Mittwoch, 17. November 2010

Und er läuft und läuft und...

Langzeiterfahrung mit dem Laufbursche huckePACK




Wer sich in der Ultraleichtszene umschaut stolpert bei Ausrüstungsfragen schnell über sogenannte Garagenfirmen. Darunter solch elustre Namen wie Gossamer Gear, Mountain Laurel Designs, Henry Shires Tarptents, Six Moon Designs.
Alle diese Firmen haben eins gemeinsam. Sie stammen von jenseits des großen Teiches, was es uns hier in Europa nur eingeschränkt und oft mit hohen Kosten möglich macht an die leichten Teile zu kommen.
Doch mittlerweile tut sich was auf dem Markt.
In einer kleinen, in Köln ansässigen Ultraleichtschmiede werden Rucksäcke und Tarps gefertigt, die in der Szene heiß begehrt sind.
Die Rede ist von Laufbursche.

Seit längerem teste ich nun schon ein Vorserienmodell des huckePACK genannten Ultraleichtrucksacks. Und auch meine Frau durfte sich dieses Jahr über einen solchen Pack freuen. Es wird also mal Zeit etwas über unsere Langzeiterfahrung mit diesen zu berichten.

Das schon der erste Eindruck überaus positiv ausgefallen ist, das hatte ich ja schon ausführlich geschildert.
Doch auch nach vielen Touren, überzeugt mich mein Pack mehr und mehr. Sowohl im Wintereinsatz mit sperriger Ausrüstung als auch bei ausgedehnten Touren im Sommer oder einfach spontanen Kurztrips am Wochenende war mir mein huckePACK ein treuer Begleiter.


Doch gehen wir mal was ins Detail.
Trotz der vielen Kilometer die er mittlerweile auf dem Buckel hat, zeigen sich bei der Verarbeitung keine Verschleißerscheinungen. Nirgendwo guckt ein Faden raus oder löst sich gar eine Naht. Auch die Materialauswahl bei unseren beiden Packs ist so gewählt, dass besonders belastete Stellen robuster und andere Bereiche aus leichterem Gewebe gefertigt wurden.
Die Verarbeitung zeigt trotz intensivem Einsatz keinerlei Mängel.
Auch das Format des Rucksackkorpus ist so gelungen geschnitten, dass man sowohl Isomatten im "Burrito-Style" als auch faltbare Matten gleichermaßen nutzen kann. Dies hat sich schon öfters bewährt, wenn eine Matte nicht genug war. Was eigentlich selbstverständlich erscheint funktioniert bei anderen Leichtrucksäcken oft nur bedingt optimal.

Der inovative und einmalige Deckelverschluß hat sich in der gesamten Zeit anderen Verschlußarten deutlich überlegen gezeigt. Nicht nur gegenüber anderen UL-Rucksäcken, die mehr oder weniger dicht schließen als auch gegenüber klassischen Tourensäcken bei denen man erst die Deckeltasche zur Seite klappen muss um dann den Schneefang auseinander zu ziehen. Beim huckePACK ganz einfach: "Verschluss auf. Sachen rein. Verschluss zu. Dicht!" Grade bei Regen wenn man den Inhalt nicht unnötig dem Wetter aussetzen will lernt man das mehr und mehr zu schätzen.

Apropo Regen. Wie auch schon der Urvater der Ultraleichtrucksäcke verfügt der huckePACK über geräumige Netzaußentaschen in denen man nasse Ausrüstung zum Trocknen transportieren kann. Dabei hat sich der schräge Schnitt der Seitentaschen für einen Zugriff auf den Tascheninhalt, ohne dafür den Pack abzusetzen, bewährt. So hatten wir unterwegs dank des gelungenen Schnitts und großzügigen Volumens sowohl unsere Trinkflaschne als auch GPS, Fotoapperat, Trekkingstöcke, Schirm, Mütze, Müsliriegel etc. immer bequem zur Hand.
Die große Fronttasche nahm dabei das nasse Tarp und das Groundsheet auf als auch Karten und Tourenbücher.

Die zahlreichen Ausrüstungsschlaufen eröffnen noch einige andere flexible Möglichkeiten seine Ausrüstung unterzubringen. Und sei es nur um unterwegs seine Socken zum Lüften an den Pack zu binden.

Mittlerweile bietet der Laufbursche auch adaptive Taschen für den Hüftgurt an, die die Einsatzmöglichkeiten nochmals erweitern. Ich kann es kaum erwarten mal ein paar dieser Taschen on-trail zu testen.

Zum Tragekomfort des Rucksacks kann ich nur folgendes sagen. Er sitzt perfekt. Natürlich hängt der Tragekomfort bei einem gestellosen Ultraleichtrucksack von einem sauberen Packsystem ab. Drückt der Kochtopf im Rücken oder steht irgendwo sogar ein Hering raus, hat man nicht nur was falsch gemacht. Der gelungenste Rucksack wird sich so nie bequem tragen lassen.
Beachtet man aber die Grundsätze beim Packen eines solchen Rucksacks, schmiegt sich der huckePack wie eine zweite Haut an den Träger. Die gepolsterten und kontuierten Schultergurte und der anatomisch geschnittene Hüftgurt ermoglichen für einen Ultraleichtrucksack auch bei großem Gewicht einen erstaunlichen Tragekomfort. Ideal bei Wintertouren oder langen Strecken, bei denen man auf viel Verpflegung angewiesen ist. Dabei liegt der Schwerpunkt nah am Körper.
Trotzdem kann es der Laufbursche nicht lassen und hat bei der neuesten Generation die Schultergurte im Schnitt nochmals minimal verändert um evtl. Druckstellen noch besser vorzubeugen und den Sitz nochmals zu verbessern. Da merkt man den Perfektionisten.



Wo wir grade dabei sind. Was würde ich selber am huckePack verändern?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, bin ich von meinem huckePACK doch sehr überzeugt. Zudem arbeitet der Laufbursche einerseits Änderungen die im angetragen werden und die sich bewährt haben, so wie andere Modifikationen regelmäßig in seine Packs ein. Andererseits werden seine Packs zudem noch nach einem Baukastensystem mit dem Kunden gemeinsam entworfen. Dies ermöglicht nicht nur eine individuelle Größenanpassung. Es erlaubt es dem Kunden den Rucksack seinen Bedürfnissen entsprechend zu ordern (Material, Volumen, Extras etc,). Das Grundmodell bleibt dabei aber erhalten.
So verfügt die neueste Generation nicht nur über eine adaptive Möglichkeit eine faltbare Isomatte außen griffbereit als Rückenpolster zu befestigen. Auch eine Reißverschlusstasche für Kleinteile gibt es auf Wunsch im Deckel. Das bei all diesen Ausstattungsdetails das Gewicht immer noch ultraleicht bleibt zeugt von echtem Verständnis für diese Materie und das Handwerk.



Also was würde ich verändern?
Bzw. Was hätte ich bei einem neuen huckePACK anders ausgewählt?
Höchstens das Volumen! ;-)
Ist doch auch meine sonstige Ausrüstung mittlerweile leichter und kompakter geworden und da wirkt mein XL-huckePACK auf Touren schon etwas riesig.



Aber für den Fall, daß man schon eher Superultraleicht unterwegs ist hat der Laufbursche ja noch den kleinen Bruder des bewährten Packs im Arsenal. Wer also noch den richtigen Rucksack für SUL-Touren sucht ist wohl beim huckePäCKchen an der richtigen Adresse.

Ob dieser auch was für mich ist? Wer weiß? Immerhin ist ja bald Weihnachten... ;-)



www.beuteltiere.org

1 Kommentar:

  1. Sehr schöner Bericht.
    Ich habe den gleichen Fehler gemacht Erstmal einen huckePACK mit großem Volumen gekauft. Naja Fehler war es keiner nur der Pack ist eben für Kurztrips etwas zu groß. Das huckePÄCKchen kompensiert dies sehr prima. Genug platz für ne 4-Tagestour im Sommer und genug Ausrüstungsscglaufen. Wird Zeit, dass ich darüber die Woche mal einen Bericht schreibe, weil man noch nix vernünftiges oder eher gar nix im Netz findet.

    Da ja wieder Weihnachten vor der Tür steht, liebäugel ich auch mit einem PACK. Aber welches Material nimmt man nur. Er hat so viel an Auswahl, da wird es mal wieder sehr sehr schwer.

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