Freitag, 3. Juni 2011

Ein Klassiker von Montane, der Featherlight Smock

Am Ufer des Loch Etive/ Schottland

Ist es eigentlich noch nötig, dieses fast schon legendäre Kleidungsstück vorzustellen? Immerhin war es lange Zeit in der Ultraleichtszene DAS Windhemd schlechthin! Gefertigt aus stark wasserabweisendem, winddichtem und enorm robusten Pertex hat sich dieser ultraleichte Schlupfer recht schnell zum Lieblingsstück vieler UL-Jünger entwickelt!
Nicht nur bei Ausrüstungsliebhabern beliebt!

Wer jetzt doch nicht so recht weiss, wovon ich hier eigentlich so begeistert schreibe, dem will ich zuerst mal ein paar kurze Hintergrundinformationen verpassen.
Die Rede ist hier vom Montane Featherlight Smock einem ultraleichten Windhemd, bzw. Schlupfer.
Was dem eher klassisch ausgerüsteten Wanderer die Softshell-Jacke ist, ist dem Ultraleichwanderer das Windhemd! Es ist nicht mehr und nicht weniger als ein dünnes, einlagiges Kleidungsstück, das zwar nicht wasserdicht ist (also keinen Regenschutz im eigentlichen Sinne darstellt), dafür aber sehr erfolgreich dem "gefürchteten" Windchill entgegen wirkt und dank einer guten Imprägnierung auch den ein oder anderen Regentropfen gut abwähren kann.
Montane Smock und Schirm - ein starkes Team

Was bringt das jetzt dem Outdoorenthusiasten?
Nun, durch seine Eigenschaften erlaubt es einem z.B. die Wärmeleistung eines (nicht winddichten) Fleece erst voll auszukosten. Bei wechselhaftem Wetter kann man die Regenjacke länger im Rucksack lassen (was auch bedeutet, dass man eine deutlich leichtere Regenjacke mitnehmen kann, da man diese wirklich nur im Fall der Fälle braucht und nicht ständig trägt) da so ein Windhemd durchaus einiges wegstecken kann. Dabei ist es aber deutlich "atmungsaktiver" bzw. Luftdurchlässiger und damit auch deutlich weniger schwitzig. Selbst bei eher sportlichen Aktivitäten am Berg oder einfach nur beim Joggen oder Radfahren lässt es sich bequem tragen ohne, dass man gleich im eigenen Saft steht!
Auf der 100km Langstreckenwanderung "Horizontale Jena"
- perfekt klimatisiert dank Windhemd!

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil:
Das Gewebe ist mückendicht!
Wandern in Schottland. Die Midges können ruhig kommen

Und da es zudem fast schon unverschämt robust bzw. abriebfest und sehr schnelltrocknend ist, ist es eine wirkliche Alternative zu den in der sonstigen Backpackerszene genutzten Baumwoll-Polyester-Geweben wie etwa G1000.
bei der Besteigung des Ben Nevis/ Schottland
- Felskontakt?  Kein Problem!


Der Montane Featherlight Smock ist dabei das klassische Beispiel eines solchen Windhemdes. Mit ca.100-120 Gramm Eigengewicht und mit dem Packmaß einer Orange ist er wie praedestiniert für den Ultraleichtenthusiasten.
Zugegeben, mittlerweile gibt es sogar noch leichtere Vertreter dieser Gattung, jedoch hat sich der Smock bei vielen Leuten schon erfolgreich über Jahre hinweg bewährt. Mit der Zeit wurden immer wieder kleine Details verändert. So verfügt mein neuer Montane Smock, der mir freundlicherweise von Webtogs für diesen Bericht zur Verfügung gestellt wurde, z.B. über einen beidseitig zu öffnenden und hinterlegten Reißverschluss.
Bei meinem alten Smock, der noch aus einer der ersten Generationen stammt, war dies ein gewöhnlicher, einseitig zu öffnender Reißer.

Was bringt mir sowas denn überhaupt? Zugegeben, das hab ich mich erst auch gefragt. Bei unserer Tour auf den Ben Nevis hab ich's dann verstanden. Man kann den Reißverschluss von unten öffnen, um die Belüftung bei körperlicher Betätigung zu erhöhen, ohne dabei gleich den Hals freizulegen, was zu einer Erkältung führen könnte! Simpel aber funktionell!
Im Vergleich zu den alten Featherlight Smocks hat Montane nun auch den Schnitt etwas angepasst. War er ursprünglich im Bereich der Arme und Hüften recht weit geschnitten, was gerade bei starkem Wind oder beim Radfahren durch "Flattern" auffiel, ist er nun deutlich "sportlicher" geschnitten.
Passt, Wackelt und hat Luft
-der alte Smock
2011er Montane Featherlight Smock
- sportlicher geschnitten, engt aber nicht ein
Obwohl die selbe Größe wie mein alter Smock, hatte ich bei der neuesten Generation Anfangs etwas bedenken, er könnte mir im Bereich der Schultern und des oberen Rückens zu eng sein. Das hat sich bei mir zumindest mit etwas Tragen gegeben. Wer diesbezüglich Sorgen hat, sollte da lieber zu einer Nummer größer greifen, oder versuchen noch ein älteres Modell zu ergattern.
Ein weiterer Unterschied sind die angebrachten Reflektoren. Bei den alten Smocks ähnelten sie eher einfachen Abziehbildchen und haben sich auch ähnlich schnell vom Stoff gelöst. (Manchmal kahm ich mir vor wie das Sams, das seine Punkte verliert...)
Nun scheinen sie doch deutlich beständiger auflaminiert worden zu sein. Ob das jetzt von Vor- oder Nachteil für einen selber ist (ungewünschte Reflexionen auf Photos, Stealthcamping, Aufmerksamkeit im Straßenverkehr) muss man persöhnlich entscheiden.

Nachdem ich die neue Generation des Montane Featherlight Smock nun gut 10 Tage am Stück in Schottland getragen habe, (ja, ich hab das feine Teil auch nachts angelassen!) bin ich mehr als zufrieden mit seiner Performance und seinem Tragekomfort!
Wer jetzt einwenden möchte, dass 10 Tage nun ja doch nicht sooo lange sind um das Teil auf Herz und Nieren zu prüfen, dem kann ich einerseits recht geben.
Andererseits habe ich seit gut 3,5 Jahren bereits ein älteres Modell in meinem Besitz, was nicht nur auf Touren zu allen Jahreszeiten äußerst erfolgreich seinen Dienst geleistet hat, sondern auch, Dank seiner Größe, ein ständiger Begleiter im Alltag für mich ist. Mummeln sich im Herbst und Frühjahr die Leute Morgens an der Bahn in dicke Pullover oder unverhältnismäßig dicke Jacken, trage ich selten mehr als mein Montane Smock über meinem Hemd.
Selbst auf winterlichen Bergtouren immer dabei!

Damit bin ich aber nicht allein.
Auch meine Frau weiß ihren grünen Schlupfer nun seit einigen Jahren zu schätzen, sei es "on Tour" oder im beinharten Alltag!

Wer diesen Klassiker der Ultraleichtbekleidung erstaunlicherweise noch nicht sein Eigen nennt, dem möchte ich das hiermit wärmstens ans Herz legen! Danken könnt ihr mir später... ;-)

Zu finden sind diese feinen Teile zum Beispiel bei Webtogs.

Wem dieser Smock aber immer noch zu schwer ist, der kann sich z.B. auch mal die Montane Slipstream GL Jacke angucken. Dank des nochmals leichteren Pertex Quantum (im Gegensatz zum Pertex Classic beim Smock) wiegt das schicke Teil trotz durchgehendem Reißverschluß nur knapp die Hälfte des hier vorgestellten Klassikers.