Dienstag, 20. Dezember 2011

Silva Trailrunner - ...und es werde Licht!


Langsam aber sicher neigt sich das Jahr dem Ende zu. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger....

Vor einiger Zeit schon musste ich meine morgendliche Laufrunde auf den Abend verlegen, da es einfach noch zu dunkel war zum Laufen. Und es dauerte nicht lange, da wurde ich auch Abends von der immer früheren Dunkelheit überrascht. Aber als alter Outdoor Profi hat man ja ein ganzes Sammelsurium an Lampen angehäuft, das einem das Leben in der dunklen Jahreszeit  erleichtern sollte.

Da ich bisher nie auf eine Lampe beim Laufen angewiesen war (nicht, weil es früher nie Dunkel wurde, sondern einfach weil ich mich bis vor einem Jahr nie so richtig fürs Laufen begeistern konnte) lag mein Fokus dabei aber mehr auf der gewichtsbewussten Lösung. 
Meine Schlüsselanhängerlämpchen wie z.B. die Photon Freedom oder meine "Just-in-case" Stirnlampe, die Petzl eLite taugen zwar durchaus für den Einsatz im Camp, wenn man mal kurz die Karte checken will oder etwas im Rucksack sucht, aber für eine Nachtwanderung, geschweige denn einen Lauf im Dunkeln sind sie dann doch etwas zu schwach auf der Brust. 
Eine Taschenlampe wollte ich nicht unbedingt mit mir rumschleppen. Und so war das momentan stärkste Pferd im Stall meine Petzl Tikka. 
Immerhin klein und leicht, saß sie auch bei etwas flotterer Bewegung noch ausreichend fest am Kopf. Und dass man mit ihr auch im Dunkeln noch seinen Weg finden kann, hat sie sowohl bei einigen Nachtcaches als auch auf mehreren 24 Stunden-Wanderungen und ausgedehnten Winterwanderungen bewiesen. Was sollte also schief gehen?

Das diese Lösung nicht ideal war, zeigte mir recht schnell eine Wurzel, die meinem wachsamen Auge durch den erzwungenen Tunnelblick des Lichtkegels entgangen war. Notgedrungen folgte das Auge dem auf- und abhüpfenden Lichtkegel der Stirnlampe. Alles andere, was gerade nicht im Fokus der Stirnlampe lag, wurde schlichtweg ausgeblendet. Resultat: Ein schmerzender Fuß und ein knapp entgangener Sturz. Das Lauferlebnis war erstmal getrübt und ich machte mich auf den Rückweg.

Kaum zuhause, suchte ich nach einer Lösung. Ich durchstöberte diverse Blogs, Foren und Testberichte. Ich befragte Freunde und Bekannte nach ihren Erfahrungen mit dieser und mit jener Lampe. Oft wurden mir technische Wunderwerke jenseits der 90€ angepriesen. Irgendwie machte mich das nicht so ganz glücklich. Laufen sollte doch eigentlich ein günstiger Sport sein?

Dann stolperte ich über die Silva Trailrunner. Sowohl im Magazin "Trail" als auch in diversen Laufforen wurde dieses Teil hoch gelobt. Einen Preis hatte sie auch noch eingeheimst. Und diejenigen in meinem Bekanntenkreis, die bereits eine ihr Eigen nannten waren begeistert. 

Wie es der Zufall so will fragten die Bergfreunde bei mir an, ob ich nicht mal wieder ein Produkt für sie testen wolle und wir einigten uns schnell auf die bereits von mir favourisierte Silva Trailrunner.
Und wenige Tage später fand sich dann auch schon das heiß erwartete Packet bei mir ein.

schwenkbarer Lampenkopf mit Tastschalter 

Batteriefach

Die Stirnlampe besteht aus dem breit geschnittenen Stirnband (das auf der Innenseite zusätzlich mit einer feinen Gummierung versehen wurde um einem Verrutschen vorzubeugen), dem Batteriefach das üblicherweise am Stirnband auf der Rückseite des Kopfes getragen wird, und dem eigentlichen Lampenkörper.
Zum Betrieb der Lampe werden lediglich zwei AA Batterien benötigt!

Bei niedrigeren Temperaturen bietet es sich an, das Batteriefach nicht am Stirnband zu befestigen, sondern stattdessen nah am Körper in einer Jackentasche unterzubringen. So sollte die Lampe auch bei tieferen Temperaturen einsatzbereit bleiben und für einen evtl. Batteriewechsel ist das Fach auch deutlich einfacher zugänglich. Bei einer Doku über den Yukon Arctic Ultra entdeckte ich dann auch zufällig einen Teilnehmer, der genau so mit seiner Silva Trailrunner verfuhr. Wenn das mal nichts heißt!

Die Lampe verfügt über vier Leuchtmodi (drei Helligkeitsstufen und ein Blinkmodus), die über einen selbst mit Handschuhen sehr gut zugänglichen Knopf an der Seite des Lampenkörpers angesteuert werden können.
orange - noch hält die Batterie

Nach dem Ausschalten leuchtet kurz eine farbige LED auf, die einen über den verbleibenden Ladezustand der Batterien informiert: (grün, orange oder rot)

Die Bedienung ist wirklich sehr simpel und eingängig.

Das herausragende Merkmal dieser Lampe ist aber die sogenannte Intelligent Light Technologie! Soll heißen:
Statt einer LED nutzt die Silva Trailrunner gleich drei LEDs, die so aufeinander abgestimmt sind, dass eine gleichmäßige Ausleichtung der gesamten Umgebung stattfindet! Schluss mit Tunnelblick!
klassische 1-LED-Lampe - nur Spot

Silva Trailrunner mit Intelligent Light - gleichmäßige Ausleuchtung

Soviel zu der Theorie. Aber wie schlägt sich das Teil in der Praxis?
Meine erste Laufrunde im Dunkeln versetzte mich dann doch in Erstaunen. Auf Knopfdruck wurde es schlagartig hell. Und zwar nicht nur vor mir! Mein gesamtes Sichtfeld wurde gleichmässig stark ausgeleuchtet! Selbst aus dem Augenwinkel heraus konnte ich die Umgebung noch warnehmen. Und trotz leicht nieseligem Wetter reichte die Lampe dabei knapp 40 Meter weit.


Etwas Feintuning am Lampenkörper war dann aber doch von nöten. Da der Lampenkopf etwas hervorsteht und keine Blende nach unten aufweist hatte ich Anfangs immer einen Lichtkreis im oberen Sichtfeld. Gerade bei dem Nieselregen und dem feinen Nebel während diesem ersten Lauf war das etwas störend. Da der Lampenkopf sich aber auch in der Bewegung problemlos im Winkel verstellen lässt hatte ich diese Problem nach einiger Zeit im Griff.
die Lampe lässt sich stufenlos schwenken

Durch die gleichmäßige Ausleuchtung der Silva Trailrunner vergisst man leicht wie hell diese Lampe ist. Eine kleine Gruppe Geocacher, die zwar selbst mit Stirnlampe und allerlei anderer Gadgets ausgestattet durch den nächtlichen Wald stöberten scheuchte ich damit regelrecht auf als ich so ausgeleuchtet durch den Wald dahergeflitzt kam. Einer der Cacher stolperte erschrocken und geblendet ins nächste Gebüsch. Ich sah natürlich zu, dass ich mich schnell davon machte...
Hinter mir hörte ich nur noch "Mann war das hell!"
Der erste Testlauf war also ein voller Erfolg.

Mittlerweile hat mich die Trailrunner nicht nur auf meinen regelmäßigen abendlichen Laufrunden zuverlässig begleitet. Auch auf dem Fahrrad hat sie mir schon ab und an gute Dienste geleistet, wo die normale Fahrradbeleuchtung nicht mehr ausreichte. Auch auf einigen kurzen Wochenendtouren hat sie mich jetzt schon begleitet. Das letzte mal bei meinem 82 km Lauf auf dem Eifelsteig wo ich heilfroh war, dass ich so eine zuverlässige Lampe im Gepäck hatte.
Dabei hat sich gezeigt wie gut zugänglich das Batteriefach auch im absoluten Dunkeln ist, wenn man mal vergisst vorher frische Batterien einzusetzen...
Batteriefach ist ohne Werkzeug leicht zugänglich

Die Silva Trailrunner ist in der Tat eine Lampe, die ich ohne weiteres weiterempfehlen kann. Gerade für sportliche Aktivitäten wo man auf eine gute Ausleuchtung angewiesen ist zeigt sich ihre Stärke.

Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk für den Sportler in der Familie sucht oder sich selbst etwas Gutes für die kommende Wintertour gönnen möchte, sollte hier fündig werden.

p.s. Uns hat die Lampe übrigens so überzeugt, dass wir bereits eine weitere Trailrunner unser Eigen nennen. In Zukunft werden wir also gemeinsam die Nacht zum Tag machen!

Kommentare:

  1. Hey Basti,

    schöner Bericht! Der Tipp mti dem Akkufach ist wirklich gut und sinnvoll. Super, dass du die Fotos vom Lichtkegel so gut hinbekommen hast, die sind echt aussagekräftig.
    Kann deine Erfahrungen ansonsten nur bestätigen. Klar, das Akkufach bedeutet mehr Gewicht, aber von der Ausleuchtung her ist mir keine bessere Lampe bekannt.

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  2. Hej Fabian,

    Danke für die Blumen!
    Das mit den Bildern hatte auch erst geklappt, nachdem ich der Kamera mit dem kleinen Karabiner einen Punkt zum Fokusieren gegeben habe. Aber spiegelt natürlich nicht den Aha-Effekt wieder, den man selber draußen erlebt.

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