Ich selber würde mich wohl nie
als "Leistungssportler" bezeichnen. Weder ziehe ich mir noch vor dem
Frühstück meine Laufschuhe an um einen Halbmarathon zu absolvieren, noch
schwinge ich mich täglich auf mein Rad um in aerodynamischer Kleidung zur
Arbeit zu fahren, nur um ja keine Möglichkeit zum Training auszulassen.
Versteht
mich nicht falsch. Ich bin bestimmt nicht unsportlich! Nur, wenn ich draußen
meine Runden drehe, sei es wandernd, laufend oder auch mal auf zwei Rädern,
dann immer mit der Freude am
Aufenthalt in der Natur und dem Spaß an der
Bewegung im Vordergrund. Eigentlich nie um irgendwelche Rekorde
aufzustellen.
Das ist wohl auch ein Grund,
warum ich meiner Sportkleidung bisher immer recht wenig Beachtung geschenkt
habe. Für mich war es wichtiger, mich draußen wohl zu fühlen, als
durch Hightech noch das letzte bisschen Performance rauszukitzeln.
Unter diesen Gesichtspunkten
suchte ich noch was, was mich in der Übergangszeit beim Laufen ausreichend
warm halten sollte, aber auch gleichzeitig simpel und funktionell währe.
Meine Erfahrungen mit Windhemden, die zu meinen Favouriten auf Wanderungen
jeglicher Art gehören, waren bei schnellerer Bewegung etwas getrübt. Zwar
lieferten sie mir den nötigen "Schutz", andererseits flatterten die
oft weit geschnittenen Ärmel störend im Wind. Und beim Radfahren bauschte sich
das komplette Oberteil oft beängstigend auf.
Daher mein Gedanke zu einer Softshell Weste zu
greifen. Die Bergfreunde boten mir an, mir mal die Dakota Weste von GoLite näher
anzugucken. Ein Angebot, dass ich gerne annahm, da ich mit der Bekleidung von GoLite bisher
nur gute Erfahrungen gemacht hatte.
Um ehrlich zu sein, mein erster
Eindruck von der Weste war arg zwiegespalten. Grundsätzlich ist eine Weste ja
schon ein recht schlicht geschnittenes Kleidungsstück. Bei der
Dakota schien es mir aber so, als hätte man es sich wirklich sehr einfach
gemacht. So verfügt z.B. der Hüftsaum über keinerlei
Bündchen. Vielmehr ist hier der Stoff einfach umgenäht und es gibt auch
keine Möglichkeit diesen evtl. mit einem Gummizug zusammenzuraffen.
Da die Weste keinerlei
Tailierung aufweist, sondern auffallend gerade (böse Zungen würden
sagen "wie ein Sack") geschnitten ist, hatte ich arge Bedenken, dass
die Weste bei starker Bewegung hochrutscht und zumindest den Hintern, wenn
nicht gar die Nieren entblöst.
Vom Schnitt her ist die
Weste recht schmal geschnitten, engt aber nicht ein. Der Kragen ist
durch mehrere Lagen Gewebe relativ steif und wohl auch
deutlich winddichter wie der Rest der Weste. Apropo winddicht. Die Weste ist
nur auf der Front aus winddichtem und wasserabweisendem Gewebe gefertigt.
Der Rücken besteht aus einem sehr atmungsaktiven, leichtem Stoff,
den GoLite sonst auch für die Innenhosen seiner Laufshorts verwendet.
Der Frontreißverschluss geht fast
bis zum Bauchnabel runter, was einerseits natürlich praktisch als Belüftung
ist, andererseits aber auch das Anziehen dieser doch eher sportlich schmalen
und recht langen Weste erleichtert.
Ursprünglich hatte ich vor
gehabt, diese Weste auch auf Wandertouren zu nutzen. Sozusagen als
luftigere Alternative bzw. Ergänzung zu einem Windhemd. Aufgrund
ihrer Konstruktion sehe ich sie nun aber als reine Lauf-, bzw.
Sportweste an. Der leichte Stoff am Rücken würde wohl zwar dem Abrieb
eines leichten (Lauf-)Rucksacks standhalten, mich aber damit mal auf eine rauhe
Holzbank legen oder gegen eine Felswand lehnen wollte ich ihm dann doch nicht
unbedingt zumuten. Zumal es in der selben Gewichtsklasse wie der
(nachgewogenen) 79 Gramm schweren Dakota Weste auch schon komplette Windhemden
oder Jacken gibt.
Soviel zu dem ersten Eindruck,
den ich von der Weste gewonnen hab. Wie schlägt sich das Teil nun aber
in der Praxis?
Zuallererstmal, meine
Befürchtungen bezüglich dem Hochrutschen der Weste waren unbegründet. Vielmehr
sitzt die Weste egal ob beim Laufen oder auf dem Rad erstaunlich gut! Selbst
bei Nutzung eines Hüftgurtes oder auch eines leichten Rucksacks machte sie
keine Anstalten hochzukriechen.
Da die letzten Wochen doch trotz
fortgeschrittenem Jahr noch erstaunlich sommerlich waren, hatte ich den
Reißverschluss meist komplett offen. Trotzdem machte auch hier die Dakota Weste
eine gute Figur ohne zu verrutschen.
Egal ob beim Radfahren, Laufen
oder auch beim ein oder anderen Trailrun fiel die Weste nie störend auf. Man
merkt schnell, dass dieses Teil für Bewegung ausgelegt ist.
Durch den sportlichen Schnitt gibt es auch kein störendes Flattern.
Bei geschlossenem Reißverschluss
hält sie dann wirklich sehr zuverlässig den Wind im Torsobereich ab. Der
Kragen ist dabei weit genug geschnitten um nicht "abzuschnüren" oder
einzuengen, aber eng und hoch genug ausgelegt um ein Eindringen von Wind
erfolgreich zu verhindern.
Der Stoff am Rücken beugt einer
Überhitzung vor. Da dieser ungefähr ab der Nierengegend wieder von dem winddichten
Gewebe abgelöst wird, muss man sich auch keine Gedanken machen, an den
empfindlichen Stellen auszukühlen.
| Rücken kann Lüften, Nieren bleiben bedeckt! |
Wie fällt jetzt mein Resüme aus?
Auch wenn ich mittlerweile recht
zufrieden mit der GoLite Dakota bin, konnte ich meinen zwiegespaltenen
Ersteindruck nicht gänzlich los werden. Warum?
Für mich funktioniert sie beim
Sport tadellos und macht zweifelsfrei genau das, wozu sie konstruiert wurde.
Ob sie aber bei jedem anderen so
gut sitzt wie bei mir, mag und kann ich aufgrund des für mich etwas ungewohnten
Schnitts nicht sagen. Hier hilft wohl wirklich nur ausprobieren!
Passt die Weste, hat man dann
meiner Meinung nach aber auch einen wirklich guten Begleiter für sportliche
Aktivitäten im windigen Herbst gefunden! Und selbst wenn es nur mal rasch mit
dem Rad in die Stadt geht, lohnt es sich diese dabei zu haben!
Nur für wirklich ausgedehnte
Rucksacktouren würde ich dann doch eher zu einem "kompletten"
Windhemd greifen, was aber wohl eher an meinen eigenen Vorlieben als an der
Weste liegt...
Und
jetzt?
Hopphopp,
Computer aus!
Schuhe
an, und raus mit Euch auf den Trail!
Es ist
Zeit mal wieder Dreck aufzuwirbeln!
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