Mittwoch, 24. April 2013

Patagonia Ultralight Down Hoody


Der Winter hat uns dieses Jahr spürbar in seinem Bann gehalten. Und wer bei so einem Wetter draußen unterwegs ist, möglicherweise sogar mehrere Tage am Stück, der weiß warme Kleidung zu schätzen!
Für gewöhnlich bedeutet Wärme aber auch Gewicht. Ich erinnere mich nur zu gut an die vielen Schichten aus Wolle bzw. später Fleece in die man als Kind gesteckt wurde und die einen doch merklich in seinem Bewegungsdrang einschränkten. Seitdem hat sich ja aber einiges getan. Aber auch wenn diverse Kunstfaserprodukte beständig aufholen gibt es im Bereich Wärme-Gewichts-Verhältnis bislang nur einen Sieger. Und das ist nach wie vor das Naturprodukt Daune! (Mit der aktuellen Einführung der Encapsile Down von Patagonia wurde gerade erst ein neuer Rekord in diesem Bereich gebrochen!)
Wer diesen Blog verfolgt weiß, dass ich letztes Jahr bereits eine Daunenjacke auf dem Prüfstand hatte. Den Klassiker "Down Jacket" von Patagonia. Gerade im tiefen Winter immer noch einer meiner Lieblinge, wenn auch vielleicht nicht 100% perfekt, aber doch nahe dran.

Dieses mal waren die Bergfreunde so freundlich und haben mir von Patagonia den "Ultralight Down Hoody" zur Verfügung gestellt. Ich muss gestehen, dass ich diese Jacke bereits seit langem im Auge hatte, mich der reguläre Preis aber immer etwas abgeschreckt hat. Und dennoch hab ich mich immer wieder dabei ertappt wie mein Finger über dem Bestell-Button kreiste oder wie ich mir diverse Reviews dieser Jacke im Internet durchgelesen habe. Was aber macht diese Jacke so besonders? Patagonia verspricht nicht nur ein sehr gutes Wärme-Gewichtsverhältnis dank 800er-Füllkraft Daune (nach Europäischer Norm) sondern betont insbesondere die Qualität des verwendeten Stoffes.


Laut Patagonia handelt es sich um das leichteste und robusteste Material (Gerade mal 27 Gramm pro Quadratmeter bei einer Fadenstärke von 10 Denier) das sie je für Daunenkleidung entwickelt haben; ausgestattet mit einer Deluge DWR (Durable Water Repellent) Imprägnierung, die nicht nur deutlich länger als andere Imprägnierungen auf dem Markt hält, sondern deren Wasserabstoßung selbst nach Jahren intensiven Tragens noch so gut wie bei einem neuen Kleidungsstück funktionieren soll.
Das sind durchaus mal hohe Versprechungen, war es doch vor allem die Imprägnierung die ich an meiner Down Jacket bemängelt hatte. Daune gilt nicht umsonst als nässeempfindlich und eine einmal nass gewordene Daunenisolierung ist auf Tour nur schwer wieder flott zu kriegen. Gerade aber bei einem so wichtigen Ausrüstungsteil wie der Wärmereserve sollte man viel Wert auf Zuverlässigkeit legen und das bedeutet bei einer Daunenjacke eben ein guter Nässeschutz!
Mittlerweile wurde bei mehreren großen Herstellern auch wasserabweisende bzw. imprägnierte Daune eingeführt die die Daune an sich wasserunempfindlich ausstattet. Mit Ausnahme der Encapsil Down von Patagonia die eine aufwendigere Technik nutzt führt diese Imprägnierung aber zur Zeit noch dazu, dass die behandelte Daune einen Teil ihrer Leistung einbüßt bzw. an Loft verliert. D.h. sie erreicht nicht die Wärmeleistung von unbehandelter Daune. Wer also das Maximum an Wärme-Gewicht rausholen möchte ist zur Zeit noch auf konventionelle Daune angewiesen. Oder investiert mal kurz schlappe 750€ für die bisher einzigartige und auf lediglich 1000 Exemplare limitierte High-End-Jacke von Patagonia.
Der Normalsterbliche freut sich wohl weiterhin wenn schon die DWR seiner Daunenjacke zuverlässig funktioniert... ;-)

Erster Eindruck

Zurück zum Ultralight Down Hoody!
Als der Postbote dann endlich bei mir klingelte, konnte ich es daher auch kaum erwarten das Packet auszupacken und die Jacke zu inspizieren. Also Jacke befingert, anprobiert, Probe getragen, erneut befingert...
Ich muss ehrlich gestehen, der erste Eindruck hat mich so überzeugt, dass ich für meine Frau gleich auch noch eine bestellt habe. Währe ja auch unfair und wenig Gentleman like wenn ich im Winter kuschelig warm in Daune gehüllt bin und Rike weiterhin frieren müsste...

Um es aber mal auf den Punkt zu bringen. Die Jacke sitzt bei mir wie angegossen. Die Verarbeitung ist wie zu erwarten sehr hochwertig und ohne sichtbare Fehler. Sie ist wunderbar leicht, die Daunenfüllung ist gleichmäßig prall und stabil. Die Reißverschlüsse lassen sich problemlos bedienen. Und der Stoff macht trotz seiner filigranen Ausführung (man kann bei Rikes Jacke die Daunen durch den Stoff sehen!) einen wirklich hochwertigen und robusten Eindruck.

Vom Schnitt her ist der Down Hoody dabei eher körperbetont und eng geschnitten. Dies ermöglicht es nicht nur ihn problemlos unter einer anderen Jacke wie etwa einer Hardshell (wie man ja mittlerweile auf neudeutsch zur Regenjacke sagt) zu tragen. Der körpernahe Schnitt verringert unnötigen Raum unter der Jacke der vom Körper erwärmt werden müsste und bringt die Isolierung bündig an den Träger. Die Ausnutzung der Daunenisolierung wird somit optimiert und es wird Gewicht gespart. Ein dünnes! Fleece passt aber schon noch drunter.
Obwohl die Jacke an sich eher dünn ist (für eine Daunenjacke) fühlen sich die einzelnen Kammern schön gleichmäßig und prall gefüllt an. Die einzelnen Kammern sind durchgesteppt was bei einer so dünnen Jacke normalerweise zu merklichen Kältebrücken führen würde. Der Futterstoff der Taschen wurde auf der Innenseite aber fast über die gesamte Front hochgezogen. Das bedeutet nicht nur enorm große Taschen (1 Liter Platybus? Kein Problem!) sondern eine weitere Lage winddichter Stoff, die einen ungewollten Luftaustausch deutlich reduzieren dürfte. Auch auf der Innenseite der Kapuze wurde eine weitere Lage Stoff eingesetzt. Die Kapuze ist auf der Rückseite mit einer Einhandbedienung zur Größenanpassung versehen.
Auf der Front befindet sich noch eine kleine Brusttasche die auch mal ein Smartphone schluckt. Statt einem einem intergrierten Packbeutel, wie es mittlerweile fast Standart bei solchen Jacken geworden ist, hat man dem Down Hoody einen kleinen Packbeutel dazugelegt. Unnötig zu sagen, dass ich den in der Regel zu Hause lasse und die Jacke unkomprimiert im Rucksack landert. Spart nicht nur Gewicht, sondern schont auch die Daune!

Praxiserfahrung

Unsere beiden Ultralight Down Hoodys haben wir jetzt etwa 4 Monate im Dauereinsatz. Und geschont wurden sie dabei nun wirklich nicht! Egal ob beim Skifahren, bei Winterwanderungen, auf dem Fahrrad, bei Schneeballschlachten, beim Rodeln oder auch bei mehreren Kurztouren mit Übernachtung im Freien bei deutlichen Minusgraden und Schnee. Der Ultralight Down Hoody war immer dabei.
Aber auch im Alltag hat er uns ständig begleitet. Sei es beim täglichen Pendeln und warten auf den Zug an windigen und ungeschützten Bahnhaltestellen. Sei es beim Bummel durch die Stadt (mit anschließend mit Einkäufen vollbeladenem Rucksack auf den Schultern). Als warme Jacke nach dem Sport. Oder als Reserve in den Tiefen des Rucksacks, wenn das Wetter mal wieder nicht so vorhersehbar ist wie man sich das manchmal wünscht.

Insgesamt hat sich der erste Eindruck eines sehr hochwertigen Oberstoffes und einer insgesamt qualitativ hochwertigen Verarbeitung mehr als bestätigt. Selbst den ein oder anderen heftigeren Sturz im Schnee hat die Jacke spurlos überstanden.

Von der Isolierfähigkeit her leistet der Down Hoody Erstaunliches. Bei wenig, bzw. gemäßigtem Wind hält er mich selbst bei leichten Minusgraden und nur in Verbindung mit einem 200er Merino-Zipneck plus T-Shirt zuverlässig warm. Wenn's mal so richtig bläst und stürmt bzw. die Temperaturen tiefer sinken freut sich mein Körper aber schon darüber, wenn entweder noch eine windabweisende Hardshell drüber kommt oder das Merino durch ein etwas wärmeres Fleece ersetzt wird.
An den Grenzbereich habe ich mich bei winterlichen Kurztouren herangetastet. Zusammen mit meinem Revelation Quilt (hält mich solo bis etwa 5C warm) ging es nachts bis auf rund -9C runter. Ich hab zwar recht gut geschlafen, aber der Komfortbereich war es spürbar nicht mehr... (ein zusätzliches,  leichtes Fleece hätte mir bestimmt nicht geschadet)

Kältebrücken habe ich bei der Jacke nie gespürt. Wie gesagt ist die Daune optimal verteilt und dadurch erstaunlich warm. Und auch die gute Qualität der Daune ist spürbar. Bei schweißtreibenden Aktivitäten wie z.B. beim Skifahren bleibt die Daune stabil und fällt nicht gleich in sich zusammen. Und selbst durch die Schulterträger eines beladenen Rucksacks scheint die Isolierung nicht wirklich zu leiden. (Auch wenn ich das grundsätzlich nicht auf Dauer empfehlen würde)

Was mich aber nach wie vor begeistert ist die DWR-Imprägnierung! Selbst nach recht intensiver Nutzung perlt Wasser ab wie am ersten Tag und selbst leichte Schauer machen mich nicht gleich nervös. Hier hat Patagonia wirklich mal eine Durable Water Reppellency (Haltbare-Wasser-Abstoßung) verarbeitet die ihren Namen auch wirklich verdient!

Leider gibt es dann doch einen Abzug in der B-Note. Die Kapuze braucht in meinen Augen eine Überarbeitung. Zumindest für meinen Kopf fällt sie zu klein aus. Selbst ohne Mütze drunter endet sie bei mir am Haaransatz und lässt sich im Gesichtsbereich nicht wesentlich schließen. Das heißt das gesamte Gesicht und die Stirn liegt immer frei. Zudem wurde zu wenig Material verarbeitet, als dass die Kapuze meinen Kopfbewegungen folgen könnte. Es wird also noch mehr vom Kopf freigelegt.
Rike hat das Problem allerdings nicht. Sie kann sich richtig in ihrer Kapuze einmummeln. Entweder hat Patagonia für alle Jackengrößen den selben Kapuzenschnitt genommen (so dass er bei meiner Frau einfach proportional größer ausfällt) oder ich hab einfach einen riesigen Schädel der jede Norm sprengt...
Ich rate daher bei einem evtl. Kauf einfach mal auf die Größe und die Passform der Kapuze zu achten. Ist schon ärgerlich, wenn der Wind pfeift und man sie sich nicht so richtig schön weit über den Kopf ziehen kann.
Insbesondere wenn man bedenkt, dass dieses Modell als leichte Belayjacke beim Klettern konzipiert wurde.
Aber wie gesagt, bei Rike besteht diese Problem nicht und auch in anderen Reviews konnte ich nichts darüber lesen.

Einen weiteren Punkt für Verbesserungen ist die Schnürung der Kapuze. Der eingearbeitete Schnürzug, der eine Einhandbedienung ermöglichen soll entspricht dem, wie er von Patagonia auch bei anderen Jacken genutzt wird.
Der Schnürzug ist so konzipiert, dass er zeitgleich den Umfang der Kapuzenöffnung reduzieren soll wie auch die Kapuze im Hinterkopfbereich enger an den Kopf des Trägers bringt. Das verhindert, dass bei der Reduzierung der Kapuzenöffnung die Kapuze über die Augen gezogen wird.
Bei mir funktioniert das zumindest beim Ultralight Down Hoody nur beschränkt. Er schließ die Kapuze nicht etwa enger um das Gesicht, sondern zieht sie vielmehr nur nach hinten. D.h. vom Kopf runter. Eine Möglichkeit zur Verbesserung währe zum Beispiel ein zweigeteilter Schnürzug.
Der in die Kapuze integrierte Cordlockverschluss des Schnürzugs ist auch für einen anderen Fall etwas ungünstig positioniert. Trägt man die Jacke beim Schlafen um die Leistung seines Schlafsystems zu steigern und liegt dabei auf dem Rücken, drückt dieser in den Hinterkopf. Etwas tiefer im Nacken oder weiter oben, währe der Schnürzug besser aufgehoben.
Bei anderen Jacken mit ähnlichem zentralem Schnürzug hab ich das Problem nicht! Seiten- oder Bauchschläfer sind hier natürlich auch außen vor.

Fazit

Nach rund 4 Monaten stehe ich der Jacke immer noch mit leicht gemischten Gefühlen gegenüber. Ich bin sehr zufrieden mit ihrer fürs Gewicht sehr guten Wärmeleistung.
Die hochwertige Verarbeitung und die insgesamte Unempfindlichkeit der Jacke macht sie zu einem ständigen Begleiter. Wenn ich sie als Teil meines Schlafsystems integriere leistet sie gute Arbeit und auch mit dem "Knubbel" am Hinterkopf hab ich mich arrangiert. Meist rolle ich mich eh komplett ein und dreh mich auf die Seite...
Lediglich wenn ich Touren unternehme, wo ich damit rechne öfter mal den Kopf in die Kapuze stecken zu müssen, wünschte ich mir einen etwas besseren bzw. großzügigeren Schnitt.
Rike ist mit ihrer Jacke durchweg zufrieden da sie die angesprochenen Probleme bei ihrer Damenvariante nicht hat. (Bzw. keinen so dicken Kopf wie ich hat, obwohl ich viel weniger Haare habe...)


Ihren Haupteinsatzzweck findet die Patagonia Ultralight Down Hoody in Zukunft bei uns als warme Jacke in Pausen, im Camp oder als Ergänzung des Schlafsystems während Touren im Frühjahr bis Herbst. Gerade bei Bergwanderungen dürfte sie ihre Stärken ausspielen. Nämlich wenn man eine warme Schicht mit sich führen sollte, das Gepäck aber so leicht wie möglich bleiben soll.
Im nächsten Winter wird sie weiterhin regelmäßiger Begleiter sein, sei es auf Tagestouren oder im täglichen EDC-Einsatz!



Kommentare:

  1. Danke für das kritische und begründete Kommentar!

    Der Preis hatte mich wie gesagt auch lange Zeit davon abgehalten mir diese Jacke zuzulegen. Für mich war an der Jacke ein entscheidendes Kriterium das Wärme-Gewichtsverhältnis und das absolute Gewicht. Und in dieser Gewichtsklasse (unter 300 Gramm) fallen ansonsten interessante Jacken wie die SJK raus. Im direkten Vergleich gäbe es noch Modelle von Montbell (hier nur schwer zu bekommen) oder auch WM. Hier wird allerdings scheinbar nicht so viel Wert auf die Herkunft der Daunen und den sonstigen Impact des Produktes gelegt wie bei Patagonia. Und Patagonia legt meines Wissens auch großen Wert auf faire Arbeitsbedingungen. Überprüfen kann ich das natürlich nicht.
    Interessant währen z.B. noch Yeti oder RAB oder ebenfalls aus UK kommend PHD designs die auch vor Ort und sogar auf Maß produzieren!

    Wenn man Schwerpunktmäßig auf Geld guckt ist mit Sicherheit Uniqlo interessant. Nur sollte man da nicht über Daunenherkunft oder Arbeitsbedingungen nachgrübeln.

    Gerade bei der Wahl der Bekleidung fließt viel mehr mit rein, wie nur das Design und die Funktion. Woran man schließlich seine Entscheidung fest macht muss man wie immer selber mit sich ausmachen.

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  2. Jens | Hiking Blog24. April 2013 um 12:49

    Hi Basti, danke für den schönen und ausführlichen Bericht! Der Sitz der Kapuze scheint ja wirklich nicht optimal zu sein. Das habe ich auch schon bei anderen Daunenjacken festgestellt. Dafür schein ja die DWR-Imprägnierung richtig klasse zu sein, was den Vorteil hat, dass man nicht oft die Imprägnierung auffrischen muss, was wiederum auch umweltfreundlich ist.

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  3. Es ist möglich das Patagonia Wert auf faire Arbeitsbedingungen legt.

    Bei einem alten Artikel von 2009 von Greenpeace weichen die Infos über Patagonia aber vom PR Bild ab.
    "- Selbst das in anderen Bereichen vorbildliche Unternehmen Patagonia verpflichtet sich nicht, seinen ArbeiterInnen einen existenzsichernden Lohn zu bezahlen, der ein Leben in Würde ermöglicht.
    - Allerdings sind Patagonia und die Unternehmen Mammut und Odlo kürzlich der Überprüfungsorganisation Fair Wear Foundation bzw. der Fair Labour Association beigetreten."

    2012 verweigert Patagonia jedliche Auskunft und Kontrolle der Fertigungsstätten gegenüber einer unabhängigen Stiftung.
    "test hat nach Arbeitsbedingungen und Umweltschutz in Fertigungsstätten
    gefragt, Nähfabriken vor Ort überprüft und Arbeiter interviewt. ... Vier
    Anbieter verweigern die Auskunft: Berghaus, Columbia, Haglöfs und
    Patagonia haben weder auf die Fragen der Stiftung Warentest geantwortet
    noch Einblicke in ihre Fertigungsstätten gewährt."
    http://www.test.de/Funktionsjacken-Produktionsbedingungen-Zum-Leben-zu-wenig-4421936-0/
    Es scheint sich nach Beitritt zur FWF in Sachen Transparenz nicht so viel getan zu haben.

    Es ist vorbildlich das Patagonia seine gesamte Produktionskette kennt und zirkuläre Werbung schaltet. Auch der Service für den Verbraucher ist super.
    An Transparenz mangelt es der Firma aber trotzdem, in meinen Augen. Und auch an der CSR-Strategie könnte das Unternehmen noch ein bißchen feilen. Die Konkurrenz von Addidas, Jack Wolfskin und Vaude hat hier die Nase deutlich vorn (ich kann kaum glauben dass ich das schreibe).

    Rab produziert übrigens nicht mehr in Sheffield. Die Schlafsackhüllen und vermutlich auch die Jackenhüllen werden in Fernost gefertigt und dann in UK mit Daunen gefüllt. Das kann man auf deren Webseite nachlesen.
    Bei Uniklo muß man nicht mehr nachgrübeln, man kann bei dem Preis absolut sicher sein das die Arbeitsbedingungen ausbeuterisch sind.

    Ansonsten hast du Recht, eine leichte Daunenjacke bzw eher Daunenpullover unter 300g wird man nicht aus europäischer Produktion erhalten. Man kann zwar für das gleiche Geld (also 300 Euro) mehr Daune und mehr Wärme bekommen, aber leider eben auch mehr Gewicht.

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  4. Ich glaube ein wesentlicher Knackpunkt bei der Öffentlichkeitsarbeit von Patagonia dürfte in ihrer doch sehr starken Focussierung auf den US-amerikanischen Markt liegen. Auch wenn andere Länder mit deren Produkten versorgt werden, richtet sich ihre Öffentlichkeitsarbeit doch stark auf diesen einen spezifischen Markt aus. Andere Regionen und ihre Interessen bzw. Fragen werden weniger stark beachtet. Ein relativ aktuelles Beispiel ist deren Kooperation mit Polartec und den Spezialkräften der US-Army. Hier in Europa ist dies bei Bekanntwerden auf großes Unverständnis gestoßen, da es in unseren Augen nicht zu deren Firmenphilosophie zu passen scheint. In den USA hingegen wurde damit sogar Werbung gemacht, da es dort offenbar als eher positiv empfunden ist und keineswegs deren "Saubermann" Image schadet.
    Ich bin mir recht sicher, dass es nur eine Frage ist, wie tief man gräbt bis man bei fast jedem Unternehmen einer gewissen Größe auf etwas stößt was Anlass zur Kritik liefert. Vaude, die ja ein imenses Bestreben an den Tag legen das "grünste Unternehmen" der Outdoorbranche in Europa zu werden ist schon seit Urzeiten Lieferant von Militärausstattung. Und vor nicht alzu langer Zeit lagen ihre Produktionsstätten noch im eher zweifelhaften Burma. Wie es jetzt aktuell aussieht kann ich nicht sagen.

    Was Produzenten aus UK anbelangt sollte sich meine Aussage mit der Produktion nur auf PHD beziehen. War vielleicht etwas ungünstig aufgelistet zumal Yeti überhaupt nicht von der Insel stammt.

    Wenn man sich für Unternehmen mit nachhaltiger und verantwortungsvoller Produktion interessiert fällt mir immer wieder Houdini ein, die leider hier zu Lande noch recht unbekannt sind. Die Produktpalette ist auch recht überschaubar aber sehr durchdacht und von guter Qualität.
    Ganz besonders bin ich von ChocFishMerino aus UK angetan. Ein wirklich kleines, überschaubares Unternehmen, das seine Merinobekleidung sozusagen auch gleich neben den Lieferanten des Rohstoffs Herstellen lässt. Eine sehr enge Produktions- und Lieferkette sowie ein eigenes Interesse an fairem Umgang mit den Tieren ist sozusagen deren Markenzeichen.

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  5. Hi Jens. Der Sitz der Kapuze ist zumindest bei mir recht speziell. Auf dem drittletzten Bild kann man das gut mit der blauen Kapuze von meinem Windhemd vergleichen. Die Kapuze vom Windhemd sitzt eigentlich genauso wie ich mir das vorstelle. Die Daunenkapuze endet jedoch schon viel weiter hinten. Aber wie gesagt, Rike hat dieses Problem nicht! ich werd wohl mal in einer ruhigen Minute die Schnittmuster beider Daunenjacken miteinander vergleichen und überprüfen ob sie bei unterschiedlichen Jackengrößen auch unterschiedliche Kapuzengrößen verwenden. etwas wovon man ausgehen sollte, ich aber irgendwie bezweifel.

    Die DWR ist in der Tat der Hammer. Wenn die weiterhin so ihre Performance behält mach ich mir zumindest für die nächsten Touren keine Gedanken darum die nochmal zu erneuern. Mit dem Umweltaspekt hast Du da natürlich recht. Wie die Produktion der DWR aussieht ist natürlich eine andere Sache. Aber je seltener sie erneuert werden muss umso besser nicht nur fürs eigene Portemonai und den Arbeitsaufwand den man dafür betreiben muss, sondern auch für die Minimierung des Verbrauchs von entsprechenden Pflegeprodukten.

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  6. Ich glaube ein wesentlicher Knackpunkt bei der Öffentlichkeitsarbeit von Patagonia dürfte in ihrer doch sehr starken Focussierung auf den US-amerikanischen Markt liegen. Auch wenn andere Länder mit deren Produkten versorgt werden, richtet sich ihre Öffentlichkeitsarbeit doch stark auf diesen einen spezifischen Markt aus. Andere Regionen und ihre Interessen bzw. Fragen werden weniger stark beachtet. Ein relativ aktuelles Beispiel ist deren Kooperation mit Polartec und den Spezialkräften der US-Army. Hier in Europa ist dies bei Bekanntwerden auf großes Unverständnis gestoßen, da es in unseren Augen nicht zu deren Firmenphilosophie zu passen scheint. In den USA hingegen wurde damit sogar Werbung gemacht, da es dort offenbar als eher positiv empfunden ist und keineswegs deren "Saubermann" Image schadet.
    Ich bin mir recht sicher, dass es nur eine Frage ist, wie tief man gräbt bis man bei fast jedem Unternehmen einer gewissen Größe auf etwas stößt was Anlass zur Kritik liefert. Vaude, die ja ein imenses Bestreben an den Tag legen das "grünste Unternehmen" der Outdoorbranche in Europa zu werden ist schon seit Urzeiten Lieferant von Militärausstattung. Und vor nicht alzu langer Zeit lagen ihre Produktionsstätten noch im eher zweifelhaften Burma. Wie es jetzt aktuell aussieht kann ich nicht sagen.Was Produzenten aus UK anbelangt sollte sich meine Aussage mit der Produktion nur auf PHD beziehen. War vielleicht etwas ungünstig aufgelistet zumal Yeti überhaupt nicht von der Insel stammt.Wenn man sich für Unternehmen mit nachhaltiger und verantwortungsvoller Produktion interessiert fällt mir immer wieder Houdini ein, die leider hier zu Lande noch recht unbekannt sind. Die Produktpalette ist auch recht überschaubar aber sehr durchdacht und von guter Qualität.Ganz besonders bin ich von ChocFishMerino aus UK angetan. Ein wirklich kleines, überschaubares Unternehmen, das seine Merinobekleidung sozusagen auch gleich neben den Lieferanten des Rohstoffs Herstellen lässt. Eine sehr enge Produktions- und Lieferkette sowie ein eigenes Interesse an fairem Umgang mit den Tieren ist sozusagen deren Markenzeichen.

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