Montag, 12. Dezember 2011

Island - unsere Ausrüstung


Nachdem meine Socken nun das x-te mal die Waschmaschine besucht haben und nun endlich der letzte Krümel Vulkansand ihr Gewebe verlassen hat, wird es mal Zeit einen Blick auf unsere Ausrüstung unserer diesjährigen Islandtour zu werfen.

Ich verzichte darauf eine detailierte Packliste aufzuführen, sondern konzentriere mich lieber auf wesentliche Sachen. Etwa Ausrüstung, die uns wirklich überzeugt hat, oder Dinge, die nicht das halten konnten was sie versprachen
Ebenso will ich ein paar Gedanken los werden, was wir, sollten wir einmal eine ähnlich Tour planen, in Zukunft anders machen würden. Das soll Euch natürlich nicht davon abhalten, auch Fragen zu Dingen zu stellen, die ich nicht angesprochen habe. Also fangen wir mal an...

Nicht ohne meinen huckePACK

Und zwar mit unseren Rucksäcken! Nicht nur, weil ein Rucksack irgendwo DAS Erkennungsmerkmal eines jeden Fernwanderers ist, sondern weil wir gleich am Flughafen ein etwas unschönes Erlebnis damit hatten. 
Dies ist weiß Gott nicht der erste Flug bei dem wir unser Rucksäcke dabei hatten und nie ist etwas passiert. Diesmal hat man es aber tatsächlich geschafft, an meinem treuen huckePACK die Schnalle eines Schultergurtes zu zerbrechen und ein Stück des Gurtes abzureißen! Vermutlich ist der Gurt beim Verladen in einem der Transportbänder hängen geblieben. Der Schaden war defenitif NICHT auf einen Material oder Verarbeitungsfehler hin zurückzuführen sondern schlicht auf das Einwirken einer großen, maschinellen Kraft. Gepäckstücke anderer Mitreisender (die keine UL-Rucksäcke hatten) hatte es teilweise sogar noch deutlich ärger erwischt. 
Das hätten wir besser auch mal auf dem Hinflug gemacht!
Merke: Beim Transport im Flugzeug lieber immer den guten Rucksack in einem Plastikbeutel verpacken!
Der Schaden ließ sich dann aber noch an Ort und Stelle improvisiert beheben, so dass wir nicht nur unseren Zubringerbuss nicht verpassten, sondern der Rucksack auch die restlichen vier Wochen klaglos durchgestanden hat.
Da wir für diese Tour neben unserer Ausrüstung noch rund 2 Wochen an Verpflegung bereits mit uns führten, waren unsere huckePACKS diesmal wirklich ordentlich voll. Aber trotzdem ließen sie sich sehr bequem tragen und absolvierten auch diese Tour wiedermal mit Bravour
Mein Resümee: Nie mehr was anderes! (außer bei kürzeren Touren, da kommt dann ein huckePÄCKCHEN mit...)

Ein weiteres Teil, was uns auf unserer Tour zusehends begeistert hat war unser ShangriLa 2. Dabei muss ich allerdings zwischen dem Flysheet, sprich dem Zelt als solchem und dem Innenzelt, das wir kurz vorher gekauft hatten, unterscheiden. Das Zelt an sich hat alles was Island an Wetter während unserer Tour zu bieten hatte klaglos weggesteckt. Dabei hat es sogar diverse andere "Sturmzelte", sei es Tunnel oder Geodäten von so namhaften Herstellern wie Hilleberg und co. in den Schatten gestellt! Dafür notwendig war natürlich eine solide Verankerung im Boden, was bei den Isländischen Verhältnissen nicht immer unbedingt leicht war. Aber dazu später.
Der Sturm kann kommen. Das ShangriLa steht.

Der Aufbau des ShangriLa ging uns wirklich rasend schnell von der Hand. Nachdem die Ersten Zeltnägel die Plane am Boden fixierten und mit Steinen zusätzlich gesichert wurden, drückten unsere Stöcke das Konstrukt auch schon in die Höhe. 
Während ich mich draußen darum kümmerte, dass auch der Rest mit einer kunstvollen Mauer aus Steinen abgeschirmt wurde, hängte Rike derweil das Innenzelt ein und kümmerte sich um die "Inneneinrichtung".
Womit wir zum Innenzelt des ShangriLa 2 kommen. Unser ShangriLa ist noch ein 2010er Modell (aus Silnylon), das Innenzelt das vom 2011er. Glaubt mir, das passt NICHT! Wir haben vor der Tour schon versucht diverse Lösungen zu finden. Vergeblich. Das Moskitonetz hängt einfach viel zu stark durch. Scheint so, als ob das 2011er ShangriLa eine einige wenige Zentimeter längere Firstnaht hat, die das Innenzelt auf mehr Spannung bringt. 
Beholfen haben wir uns schließlich mit Nadel und Faden womit wir den überflüssigen Stoff einfach an einer Seite zusammengerafft haben. Nicht schön, aber funktioniert.

Auch die Abspannschlaufen am Innenzelt finde ich nicht so 100% gelungen. Da sie nicht in der Länge verstellbar sind fällt es schwer sie an die selben Heringe wie das Außenzelt zu befestigen. D.h. es müssten extra Heringe für das Innenzelt mitgeführt werden. Wir haben uns der UL-Methode bedient und einfach in jede Ecke des Innenzeltes einen gefüllten Packbeutel (z.B. unsere Verpflegung) gelegt und somit das Innenzelt von Innen her gespannt und beschwert. Simpel, schnell und effektiv! 

Was die Fixierung unseres Zeltes am Boden betraf hatten wir uns vorher längere Zeit Gedanken gemacht. Immer wieder hört man ja vom Isländischen Sandboden. Das brachte uns schließlich dazu neben normalen Y-Heringen auch Sandheringe mitzuführen. Blöde Idee!
Zwar gibt es auf Island mehr als genug Sand (der einem auch ständig überall reinzukriechen versucht) aber der Boden, den man in der Regel dort vorfindet besteht zu größten Teilen aus Stein bzw. Geröll. Soll heißen, es sieht zwar erst aus wie eine weiche Sandschicht, versucht man aber einen Hering dort reinzustecken, trifft man mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen Stein! Typische Sandheringe sind hier fehl am Platz. Von den Sechs Stück die wir mitgenommen hatten, haben wir jetzt noch drei, da die übrigen gnadenlos untauglich geworden sind.
Empfehlen kann ich Heringe wie die von uns verwendeten Y-Heringe oder andere verwindungssteife Heringe mit gutem Grip und möglichst lang! Um eine zusätzliche Sicherung mit herumliegenden Steinen wird man wohl dabei trotzdem nicht herumkommen.

Unseren Daunenquilt hatten wir ja bereits erfolgreich in Schottland getestet und auch in Island hat er uns wieder begleitet. Diesmal wurde jedoch der improvisierte Tyvek-Bivvy gegen ein deutlich leichteres und Packmaß-freundlicheres Modell aus Epic ausgetauscht. Unser Epic-MYOG-Bivvy war dann auch die perfekte Ergänzung zu unserem Schlafsetup. In Kombination mit dem Innenzelt hat der uns dann auch das letzte bißchen Wind aus unserem Quilt rausgehalten ohne dass es jemals zu Kondesproblemen gekommen währe.
Hier nochmal ein großes Dankeschön an Mateusz aka Laufbursche, dass er uns dieses feine Stöffchen überlassen hat (ich weiß ja, dass Du das für Dich eingeplant hattest!)

Als Isomatte hat Rike wieder zufrieden auf ihre Therm-a-Rest Prolite 3 Short zurückgegriffen. Ich war mit meiner zwar körperlangen aber viel zu dünnen EVA-Matte weniger glücklich. Um hier aber nicht zu viel zu verraten: Ich hab bereits eine Lösung gefunden, die mich selber überrascht hat und einen eigenen Artikel wert ist!

Ein weiterres wichtiges Thema in Island ist mit Sicherheit die Kleidung die man dabei hat. Und dabei in erster Linie die Regenbekleidung
In kompletter Montur
Beide hatten wir wiedermal unsere Berghaus Paclite Pants dabei und waren damit nach wie vor sehr zufrieden. Selbst Furten war trotz langen Beinen damit kein Problem, nehmen die Hosen doch quasi kein Wasser auf. Und natürlich haben sie bei Sturm und Regen auch keines von Außen durch gelassen. 
Beim Furten bleiben die Sachen an! (und gleich wird's noch SEHR viel tiefer...)

Anders sah es bei unseren Jacken aus. Während ich in meiner Haglöfs Oz trocken blieb erlebte Rike in ihrer neuen Marmot Jacke das genaue Gegenteil. 
Der Wind presste schon nach kürzester Zeit (keine Stunde!) das Wasser durch das Gewebe. Nicht durch die abgeklebten Nähte. 
Nicht durch die Reißverschlüsse! 
Auch nicht durch die Druckpunkte des Rucksacks! 
Sondern direkt durch die dem Wetter ausgesetzte Frontfläche sowie durch den Stoff an den Ärmeln! Das Wasser, was durch das Frontgewebe gepresst wurde sammelte sich dann ungünstiger Weise noch in den Taschen der Jacke! Auch die DWR war mit dem ersten Schauer dahin. Keine guten Bedingungen für einen vierwöchigen Wanderurlaub auf Island.
Mangels Ersatz hatte Rike die Jacke dann notgedrungen bis zum Ende unserer Tour an. Zumindest konnte die Jacke durch eine kurze Trocknungszeit und eine gute Atmungsaktivität glänzen. Ich würde sie daher nicht als wasserdichte Jacke, bzw. Regenjacke ansehen, sondern mehr als Windjacke. Diesen Job hat sie zumindest tadellos erfüllt und wird auch jetzt noch für diesen Zweck genutzt.


Sehr gut funktioniert hat übrigens mein Bekleidungssystem. 
Sieht verboten aus, aber funktioniert!

In wechselnder Kombination hatte ich dabei folgendes an:
eine 3/4 Lauftight aus Polartec Powerstretch
eine kurze Laufhose von GoLite
Reed Chillcheaters Windhose (den weiten Schnitt hatte ich vorher etwas zurechtgetrimmt)
Berghaus Paclite Pants
Montane Sportwool T-Shirt
Icebreaker Oasis Crewe
Reed Chillcheaters Windhemd (auch hier hatte ich den Schnitt noch etwas angepasst)
Uniqlo Daunenjacke mit Kapuze
Haglöfs Oz

(Ok, zugegeben ich hatte noch eine leichte Mammut Hose für die Stadt dabei ;-) )

und an den Füßen meine INOV8 Terroc ohne Membrane in Kombination mit Icebreaker Socken.

Dazu kamen dann noch die mittlerweile gut 20 Jahre alte Seeglermütze meines Vaters und ein paar dünne Haglöfs Baselayer Handschuhe.

Damit war ich flexibel genug mich sowohl unterwegs als auch nachts im Quillt oder auch bei stundenlangen Gesprächsrunden mit Bekannten bei einem Gläschen Limo auf den diversen Zeltmöglichkeiten warm zu halten. Beim nächsten mal würde ich evtl. noch ein leichtes 100er Fleece einpacken um bei stürmischem Wetter den Körper und die Arme etwas besser vor dem Auskühlen zu schützen.
Beim Furten hat es sich bewährt Schuhe, Socken und auch die langen Hosen (Windhose, Regenhose) anzulassen! Den Regen- und Windsachen macht es nichts aus, wenn sie mal nass werden und die Schuhe trocken relativ schnell. Die Socken fürs Furten auszuziehen ist im übrigen eine ganz blöde Idee. Einerseits frieren die Füße dann je nach Furtlänge und Wassertemperatur doch erheblich (teils schmerzhaft!) andererseits werden die Socken eh nass, wenn man sie anschließend wieder in den noch nassen Schuhen anzieht. 
Vor unserem Abflug hatten wir übrigens noch unsere ursprünglich eingeplanten Neoprensocken doch wieder ausgepackt. Hat sich ja gezeigt, dass es auch ohne ging. Wer jedoch eh mit kalten Füßen zu kämpfen hat, dem empfehle ich so ein paar mit einzupacken. Sollten wir nochmal so eine Tour machen, werd ich die "paar Gramm" gerne mitnehmen. (bzw. an anderer Stelle Gewicht einsparen)

Stöcke hatten wir zwar dabei, hatten sie aber auf unserer gesamten Tour außer fürs Zelt nicht gebraucht. Selbst beim Furten emfanden wir sie eher als hinderlich. 

Fehlt zu guter letzt noch unser Kochsystem. Ursprünglich hatten wir geplant Rikes Bushbuddy mitzunehmen. Wie sich gezeigt hat, haben wir aber keinen Fehler gemacht am Ende doch komplett auf Spiritus zu setzen (trotz der horenden Preise von umgerechnet knapp 10€ pro Liter!)
unsere kleine Küchenzeile

Grundsätzlich findet sich auch auf Island genug brennbares Material für den kleinen Holzkocher. Jedoch sollte man rechtzeitig damit anfangen unterwegs genug davon aufzusammeln um nicht am Lagerplatz genötigt zu sein noch stundenlang nach ein paar Ästchen zu suchen. Wir waren jedenfalls froh, wenn wir uns in unser Zelt verkriechen konnten um das Wetter draußen vor der Tür zu lassen. 
Und hier hat sich dann der wirkliche Vorteil von Spiritus gegenüber Holz gezeigt. Wir konnten egal welches Wetter draußen herrschte (mit entsprechender Vorsicht!) im Zelt kochen, während wir schon in unserem Quilt lagen. Und ein warmer Kakao am Morgen für den man nicht erst vor die Tür muss erleichtert das Aufstehen doch enorm. 
Unser Setup bestand übrigens aus dem Topfständer des Bushbuddy, einem PepsiCanStove und Rikes BPL Firelight SUL 1100 Topf sowie einem Stück fester Alufolie als Windschutz. Das wurde dann nicht nur zum Kochen genutzt, sondern auch um Wasser für unsere Platybus Flaschen zu erhitzen, die wir gelegentlich als Wärmflaschen zweckentfremdeten (hatte ich schon erwähnt, dass es kalt war?).
Den Topf konnten wir dann auch bei Zeltplätzen nutzen, wo eine Herdplatte zur Verfügung gestellt wurde, was uns nicht nur oppulente Kochorgien ermöglichte, sondern auch unseren kostbaren Spiritus aufsparte.

Schirme? Achso, unsere Schirme! Die hatten wir diesmal tatsächlich nicht dabei. Auch ein Schirm kommt bei manchem Wetter an seine Grenzen! ;-)

Kommentare:

  1. Schöner Bericht. Das mit den Rucksäcken in Plastiksäcken kann ich gut verstehen.. würd ich auch nie ohne machen! Was mir hier etwas fehlt und was mich brennend interessieren würde ist: Was und wieviel habt ihr an Essen dabei gehabt für 2 Wochen?!
    Gruß
    Jaddar

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  2. An Verpflegung für unterwegs hatten wir komplett auf Freezerbag Gerichte gesetzt. Sprich gefriergetrocknete Fertiggerichte die im eigenen Beutel nur mit heißem Wasser übergossen werden müssen. Sozusagen die High-Tech-5-Minuten-Terrine! ;-)
    Ergänzend dazu hatten wir ein wildes Sammelsurium an verschiedensten Riegeln dabei. Und fertig angerührtes Müsli, das wir bereits portioniert in Gefrierbeuteln dabei hatten. Als besonderes Leckerchen gab's dann noch Instant Kakao von Swiss Miss!
    In der "Zivilisation" haben wir unsere kostbaren Fertiggerichte dann aufgespart und auf den örtlichen Supermarkt gesetzt.
    Zu den diversen Gerichten kommt demächst aber noch ein ausführlicheres Extra hier im Blog. Nach gut einem Jahr testen der verschiedensten Hersteller, Marken und Gerichte wird's mal Zeit unsere Erfahrungen mitzuteilen!

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  3. Wieviel Kilo Essen waren das letztendlich?

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  4. Müssen insgesamt so um die 10-11 Kilo Verpflegung beim Start gewesen sein. Da unser Baseweight 3,5 Kg (Rike) bzw. 6 Kg (Meinereiner) betrug, war das Ganze noch bequem zu händeln. Zumindest verglichen mit anderen Wanderern die in der Regel schon für knapp 5 Tage 20-30 Kilo!!! auf dem Buckel hatten!

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  5. Danke für die Eindrücke! Bin gespannt auf die Isomattenlösung :-)

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  6. Danke für den eingehenden Bericht! Was ich mich frage, nachdem ich mich für den huckePack interessiere ist der Tragekomfort. Ihr beschreibt ihn als sehr bequem. Wenn ich mir das oberste Bild dieses Berichts ansehe, sitzt der Hüftgurt in der Taille und nicht auf der Hüfte. Das kann man sich vermutlich nur bei Ulltralight-bepackung leisten, ansonsten geht das schnell ins Kreuz, auch wenn man das vielleicht nicht gleich sondern erst im späteren Alter merkt. Leider habe ich akonto der Entfernung zu Köln keine Möglichkeit den Rucksack selbst zu testen. Könnt ihr mir dazu ein paar Zweckdienliche Hinweise geben?. Vielleicht liege ich mit meiner Beobachtung auch falsch?

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  7. Hallo Bernd,

    Das sind gleich recht viele Fragen bzw. etwas was man nicht so knapp beantworten kann. Ich werd aber mal versuchen da weiterzuhelfen.

    Grundsätzlich ist der huckePack ein gestelloser Ultraleichtrucksack und dementsprechend auch nur für solche Lasten (unter Beachtung der hierfür notwendigen Packweise) vorgesehen.
    Solche Ultraleichtrucksäcke gibt es ja viele. Alle gemein haben sie eine feste Rückenlänge. Auch die sonstigen Verstellmöglichkeiten wurden stark reduziert. Bei einem Kauf muss der Rucksack also passen. Ähnlich wie bei einem Schuh, wo man zwar die Schnürung minimal verändern kann, aber nicht mehr die eigentliche Passform.
    Bei vielen UL-Packs wurden lange Zeit sehr einfach geschnittene Schulter und Hüftgurte genutzt. Der huckePack ist einer der ersten UL-Packs der nicht nur deutlich kontuierte Schulter- und Hüftgurte nutzt, sondern wo auch der Aufhängungswinkel dieser die menschliche Anatomie wiederspiegelt.
    Auch die verwendeten Materialien sorgen trotz relativ geringer Dicke für einen festen aber angenehm anschmiegsamen Sitz. Kein Drücken an Schlüsselbein und Co.

    Berücksichtigt man das alles bedeutet "komfortabel" das der Pack für uns und unsere typische Beladung komfortabel sitzt. Andere Leute haben andere Rücken... ;-)

    Was jetzt den Sitz des Hüftgurtes auf dem Bild angeht, hab ich mich jetzt im Nachhinein auch etwas gewundert. In der Regel tragen wir den Hüftgurt aber auch immer auf der Hüfte und nicht in der Taille bzw. auf dem Bauch.
    Nachdem Rike und ich uns nochmal die anderen Bilder der Tour angeguckt haben, denken wir, dass der Hüftgurt evtl. in diesem Moment etwas hochgerutscht sein könnte weil meine Frau was aus der Tasche geholt hat. Andererseits wirkt der Hüftgurt auch aus dieser Perspektive durch seinen Schnitt etwas höher, wie von vorne.
    Ich weiss jetzt ja nicht wie viel Erfahrung Du mit UL-Packs hast, aber im Gegensatz zu konventionellen Rucksäcken sind die Hüftgurte hier auch eher kurz. Sie gehen nur sehr selten weiter als bis zum Beckenknochen. Das verstärkt zudem den Eindruck, der Gurt würde nicht auf der Hüfte sitzen.

    Für ein komplettes Ablasten des Rucksackes auf den Hüftgurt wie bei konventionellen Rucksäcken sind diese nicht vorgesehen, da es aufgrund des deutlich geringeren Gewichtes auch nicht in diesem Maaße nötig ist. Sie leißten aber dennoch eine nicht zu unterschätzende Unterstützungsfunktion!

    Bei sinkendem Rucksackgewicht wird ab einem gewissen Punkt sogar die Verwendung eines Hüftgurtes eher kontraproduktiv, da er die natürliche Bewegung des Laufapparates einschränkt. Für eine effiziente Bewegung ist es eigentlich notwendig, dass sich die Hüfte komplett frei bewegen kann. (Daher haben Laufsportrucksäcke auch keine Hüft- sondern in der Tat Bauchgurte! Die Gurte dienen hier lediglich zur Stabilisierung des Rucksacks bei schneller Bewegung und nicht dem Ablasten)
    Aber ich schweife ab... ;-)

    Was das Anprobieren bzw. Testen eines huckePacks angeht hätte ich gleich drei Tips für Dich. Ich weiss ja nicht, wo Du herkommst, aber in Garmisch-Partenkirchen hat Robert in seinem Laden (Racelight) eine Special Edition des huckePack vorrätig!
    Wenn das auch nicht um die Ecke liegt, gibt es noch das deutschsprachige Ultraleichtforum auf www.ultraleicht-trekking.com. Einfach mal fragen ob es nicht zufällig einen huckePack Besitzer in der Nähe gibt! Sonst lohnt aber auch immer ein Besuch eines der Forentreffen!
    Mein dritter Tip: Mateusz bzw. Laufbursche direkt anschreiben und das Problem schildern!

    Bei all dem darf man aber nicht vergessen, dass der Rucksack das letzte Teil der UL-Kette ist! Ist die übrige Ausrüstung nicht auf UL ausgelegt und hat man sich nicht ausreichend mit der Materie beschäftigt, tut man sich keinen Gefallen mit so einem Pack!

    Hoffe ich konnte damit etwas weiterhelfen. Wenn noch weitere Fragen bestehen, immer her damit! ;-)

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  8. Danke für deine schnelle und sehr ausführliche Antwort, die mir weiter geholfen hat! Garmisch liegt noch etwa 2,5 Stunden von Salzburg enttfernt, wo ich herkomme, aber es wird sich ein Weg finden lassen den Rucksack mal zubeäugen.
    Herzlichen Dank, Bernd

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