krochen wir nach einer geruhsamen Nacht mit leichtem Frost wieder ans Tageslicht. Das ShangriLa war schnell abgebaut und unsere Rucksäcke rasch gepackt, so dass wir nach der obligatorischen Morgenwäsche und einem kurzen Frühstück schon bald wieder den Waldweg unter unseren Füßen spühren konnten.

Von nun an ging es stetig heimwärts.
Auf Höhe der Madbachtalsperre, wo wir noch wenige Tage vorher erfolgreich auf Schatzsuche waren, sammelte ich noch rasch eine Hand voll kleiner Äste um später noch einen Tee mit dem bushbuddy zu kochen.
An einer Bank legten wir eine Rast ein und genossen bei einer kleinen Mahlzeit den Ausblick und das herrliche Wetter.


Zunächst führte uns unser weiterer Weg über offene Felder und der Blick reichte bis zum Siebengebirge. Doch schon bald führte uns unser Weg wieder durch den Wald.

Auf schmalen Pfaden begleiteten wir einen kleinen Bach, der sich rechts von uns zwischen den Bäumen daherschlengelte. Bald begegneten uns auch schon wieder die ersten Spaziergänger und Jogger. Als wir schließlich aus dem Wald wieder ins freie traten waren es nur noch wenige hundert Meter bis zu unserer Haustüre.
Auch wenn sich dieser Ausflug wohl in der Länge nicht mit anderen Touren messen kann, war er doch für uns ein schönes Erlebnis, dass anderen Wanderungen in nichts nachstehen muss.


Diese Tour haben wir auch dazu genutzt, ein paar neue Sachen einzuweihen, bzw. auszuprobieren.
Zum einen währe da das bereits erwähnte ShangriLa 2, dass auf dieser Wanderung eigentlich unterfordert war. Aufgebaut hatten wir es mit dem modular erhältlichen Boden und uberzeugte uns vor allem durch seinen schnellen und einfachen Aufbau, sowie durch seinen großen, nutzbaren Innenraum.

Um die Nutzung unseres Duo-Quiltes zu ermöglichen verwendeten wir beim Aufbau vier Trekkingstöcke, wobei wir jeweils zwei zusammen als A-Frame nutzten.

Während der Tour kam nun auch meine Frau in den Genuss ihren neuen Montane Featherlight-Smock zu testen und hatte ihn umgehend als einen ihrer Favouriten gewonnen.
Ihren neuen Swing-Liteflex konnte sie zwar im Gegensatz zu mir wieder mit zurück nehmen, aber abgesehen von dem kurzen Einsatz als Windschutz wurde er mangels Regen bzw. starker Sonne nicht benötigt.

Ein anderes Teil konnte auf dieser kurzen Tour dafür gleich mehrfach überzeugen. Der Bushbuddy Ultra, den meine Frau erst Weihnachten bekommen hatte, hatte auf dieser Tour seinen ersten, größeren Einsatz. Neben seiner Nutzerfreundlichkeit, seiner enormen Leistung und seinem geringen Gewicht und Packmaß erstaunte er uns vor allem durch seinen geringen Verbrauch. Schon eine Handvoll Holz genügte um einen Topf voll Tee zu kochen. Und selbst die Steaks in der Pfanne brachten das Teil nicht an seine Grenzen.

Mal ganz abgesehen von der Lagerfeuerromantik die der Bushbuddy beschehrt hat er uns doch so überzeugt, daß er schon jetzt zu einem unserer Favouriten zählt.

Neben den neuen Schmuckstücken in unserer Sammlung hatten uns auch "alte Gefährten" wieder begleitet. Während meine Frau weiterhin zufrieden ihren GoLite Pinnacle, der sie schon seit unseren Flitterwochen begleitet, für ihre Ausrüstung nutzt, bin ich jedesmal aufs Neue von meinem Laufbursche huckePack begeistert.

Klaglos schluckt er alle Bürden, die ich ihm auflaste. Trägt sich dabei uneingeschränkt bequem und überzeugt durch sein gelungenes Gesamtkonzept.

Unser Quilt hat uns auch diesmal warm gehalten. Dennoch planen wir einen neuen Quilt anzufertigen, der diesmal nicht mit einem Kunstfaserflies, sondern aufgrund des günstigeren Packmasses und des geringeren Gewichtes mit Daunen ausgestattet wird.

Auch unsere Infinity Light-Jacken von Berghaus waren für die doch noch recht frischen Temperaturen perfekt.

Ein paar besondere Schätze, die uns schon mehrere Jahre begleiten will ich noch kurz erwähnen. Zu unseren absoluten Lieblingsstücken in unserem Ausrüstungsfundus gehören zwei paar dünne Baselayer Handschuhe von Haglöfs. Ursprünglich ein Spontankauf in einem kleinen Laden an einer Norwegischen Landstraße um unsere kalten Finger warm zu halten, haben wir diese Teile wirklich mehr als lieben gelernt. Im Gegensatz zu ähnlichen anderen Baselayerhandschuhen sind diesr stark windabweisend, dabei trotzdem sehr atmungsaktiv, schnelltrocknend und robust. Solo hatten wir sie sogar schon beim Skifahren an und unsere Finger blieben trotzdem warm.
Leider kann ich nicht mehr sagen um welches Modell es sich handelt und bisher habe ich diese Handschuhe auch in keinem Katalog gefunden. Sollte ich aber doch noch irgendwann mal über diese tollen Teile stolpern, werde ich mich direkt mit einem Vorrat eindecken.

Kommentare:

  1. Sehr schön :-)

    Gruß
    Ingmar

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  2. Nette Story, tut mir leid um deinen Schirm!
    Gruß

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  3. I noticed my beloved KRUPNIK here:-) great for singing also....
    Maciej form Poland (home of Krupnik)

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