Dienstag, 18. Oktober 2011

GoLite Dakota Weste


Ich selber würde mich wohl nie als "Leistungssportler" bezeichnen. Weder ziehe ich mir noch vor dem Frühstück meine Laufschuhe an um einen Halbmarathon zu absolvieren, noch schwinge ich mich täglich auf mein Rad um in aerodynamischer Kleidung zur Arbeit zu fahren, nur um ja keine Möglichkeit zum Training auszulassen. 
Versteht mich nicht falsch. Ich bin bestimmt nicht unsportlich! Nur, wenn ich draußen meine Runden drehe, sei es wandernd, laufend oder auch mal auf zwei Rädern, dann immer mit der Freude amAufenthalt in der Natur und dem Spaß an der Bewegung im Vordergrund. Eigentlich nie um irgendwelche Rekorde aufzustellen.

Das ist wohl auch ein Grund, warum ich meiner Sportkleidung bisher immer recht wenig Beachtung geschenkt habe. Für mich war es wichtiger, mich draußen wohl zu fühlen, als durch Hightech noch das letzte bisschen Performance rauszukitzeln.

Unter diesen Gesichtspunkten suchte ich noch was, was mich in der Übergangszeit beim Laufen ausreichend warm halten sollte, aber auch gleichzeitig simpel und funktionell währe. Meine Erfahrungen mit Windhemden, die zu meinen Favouriten auf Wanderungen jeglicher Art gehören, waren bei schnellerer Bewegung etwas getrübt. Zwar lieferten sie mir den nötigen "Schutz", andererseits flatterten die oft weit geschnittenen Ärmel störend im Wind. Und beim Radfahren bauschte sich das komplette Oberteil oft beängstigend auf.

Daher mein Gedanke zu einer Softshell Weste zu greifen. Die Bergfreunde boten mir an, mir mal die Dakota Weste von GoLite näher anzugucken. Ein Angebot, dass ich gerne annahm, da ich mit der Bekleidung von GoLite bisher nur gute Erfahrungen gemacht hatte.

hinterlegter, langer Frontreißverschluss

Um ehrlich zu sein, mein erster Eindruck von der Weste war arg zwiegespalten. Grundsätzlich ist eine Weste ja schon ein recht schlicht geschnittenes Kleidungsstück. Bei der Dakota schien es mir aber so, als hätte man es sich wirklich sehr einfach gemacht. So verfügt z.B. der Hüftsaum über keinerlei Bündchen. Vielmehr ist hier der Stoff einfach umgenäht und es gibt auch keine Möglichkeit diesen evtl. mit einem Gummizug zusammenzuraffen.
einfach gehaltener Hüftsaum

Da die Weste keinerlei Tailierung aufweist, sondern auffallend gerade (böse Zungen würden sagen "wie ein Sack") geschnitten ist, hatte ich arge Bedenken, dass die Weste bei starker Bewegung hochrutscht und zumindest den Hintern, wenn nicht gar die Nieren entblöst.
Vom Schnitt her ist die Weste recht schmal geschnitten, engt aber nicht ein. Der Kragen ist durch mehrere Lagen Gewebe relativ steif und wohl auch deutlich winddichter wie der Rest der Weste. Apropo winddicht. Die Weste ist nur auf der Front aus winddichtem und wasserabweisendem Gewebe gefertigt. Der Rücken besteht aus einem sehr atmungsaktiven, leichtem Stoff, den GoLite sonst auch für die Innenhosen seiner Laufshorts verwendet.

luftiges Rückengewebe

Als kleines Gimmick hat man der Weste auf der Rückseite noch eine kleine Tasche verpasst, die dazu genutzt werden kann, den Haustürschlüssel zu verstauen (um diesen gegen Verlust zu sichern, gibt es noch eine kleine Schlaufe, jedoch keinen Haken oder Karabiner). Andernfalls lässt sich diese Tasche aber auch als "Packbeutel" nutzen, da die Weste dort zusammengeknautscht auch selber rein passt. So findet sie dann auch Platz in einer Hosentasche oder der Tasche eines Laufgürtels. Also klein genug zum "immer dabei haben".
Der Frontreißverschluss geht fast bis zum Bauchnabel runter, was einerseits natürlich praktisch als Belüftung ist, andererseits aber auch das Anziehen dieser doch eher sportlich schmalen und recht langen Weste erleichtert.

Ursprünglich hatte ich vor gehabt, diese Weste auch auf Wandertouren zu nutzen. Sozusagen als luftigere Alternative bzw. Ergänzung zu einem Windhemd. Aufgrund ihrer Konstruktion sehe ich sie nun aber als reine Lauf-, bzw. Sportweste an. Der leichte Stoff am Rücken würde wohl zwar dem Abrieb eines leichten (Lauf-)Rucksacks standhalten, mich aber damit mal auf eine rauhe Holzbank legen oder gegen eine Felswand lehnen wollte ich ihm dann doch nicht unbedingt zumuten. Zumal es in der selben Gewichtsklasse wie der (nachgewogenen) 79 Gramm schweren Dakota Weste auch schon komplette Windhemden oder Jacken gibt.

Soviel zu dem ersten Eindruck, den ich von der Weste gewonnen hab. Wie schlägt sich das Teil nun aber in der Praxis?
Zuallererstmal, meine Befürchtungen bezüglich dem Hochrutschen der Weste waren unbegründet. Vielmehr sitzt die Weste egal ob beim Laufen oder auf dem Rad erstaunlich gut! Selbst bei Nutzung eines Hüftgurtes oder auch eines leichten Rucksacks machte sie keine Anstalten hochzukriechen.
Da die letzten Wochen doch trotz fortgeschrittenem Jahr noch erstaunlich sommerlich waren, hatte ich den Reißverschluss meist komplett offen. Trotzdem machte auch hier die Dakota Weste eine gute Figur ohne zu verrutschen.


Egal ob beim Radfahren, Laufen oder auch beim ein oder anderen Trailrun fiel die Weste nie störend auf. Man merkt schnell, dass dieses Teil für Bewegung ausgelegt ist. Durch den sportlichen Schnitt gibt es auch kein störendes Flattern.


Bei geschlossenem Reißverschluss hält sie dann wirklich sehr zuverlässig den Wind im Torsobereich ab. Der Kragen ist dabei weit genug geschnitten um nicht "abzuschnüren" oder einzuengen, aber eng und hoch genug ausgelegt um ein Eindringen von Wind erfolgreich zu verhindern.


Der Stoff am Rücken beugt einer Überhitzung vor. Da dieser ungefähr ab der Nierengegend wieder von dem winddichten Gewebe abgelöst wird, muss man sich auch keine Gedanken machen, an den empfindlichen Stellen auszukühlen.

Rücken kann Lüften, Nieren bleiben bedeckt!

Wie fällt jetzt mein Resüme aus?
Auch wenn ich mittlerweile recht zufrieden mit der GoLite Dakota bin, konnte ich meinen zwiegespaltenen Ersteindruck nicht gänzlich los werden. Warum?
Für mich funktioniert sie beim Sport tadellos und macht zweifelsfrei genau das, wozu sie konstruiert wurde. 
Ob sie aber bei jedem anderen so gut sitzt wie bei mir, mag und kann ich aufgrund des für mich etwas ungewohnten Schnitts nicht sagen. Hier hilft wohl wirklich nur ausprobieren!
Passt die Weste, hat man dann meiner Meinung nach aber auch einen wirklich guten Begleiter für sportliche Aktivitäten im windigen Herbst gefunden! Und selbst wenn es nur mal rasch mit dem Rad in die Stadt geht, lohnt es sich diese dabei zu haben!

Nur für wirklich ausgedehnte Rucksacktouren würde ich dann doch eher zu einem "kompletten" Windhemd greifen, was aber wohl eher an meinen eigenen Vorlieben als an der Weste liegt...


Und jetzt?

Hopphopp, Computer aus! 
Schuhe an, und raus mit Euch auf den Trail!
Es ist Zeit mal wieder Dreck aufzuwirbeln!



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