Samstag, 31. Dezember 2011

zwei Beuteltiere blicken zurück

Das Jahr 2011 liegt bereits in den letzten Zügen. Das nächste Jahr lässt sich schon fast am Horizont erahnen. Da wollen wir noch einmal rasch die Gelegenheit ergreifen und einen kurzen Blick zurückwerfen.
Neben unseren beiden großen Touren nach Schottland und Island sind uns auch noch viele andere kürzere Touren und Ereignisse im Gedächtnis geblieben. Sei es eines der mittlerweile regelmäßigen Treffen des deutschen Trekking Ultraleicht Forums wo sich über die Jahre feste Freundschaften entwickelt haben. Oder auch die 100Km Wanderung “Horizontale Jena” die wir gemeinsam mit einigen Freunden aus eben diesem Ultraleichtforum angegangen sind. Dann waren da unsere zahlreichen Wochendtrips die uns immer wieder zeigen, dass man nicht um den halben Globus reisen muss um Neues zu entdecken. Gänzlich überrascht wurden wir dann noch durch die Einladung von GoreTex zum European Blogger Summit wo dann auch mal einige der Blogs die wir verfolgen ein Gesicht bekamen.

Und nicht zu vergessen: Es hat Nachwuchs bei uns gegeben. Unsere zwei huckePACKS konnten sich über zwei kleine huckePÄCKchen freuen. ;-) Mit stetig optimierter Ausrüstung ist nicht nur das Gewicht sondern auch das Volumen unseres Gepäcks im vergangenen Jahr nochmal merklich geschrumpft. Und das obwohl wir nun in Zukunft mit so einem Raumwunder wie der Laufbursche Lavvu unterwegs sein werden. Da freut sich der engagierte Ultraleichtwanderer.

Wie ihr seht, gibt es also einiges auf das wir zurückblicken können und ebenso viele Leute, an die wir am Ende dieses Jahres zurückdenken. Nicht zu letzt aber möchten wir uns bei unseren Lesern für die vielen netten Kommentare und das Interesse an uns und unserem Blog bedanken. Freut es uns doch immer wieder wenn wir andere durch unsere kleinen Berichte zu eigenen Ideen oder Touren anregen konnten.

Wie wird es nun im nächsten Jahr mit uns weitergehen?
Für den Anfang des Jahres stehen erstmal noch ein paar Erfahrungsberichte von uns aus. Neben diverser “Hardwear” wird es eine kleine Serie über Outdoornahrung geben. Nachdem wir die Touren des letzten Jahres damit verbracht haben uns durchdas Sortiment von Michaels Outdoor Food Shop zu futtern wollen wir euch unsere Eindrücke davon natürlich nicht vorenthalten.
Und seit ich mich im letzten Jahr auch intensiver dem Trailrunning zugewendet habe werdet ihr vermutlich auch in dieser Hinsicht mehr zu lesen bekommen.
Was kommende Touren angeht haben wir zwar schon einige Ideen, wie etwa den GR20 auf Korsika. Aber das Jahr ist lang und warum schreibt ihr uns nicht einfach mal wo ihr uns nächstes Jahr mal gerne sehen würdet?

In diesem Sinne wünschen wir Euch noch ein entspanntes Restjahr 2011, einen guten Rutsch und ein erfolgreiches, Touren reiches Jahr 2012!

Eure Beuteltiere,
Rike & Basti


Dienstag, 20. Dezember 2011

Silva Trailrunner - ...und es werde Licht!


Langsam aber sicher neigt sich das Jahr dem Ende zu. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger....

Vor einiger Zeit schon musste ich meine morgendliche Laufrunde auf den Abend verlegen, da es einfach noch zu dunkel war zum Laufen. Und es dauerte nicht lange, da wurde ich auch Abends von der immer früheren Dunkelheit überrascht. Aber als alter Outdoor Profi hat man ja ein ganzes Sammelsurium an Lampen angehäuft, das einem das Leben in der dunklen Jahreszeit  erleichtern sollte.

Da ich bisher nie auf eine Lampe beim Laufen angewiesen war (nicht, weil es früher nie Dunkel wurde, sondern einfach weil ich mich bis vor einem Jahr nie so richtig fürs Laufen begeistern konnte) lag mein Fokus dabei aber mehr auf der gewichtsbewussten Lösung. 
Meine Schlüsselanhängerlämpchen wie z.B. die Photon Freedom oder meine "Just-in-case" Stirnlampe, die Petzl eLite taugen zwar durchaus für den Einsatz im Camp, wenn man mal kurz die Karte checken will oder etwas im Rucksack sucht, aber für eine Nachtwanderung, geschweige denn einen Lauf im Dunkeln sind sie dann doch etwas zu schwach auf der Brust. 
Eine Taschenlampe wollte ich nicht unbedingt mit mir rumschleppen. Und so war das momentan stärkste Pferd im Stall meine Petzl Tikka. 
Immerhin klein und leicht, saß sie auch bei etwas flotterer Bewegung noch ausreichend fest am Kopf. Und dass man mit ihr auch im Dunkeln noch seinen Weg finden kann, hat sie sowohl bei einigen Nachtcaches als auch auf mehreren 24 Stunden-Wanderungen und ausgedehnten Winterwanderungen bewiesen. Was sollte also schief gehen?

Das diese Lösung nicht ideal war, zeigte mir recht schnell eine Wurzel, die meinem wachsamen Auge durch den erzwungenen Tunnelblick des Lichtkegels entgangen war. Notgedrungen folgte das Auge dem auf- und abhüpfenden Lichtkegel der Stirnlampe. Alles andere, was gerade nicht im Fokus der Stirnlampe lag, wurde schlichtweg ausgeblendet. Resultat: Ein schmerzender Fuß und ein knapp entgangener Sturz. Das Lauferlebnis war erstmal getrübt und ich machte mich auf den Rückweg.

Kaum zuhause, suchte ich nach einer Lösung. Ich durchstöberte diverse Blogs, Foren und Testberichte. Ich befragte Freunde und Bekannte nach ihren Erfahrungen mit dieser und mit jener Lampe. Oft wurden mir technische Wunderwerke jenseits der 90€ angepriesen. Irgendwie machte mich das nicht so ganz glücklich. Laufen sollte doch eigentlich ein günstiger Sport sein?

Dann stolperte ich über die Silva Trailrunner. Sowohl im Magazin "Trail" als auch in diversen Laufforen wurde dieses Teil hoch gelobt. Einen Preis hatte sie auch noch eingeheimst. Und diejenigen in meinem Bekanntenkreis, die bereits eine ihr Eigen nannten waren begeistert. 

Wie es der Zufall so will fragten die Bergfreunde bei mir an, ob ich nicht mal wieder ein Produkt für sie testen wolle und wir einigten uns schnell auf die bereits von mir favourisierte Silva Trailrunner.
Und wenige Tage später fand sich dann auch schon das heiß erwartete Packet bei mir ein.

schwenkbarer Lampenkopf mit Tastschalter 

Batteriefach

Die Stirnlampe besteht aus dem breit geschnittenen Stirnband (das auf der Innenseite zusätzlich mit einer feinen Gummierung versehen wurde um einem Verrutschen vorzubeugen), dem Batteriefach das üblicherweise am Stirnband auf der Rückseite des Kopfes getragen wird, und dem eigentlichen Lampenkörper.
Zum Betrieb der Lampe werden lediglich zwei AA Batterien benötigt!

Bei niedrigeren Temperaturen bietet es sich an, das Batteriefach nicht am Stirnband zu befestigen, sondern stattdessen nah am Körper in einer Jackentasche unterzubringen. So sollte die Lampe auch bei tieferen Temperaturen einsatzbereit bleiben und für einen evtl. Batteriewechsel ist das Fach auch deutlich einfacher zugänglich. Bei einer Doku über den Yukon Arctic Ultra entdeckte ich dann auch zufällig einen Teilnehmer, der genau so mit seiner Silva Trailrunner verfuhr. Wenn das mal nichts heißt!

Die Lampe verfügt über vier Leuchtmodi (drei Helligkeitsstufen und ein Blinkmodus), die über einen selbst mit Handschuhen sehr gut zugänglichen Knopf an der Seite des Lampenkörpers angesteuert werden können.
orange - noch hält die Batterie

Nach dem Ausschalten leuchtet kurz eine farbige LED auf, die einen über den verbleibenden Ladezustand der Batterien informiert: (grün, orange oder rot)

Die Bedienung ist wirklich sehr simpel und eingängig.

Das herausragende Merkmal dieser Lampe ist aber die sogenannte Intelligent Light Technologie! Soll heißen:
Statt einer LED nutzt die Silva Trailrunner gleich drei LEDs, die so aufeinander abgestimmt sind, dass eine gleichmäßige Ausleichtung der gesamten Umgebung stattfindet! Schluss mit Tunnelblick!
klassische 1-LED-Lampe - nur Spot

Silva Trailrunner mit Intelligent Light - gleichmäßige Ausleuchtung

Soviel zu der Theorie. Aber wie schlägt sich das Teil in der Praxis?
Meine erste Laufrunde im Dunkeln versetzte mich dann doch in Erstaunen. Auf Knopfdruck wurde es schlagartig hell. Und zwar nicht nur vor mir! Mein gesamtes Sichtfeld wurde gleichmässig stark ausgeleuchtet! Selbst aus dem Augenwinkel heraus konnte ich die Umgebung noch warnehmen. Und trotz leicht nieseligem Wetter reichte die Lampe dabei knapp 40 Meter weit.


Etwas Feintuning am Lampenkörper war dann aber doch von nöten. Da der Lampenkopf etwas hervorsteht und keine Blende nach unten aufweist hatte ich Anfangs immer einen Lichtkreis im oberen Sichtfeld. Gerade bei dem Nieselregen und dem feinen Nebel während diesem ersten Lauf war das etwas störend. Da der Lampenkopf sich aber auch in der Bewegung problemlos im Winkel verstellen lässt hatte ich diese Problem nach einiger Zeit im Griff.
die Lampe lässt sich stufenlos schwenken

Durch die gleichmäßige Ausleuchtung der Silva Trailrunner vergisst man leicht wie hell diese Lampe ist. Eine kleine Gruppe Geocacher, die zwar selbst mit Stirnlampe und allerlei anderer Gadgets ausgestattet durch den nächtlichen Wald stöberten scheuchte ich damit regelrecht auf als ich so ausgeleuchtet durch den Wald dahergeflitzt kam. Einer der Cacher stolperte erschrocken und geblendet ins nächste Gebüsch. Ich sah natürlich zu, dass ich mich schnell davon machte...
Hinter mir hörte ich nur noch "Mann war das hell!"
Der erste Testlauf war also ein voller Erfolg.

Mittlerweile hat mich die Trailrunner nicht nur auf meinen regelmäßigen abendlichen Laufrunden zuverlässig begleitet. Auch auf dem Fahrrad hat sie mir schon ab und an gute Dienste geleistet, wo die normale Fahrradbeleuchtung nicht mehr ausreichte. Auch auf einigen kurzen Wochenendtouren hat sie mich jetzt schon begleitet. Das letzte mal bei meinem 82 km Lauf auf dem Eifelsteig wo ich heilfroh war, dass ich so eine zuverlässige Lampe im Gepäck hatte.
Dabei hat sich gezeigt wie gut zugänglich das Batteriefach auch im absoluten Dunkeln ist, wenn man mal vergisst vorher frische Batterien einzusetzen...
Batteriefach ist ohne Werkzeug leicht zugänglich

Die Silva Trailrunner ist in der Tat eine Lampe, die ich ohne weiteres weiterempfehlen kann. Gerade für sportliche Aktivitäten wo man auf eine gute Ausleuchtung angewiesen ist zeigt sich ihre Stärke.

Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk für den Sportler in der Familie sucht oder sich selbst etwas Gutes für die kommende Wintertour gönnen möchte, sollte hier fündig werden.

p.s. Uns hat die Lampe übrigens so überzeugt, dass wir bereits eine weitere Trailrunner unser Eigen nennen. In Zukunft werden wir also gemeinsam die Nacht zum Tag machen!

Montag, 12. Dezember 2011

Island - unsere Ausrüstung


Nachdem meine Socken nun das x-te mal die Waschmaschine besucht haben und nun endlich der letzte Krümel Vulkansand ihr Gewebe verlassen hat, wird es mal Zeit einen Blick auf unsere Ausrüstung unserer diesjährigen Islandtour zu werfen.

Ich verzichte darauf eine detailierte Packliste aufzuführen, sondern konzentriere mich lieber auf wesentliche Sachen. Etwa Ausrüstung, die uns wirklich überzeugt hat, oder Dinge, die nicht das halten konnten was sie versprachen
Ebenso will ich ein paar Gedanken los werden, was wir, sollten wir einmal eine ähnlich Tour planen, in Zukunft anders machen würden. Das soll Euch natürlich nicht davon abhalten, auch Fragen zu Dingen zu stellen, die ich nicht angesprochen habe. Also fangen wir mal an...

Nicht ohne meinen huckePACK

Und zwar mit unseren Rucksäcken! Nicht nur, weil ein Rucksack irgendwo DAS Erkennungsmerkmal eines jeden Fernwanderers ist, sondern weil wir gleich am Flughafen ein etwas unschönes Erlebnis damit hatten. 
Dies ist weiß Gott nicht der erste Flug bei dem wir unser Rucksäcke dabei hatten und nie ist etwas passiert. Diesmal hat man es aber tatsächlich geschafft, an meinem treuen huckePACK die Schnalle eines Schultergurtes zu zerbrechen und ein Stück des Gurtes abzureißen! Vermutlich ist der Gurt beim Verladen in einem der Transportbänder hängen geblieben. Der Schaden war defenitif NICHT auf einen Material oder Verarbeitungsfehler hin zurückzuführen sondern schlicht auf das Einwirken einer großen, maschinellen Kraft. Gepäckstücke anderer Mitreisender (die keine UL-Rucksäcke hatten) hatte es teilweise sogar noch deutlich ärger erwischt. 
Das hätten wir besser auch mal auf dem Hinflug gemacht!
Merke: Beim Transport im Flugzeug lieber immer den guten Rucksack in einem Plastikbeutel verpacken!
Der Schaden ließ sich dann aber noch an Ort und Stelle improvisiert beheben, so dass wir nicht nur unseren Zubringerbuss nicht verpassten, sondern der Rucksack auch die restlichen vier Wochen klaglos durchgestanden hat.
Da wir für diese Tour neben unserer Ausrüstung noch rund 2 Wochen an Verpflegung bereits mit uns führten, waren unsere huckePACKS diesmal wirklich ordentlich voll. Aber trotzdem ließen sie sich sehr bequem tragen und absolvierten auch diese Tour wiedermal mit Bravour
Mein Resümee: Nie mehr was anderes! (außer bei kürzeren Touren, da kommt dann ein huckePÄCKCHEN mit...)

Ein weiteres Teil, was uns auf unserer Tour zusehends begeistert hat war unser ShangriLa 2. Dabei muss ich allerdings zwischen dem Flysheet, sprich dem Zelt als solchem und dem Innenzelt, das wir kurz vorher gekauft hatten, unterscheiden. Das Zelt an sich hat alles was Island an Wetter während unserer Tour zu bieten hatte klaglos weggesteckt. Dabei hat es sogar diverse andere "Sturmzelte", sei es Tunnel oder Geodäten von so namhaften Herstellern wie Hilleberg und co. in den Schatten gestellt! Dafür notwendig war natürlich eine solide Verankerung im Boden, was bei den Isländischen Verhältnissen nicht immer unbedingt leicht war. Aber dazu später.
Der Sturm kann kommen. Das ShangriLa steht.

Der Aufbau des ShangriLa ging uns wirklich rasend schnell von der Hand. Nachdem die Ersten Zeltnägel die Plane am Boden fixierten und mit Steinen zusätzlich gesichert wurden, drückten unsere Stöcke das Konstrukt auch schon in die Höhe. 
Während ich mich draußen darum kümmerte, dass auch der Rest mit einer kunstvollen Mauer aus Steinen abgeschirmt wurde, hängte Rike derweil das Innenzelt ein und kümmerte sich um die "Inneneinrichtung".
Womit wir zum Innenzelt des ShangriLa 2 kommen. Unser ShangriLa ist noch ein 2010er Modell (aus Silnylon), das Innenzelt das vom 2011er. Glaubt mir, das passt NICHT! Wir haben vor der Tour schon versucht diverse Lösungen zu finden. Vergeblich. Das Moskitonetz hängt einfach viel zu stark durch. Scheint so, als ob das 2011er ShangriLa eine einige wenige Zentimeter längere Firstnaht hat, die das Innenzelt auf mehr Spannung bringt. 
Beholfen haben wir uns schließlich mit Nadel und Faden womit wir den überflüssigen Stoff einfach an einer Seite zusammengerafft haben. Nicht schön, aber funktioniert.

Auch die Abspannschlaufen am Innenzelt finde ich nicht so 100% gelungen. Da sie nicht in der Länge verstellbar sind fällt es schwer sie an die selben Heringe wie das Außenzelt zu befestigen. D.h. es müssten extra Heringe für das Innenzelt mitgeführt werden. Wir haben uns der UL-Methode bedient und einfach in jede Ecke des Innenzeltes einen gefüllten Packbeutel (z.B. unsere Verpflegung) gelegt und somit das Innenzelt von Innen her gespannt und beschwert. Simpel, schnell und effektiv! 

Was die Fixierung unseres Zeltes am Boden betraf hatten wir uns vorher längere Zeit Gedanken gemacht. Immer wieder hört man ja vom Isländischen Sandboden. Das brachte uns schließlich dazu neben normalen Y-Heringen auch Sandheringe mitzuführen. Blöde Idee!
Zwar gibt es auf Island mehr als genug Sand (der einem auch ständig überall reinzukriechen versucht) aber der Boden, den man in der Regel dort vorfindet besteht zu größten Teilen aus Stein bzw. Geröll. Soll heißen, es sieht zwar erst aus wie eine weiche Sandschicht, versucht man aber einen Hering dort reinzustecken, trifft man mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen Stein! Typische Sandheringe sind hier fehl am Platz. Von den Sechs Stück die wir mitgenommen hatten, haben wir jetzt noch drei, da die übrigen gnadenlos untauglich geworden sind.
Empfehlen kann ich Heringe wie die von uns verwendeten Y-Heringe oder andere verwindungssteife Heringe mit gutem Grip und möglichst lang! Um eine zusätzliche Sicherung mit herumliegenden Steinen wird man wohl dabei trotzdem nicht herumkommen.

Unseren Daunenquilt hatten wir ja bereits erfolgreich in Schottland getestet und auch in Island hat er uns wieder begleitet. Diesmal wurde jedoch der improvisierte Tyvek-Bivvy gegen ein deutlich leichteres und Packmaß-freundlicheres Modell aus Epic ausgetauscht. Unser Epic-MYOG-Bivvy war dann auch die perfekte Ergänzung zu unserem Schlafsetup. In Kombination mit dem Innenzelt hat der uns dann auch das letzte bißchen Wind aus unserem Quilt rausgehalten ohne dass es jemals zu Kondesproblemen gekommen währe.
Hier nochmal ein großes Dankeschön an Mateusz aka Laufbursche, dass er uns dieses feine Stöffchen überlassen hat (ich weiß ja, dass Du das für Dich eingeplant hattest!)

Als Isomatte hat Rike wieder zufrieden auf ihre Therm-a-Rest Prolite 3 Short zurückgegriffen. Ich war mit meiner zwar körperlangen aber viel zu dünnen EVA-Matte weniger glücklich. Um hier aber nicht zu viel zu verraten: Ich hab bereits eine Lösung gefunden, die mich selber überrascht hat und einen eigenen Artikel wert ist!

Ein weiterres wichtiges Thema in Island ist mit Sicherheit die Kleidung die man dabei hat. Und dabei in erster Linie die Regenbekleidung
In kompletter Montur
Beide hatten wir wiedermal unsere Berghaus Paclite Pants dabei und waren damit nach wie vor sehr zufrieden. Selbst Furten war trotz langen Beinen damit kein Problem, nehmen die Hosen doch quasi kein Wasser auf. Und natürlich haben sie bei Sturm und Regen auch keines von Außen durch gelassen. 
Beim Furten bleiben die Sachen an! (und gleich wird's noch SEHR viel tiefer...)

Anders sah es bei unseren Jacken aus. Während ich in meiner Haglöfs Oz trocken blieb erlebte Rike in ihrer neuen Marmot Jacke das genaue Gegenteil. 
Der Wind presste schon nach kürzester Zeit (keine Stunde!) das Wasser durch das Gewebe. Nicht durch die abgeklebten Nähte. 
Nicht durch die Reißverschlüsse! 
Auch nicht durch die Druckpunkte des Rucksacks! 
Sondern direkt durch die dem Wetter ausgesetzte Frontfläche sowie durch den Stoff an den Ärmeln! Das Wasser, was durch das Frontgewebe gepresst wurde sammelte sich dann ungünstiger Weise noch in den Taschen der Jacke! Auch die DWR war mit dem ersten Schauer dahin. Keine guten Bedingungen für einen vierwöchigen Wanderurlaub auf Island.
Mangels Ersatz hatte Rike die Jacke dann notgedrungen bis zum Ende unserer Tour an. Zumindest konnte die Jacke durch eine kurze Trocknungszeit und eine gute Atmungsaktivität glänzen. Ich würde sie daher nicht als wasserdichte Jacke, bzw. Regenjacke ansehen, sondern mehr als Windjacke. Diesen Job hat sie zumindest tadellos erfüllt und wird auch jetzt noch für diesen Zweck genutzt.


Sehr gut funktioniert hat übrigens mein Bekleidungssystem. 
Sieht verboten aus, aber funktioniert!

In wechselnder Kombination hatte ich dabei folgendes an:
eine 3/4 Lauftight aus Polartec Powerstretch
eine kurze Laufhose von GoLite
Reed Chillcheaters Windhose (den weiten Schnitt hatte ich vorher etwas zurechtgetrimmt)
Berghaus Paclite Pants
Montane Sportwool T-Shirt
Icebreaker Oasis Crewe
Reed Chillcheaters Windhemd (auch hier hatte ich den Schnitt noch etwas angepasst)
Uniqlo Daunenjacke mit Kapuze
Haglöfs Oz

(Ok, zugegeben ich hatte noch eine leichte Mammut Hose für die Stadt dabei ;-) )

und an den Füßen meine INOV8 Terroc ohne Membrane in Kombination mit Icebreaker Socken.

Dazu kamen dann noch die mittlerweile gut 20 Jahre alte Seeglermütze meines Vaters und ein paar dünne Haglöfs Baselayer Handschuhe.

Damit war ich flexibel genug mich sowohl unterwegs als auch nachts im Quillt oder auch bei stundenlangen Gesprächsrunden mit Bekannten bei einem Gläschen Limo auf den diversen Zeltmöglichkeiten warm zu halten. Beim nächsten mal würde ich evtl. noch ein leichtes 100er Fleece einpacken um bei stürmischem Wetter den Körper und die Arme etwas besser vor dem Auskühlen zu schützen.
Beim Furten hat es sich bewährt Schuhe, Socken und auch die langen Hosen (Windhose, Regenhose) anzulassen! Den Regen- und Windsachen macht es nichts aus, wenn sie mal nass werden und die Schuhe trocken relativ schnell. Die Socken fürs Furten auszuziehen ist im übrigen eine ganz blöde Idee. Einerseits frieren die Füße dann je nach Furtlänge und Wassertemperatur doch erheblich (teils schmerzhaft!) andererseits werden die Socken eh nass, wenn man sie anschließend wieder in den noch nassen Schuhen anzieht. 
Vor unserem Abflug hatten wir übrigens noch unsere ursprünglich eingeplanten Neoprensocken doch wieder ausgepackt. Hat sich ja gezeigt, dass es auch ohne ging. Wer jedoch eh mit kalten Füßen zu kämpfen hat, dem empfehle ich so ein paar mit einzupacken. Sollten wir nochmal so eine Tour machen, werd ich die "paar Gramm" gerne mitnehmen. (bzw. an anderer Stelle Gewicht einsparen)

Stöcke hatten wir zwar dabei, hatten sie aber auf unserer gesamten Tour außer fürs Zelt nicht gebraucht. Selbst beim Furten emfanden wir sie eher als hinderlich. 

Fehlt zu guter letzt noch unser Kochsystem. Ursprünglich hatten wir geplant Rikes Bushbuddy mitzunehmen. Wie sich gezeigt hat, haben wir aber keinen Fehler gemacht am Ende doch komplett auf Spiritus zu setzen (trotz der horenden Preise von umgerechnet knapp 10€ pro Liter!)
unsere kleine Küchenzeile

Grundsätzlich findet sich auch auf Island genug brennbares Material für den kleinen Holzkocher. Jedoch sollte man rechtzeitig damit anfangen unterwegs genug davon aufzusammeln um nicht am Lagerplatz genötigt zu sein noch stundenlang nach ein paar Ästchen zu suchen. Wir waren jedenfalls froh, wenn wir uns in unser Zelt verkriechen konnten um das Wetter draußen vor der Tür zu lassen. 
Und hier hat sich dann der wirkliche Vorteil von Spiritus gegenüber Holz gezeigt. Wir konnten egal welches Wetter draußen herrschte (mit entsprechender Vorsicht!) im Zelt kochen, während wir schon in unserem Quilt lagen. Und ein warmer Kakao am Morgen für den man nicht erst vor die Tür muss erleichtert das Aufstehen doch enorm. 
Unser Setup bestand übrigens aus dem Topfständer des Bushbuddy, einem PepsiCanStove und Rikes BPL Firelight SUL 1100 Topf sowie einem Stück fester Alufolie als Windschutz. Das wurde dann nicht nur zum Kochen genutzt, sondern auch um Wasser für unsere Platybus Flaschen zu erhitzen, die wir gelegentlich als Wärmflaschen zweckentfremdeten (hatte ich schon erwähnt, dass es kalt war?).
Den Topf konnten wir dann auch bei Zeltplätzen nutzen, wo eine Herdplatte zur Verfügung gestellt wurde, was uns nicht nur oppulente Kochorgien ermöglichte, sondern auch unseren kostbaren Spiritus aufsparte.

Schirme? Achso, unsere Schirme! Die hatten wir diesmal tatsächlich nicht dabei. Auch ein Schirm kommt bei manchem Wetter an seine Grenzen! ;-)