Dienstag, 14. März 2017

Mahlzeit!

Outdoorküche
Wir wurden schon oft gefragt was wir unterwegs essen oder was wir an Verpflegung auf Tour mitnehmen. Die einfachste Antwort währe wohl “das was uns schmeckt”.
Das soll jetzt nicht heißen, dass wir uns unterwegs nur von Schokolade und Chips ernähren. Aber grundsätzlich ist guter Geschmack zumindest für uns mit das wichtigste Kriterium, das aber scheinbar häufig übersehen wird. Zumindest wenn man sich die ganzen Nährwerttabellen und Kalorienvergleiche bei Empfehlungen zu Tourenverpflegung anguckt.

Wenn das Wetter draußen ungemütlich ist, lassen sich Fertiggerichte auch schnell im Zelt zubereiten.

Eine allgemeine Antwort zu geben was wir auf Tour mitnehmen, insbesondere eine die andere als Planungsgrundlage heranziehen könnten, ist nicht ganz einfach. Aber das soll auch nicht Ziel dieses Artikels sein. Vielmehr möchte ich hier lediglich unsere Erfahrungen mit Euch teilen. Ob und was ihr davon für Euch übernehmt, bzw. wie weit ihr Euch davon inspirieren lasst ist dann Eure Sache.


Schmeckt besser wie es aussieht. Ehrlich!

Bei der Planung einer Tour gibt es immer viele Faktoren die berücksichtigt werden wollen. Wie lange sind wir unterwegs, wo gibt es Nachschubmöglichkeiten, wie ist das Klima, wie das Gelände, etc.
Nicht zuletzt ist es aber auch eine Frage des Charakters den wir unserer Tour geben wollen. Setzen wir auf größt mögliche Effizienz und planen mit einem gewissen Zeitfenster für eine Tour? Wollen wir mehr Müßiggang und evtl. der Kultur frönen und steuern daher auch mal gezielt lokale Märkte und Restaurants an? Ist die Strecke zwischen den Nachschubmöglichkeiten moderat und man kann mehr auf frische Lebensmittel setzen? Haben wir überhaupt eine fixe Route im Kopf oder stromern wir relativ spontan durchs Land?
Unseren Kalorienbedarf auszurechnen und anhand dessen unsere Tagesrationen zu bestimmen habe ich als Ultraleichtwanderer trotz aller Liebe zur Optimierung nie gemacht. Wir hatten auch nie die Muße verschiedene Lebensmittel, Gerichte und Hersteller miteinander zu vergleichen um bei gleichem Packungsgewicht noch das letzte bißchen Mehr an Nährwerten und Kalorien rauszukitzeln. Unserer Erfahrung nach ändert sich unterwegs der Appetit und der Bedarf eh. Erstaunlicherweise heißt das aber zumindest bei uns nicht, dass er immer weiter steigt. Wir haben auch durchaus Phasen wo wir mit einem Minimum an Verpflegung auskommen. Scheinbar weil der Körper sich entweder auf die Belastung eingestellt hat, oder weil er in eine Art "Notfallprogramm" springt und hofft dass die Schinderei bald vorbei ist. ;-)
Hinweis: Eiscreme lässt sich nur schwer im Rucksack verpacken. Lieber gleich futtern!
Wie auch immer, wir lassen uns da weitestgehend von unserem Appetit leiten, planen aber in der Vorbereitung etwa gleichgroße Mengen pro Tag ein die wir aber unterwegs nie als Dogma betrachten. (Das kann dann mal bei einem anstrengenden Tag die 1,5 fache Menge werden. An einem anderen Tag reicht es uns nur eine Kleinigkeit zu knabbern.) Als groben Anhalt planen wir pro Tag etwa 500 Gramm für die Hauptmahlzeiten (Frühstück und Abendessen) ein, plus diverse Snacks (Tüte Nüsse, oder 2-3 Riegel, etc.).
Keine Nussmischung, sondern ein leckeres Cashew-Reis-Gericht bevor Wasser dazugegeben wird.

Meist versuchen wir unsere Planung so flexibel wie möglich zu halten um auch spontanen Ideen Raum zu geben.
Morgens hat sich für uns auf den meisten Touren mittlerweile irgend eine Art von Porridge oder Müsli herauskristallisiert. Je nach Lust und Laune mal kalt oder warm gefuttert und in der Regel mit Wasser (ohne Milchpulver) angesetzt. Oft peppen wir das mit etwas Chia auf. (Wir beziehen unser Chia in größeren Packungsgrößen über Eichenhain) Auch getrocknete Früchte können das geschmacklich etwas aufpeppen. Wenn wir in kühleren Klimazonen unterwegs sind hilft auch mal ein Kakao für den Start in den Tag. (manchmal landet das Kakaopulver auch einfach so im Müsli) Häufig packt uns aber morgens die Ungeduld und wir verschieben das Frühstück auf später. D.h. das Porridge wird schon mit Wasser aufgesetzt und wenn wir dann die ersten Meter unter den Füßen haben und eine schöne Stelle erreichen (z.B. der erste Pass oder Berggipfel auf der Tagesetappe) ist das Porridge schon schön durchgezogen. Bei Sauwetter haben wir aber auch schon oft das Frühstück, Frühstück sein gelassen und sind gleich so los. Dann wurde gleich zum “Mittagessen” übergegangen.

Unsere Snacks für den Tag tragen wir leicht zugänglich in den Außentaschen der Rucksäcke

“Mittagessen” bedeutet bei uns allerdings meist “Snacks” und schließt nicht notwendigerweise auch eine Pause mit ein. D.h. hier setzen wir auf Riegel, Kekse, Nüsse, Trockenobst und wenn vorhanden frische Sachen. “Frische Sachen” sind dabei Leckereien, die wir irgendwo besorgen konnten, die aber in der Regel zu schwer oder zu empfindlich sind um sie mehrere Tage mitzuschleppen. Äpfel, Bananen, Möhren, etc. oder auch mal ein Brötchen (trocken oder lecker belegt) sorgen unterwegs immer wieder für Abwechslung und lassen sich auch beim Wandern auf der Hand gut Knabbern.

Wer hat noch nicht, wer will noch mal? - Eine bunte Mischung diverser Rohkostriegel 

Bei Riegeln haben sich mittlerweile Rohkostriegel als Favouriten herauskristallisiert. Also keine Schoko und Keks bzw. Müsli Variationen. Die Riegel bestehen in der Regel aus einer Basis von getrockneten Früchten (meist Datteln) die ohne irgendwelche Zusatzstoffe auskommen. Uns schmecken dabei die etwas exotischer klingenden Sorten meist am besten und machen auch erstaunlich satt. Und gerade in heißen Gegenden muss man nicht mit schmelzender Schokolade kämpfen. Empfehlen kann ich da z.B. Riegel von Roobar.
Für etwas Abwechslung haben wir aber meist auch noch andere Riegel im Programm. Z.B. Haferriegel von Clifbar oder vergleichbares. Nur auf diese zu setzen machen wir aber nicht. Irgendwie können wir die nur ein paar Tage hintereinander genießen bis wir sie nicht mehr sehen können. Das haben wir bei den fruchtigen Rohkostriegeln nicht. 
Als kleines Leckerli bieten sich auch mal Bonbons oder Pfefferminz an. Sorgt zumindest für einen frischen Geschmack im Mund. ;-)

Kakao mit Rum und Applepie - kleine Leckereien für kleine Festtage
Wenn wir uns dann so mit allerlei Leckereien über den Tag gerettet haben, haben wir uns abends was Warmes verdient. Bei kurzen Touren können das typische Gerichte aus frischen Zutaten sein, wie wir sie auch zu hause futtern würden.

Mjamm!

Auch wenn eine Nachschubmöglichkeit in der Nähe ist versuchen wir so frisch zu kochen wie möglich. Dank Bushbuddy Ultra ist die Versorgung mit Brennstoff auf den meisten Touren eher eine Frage von Lust und Ausdauer beim Holz sammeln als eine Gewichtsfrage. 



Je länger die Tour umso mehr schlägt allerdings auch das Gewicht der Verpflegung zu Buche. Daher greifen wir dann auf gefriergetrocknete Trekkingnahrung oder auch mal selbst Gedörrtes zurück. 

Bolognese Sauce- Selbst getrocknet

Mittlerweile ist der Markt für tourentaugliches Tütenfutter recht ansehnlich. Da findet sich eigentlich für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel was. Eine gute Auswahl mit der Möglichkeit auch nach speziellen Vorlieben oder Lebensmittelunverträglichkeiten zu filtern bietet der Outdoorfoodshop. Hier kann man sich die verschiedenen Produkte auch nach Vorlieben und Unverträglichkeiten filtern lassen, was uns als "Pflanzenfressern" entgegen kommt. 

Womit wird uns der Koch wohl heute überraschen?

Wir greifen für Touren übrigens gerne auf verschiedene Marken zurück. Gerade bei sehr langen Touren schmecken selbst unterschiedliche Gerichte des selben Herstellers irgendwann vertraut, will sagen eintönig. Ist in etwa so, als wenn man jeden Tag ins selbe Restaurant geht oder vom selben Koch versorgt würde. Ein anderer Hersteller kann da etwas mehr Schwung in die Speisenfolge bringen. So kann man sich auch einen guten Mix aus Preis-Leistung zusammenstellen. 1-2 besonders leckere Gerichte die zwar etwas teurer sind aber die Stimmung anheben können. Und ein paar einfachere und günstigere Gerichte, wenn der Tag mal so anstrengen war, dass man nur schnell in den Schlafsack möchte und vorher noch was beißen muss.

Wein auf Tour? Man gönnt sich ja sonst nichts. ;-)

Bei Getränken beschränken wir uns neben frischem Wasser auf Tee oder Kakao. Dann ist der Cappucino den wir uns irgendwo mal gönnen können ein umso größerer Genuß! Da stört es dann auch nicht, wenn er aus dem Automaten kommt.

KAFFEE!!!1

Da die Frage immer wieder aufkommt: Irgendwelche speziellen Pülverchen, Mineralien oder Vitamintabletten nutzen wir gar nicht. Unsere Verpflegung unterwegs ist in der Regel so abwechslungsreich, dass wir nicht gleich von einem Tag auf den anderen eine Mangelerscheinung erleiden. Und selbst Spitzenathleten wie Scott Jurek haben gezeigt, dass es keine spezielle Sportlernahrung braucht. Wir laufen ja keine Ultramarathons. Wir machen ja gemütliche Wandertouren.;-)

In diesem Sinne,

"Guten Appetit"


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