Samstag, 31. Dezember 2011

zwei Beuteltiere blicken zurück

Das Jahr 2011 liegt bereits in den letzten Zügen. Das nächste Jahr lässt sich schon fast am Horizont erahnen. Da wollen wir noch einmal rasch die Gelegenheit ergreifen und einen kurzen Blick zurückwerfen.
Neben unseren beiden großen Touren nach Schottland und Island sind uns auch noch viele andere kürzere Touren und Ereignisse im Gedächtnis geblieben. Sei es eines der mittlerweile regelmäßigen Treffen des deutschen Trekking Ultraleicht Forums wo sich über die Jahre feste Freundschaften entwickelt haben. Oder auch die 100Km Wanderung “Horizontale Jena” die wir gemeinsam mit einigen Freunden aus eben diesem Ultraleichtforum angegangen sind. Dann waren da unsere zahlreichen Wochendtrips die uns immer wieder zeigen, dass man nicht um den halben Globus reisen muss um Neues zu entdecken. Gänzlich überrascht wurden wir dann noch durch die Einladung von GoreTex zum European Blogger Summit wo dann auch mal einige der Blogs die wir verfolgen ein Gesicht bekamen.

Und nicht zu vergessen: Es hat Nachwuchs bei uns gegeben. Unsere zwei huckePACKS konnten sich über zwei kleine huckePÄCKchen freuen. ;-) Mit stetig optimierter Ausrüstung ist nicht nur das Gewicht sondern auch das Volumen unseres Gepäcks im vergangenen Jahr nochmal merklich geschrumpft. Und das obwohl wir nun in Zukunft mit so einem Raumwunder wie der Laufbursche Lavvu unterwegs sein werden. Da freut sich der engagierte Ultraleichtwanderer.

Wie ihr seht, gibt es also einiges auf das wir zurückblicken können und ebenso viele Leute, an die wir am Ende dieses Jahres zurückdenken. Nicht zu letzt aber möchten wir uns bei unseren Lesern für die vielen netten Kommentare und das Interesse an uns und unserem Blog bedanken. Freut es uns doch immer wieder wenn wir andere durch unsere kleinen Berichte zu eigenen Ideen oder Touren anregen konnten.

Wie wird es nun im nächsten Jahr mit uns weitergehen?
Für den Anfang des Jahres stehen erstmal noch ein paar Erfahrungsberichte von uns aus. Neben diverser “Hardwear” wird es eine kleine Serie über Outdoornahrung geben. Nachdem wir die Touren des letzten Jahres damit verbracht haben uns durchdas Sortiment von Michaels Outdoor Food Shop zu futtern wollen wir euch unsere Eindrücke davon natürlich nicht vorenthalten.
Und seit ich mich im letzten Jahr auch intensiver dem Trailrunning zugewendet habe werdet ihr vermutlich auch in dieser Hinsicht mehr zu lesen bekommen.
Was kommende Touren angeht haben wir zwar schon einige Ideen, wie etwa den GR20 auf Korsika. Aber das Jahr ist lang und warum schreibt ihr uns nicht einfach mal wo ihr uns nächstes Jahr mal gerne sehen würdet?

In diesem Sinne wünschen wir Euch noch ein entspanntes Restjahr 2011, einen guten Rutsch und ein erfolgreiches, Touren reiches Jahr 2012!

Eure Beuteltiere,
Rike & Basti


Dienstag, 20. Dezember 2011

Silva Trailrunner - ...und es werde Licht!


Langsam aber sicher neigt sich das Jahr dem Ende zu. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger....

Vor einiger Zeit schon musste ich meine morgendliche Laufrunde auf den Abend verlegen, da es einfach noch zu dunkel war zum Laufen. Und es dauerte nicht lange, da wurde ich auch Abends von der immer früheren Dunkelheit überrascht. Aber als alter Outdoor Profi hat man ja ein ganzes Sammelsurium an Lampen angehäuft, das einem das Leben in der dunklen Jahreszeit  erleichtern sollte.

Da ich bisher nie auf eine Lampe beim Laufen angewiesen war (nicht, weil es früher nie Dunkel wurde, sondern einfach weil ich mich bis vor einem Jahr nie so richtig fürs Laufen begeistern konnte) lag mein Fokus dabei aber mehr auf der gewichtsbewussten Lösung. 
Meine Schlüsselanhängerlämpchen wie z.B. die Photon Freedom oder meine "Just-in-case" Stirnlampe, die Petzl eLite taugen zwar durchaus für den Einsatz im Camp, wenn man mal kurz die Karte checken will oder etwas im Rucksack sucht, aber für eine Nachtwanderung, geschweige denn einen Lauf im Dunkeln sind sie dann doch etwas zu schwach auf der Brust. 
Eine Taschenlampe wollte ich nicht unbedingt mit mir rumschleppen. Und so war das momentan stärkste Pferd im Stall meine Petzl Tikka. 
Immerhin klein und leicht, saß sie auch bei etwas flotterer Bewegung noch ausreichend fest am Kopf. Und dass man mit ihr auch im Dunkeln noch seinen Weg finden kann, hat sie sowohl bei einigen Nachtcaches als auch auf mehreren 24 Stunden-Wanderungen und ausgedehnten Winterwanderungen bewiesen. Was sollte also schief gehen?

Das diese Lösung nicht ideal war, zeigte mir recht schnell eine Wurzel, die meinem wachsamen Auge durch den erzwungenen Tunnelblick des Lichtkegels entgangen war. Notgedrungen folgte das Auge dem auf- und abhüpfenden Lichtkegel der Stirnlampe. Alles andere, was gerade nicht im Fokus der Stirnlampe lag, wurde schlichtweg ausgeblendet. Resultat: Ein schmerzender Fuß und ein knapp entgangener Sturz. Das Lauferlebnis war erstmal getrübt und ich machte mich auf den Rückweg.

Kaum zuhause, suchte ich nach einer Lösung. Ich durchstöberte diverse Blogs, Foren und Testberichte. Ich befragte Freunde und Bekannte nach ihren Erfahrungen mit dieser und mit jener Lampe. Oft wurden mir technische Wunderwerke jenseits der 90€ angepriesen. Irgendwie machte mich das nicht so ganz glücklich. Laufen sollte doch eigentlich ein günstiger Sport sein?

Dann stolperte ich über die Silva Trailrunner. Sowohl im Magazin "Trail" als auch in diversen Laufforen wurde dieses Teil hoch gelobt. Einen Preis hatte sie auch noch eingeheimst. Und diejenigen in meinem Bekanntenkreis, die bereits eine ihr Eigen nannten waren begeistert. 

Wie es der Zufall so will fragten die Bergfreunde bei mir an, ob ich nicht mal wieder ein Produkt für sie testen wolle und wir einigten uns schnell auf die bereits von mir favourisierte Silva Trailrunner.
Und wenige Tage später fand sich dann auch schon das heiß erwartete Packet bei mir ein.

schwenkbarer Lampenkopf mit Tastschalter 

Batteriefach

Die Stirnlampe besteht aus dem breit geschnittenen Stirnband (das auf der Innenseite zusätzlich mit einer feinen Gummierung versehen wurde um einem Verrutschen vorzubeugen), dem Batteriefach das üblicherweise am Stirnband auf der Rückseite des Kopfes getragen wird, und dem eigentlichen Lampenkörper.
Zum Betrieb der Lampe werden lediglich zwei AA Batterien benötigt!

Bei niedrigeren Temperaturen bietet es sich an, das Batteriefach nicht am Stirnband zu befestigen, sondern stattdessen nah am Körper in einer Jackentasche unterzubringen. So sollte die Lampe auch bei tieferen Temperaturen einsatzbereit bleiben und für einen evtl. Batteriewechsel ist das Fach auch deutlich einfacher zugänglich. Bei einer Doku über den Yukon Arctic Ultra entdeckte ich dann auch zufällig einen Teilnehmer, der genau so mit seiner Silva Trailrunner verfuhr. Wenn das mal nichts heißt!

Die Lampe verfügt über vier Leuchtmodi (drei Helligkeitsstufen und ein Blinkmodus), die über einen selbst mit Handschuhen sehr gut zugänglichen Knopf an der Seite des Lampenkörpers angesteuert werden können.
orange - noch hält die Batterie

Nach dem Ausschalten leuchtet kurz eine farbige LED auf, die einen über den verbleibenden Ladezustand der Batterien informiert: (grün, orange oder rot)

Die Bedienung ist wirklich sehr simpel und eingängig.

Das herausragende Merkmal dieser Lampe ist aber die sogenannte Intelligent Light Technologie! Soll heißen:
Statt einer LED nutzt die Silva Trailrunner gleich drei LEDs, die so aufeinander abgestimmt sind, dass eine gleichmäßige Ausleichtung der gesamten Umgebung stattfindet! Schluss mit Tunnelblick!
klassische 1-LED-Lampe - nur Spot

Silva Trailrunner mit Intelligent Light - gleichmäßige Ausleuchtung

Soviel zu der Theorie. Aber wie schlägt sich das Teil in der Praxis?
Meine erste Laufrunde im Dunkeln versetzte mich dann doch in Erstaunen. Auf Knopfdruck wurde es schlagartig hell. Und zwar nicht nur vor mir! Mein gesamtes Sichtfeld wurde gleichmässig stark ausgeleuchtet! Selbst aus dem Augenwinkel heraus konnte ich die Umgebung noch warnehmen. Und trotz leicht nieseligem Wetter reichte die Lampe dabei knapp 40 Meter weit.


Etwas Feintuning am Lampenkörper war dann aber doch von nöten. Da der Lampenkopf etwas hervorsteht und keine Blende nach unten aufweist hatte ich Anfangs immer einen Lichtkreis im oberen Sichtfeld. Gerade bei dem Nieselregen und dem feinen Nebel während diesem ersten Lauf war das etwas störend. Da der Lampenkopf sich aber auch in der Bewegung problemlos im Winkel verstellen lässt hatte ich diese Problem nach einiger Zeit im Griff.
die Lampe lässt sich stufenlos schwenken

Durch die gleichmäßige Ausleuchtung der Silva Trailrunner vergisst man leicht wie hell diese Lampe ist. Eine kleine Gruppe Geocacher, die zwar selbst mit Stirnlampe und allerlei anderer Gadgets ausgestattet durch den nächtlichen Wald stöberten scheuchte ich damit regelrecht auf als ich so ausgeleuchtet durch den Wald dahergeflitzt kam. Einer der Cacher stolperte erschrocken und geblendet ins nächste Gebüsch. Ich sah natürlich zu, dass ich mich schnell davon machte...
Hinter mir hörte ich nur noch "Mann war das hell!"
Der erste Testlauf war also ein voller Erfolg.

Mittlerweile hat mich die Trailrunner nicht nur auf meinen regelmäßigen abendlichen Laufrunden zuverlässig begleitet. Auch auf dem Fahrrad hat sie mir schon ab und an gute Dienste geleistet, wo die normale Fahrradbeleuchtung nicht mehr ausreichte. Auch auf einigen kurzen Wochenendtouren hat sie mich jetzt schon begleitet. Das letzte mal bei meinem 82 km Lauf auf dem Eifelsteig wo ich heilfroh war, dass ich so eine zuverlässige Lampe im Gepäck hatte.
Dabei hat sich gezeigt wie gut zugänglich das Batteriefach auch im absoluten Dunkeln ist, wenn man mal vergisst vorher frische Batterien einzusetzen...
Batteriefach ist ohne Werkzeug leicht zugänglich

Die Silva Trailrunner ist in der Tat eine Lampe, die ich ohne weiteres weiterempfehlen kann. Gerade für sportliche Aktivitäten wo man auf eine gute Ausleuchtung angewiesen ist zeigt sich ihre Stärke.

Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk für den Sportler in der Familie sucht oder sich selbst etwas Gutes für die kommende Wintertour gönnen möchte, sollte hier fündig werden.

p.s. Uns hat die Lampe übrigens so überzeugt, dass wir bereits eine weitere Trailrunner unser Eigen nennen. In Zukunft werden wir also gemeinsam die Nacht zum Tag machen!

Montag, 12. Dezember 2011

Island - unsere Ausrüstung


Nachdem meine Socken nun das x-te mal die Waschmaschine besucht haben und nun endlich der letzte Krümel Vulkansand ihr Gewebe verlassen hat, wird es mal Zeit einen Blick auf unsere Ausrüstung unserer diesjährigen Islandtour zu werfen.

Ich verzichte darauf eine detailierte Packliste aufzuführen, sondern konzentriere mich lieber auf wesentliche Sachen. Etwa Ausrüstung, die uns wirklich überzeugt hat, oder Dinge, die nicht das halten konnten was sie versprachen
Ebenso will ich ein paar Gedanken los werden, was wir, sollten wir einmal eine ähnlich Tour planen, in Zukunft anders machen würden. Das soll Euch natürlich nicht davon abhalten, auch Fragen zu Dingen zu stellen, die ich nicht angesprochen habe. Also fangen wir mal an...

Nicht ohne meinen huckePACK

Und zwar mit unseren Rucksäcken! Nicht nur, weil ein Rucksack irgendwo DAS Erkennungsmerkmal eines jeden Fernwanderers ist, sondern weil wir gleich am Flughafen ein etwas unschönes Erlebnis damit hatten. 
Dies ist weiß Gott nicht der erste Flug bei dem wir unser Rucksäcke dabei hatten und nie ist etwas passiert. Diesmal hat man es aber tatsächlich geschafft, an meinem treuen huckePACK die Schnalle eines Schultergurtes zu zerbrechen und ein Stück des Gurtes abzureißen! Vermutlich ist der Gurt beim Verladen in einem der Transportbänder hängen geblieben. Der Schaden war defenitif NICHT auf einen Material oder Verarbeitungsfehler hin zurückzuführen sondern schlicht auf das Einwirken einer großen, maschinellen Kraft. Gepäckstücke anderer Mitreisender (die keine UL-Rucksäcke hatten) hatte es teilweise sogar noch deutlich ärger erwischt. 
Das hätten wir besser auch mal auf dem Hinflug gemacht!
Merke: Beim Transport im Flugzeug lieber immer den guten Rucksack in einem Plastikbeutel verpacken!
Der Schaden ließ sich dann aber noch an Ort und Stelle improvisiert beheben, so dass wir nicht nur unseren Zubringerbuss nicht verpassten, sondern der Rucksack auch die restlichen vier Wochen klaglos durchgestanden hat.
Da wir für diese Tour neben unserer Ausrüstung noch rund 2 Wochen an Verpflegung bereits mit uns führten, waren unsere huckePACKS diesmal wirklich ordentlich voll. Aber trotzdem ließen sie sich sehr bequem tragen und absolvierten auch diese Tour wiedermal mit Bravour
Mein Resümee: Nie mehr was anderes! (außer bei kürzeren Touren, da kommt dann ein huckePÄCKCHEN mit...)

Ein weiteres Teil, was uns auf unserer Tour zusehends begeistert hat war unser ShangriLa 2. Dabei muss ich allerdings zwischen dem Flysheet, sprich dem Zelt als solchem und dem Innenzelt, das wir kurz vorher gekauft hatten, unterscheiden. Das Zelt an sich hat alles was Island an Wetter während unserer Tour zu bieten hatte klaglos weggesteckt. Dabei hat es sogar diverse andere "Sturmzelte", sei es Tunnel oder Geodäten von so namhaften Herstellern wie Hilleberg und co. in den Schatten gestellt! Dafür notwendig war natürlich eine solide Verankerung im Boden, was bei den Isländischen Verhältnissen nicht immer unbedingt leicht war. Aber dazu später.
Der Sturm kann kommen. Das ShangriLa steht.

Der Aufbau des ShangriLa ging uns wirklich rasend schnell von der Hand. Nachdem die Ersten Zeltnägel die Plane am Boden fixierten und mit Steinen zusätzlich gesichert wurden, drückten unsere Stöcke das Konstrukt auch schon in die Höhe. 
Während ich mich draußen darum kümmerte, dass auch der Rest mit einer kunstvollen Mauer aus Steinen abgeschirmt wurde, hängte Rike derweil das Innenzelt ein und kümmerte sich um die "Inneneinrichtung".
Womit wir zum Innenzelt des ShangriLa 2 kommen. Unser ShangriLa ist noch ein 2010er Modell (aus Silnylon), das Innenzelt das vom 2011er. Glaubt mir, das passt NICHT! Wir haben vor der Tour schon versucht diverse Lösungen zu finden. Vergeblich. Das Moskitonetz hängt einfach viel zu stark durch. Scheint so, als ob das 2011er ShangriLa eine einige wenige Zentimeter längere Firstnaht hat, die das Innenzelt auf mehr Spannung bringt. 
Beholfen haben wir uns schließlich mit Nadel und Faden womit wir den überflüssigen Stoff einfach an einer Seite zusammengerafft haben. Nicht schön, aber funktioniert.

Auch die Abspannschlaufen am Innenzelt finde ich nicht so 100% gelungen. Da sie nicht in der Länge verstellbar sind fällt es schwer sie an die selben Heringe wie das Außenzelt zu befestigen. D.h. es müssten extra Heringe für das Innenzelt mitgeführt werden. Wir haben uns der UL-Methode bedient und einfach in jede Ecke des Innenzeltes einen gefüllten Packbeutel (z.B. unsere Verpflegung) gelegt und somit das Innenzelt von Innen her gespannt und beschwert. Simpel, schnell und effektiv! 

Was die Fixierung unseres Zeltes am Boden betraf hatten wir uns vorher längere Zeit Gedanken gemacht. Immer wieder hört man ja vom Isländischen Sandboden. Das brachte uns schließlich dazu neben normalen Y-Heringen auch Sandheringe mitzuführen. Blöde Idee!
Zwar gibt es auf Island mehr als genug Sand (der einem auch ständig überall reinzukriechen versucht) aber der Boden, den man in der Regel dort vorfindet besteht zu größten Teilen aus Stein bzw. Geröll. Soll heißen, es sieht zwar erst aus wie eine weiche Sandschicht, versucht man aber einen Hering dort reinzustecken, trifft man mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen Stein! Typische Sandheringe sind hier fehl am Platz. Von den Sechs Stück die wir mitgenommen hatten, haben wir jetzt noch drei, da die übrigen gnadenlos untauglich geworden sind.
Empfehlen kann ich Heringe wie die von uns verwendeten Y-Heringe oder andere verwindungssteife Heringe mit gutem Grip und möglichst lang! Um eine zusätzliche Sicherung mit herumliegenden Steinen wird man wohl dabei trotzdem nicht herumkommen.

Unseren Daunenquilt hatten wir ja bereits erfolgreich in Schottland getestet und auch in Island hat er uns wieder begleitet. Diesmal wurde jedoch der improvisierte Tyvek-Bivvy gegen ein deutlich leichteres und Packmaß-freundlicheres Modell aus Epic ausgetauscht. Unser Epic-MYOG-Bivvy war dann auch die perfekte Ergänzung zu unserem Schlafsetup. In Kombination mit dem Innenzelt hat der uns dann auch das letzte bißchen Wind aus unserem Quilt rausgehalten ohne dass es jemals zu Kondesproblemen gekommen währe.
Hier nochmal ein großes Dankeschön an Mateusz aka Laufbursche, dass er uns dieses feine Stöffchen überlassen hat (ich weiß ja, dass Du das für Dich eingeplant hattest!)

Als Isomatte hat Rike wieder zufrieden auf ihre Therm-a-Rest Prolite 3 Short zurückgegriffen. Ich war mit meiner zwar körperlangen aber viel zu dünnen EVA-Matte weniger glücklich. Um hier aber nicht zu viel zu verraten: Ich hab bereits eine Lösung gefunden, die mich selber überrascht hat und einen eigenen Artikel wert ist!

Ein weiterres wichtiges Thema in Island ist mit Sicherheit die Kleidung die man dabei hat. Und dabei in erster Linie die Regenbekleidung
In kompletter Montur
Beide hatten wir wiedermal unsere Berghaus Paclite Pants dabei und waren damit nach wie vor sehr zufrieden. Selbst Furten war trotz langen Beinen damit kein Problem, nehmen die Hosen doch quasi kein Wasser auf. Und natürlich haben sie bei Sturm und Regen auch keines von Außen durch gelassen. 
Beim Furten bleiben die Sachen an! (und gleich wird's noch SEHR viel tiefer...)

Anders sah es bei unseren Jacken aus. Während ich in meiner Haglöfs Oz trocken blieb erlebte Rike in ihrer neuen Marmot Jacke das genaue Gegenteil. 
Der Wind presste schon nach kürzester Zeit (keine Stunde!) das Wasser durch das Gewebe. Nicht durch die abgeklebten Nähte. 
Nicht durch die Reißverschlüsse! 
Auch nicht durch die Druckpunkte des Rucksacks! 
Sondern direkt durch die dem Wetter ausgesetzte Frontfläche sowie durch den Stoff an den Ärmeln! Das Wasser, was durch das Frontgewebe gepresst wurde sammelte sich dann ungünstiger Weise noch in den Taschen der Jacke! Auch die DWR war mit dem ersten Schauer dahin. Keine guten Bedingungen für einen vierwöchigen Wanderurlaub auf Island.
Mangels Ersatz hatte Rike die Jacke dann notgedrungen bis zum Ende unserer Tour an. Zumindest konnte die Jacke durch eine kurze Trocknungszeit und eine gute Atmungsaktivität glänzen. Ich würde sie daher nicht als wasserdichte Jacke, bzw. Regenjacke ansehen, sondern mehr als Windjacke. Diesen Job hat sie zumindest tadellos erfüllt und wird auch jetzt noch für diesen Zweck genutzt.


Sehr gut funktioniert hat übrigens mein Bekleidungssystem. 
Sieht verboten aus, aber funktioniert!

In wechselnder Kombination hatte ich dabei folgendes an:
eine 3/4 Lauftight aus Polartec Powerstretch
eine kurze Laufhose von GoLite
Reed Chillcheaters Windhose (den weiten Schnitt hatte ich vorher etwas zurechtgetrimmt)
Berghaus Paclite Pants
Montane Sportwool T-Shirt
Icebreaker Oasis Crewe
Reed Chillcheaters Windhemd (auch hier hatte ich den Schnitt noch etwas angepasst)
Uniqlo Daunenjacke mit Kapuze
Haglöfs Oz

(Ok, zugegeben ich hatte noch eine leichte Mammut Hose für die Stadt dabei ;-) )

und an den Füßen meine INOV8 Terroc ohne Membrane in Kombination mit Icebreaker Socken.

Dazu kamen dann noch die mittlerweile gut 20 Jahre alte Seeglermütze meines Vaters und ein paar dünne Haglöfs Baselayer Handschuhe.

Damit war ich flexibel genug mich sowohl unterwegs als auch nachts im Quillt oder auch bei stundenlangen Gesprächsrunden mit Bekannten bei einem Gläschen Limo auf den diversen Zeltmöglichkeiten warm zu halten. Beim nächsten mal würde ich evtl. noch ein leichtes 100er Fleece einpacken um bei stürmischem Wetter den Körper und die Arme etwas besser vor dem Auskühlen zu schützen.
Beim Furten hat es sich bewährt Schuhe, Socken und auch die langen Hosen (Windhose, Regenhose) anzulassen! Den Regen- und Windsachen macht es nichts aus, wenn sie mal nass werden und die Schuhe trocken relativ schnell. Die Socken fürs Furten auszuziehen ist im übrigen eine ganz blöde Idee. Einerseits frieren die Füße dann je nach Furtlänge und Wassertemperatur doch erheblich (teils schmerzhaft!) andererseits werden die Socken eh nass, wenn man sie anschließend wieder in den noch nassen Schuhen anzieht. 
Vor unserem Abflug hatten wir übrigens noch unsere ursprünglich eingeplanten Neoprensocken doch wieder ausgepackt. Hat sich ja gezeigt, dass es auch ohne ging. Wer jedoch eh mit kalten Füßen zu kämpfen hat, dem empfehle ich so ein paar mit einzupacken. Sollten wir nochmal so eine Tour machen, werd ich die "paar Gramm" gerne mitnehmen. (bzw. an anderer Stelle Gewicht einsparen)

Stöcke hatten wir zwar dabei, hatten sie aber auf unserer gesamten Tour außer fürs Zelt nicht gebraucht. Selbst beim Furten emfanden wir sie eher als hinderlich. 

Fehlt zu guter letzt noch unser Kochsystem. Ursprünglich hatten wir geplant Rikes Bushbuddy mitzunehmen. Wie sich gezeigt hat, haben wir aber keinen Fehler gemacht am Ende doch komplett auf Spiritus zu setzen (trotz der horenden Preise von umgerechnet knapp 10€ pro Liter!)
unsere kleine Küchenzeile

Grundsätzlich findet sich auch auf Island genug brennbares Material für den kleinen Holzkocher. Jedoch sollte man rechtzeitig damit anfangen unterwegs genug davon aufzusammeln um nicht am Lagerplatz genötigt zu sein noch stundenlang nach ein paar Ästchen zu suchen. Wir waren jedenfalls froh, wenn wir uns in unser Zelt verkriechen konnten um das Wetter draußen vor der Tür zu lassen. 
Und hier hat sich dann der wirkliche Vorteil von Spiritus gegenüber Holz gezeigt. Wir konnten egal welches Wetter draußen herrschte (mit entsprechender Vorsicht!) im Zelt kochen, während wir schon in unserem Quilt lagen. Und ein warmer Kakao am Morgen für den man nicht erst vor die Tür muss erleichtert das Aufstehen doch enorm. 
Unser Setup bestand übrigens aus dem Topfständer des Bushbuddy, einem PepsiCanStove und Rikes BPL Firelight SUL 1100 Topf sowie einem Stück fester Alufolie als Windschutz. Das wurde dann nicht nur zum Kochen genutzt, sondern auch um Wasser für unsere Platybus Flaschen zu erhitzen, die wir gelegentlich als Wärmflaschen zweckentfremdeten (hatte ich schon erwähnt, dass es kalt war?).
Den Topf konnten wir dann auch bei Zeltplätzen nutzen, wo eine Herdplatte zur Verfügung gestellt wurde, was uns nicht nur oppulente Kochorgien ermöglichte, sondern auch unseren kostbaren Spiritus aufsparte.

Schirme? Achso, unsere Schirme! Die hatten wir diesmal tatsächlich nicht dabei. Auch ein Schirm kommt bei manchem Wetter an seine Grenzen! ;-)

Freitag, 21. Oktober 2011

GORE-TEX® Active Shell

Vor etwa einem Monat erlebten wir eine Überraschung beim Blick in unser Postfach. Der Absender: GORE-TEX®!

Spam? Nicht im geringsten!

Wie sich herausstellte, hatte sich GORE-TEX® zur Einführung ihres neue Membranlaminates etwas Besonderes einfallen lassen.
Aus ganz Europa wurden Blogger mit dem Schwerpunkt "Outdoor" eingeladen die Labore der Firma südlich von München zu besichtigen und um die neue Membrane bis ins Detail kennen zu lernen. Und wir sollten mit von der Partie sein! Warum grade wir? Das war eine Frage die sich nicht nur wir, sondern auch andere der eingeladenen Blogger stellten.



Um es kurz zu fassen: Wir sagten zu und wenige Wochen später befanden wir uns auf dem Weg Richtung Süden.



Mit der Active Shell hat GORE-TEX® keinen Nachfolger für eine seiner anderen Laminate geschaffen, sondern eine gänzlich neue, fünfte Kategorie an atmungsaktiven und wasserdichten Membranen ins Leben gerufen. Sozusagen der Tablet-Computer unter den Jacken. Nicht so robust wie eine ProShell und auch nicht so leicht wie eine Paclite Jacke. Aber mit ganz eigenen Qualitäten!

Ein kleiner Überblick über die verschiedenen Hersteller die Active Shell in ihren Jacken verwenden.

Diese Membran ist vom Aufbau, wie auch vom angestrebten Einsatzbereich sehr speziell! Etwas was man bedenken sollte, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich so eine Jacke zuzulegen. Im Folgenden will ich mal etwas Licht ins Dunkle bringen, und erklären, was es mit der Active Shell auf sich hat.
"Trekkingbritain.com" und "Sylvainbazin" machen sich mit den neuen Jacken vertraut

Grundsätzlich handelt es sich bei der Active Shell um ein 3 Lagen Laminat. Um jedoch das Gewicht drastisch zu reduzieren, wurde als Trägergewebe, d.h. als äußere Lage ein wirklich hauchfeiner Stoff verwendet. Die innere Schutzschicht besteht aus einem ähnlich leichten Gewebe. Selbst die Membrane ist nur etwa 1/3 so dick wie eine übliche GORE-TEX® Membrane. Kaum zu glauben, insbesondere, wenn man wie wir in den Genuss gekommen ist sich mal eine unlaminierte, klassische Membrane anschauen zu dürfen. Die Active Shell Membrane dagegen war dann wirklich nur noch kaum mehr wie ein Hauch von nichts!
Außen- und Innenmaterial für das Laminat. So dünn, dass man durchschauen kann!

Das wirklich außergewöhnliche ist aber der Laminierungsprozess. Hier wird die Membrane direkt ins Gewebe gepresst, so dass man auf zusätzlichen Klebstoff verzichten kann. Was das für die Steigerung der "Atmungsaktivität" bedeutet, kann man sich wohl nur zu gut vorstellen!
Eine Übergroße Deko-Membrane an der Wand ermöglicht einen Blick auf den Aufbau wie durch ein Mikroskop

Der Dampfdurchlass der Active Shell zieht mit dem von kalandrierten Stoffen gleich! (RET <3)
D.h. Geweben, wie etwa Pertex Microlight, die ihre Verwendung unter anderem bei Windhemden finden. Und dabei bleibt die Membrane 100% wind- und wasserdicht.
GORE-TEX® beansprucht für sich dabei nicht gleich, die atmungsaktivste Membrane auf dem Markt zu besitzen. Ihre Garantie "100% waterproof, 100% windproof" nehmen sie dagegen sehr ernst! Denn egal welcher namhafte Hersteller diese Membrane am Ende in seiner Jacke verwendet, für den Mann (oder die Frau) auf der Straße bleibt es doch immer eine GORE-TEX® Jacke, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass die Membrane ebenso wie Reißverschluss, Knöpfe, etc. nur einen Teil der gesamten Konstruktion ausmacht!
Mitbewerber erlangen solche hohen Werte Dampfdurchgangswerte (MVTR-Wert) wie bei der Active Shell oft übrigens nur durch Einbuße bei der Winddichtigkeit, sprich durch die Reduzierung der windstoppenden Eigenschaften der Membrane. Dies wird dann Werbetechnisch geschickt als "luftdurchlässig" verkauft, ohne den Kunden darüber aufzuklären, dass ein wesentlicher Schutzaspekt den eine solche Jacke bieten kann (und soll!) vernachlässigt wird. Nämlich die Vermeidung oder zumindest die Reduzierung des sogenannten Windchilleffekts (Auskühlung des Körpers abhängig von der Windstärke).
Im Testlabor werden uns beispielhaft die über 100 Test näher gebracht, die ein GORE-TEX® Laminat bestehen muss!

Dieser enorme Gewinn an Dampfdurchlässigkeit der Active Shell, bei gleichzeitiger Wind- und Wasserdichte geht natürlich auch nicht ohne Einbuße in anderen Bereichen. Obwohl die Active Shell etwas schwerer ist wie die 2.5 lagige Paclite ist sie im Gegensatz zu dieser NICHT für den Einsatz mit einem Rucksack vorgesehen. Selbst für mehrtägige UL-Touren rädt Gore Entwickler Timm Smith eher zur Paclite.
(Evtl. konnte er sich auch nicht vorstellen wie ultraleicht manche unterwegs sein können...)

...und der soll zu schwer sein? ;-)

Allenfalls ein Trinksystem oder ein minimalistischer Laufrucksack sind bei der Active Shell angedacht!

Und hier liegt auch die Zielgruppe für diese neue Membrane.
Sportler die sich im hochpulsigen Bereich in schwierigem Gelände bewegen und damit nicht auf einen zuverlässigen Wetterschutz verzichten können!
Also z.B. Speedbergsteiger wie Benedikt Böhm, der uns während des Blogger Summits mit seiner Erfolgsgeschichte beeindruckt hat. Aber auch Trailrunner, Ultraläufer und ähnliche Atleten die immer wieder alle scheinbar gesetzten Grenzen überwinden, gehören zu der Zielgruppe für diese neue Membrantechnologie.
(Jetzt wissen wir auch endlich, warum WIR zu diesem Event geladen wurden... ;-) )

Vereinfacht hat man uns das in etwa so näher gebracht:
"Die Active Shell ist der Sportwagen unter den GORE-TEX® Membranen. Plant man jedoch einen Umzug, ist man mit einem Möbelwagen wohl besser bedient!"

Die enorme Atmungsaktivität der Active Shell sorgt für eine verbesserte Klimaregulierung.
D.h. die Funktion der Körpereigenen Klimaanlage wird durch einen raschen und nahezu ungehinderten Schweißtransport begünstigt. Dies sorgt für eine Kühlung des überhitzen Sportlerkörpers!

Entwickler Timm Smith erläutert anschaulich welche Bedeutung die Klimaregulierung für den Komfort des menschlichen Körpers besitzt.  


Auch wenn die Active Shell wirklich eine enorme Performance aufweist, sind ihr pysikalische Grenzen gesetzt. Zum Ausspielen ihrer Stärken, braucht sie wie andere Membranen auch ein "Dampfdruckgefälle". D.h. Die Luft innerhalb der Jacke muss stärker mit Wasserdampf (Schweiß) gesättigt sein, wie die Umgebungsluft. Bewegt man sich etwa in den Tropen, wo die Luft sehr schwül ist, geben auch die GORE-TEX® Mitarbeiter  zu "dass hier ein Schirm wohl die bessere Lösung ist."



Alles in allem hat uns die Membrane aber schon sehr positiv überrascht. Der Tragekomfort ist wirklich spürbar. Die Testjacke ist wirklich sehr soft und der Ausdruck "Hardshell" wirkt irgendwie deplaziert. Auch der Klimakomfort ist deutlich spürbar! Bei schweißtreibenden Aktivitäten ist das Gefühl eines Hitzestaus im Vergleich zu anderen Jacken kaum vorhanden.
So wie man bei hoher Aktivität zusehen kann, wie sich Schweißperlen auf der eigenen Haut bilden, so zeigt sich das auch bei der Active Shell. Fast so als würde die Jacke selbst schwitzen!
Man kann regelrecht zuschauen wie der Schweiß austritt!

Das setzt natürlich entsprechend funktionale Unterkleidung vorraus, die anfallende Feuchtigkeit zügig von der Haut an die Jacke abtransportieren kann. Wie es mit der passenden Funktionskleidung, der richtigen Pflege und dem sonstigen Umgang mit solch einer Jacke wie der Active Shell aussieht, führt hier jetzt aber wohl zu weit. Das ist eher einen seperaten Artikel wert!


nach der kurzen Testwanderung hoch zur Gindelalm

Bei all dem sollte man aber nicht vergessen, dass eine Membrane nur ein Teil einer Jacke ist. Und auch wenn GORE-TEX® eng mit seinen Partnern zusammen arbeitet hängt die Performance einer Jacke nicht zuletzt vom Schnitt, den Details und der Verarbeitung ab!

Wer an mehr Informationen zu GORE-TEX®, der neuen Active Shell Membrane oder dem Blogger Summit an sich interessiert ist sollte nicht versäumen einen Blick auf die Blogberichte der anderen Blogger zu werfen!

Airfreshing.com
Auf-den-berg.de
Ausgeruestet.com
Blogbtt.com
Exceedpossibility.co.uk
Fionaoutdoors.co.uk
Freiluft-blog.de
Happynewshoe.de
Freizeitalpin.com
Greg-runner.com
Hiking-blog.de
Kletterfieber.net
Myoutdoors.co.uk
Neveitalia.it
Outdoor-Professionell.de
Outdoorseite.de
Sylvainbazin.blogspot.com
Trekkingbritain.com
Uptothetop.de

Auch auf Twitter wird man fündig:
GoreTex Blogger Summit #gtbs

Ebenso wie auf der Seite von Thorsten Joachim, der den Summit phototechnisch begleitet hat:
flickr.com/photos/4591672…


Und wir werden es uns natürlich nicht nehmen lassen die Active Shell auf Herz und Nieren zu testen und Euch an unseren Erfahrung und Eindrücken teilhaben zu lassen!
Der anstehende Herbst bietet dazu wohl die ideale Gelegenheit...

Dienstag, 18. Oktober 2011

GoLite Dakota Weste


Ich selber würde mich wohl nie als "Leistungssportler" bezeichnen. Weder ziehe ich mir noch vor dem Frühstück meine Laufschuhe an um einen Halbmarathon zu absolvieren, noch schwinge ich mich täglich auf mein Rad um in aerodynamischer Kleidung zur Arbeit zu fahren, nur um ja keine Möglichkeit zum Training auszulassen. 
Versteht mich nicht falsch. Ich bin bestimmt nicht unsportlich! Nur, wenn ich draußen meine Runden drehe, sei es wandernd, laufend oder auch mal auf zwei Rädern, dann immer mit der Freude amAufenthalt in der Natur und dem Spaß an der Bewegung im Vordergrund. Eigentlich nie um irgendwelche Rekorde aufzustellen.

Das ist wohl auch ein Grund, warum ich meiner Sportkleidung bisher immer recht wenig Beachtung geschenkt habe. Für mich war es wichtiger, mich draußen wohl zu fühlen, als durch Hightech noch das letzte bisschen Performance rauszukitzeln.

Unter diesen Gesichtspunkten suchte ich noch was, was mich in der Übergangszeit beim Laufen ausreichend warm halten sollte, aber auch gleichzeitig simpel und funktionell währe. Meine Erfahrungen mit Windhemden, die zu meinen Favouriten auf Wanderungen jeglicher Art gehören, waren bei schnellerer Bewegung etwas getrübt. Zwar lieferten sie mir den nötigen "Schutz", andererseits flatterten die oft weit geschnittenen Ärmel störend im Wind. Und beim Radfahren bauschte sich das komplette Oberteil oft beängstigend auf.

Daher mein Gedanke zu einer Softshell Weste zu greifen. Die Bergfreunde boten mir an, mir mal die Dakota Weste von GoLite näher anzugucken. Ein Angebot, dass ich gerne annahm, da ich mit der Bekleidung von GoLite bisher nur gute Erfahrungen gemacht hatte.

hinterlegter, langer Frontreißverschluss

Um ehrlich zu sein, mein erster Eindruck von der Weste war arg zwiegespalten. Grundsätzlich ist eine Weste ja schon ein recht schlicht geschnittenes Kleidungsstück. Bei der Dakota schien es mir aber so, als hätte man es sich wirklich sehr einfach gemacht. So verfügt z.B. der Hüftsaum über keinerlei Bündchen. Vielmehr ist hier der Stoff einfach umgenäht und es gibt auch keine Möglichkeit diesen evtl. mit einem Gummizug zusammenzuraffen.
einfach gehaltener Hüftsaum

Da die Weste keinerlei Tailierung aufweist, sondern auffallend gerade (böse Zungen würden sagen "wie ein Sack") geschnitten ist, hatte ich arge Bedenken, dass die Weste bei starker Bewegung hochrutscht und zumindest den Hintern, wenn nicht gar die Nieren entblöst.
Vom Schnitt her ist die Weste recht schmal geschnitten, engt aber nicht ein. Der Kragen ist durch mehrere Lagen Gewebe relativ steif und wohl auch deutlich winddichter wie der Rest der Weste. Apropo winddicht. Die Weste ist nur auf der Front aus winddichtem und wasserabweisendem Gewebe gefertigt. Der Rücken besteht aus einem sehr atmungsaktiven, leichtem Stoff, den GoLite sonst auch für die Innenhosen seiner Laufshorts verwendet.

luftiges Rückengewebe

Als kleines Gimmick hat man der Weste auf der Rückseite noch eine kleine Tasche verpasst, die dazu genutzt werden kann, den Haustürschlüssel zu verstauen (um diesen gegen Verlust zu sichern, gibt es noch eine kleine Schlaufe, jedoch keinen Haken oder Karabiner). Andernfalls lässt sich diese Tasche aber auch als "Packbeutel" nutzen, da die Weste dort zusammengeknautscht auch selber rein passt. So findet sie dann auch Platz in einer Hosentasche oder der Tasche eines Laufgürtels. Also klein genug zum "immer dabei haben".
Der Frontreißverschluss geht fast bis zum Bauchnabel runter, was einerseits natürlich praktisch als Belüftung ist, andererseits aber auch das Anziehen dieser doch eher sportlich schmalen und recht langen Weste erleichtert.

Ursprünglich hatte ich vor gehabt, diese Weste auch auf Wandertouren zu nutzen. Sozusagen als luftigere Alternative bzw. Ergänzung zu einem Windhemd. Aufgrund ihrer Konstruktion sehe ich sie nun aber als reine Lauf-, bzw. Sportweste an. Der leichte Stoff am Rücken würde wohl zwar dem Abrieb eines leichten (Lauf-)Rucksacks standhalten, mich aber damit mal auf eine rauhe Holzbank legen oder gegen eine Felswand lehnen wollte ich ihm dann doch nicht unbedingt zumuten. Zumal es in der selben Gewichtsklasse wie der (nachgewogenen) 79 Gramm schweren Dakota Weste auch schon komplette Windhemden oder Jacken gibt.

Soviel zu dem ersten Eindruck, den ich von der Weste gewonnen hab. Wie schlägt sich das Teil nun aber in der Praxis?
Zuallererstmal, meine Befürchtungen bezüglich dem Hochrutschen der Weste waren unbegründet. Vielmehr sitzt die Weste egal ob beim Laufen oder auf dem Rad erstaunlich gut! Selbst bei Nutzung eines Hüftgurtes oder auch eines leichten Rucksacks machte sie keine Anstalten hochzukriechen.
Da die letzten Wochen doch trotz fortgeschrittenem Jahr noch erstaunlich sommerlich waren, hatte ich den Reißverschluss meist komplett offen. Trotzdem machte auch hier die Dakota Weste eine gute Figur ohne zu verrutschen.


Egal ob beim Radfahren, Laufen oder auch beim ein oder anderen Trailrun fiel die Weste nie störend auf. Man merkt schnell, dass dieses Teil für Bewegung ausgelegt ist. Durch den sportlichen Schnitt gibt es auch kein störendes Flattern.


Bei geschlossenem Reißverschluss hält sie dann wirklich sehr zuverlässig den Wind im Torsobereich ab. Der Kragen ist dabei weit genug geschnitten um nicht "abzuschnüren" oder einzuengen, aber eng und hoch genug ausgelegt um ein Eindringen von Wind erfolgreich zu verhindern.


Der Stoff am Rücken beugt einer Überhitzung vor. Da dieser ungefähr ab der Nierengegend wieder von dem winddichten Gewebe abgelöst wird, muss man sich auch keine Gedanken machen, an den empfindlichen Stellen auszukühlen.

Rücken kann Lüften, Nieren bleiben bedeckt!

Wie fällt jetzt mein Resüme aus?
Auch wenn ich mittlerweile recht zufrieden mit der GoLite Dakota bin, konnte ich meinen zwiegespaltenen Ersteindruck nicht gänzlich los werden. Warum?
Für mich funktioniert sie beim Sport tadellos und macht zweifelsfrei genau das, wozu sie konstruiert wurde. 
Ob sie aber bei jedem anderen so gut sitzt wie bei mir, mag und kann ich aufgrund des für mich etwas ungewohnten Schnitts nicht sagen. Hier hilft wohl wirklich nur ausprobieren!
Passt die Weste, hat man dann meiner Meinung nach aber auch einen wirklich guten Begleiter für sportliche Aktivitäten im windigen Herbst gefunden! Und selbst wenn es nur mal rasch mit dem Rad in die Stadt geht, lohnt es sich diese dabei zu haben!

Nur für wirklich ausgedehnte Rucksacktouren würde ich dann doch eher zu einem "kompletten" Windhemd greifen, was aber wohl eher an meinen eigenen Vorlieben als an der Weste liegt...


Und jetzt?

Hopphopp, Computer aus! 
Schuhe an, und raus mit Euch auf den Trail!
Es ist Zeit mal wieder Dreck aufzuwirbeln!



Montag, 26. September 2011

Laufbursche Lavuu






Die kleine Kölner Manufaktur "Laufbursche" hat sich schon seit einiger Zeit einen Ruf in der Ultraleichtszene für innovative Produkte und höchste Qualitätsstandards bei der Verarbeitung aufgebaut.Wie Roman das treffender weise ausgedrückt hat: "Sewing as an art!"
Wer hat nicht schon von den huckePACKS und huckePÄCKchen gehört? Oder von der monoLOGE und dem tanzPALAST? Ultraleichte Rucksackkonzepte die nach Wunsch des Kunden auf seine Bedürfnisse hin zugeschnitten werden. Oder Unwetter trotzende Tarps und Shelterhybriden die nicht nur durch das verwendete Cubenfibre glänzen, sondern auch durch die durchdachten Detaillösungen. Hier erkennt man nur unschwer den Diplomarchitekten der sich hinter dem Label "Laufbursche" im markanten 80er Jahre Bladerunner-Style versteckt.

Im Februar diesen Jahres erregte Hendrik auf seiner Seite mit der Ankündigung eines neuen Produktes aus der Ultraleichtschmiede die Aufmerksamkeit der Szene. Ein 2-4 Personenshelter im Stil einer skandinavischen Lavvu das gerade mal rund 500 Gramm auf die Waage bringen sollte, hatte in Köln das Licht der Welt erblickt.
Im März spuckte Mateusz dann schließlich die Details zu diesem neuen Schmuckstück aus und auf dem Wintertreffen des deutschen Ultraleichforums "Trekking-Ultraleicht.de" durften sich die Teilnehmer schonmal einen ersten Eindruck davon verschaffen.

Aber egal wie schön sich Angaben wie:

Höhe: 195cm
Durchmesser: 330cm/300cm
Überdeckte achteckige Fläche: 7m²!
26 Standardmäßige Abspannpunkte
Zwei große verschließbare Lüfter um die Kondenswasserbildung unter Kontrolle zu haben
1 Eingang mit diagonal positioniertem und abgedecktem Reißverschluss.
Alle Nähte und Kanten besitzen Kettenlinien und sind mehrfach geklebt.
Gewicht: 506g
Material: Cuben Fiber

auf dem Papier machen, beinhalten doch nur reelle Erfahrungen bei Wind und Wetter wirkliche Aussagekraft über die praktischen Eigenschaften eines Shelters!

Mateusz stellte uns die Lavvu daher großzügiger weise für unsere geplante Schottlandtour zur Verfügung. Doch bevor es uns in die Highland verschlug, machten wir uns während einer Wochenendtour in der nahen Eifel schonmal mit diesem Teil vertraut.


Anzumerken währe, dass es sich bei der von uns getesteten Lavvu noch um den Prototypen aus grünem Cubenfibre handelt. Die endgültige Lavvu wird nicht nur aus einem festeren, schwarzen Cubenfibre-Laminat gefertigt werden, auch die Resultate unseres Tests werden bei der endgültigen Version berücksichtigt werden. Auf ein Innenzelt mussten wir zum Zeitpunkt unserer Tour noch verzichten, bekamen aber von Mateusz einen passenden Badewannenboden der sich in die Lavvu einhängen ließ. Später wird es für die Lavvu auch Innenzelte geben, was sie zu einem vollwertigen Doppelwandzelt aufwertet!

Während unserer Eifeltour fiel uns schon zu Beginn das erstaunlich geringe Gewicht und das handliche Packmaß auf. Mit 506 Gramm (Außenzelt) war es nicht nur deutlich leichter wie unser ShangriLa 2 von GoLite oder gar unsere Tarps, es hatte sogar ein vergleichbares Packmaß! So konnte ich trotz dieses geräumigen Shelters auf mein 26/ 32 Liter messendes huckePÄCKchen zurückgreifen ohne überhaupt die Außentaschen in Anspruch zu nehmen! (Doppelquilt, Kleidung und Kochsystem inklusive!)
Auch der erste Aufbau des Shelters verlief problemlos und ging erstaunlich schnell und simpel von statten, brauchten wir doch kaum länger wie bei unserem ShangriLa2 bei dem wir schon eine gewisse Routine vorweisen können.
mit Heringen sichern...

...Stange aufstellen...

...Nachspannen und FERTIG!


Anfangs stellten wir uns natürlich die Frage, wie wir das Problem unseres Doppelquilts in einem Shelter mit zentraler Mittelstange lösen sollten. Die Lavvu zeigte sich aber als geräumig genug, dass wir beide recht problemfrei auf einer Seite der Stange schlafen konnten. Mit meinen 184cm lag ich dabei sogar an der kürzeren Außenseite, ohne mit Kopf oder Füßen an die Außenwand zu stoßen! Die freie Hälfte des Shelters nutzten wir um Kleidung zu lüften, zu kochen und bequem unsere Ausrüstung zu auszupacken, zu sortieren und einzupacken.
Auch die Innenhöhe überraschte uns sehr angenehm durch ihre Großzügigkeit. Wir konnten aufrecht darin stehen! Und auch wenn die Stehhöhe nur auf den Bereich um die Mittelstange begrenzt blieb, reichte doch auch die sonstige Höhe um sich bequem aufrecht hinzusetzen oder zu knien und auch mal eine Jacke über den Kopf auszuziehen!

Ein Konstrukt mit diesen Ausmaßen, sowohl was Höhe als auch Fläche angeht erscheint augenscheinlich auch gleich als recht windanfällig. CubenFibre hin oder her. Also blieb uns nichts anderes übrig als das gute Stück in Schottland mal mit Wind und Wetter bekannt zu machen!



Historisch betrachtet ist diese Zeltform eine der ältesten der Welt und wird auch heutzutage noch von vielen indigenen Völkerns benutzt. Nicht nur wegen ihrer recht simplen Grundgeometrie, sondern auch weil sie sich bei nahezu allen Wetterbedingungen über Jahrtausende hinweg bewährt hat. Zwar weist so eine Lavuu/ Tipi Konstruktion auf den ersten Blick eine recht große Angriffsfläche für den Wind auf, jedoch reduziert sich diese in der Höhe kontinuierlich. Unmittelbar am Boden, d.h. auf Höhe der Abspannpunkte ist der Querschnitt am größten. Mit wachsender Höhe der Lavvu und damit steigender Gefahr dem Wind ausgesetzt zu sein, reduziert sich die angreifbare Fläche bis zur Spitze.
Aufgrund der achteckigen Form spannt sich diese Konstruktion von der Bodenfläche her betrachtet grob rund auf, was bedeutet, dass auftreffende Winde keine flachen Angriffsflächen vorfinden, sondern einfach um die Lavuu herum geleitet werden.
Die Laufbursche Lavvu weist dabei noch zwei zusätzliche Reihen an optionalen Abspannpunkten auf, die die Seitenflächen zusätzlich stabilisieren. Die laminierten Kappnähte sind alle als Kettenlinie konstruiert, was nicht nur einen straffen Aufbau unterstützt, sondern auch auftretende Kräfte gleichmäßiger auf die Fläche verteilt und somit weiter reduziert. Und wie zeigt sich das in der Praxis?

Sagen wir mal so... Auf unserer gesamten Schottlandtour haben wir nachts ungestört durchschlafen können! Und das, obwohl es dort das ein oder andere mal wohl geblasen hat. Innendrin war davon aber nichts zu merken. Allenfalls die Abspannschnüre an der Außenseite haben durch ihr "Singen" davon gekündet, dass es draußen definitiv NICHT windstill war!

Bei stärkeren Winden waren wir aber auch über die zusätzlichen Abspannpunkte auf halber Höhe der Lavvu froh! Diese haben das Konstrukt dann aber auch wirklich mehr als ausreichend stabilisiert.

Kondes war dank der guten Belüftung durch die großzügigen Lüfter auch nie ein Problem. Und wenn, hätte es genügend Platz gegeben um sich mit ausreichendem Abstand zu den Wänden zu positionieren.


Ursprünglich war geplant, dass wir diesen Prototypen auch auf unserer diesjährigen Islandtour nutzen sollten um ihn dort mal von Wind und Wetter durchschütteln zu lassen. Da Mateusz aber die Anregungen für einige Modifikationen an seinem neuen Flaggschiff direkt umsetzen wollte, mussten wir leider vorerst darauf verzichten. Wie sich die verbesserte Version dafür in Norwegen geschlagen hat, das werdet ihr mit Sicherheit in Kürze auf seinem Blog nachlesen können.
Auf dem Ben Nevis

Wir freuen uns jedenfalls bei zukünftigen Touren auf so einen gleichermaßen komfortablen, leichten und sturmstabilen Shelter zurückgreifen zu können!

Update (29.09.2011): 
Ich wurde jetzt bereits häufiger gefragt, wie ich das Problem mit der Länge der zentralen Stange löse. Immerhin wird hier eine Höhe von rund 1,90 Meter benötigt!
Da ich selber auf unseren Touren auf Trekkingstöcke verzichte, nehme ich einfach eine passende Stange mit! Selbstverständlich entfällt hier der "Multiple Use" Gedanke, aber dank der Optimierung auf den Einsatz als Zeltgestänge kann ich hier doch das ein oder andere Gramm einsparen. In der Regel hab ich durch diese Stange ein Mehrgewicht von 300 Gramm was verglichen mit einem paar Trekkingstöcken (die ich eh nicht nutze) doch noch recht leicht ist!
Für diejenigen, die auf jeder Tour auf Trekkingstöcke zurückgreifen, gibt es natürlich auch einige Möglichkeiten:
Die simpelste/ günstigste wäre beide Stecken mit einem Stück Schnur oder Klett zu einer langen Stange zusammen zubinden. Mitunter werden dafür sogar von den verschiedenen Cottages sogar fertige Lösungen angeboten.
Auch gibt es sogenannte "Poleextender" die mittels eines passenden Verbindungsstückes (in Form eines Stock-Segmentes) aus zwei Teleskopstöcken einen einzigen machen.
Laufbursche experimentiert mit einer eigenen Idee, bei denen die Griffe zweier Stöcke so modifiziert werden, dass sie dort mittels eines simplen Mechanismus verbunden werden können.
Mit ein wenig Kreativität sollte eigentlich jeder das für ihn passende finden können.

Montag, 12. September 2011

Einmal Island und zurück

Island stand schon länger auf der Liste unserer Reiseziele. Dieses Jahr haben wir diesen Plan in die Tat umgesetzt. Schaut man sich auf den diversen Blogs und in den einschlägigen Foren um, waren wir mit unserem Plan nicht allein. 2011 war scheinbar das Jahr der Islandtouren.
Allein bei Hendriks "week in review" tauchten mehrere Reiseberichte auf. Doch wie jeder Reisende einen eigenen Charakter hat, sind auch die Eindrücke die ein jeder mit sich bringt unterschiedlich. Daher wollen wir Euch auch nicht mit unseren verschonen...

Vier Wochen waren wir auf der Insel "aus Feuer und Eis" mit unseren Rucksäcken unterwegs.
Zeit genug nicht eine, nicht zwei sondern drei ausgedehnte Wanderungen in den verschiedenen Ecken dieser Insel zu machen. Zwischendurch ergaben sich dabei immer noch Möglichkeiten für kürzere Abstecher und Unternehmungen, wie etwa der "Besuch" eines Gletschers oder ein Segeltrip um Wale zu beobachten. Eigentlich viel zu viele Eindrücke als das man diese in einen einzelnen Reisebericht packen könnte.

Daher haben wir für Euch ein "kleines" Video vorbereitet. Aufgrund der Größe mussten wir dieses leider in zwei "Folgen" aufteilen. Ich hoffe, das trübt den Filmgenuss nicht all zu sehr.

Vorher aber noch kurz ein paar Eckdaten:
Unsere erste Tour führte uns über den klassischen Laugavegur. Jedoch entschieden wir uns ihn nicht wie in 90% aller Reiseführer von Norden nach Süden zu bewundern sondern in umgekehrter Richtung. Damit hatten wir ein Bad in den heißen Quellen von Landmannalaugar als Belohnung am Ziel quasi vor Augen. Um diese Wanderung noch etwas auszudehnen, starteten wir nicht in Porsmörk sondern begannen bereits in Skogar, an der Südküste Islands.
Unsere erste Wanderung führte also von Skogar, über Porsmörk nach Landmannalaugar.

Von dort ging es mit dem Hochlandbus zum Skaftafell Nationalpark. Im weiteren Verlauf unsere Reise nutzten wir die Gelegenheit mit einem Amphibienfahrzeug frisch gekalbte Eisberge eines Gletschers aus der Nähe zu betrachten. Entlang der Ostküste ging es mit dem Bus über die Ringstraße vorbei an Höfen bis nach Myvatn, dem "Mückensee" wie er genannt wird. Dort entschlossen wir uns zu einer weiteren Wanderung. Vom Vulkan Krafla aus wanderten wir gen Norden bis nach Asbyrgi, dessen Form angeblich durch den Hufabdruck Sleipnirs, Odins achtbeinigem Pferdes zu verdanken ist.

Von dort ging es mit dem Bus nach Husavik um bei ordentlichem Seegang mit einem alten Schoner raus zum Walewatching zu segeln.

Über Akureyri, der "Hauptstadt des Nordens" setzten wir unsere Rundreise schließlich fort und wanderten auf dem alten Kjallvegur, einer historischen Nord-Süd-Route durch das sandige Hochland der Insel.

Zurück in Reykjavik widmeten wir uns dann ganz unserer touristischen Seite bevor wir schließlich wieder nach hause flogen.

Jetzt aber erstmal die Bilder:
(Ich empfehle sie auf YouTube mit HD-Qualität und FullScreen zu gucken)





Unsere gesamte Tour war stark von den Menschen geprägt die wir unterwegs trafen.
Sei es der netten Mutter, die uns an einem Laden geradeheraus ansprach und uns fragte, ob sie uns irgendwohin mitnehmen könnte.
Der kleinen, bunt gemischten Runde an Weltenbummlern, die scheinbar schon jeden Winkel dieser Erde besucht hatten und von denen wir den einen oder anderen immer wieder unterwegs begegneten.
Unserer netten Gesprächspartnerin in einem entlegenen "Hochlandkaffee" die uns die mehrstündige Wartezeit auf den Bus angenehm verkürzte (und meine Schuhe am Ofen trocknete!).
Aber auch das niederländische Pärchen, das den Schwefelgeruch auf dem Laugavegur so schön malerisch beschrieb: "Puh, das riecht als hätte jemand was falsches gegessen!" Und nach der Begutachtung unserer Ultraleichtrucksäcke: "Die sind so leicht, die könnte ich mit beiden Fingern in der Nase tragen!"
Nicht zu vergessen die beiden deutschen Kollegen aus der Bloggerwelt, die uns des Nachts noch zu einem gemütlichen Umtrunk eingeladen hatten. Ein Wunder, dass sich keiner auf dem Zeltplatz über uns beschwert hat...

Insgesamt war das eine sehr schöne und abwechslungsreiche Tour. Die nächste größere Tour könnte uns nur ruhig wieder mal in etwas wärmere Gefilde führen... ;-)


Und für all die "Gear-igen" unter euch: Unsere Ausrüstung werden wir in einem gesonderten Beitrag noch mal näher ins Auge nehmen.