Sonntag, 21. November 2010

MYOG - Daunen - Duo Quilt

Was lange währt wird endlich gut.
Das denkt ihr vielleicht, wenn ihr jetzt endlich diesen Bericht vor Euch seht.
Uns ging es ähnlich, als wir endlich unser Nähprojekt erfolgreich abgeschlossen hatten...

Aber fangen wir am besten ganz vorne an. Wir waren ja schon seit einiger Zeit sehr zufrieden mit unserem Ray-Way-Duo-Quilt unterwegs und konnten uns etwas anderes wie einen Quilt zum Schlafen eigentlich nicht mehr vorstellen. Lediglich das Gewicht und das Packmaß fielen mit zunehmender Reduzierung unserer sonstigen Ausrüstung etwas aus dem Rahmen. Und wie jeder ULer weiß, spart man das meiste Gewicht nicht mit dem Kürzen seiner Zahnbürste ein, sondern indem man sich den "großen Drei" zuwendet.
Aber wie kann man das Gewicht eines Quilts noch weiter reduzieren?
Indem man "einfach" auf Daune statt auf Kunstfaser als Isolierung zurückgreift.
Da die Preise für solche Doppel-Quilts im Handel aber mehr als unverschämt sind griffen wir mal wieder auf unsere eigenen Nähkünste zurück.

Also setzten wir uns an ein neues Schnittmuster.

und schnitten die einzelnen Stoffbahnen zurecht.

Aufgrund der Größe mussten Ober- und Unterseite aus jeweils zwei Stücken zusammengesetzt werden. Damit maß der Quilt erstmal ungefähr 2,20m x 2,20m. Zum Fußende war er etwas schmäler geschnitten.
Aus einer weiteren Stoffbahn wurden die einzelnen Stoffstreifen für die Daunenkammern zurechtgeschnitten.
Damit die vielen Stoffränder nicht sofort ausfransen machten wir uns noch die Mühe die Ränder vorher vorsichtig zu verschmelzen. Das sollte nicht nur den Nähvorgang erleichtern, bei dem sich gerne mal die feinen Fasern des Stoffes in die Maschine ziehen, sondern auch etwas zur Langlebigkeit des Quilts beitragen. (Ob's was gebracht hat erfahrt ihr dann in ein paar Jahren...)

Die einzelnen Stoffstreifen fixierten wir provisorisch an der Unterseite des Quilts mit Tesa-Streifen anstatt mit Nadeln, damit der Stoff möglichst daunendicht blieb.

 Insgesamt arbeiteten wir so 16 solcher 7 cm hohen Daunenkammern in den Quilt ein. Blieb also nur noch zu nähen...
Nachdem die Streifen auf der Unterseite fixiert waren nähten wir sie vom Fußende beginnend an die Oberseite. Anschließend wurde der Quilt einseitig mit einer einfachen Naht geschlossen, so dass die Kammern noch einseitig zugänglich waren.

Jetzt kam der lustige Teil...
Das Füllen der Daunen!
Also schnell das Bad leer geräumt, Regenkleidung an (da bleiben die Daunen nicht so dran kleben wie an Baumwollklamotten) und dann die 600 Gramm Daune gleichmäßig auf die einzelnen Kammern verteilen.
(Ein Bild gibt es hier jetzt nicht. Aber stellt euch einen Typen vor, der gerade wie im Wilden Westen geteert und gefedert wurde...)

Damit die Daunen dann auch dauerhaft drin bleiben haben wir den gesamten Rand des Quilts einmal eigeschlagen und vernäht.
Zum Schluß fehlte noch die Fußbox.
Der Einfachheit halber (und weil wir durch zwei defekte Nähmaschinen schon etwas in Verzug geraten waren  und unser Urlaub am nächsten Tag beginnen sollte) nähten wir die Seiten des Quilts am Fußende einfach zusammen und setzten ein Stoffdreieck am als Übergang zwischen Fußbox und offener Quiltseite ein um die Belastung auf die Nähte zu reduzieren.

Fertig.


Und mit  rund 900 Gramm Gesamtgewicht (bei 600 Gramm Daune!) ist dieser Quilt nicht nur ultraleicht und herrlich warm, sondern ist komprimiert nichtmal halb so groß wie unser Ray-Way-Quilt. Wir sind mehr als zufrieden mit unserem neuen Bett das uns von nun an auf unseren Touren begleiten wird.
So konnten wir ihn auch schon mit großer Freude auf unserer diesjährigen Sommertour testen.

Und auch auf dem letzten Forumstreffen von Trekking-Ultraleicht.de konnten sich die Teilnehmer von den Qualitäten dieses Duo-Quilts überzeugen.


Mittwoch, 17. November 2010

Und er läuft und läuft und...

Langzeiterfahrung mit dem Laufbursche huckePACK




Wer sich in der Ultraleichtszene umschaut stolpert bei Ausrüstungsfragen schnell über sogenannte Garagenfirmen. Darunter solch elustre Namen wie Gossamer Gear, Mountain Laurel Designs, Henry Shires Tarptents, Six Moon Designs.
Alle diese Firmen haben eins gemeinsam. Sie stammen von jenseits des großen Teiches, was es uns hier in Europa nur eingeschränkt und oft mit hohen Kosten möglich macht an die leichten Teile zu kommen.
Doch mittlerweile tut sich was auf dem Markt.
In einer kleinen, in Köln ansässigen Ultraleichtschmiede werden Rucksäcke und Tarps gefertigt, die in der Szene heiß begehrt sind.
Die Rede ist von Laufbursche.

Seit längerem teste ich nun schon ein Vorserienmodell des huckePACK genannten Ultraleichtrucksacks. Und auch meine Frau durfte sich dieses Jahr über einen solchen Pack freuen. Es wird also mal Zeit etwas über unsere Langzeiterfahrung mit diesen zu berichten.

Das schon der erste Eindruck überaus positiv ausgefallen ist, das hatte ich ja schon ausführlich geschildert.
Doch auch nach vielen Touren, überzeugt mich mein Pack mehr und mehr. Sowohl im Wintereinsatz mit sperriger Ausrüstung als auch bei ausgedehnten Touren im Sommer oder einfach spontanen Kurztrips am Wochenende war mir mein huckePACK ein treuer Begleiter.


Doch gehen wir mal was ins Detail.
Trotz der vielen Kilometer die er mittlerweile auf dem Buckel hat, zeigen sich bei der Verarbeitung keine Verschleißerscheinungen. Nirgendwo guckt ein Faden raus oder löst sich gar eine Naht. Auch die Materialauswahl bei unseren beiden Packs ist so gewählt, dass besonders belastete Stellen robuster und andere Bereiche aus leichterem Gewebe gefertigt wurden.
Die Verarbeitung zeigt trotz intensivem Einsatz keinerlei Mängel.
Auch das Format des Rucksackkorpus ist so gelungen geschnitten, dass man sowohl Isomatten im "Burrito-Style" als auch faltbare Matten gleichermaßen nutzen kann. Dies hat sich schon öfters bewährt, wenn eine Matte nicht genug war. Was eigentlich selbstverständlich erscheint funktioniert bei anderen Leichtrucksäcken oft nur bedingt optimal.

Der inovative und einmalige Deckelverschluß hat sich in der gesamten Zeit anderen Verschlußarten deutlich überlegen gezeigt. Nicht nur gegenüber anderen UL-Rucksäcken, die mehr oder weniger dicht schließen als auch gegenüber klassischen Tourensäcken bei denen man erst die Deckeltasche zur Seite klappen muss um dann den Schneefang auseinander zu ziehen. Beim huckePACK ganz einfach: "Verschluss auf. Sachen rein. Verschluss zu. Dicht!" Grade bei Regen wenn man den Inhalt nicht unnötig dem Wetter aussetzen will lernt man das mehr und mehr zu schätzen.

Apropo Regen. Wie auch schon der Urvater der Ultraleichtrucksäcke verfügt der huckePACK über geräumige Netzaußentaschen in denen man nasse Ausrüstung zum Trocknen transportieren kann. Dabei hat sich der schräge Schnitt der Seitentaschen für einen Zugriff auf den Tascheninhalt, ohne dafür den Pack abzusetzen, bewährt. So hatten wir unterwegs dank des gelungenen Schnitts und großzügigen Volumens sowohl unsere Trinkflaschne als auch GPS, Fotoapperat, Trekkingstöcke, Schirm, Mütze, Müsliriegel etc. immer bequem zur Hand.
Die große Fronttasche nahm dabei das nasse Tarp und das Groundsheet auf als auch Karten und Tourenbücher.

Die zahlreichen Ausrüstungsschlaufen eröffnen noch einige andere flexible Möglichkeiten seine Ausrüstung unterzubringen. Und sei es nur um unterwegs seine Socken zum Lüften an den Pack zu binden.

Mittlerweile bietet der Laufbursche auch adaptive Taschen für den Hüftgurt an, die die Einsatzmöglichkeiten nochmals erweitern. Ich kann es kaum erwarten mal ein paar dieser Taschen on-trail zu testen.

Zum Tragekomfort des Rucksacks kann ich nur folgendes sagen. Er sitzt perfekt. Natürlich hängt der Tragekomfort bei einem gestellosen Ultraleichtrucksack von einem sauberen Packsystem ab. Drückt der Kochtopf im Rücken oder steht irgendwo sogar ein Hering raus, hat man nicht nur was falsch gemacht. Der gelungenste Rucksack wird sich so nie bequem tragen lassen.
Beachtet man aber die Grundsätze beim Packen eines solchen Rucksacks, schmiegt sich der huckePack wie eine zweite Haut an den Träger. Die gepolsterten und kontuierten Schultergurte und der anatomisch geschnittene Hüftgurt ermoglichen für einen Ultraleichtrucksack auch bei großem Gewicht einen erstaunlichen Tragekomfort. Ideal bei Wintertouren oder langen Strecken, bei denen man auf viel Verpflegung angewiesen ist. Dabei liegt der Schwerpunkt nah am Körper.
Trotzdem kann es der Laufbursche nicht lassen und hat bei der neuesten Generation die Schultergurte im Schnitt nochmals minimal verändert um evtl. Druckstellen noch besser vorzubeugen und den Sitz nochmals zu verbessern. Da merkt man den Perfektionisten.



Wo wir grade dabei sind. Was würde ich selber am huckePack verändern?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, bin ich von meinem huckePACK doch sehr überzeugt. Zudem arbeitet der Laufbursche einerseits Änderungen die im angetragen werden und die sich bewährt haben, so wie andere Modifikationen regelmäßig in seine Packs ein. Andererseits werden seine Packs zudem noch nach einem Baukastensystem mit dem Kunden gemeinsam entworfen. Dies ermöglicht nicht nur eine individuelle Größenanpassung. Es erlaubt es dem Kunden den Rucksack seinen Bedürfnissen entsprechend zu ordern (Material, Volumen, Extras etc,). Das Grundmodell bleibt dabei aber erhalten.
So verfügt die neueste Generation nicht nur über eine adaptive Möglichkeit eine faltbare Isomatte außen griffbereit als Rückenpolster zu befestigen. Auch eine Reißverschlusstasche für Kleinteile gibt es auf Wunsch im Deckel. Das bei all diesen Ausstattungsdetails das Gewicht immer noch ultraleicht bleibt zeugt von echtem Verständnis für diese Materie und das Handwerk.



Also was würde ich verändern?
Bzw. Was hätte ich bei einem neuen huckePACK anders ausgewählt?
Höchstens das Volumen! ;-)
Ist doch auch meine sonstige Ausrüstung mittlerweile leichter und kompakter geworden und da wirkt mein XL-huckePACK auf Touren schon etwas riesig.



Aber für den Fall, daß man schon eher Superultraleicht unterwegs ist hat der Laufbursche ja noch den kleinen Bruder des bewährten Packs im Arsenal. Wer also noch den richtigen Rucksack für SUL-Touren sucht ist wohl beim huckePäCKchen an der richtigen Adresse.

Ob dieser auch was für mich ist? Wer weiß? Immerhin ist ja bald Weihnachten... ;-)



www.beuteltiere.org