Dienstag, 2. Dezember 2014

Ich packe meinen Rucksack - ein kurzer Ausrüstungsguide

Für die meisten ist der Winter die Jahreszeit wo man von ausgedehnteren Touren absieht und lieber in der warmen Stube Pläne für die nächste Saison schmiedet. Und mit dem Weihnachtsfest kommt dann auch häufig die Frage auf, was man denn evtl. noch für die nächste große Tour gebrauchen könnte.
Ich möchte im Folgenden keine Geschenke für den “Outdoorer, der schon alles hat” präsentieren, auch keine Neuheiten oder must-haves für das Leben im Freien.
Vielmehr möchte ich einen kurzen Überblick liefern, was meiner Meinung nach auf einer Tour für Ausrüstung Sinn macht und bei welchen Teilen es sich lohnt zu investieren und wo man problemlos ein paar Groschen sparen kann.

Schön, wenn man sich auf seine Kleidung verlassen kann.

Kleidung
Fangen wir mal bei den absoluten Basics an, der Kleidung.
Sie soll uns in erster Linie helfen unseren Körper besser an das herrschende Klima anzupassen. Also warm im Winter, luftig im Sommer…
Ich bevorzuge möglichst schnelltrocknende Stoffe und Klamotten ohne unnötige Taschen und Verstärkungen. Moderne Materialien sind in der Regel mehr als ausreichend robust und mehr Material bedeutet nicht nur mehr Gewicht und größeres Packmaß, sondern vor allem auch längere Trockenzeit.
Vielseitigkeit ist ein Plus! Hosenbeine die sich hochkrempeln lassen oder Ärmel die sich leicht hochschieben lassen machen die Sachen flexibler.
Outdoorkleidung ist einerseits sehr langlebig, andererseits auch ein Verschleißprodukt. Hier lohnt immer der Blick auf den Gebrauchtmarkt! Investitionen in hochpreisige Artikel sind in der Regel nicht gerechtfertigt. Nach meiner Erfahrung decken auch die einfacheren Modelle alle notwendigen Eigenschaften ab, verzichten dabei aber auf häufig überbewertete Features und Gimmicks die nicht nur den Preis, sondern auch das Gewicht in die Höhe drücken.

Schuhe machen so einiges durch

Schuhe
Schuhe sind dabei jedoch eine sehr individuelle Angelegenheit. Nicht nur weil jeder einen anderen Fuß hat. Ich bin persönlich von Trailrunnern, Minimalschuhen und Huaraches überzeugt. Allerdings sind Schuhe wie kein anderer Ausrüstungsgegenstand dem Verschleiß ausgesetzt, verbringen wir doch die meiste Zeit auf den Füßen. Gebraucht würde ich hier nur in den seltensten Fällen kaufen, da man in der Regel nur schwer absehen kann, wie Schuhe eingelaufen wurden. Aber besonders bei Schuhen gibt es oft Schnäppchen, wenn man nach den Vorjahresmodellen guckt. Mit ein paar Tropfen Seamgrip lassen sich zudem exponierte Nähte vorsorglich verstärken und damit das Schuhleben verlängern. Mein absoluter Favourit und Tip: Wer sich drauf einlässt, der wird mit Luna-Sandalen (Partnerlink) extrem glücklich werden! Die überzeugen mich persönlich nicht nur durch ihre Performance und den Komfort, sondern durch ihre fast schon geschäftsschädigende Langlebigkeit!

Schlafsack/ Quilt
Ein Gegenstand bei dem es sich meiner Meinung nach lohnt zu investieren ist der Schlafsack oder Quilt! Bei einer Lebenszeit von mehreren Jahren rentiert sich eine einmalige Investition allemal. Zudem sichert ein Schlafsack die wichtige Erholung in der Nacht! Da will ich wirklich keine Einbußen in Kauf nehmen. In der Regel sind qualitativ hochwertige Schlafsäcke oder Quilts nicht nur wärmer, sondern auch deutlich leichter. Lieber vor einer Anschaffung wirklich intensiv recherchieren und vergleichen und nicht gleich bei einem vermeidlichen Angebot zuschlagen. Wer sich nicht vor Nadel und Faden scheut kann sich auch an den Selbstbau einer Penntüte wagen. Das ist zumindest bei einem Quilt in der Praxis leichter wie es sich anfangs evtl. anhört.

Leicht, steckt aber so einiges weg
mehr Platzangebot bei weniger Gewicht geht eigentlich nicht

Zelt/ Tarp
In meiner Outdoorlaufbahn habe ich viel Geld für Zelte ausgegeben. Dass das nicht unbedingt nötig war hab ich erst mit der Zeit gelernt. Zumindest würde ich heutzutage die Unterkunft zweitrangig nach einem guten Schlafsack einordnen. Auf zuverlässigen Wetterschutz würde ich dennoch natürlich nicht verzichten wollen. Ein durchdachtes Tarp ist leichter, flexibler und verglichen mit Zelten auch günstiger. Für wirklich herausforderndes Wetter würde ich auf ein leichtes Shelter im Pyramidendesign (z.B. ShangriLa, Duomid, Trailstar, etc. ) zurückgreifen. Ab und an kann man insbesondere in einschlägigen Online-Foren günstige Angebote finden.
Das ebenso leistungsstarke wie hochpreisige Cubenfibre Material hat zwar durchaus seine Vorteile kann seine Stärken allerdings nicht bei allen Unterkunftsformen voll ausspielen und erfordert einen Hersteller, der Erfahrung mit diesem Material hat. Ich bin nach wie vor mit Tarps und Sheltern aus Silnylon zufrieden. Minimal schwerer lassen diese sich oft einfacher/ kleiner verpacken, sind deutlich günstiger und lassen z.B. beim Aufenthalt auf einem Zeltplatz auch keinen Blick ins Innere zu.

Selbstgebauter Spirituskocher und Bushbuddy-Holzkocher
Holzkocher machen sich vor allem durch den eingesparten Brennstoff bezahlt den man zudem nicht extra schleppen muss! 

Küche
Die Outdoorküche ist nicht umsonst für Selbtbauprojekte beliebt. Es gibt unzählige Anleitungen für Kocher, Windschutz und Topfständer im Netz. Die leichtesten und zuverlässigsten Kocher fallen genau in diese Selbstbaukategorie. Mit ein oder zwei alten Getränkedosen, einem Taschenmesser und nicht ganz einer halben Stunde Arbeitsaufwand baut man sich einen treuen Begleiter für zahlreiche Touren! Wenn man nicht auch in einer alten Getränkedose sein Wasser erhitzen möchte (wovon ich mit wenigen Ausnahmen eher abrate, da die meisten Dosen auf der Innenseite eine fast unsichtbare Kunststoffbeschichtung aufweisen, die beim Erhitzen nach und nach ins Wasser ausdünstet) bleibt nur noch ein formschöner Topf. Ich persönlich stehe dabei auf unbeschichtetes Titan, das zwar etwas mehr kostet, aber pflegeleicht ist, auch mal ein Lagerfeuer verträgt und nicht zuletzt leichtere Töpfe ermöglicht. Zudem wird ein guter Topf zwar mit der Zeit Gebrauchsspuren davon tragen, aber in der Regel ein Begleiter für ein ganzes Wanderleben sein.

simpel, aber funktional

Rucksack
Bliebe noch der Rucksack, das Aushängeschild jedes Wanderers (und nicht ohne Grund heißt unser Blog auch die BEUTELtiere). Ein Rucksack soll und muss vor allem gut sitzen! Aber auch der best designte Rucksack trägt die Last nicht alleine (ich hab das Gefühl, ich wiederhole mich).
Als Ultraleichtwanderer heißt das nicht zuletzt, dass ich auch beim Rucksack auf das Eigengewicht achte, aber nicht auf Kosten des Tragekomforts. Dieser hängt insbesondere bei Rucksäcken ohne festes Tragesystem vom richtigen Packen ab. Leider kann man die wenigsten Ultraleichtrucksäcke irgendwo im Laden anprobieren. Aber evtl. findet sich im Bekanntenkreis oder in einem Forum die Möglichkeit sich vor einem Kauf mal einen solchen Rucksack näher anzuschauen.
Gerade in Foren hat man bei Zeiten Glück und findet den ein oder anderen gebrauchten Rucksack von jemandem, der diesen Rat nicht berücksichtigt hat. ;)
Gebrauchsspuren sind dabei fast immer nur optisch und tun der Funktion keinen Abbruch.
Persönlich komme ich dank reduziertem Ausrüstungsgewicht bei 90% meiner Touren ohne Hüftgurt aus. Worauf ich aber nicht verzichten möchte sind zwei Seitentaschen für Trinkflasche, Snacks, o.ä. und eine zentrale, große Netztasche wo man das nasse Zelt, die Regenkleidung oder andere Dinge verstauen kann, die man schnell zur Hand haben möchte. Um den Rucksackinhalt wasserdicht zu verpacken langt mir ein großer Müllsack. Teure und aufwendige Packbeutel oder wasserdichte Stausäcke sind oft viel zu schwer und können auch nicht mehr wie so eine Mülltüte, die sich zudem leichter ersetzen lässt.


Ich hoffe ich konnte mit dieser kleinen Zusammenstellung mal eine andere Perspektive auf ein viel diskutiertes Thema werfen. Wenn ihr noch Fragen habt oder persönliche Tips sucht, steht Euch natürlich wie immer die Kommentarfunktion zur Verfügung.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen