Freitag, 28. April 2017

Rucksackplanung #HimalaYak2017

Der erste Packlistenentwurf für unsere Tour nach Ladakh und Zanskar steht. Auch wenn es noch nicht mehr wie ein Entwurf ist liefert er uns schonmal eine gute Planungsgrundlage und zeigt uns ein paar Baustellen auf.



Etwas neue Ausrüstung hat sogar schon den Weg zu uns gefunden. Eine kleine, 33 Gramm schwere Ladeschale für unsere Kameraakkus, die über einen Mini-USB Anschluss betrieben wird. Mit insgesamt 3 Akkus und der Möglichkeit diese nun auch unabhängig von einem Stromnetz zu laden sollte unsere Panasonic GF2 zumindest in dieser Hinsicht gut versorgt sein.



Aber wir währen nicht die Beuteltiere, wenn nicht unsere Beutel, äh unsere Rucksäcke einen besonderen Stellenwert in unserem Tourenleben hätten. Damit steht auch die Überlegung an, welche Packs uns in den Himalaya begleiten werden.
Grundsätzlich sind wir ja der Meinung, dass ein Rucksack immer das letzte Ausrüstungsteil in der Liste ist und man sich zunächst um die übrige Ausrüstung  kümmern sollte. Dann kennt man auch zweifelsfrei das benötigte Volumen und eventuelle sonstige Anforderungen für die Rucksackwahl.

Anhand unseres Packlistenentwurfs für #HimalaYak2017 können wir aber schon jetzt ziemlich genau sagen, was wir für Anforderungen an unsere Rucksäcke stellen.
Wir werden eine ähnliche Strategie fahren wie bei unserer Tour auf dem GR20 in Korsika. Soll heißen, wir teilen die Ausrüstung nicht 50:50 auf, sondern orientieren uns vielmehr an der Funktion. Ich werde die großvolumige Ausrüstung für die Nachtlager (Zelt, Quilt, Isomaten, Kochsystem) und den Hauptteil der Verbrauchsgüter transportieren, während Rike in ihrem Rucksack die Sachen hat, die wir über Tag regelmäßig nutzen (warme Jacken, Regenkleidung, Kamera, Snacks, etc.). Das hat für uns bisher gut funktioniert. 
Vom Volumen her werde ich dabei bei 45-60 Liter landen und bei höchster Beladung (volle Verpflegung und Wasser) maximal 14-15 Kilo auf den Schultern haben. Das Baseweight liegt mit grob überschlagenen 6Kg aber deutlich darunter, so dass ich nicht die ganze Zeit als Schwerlasttransporter in der Gegend rumstapfe.
Aufgrund unserer Gepäckverteilung würde Rike mit einem deutlich kleineren Rucksack mit etwa 25-35 Liter zurechtkommen. Das Baseweight wird 3 Kilo vermutlich nicht überschreiten.

Lässt man mal die kürzeren Wanderungen außer acht, hat sich seit unserer letzten großen Tour allerdings einiges an unserer Ausrüstung und unseren Vorlieben verändert.
Ein kritischer Punkt war der Umstieg von selbstaufblasenden Isomatten zu isolierten Luftmatrazen. Auch wenn dadurch das Gewicht konstant geblieben ist, das Packvolumen abgenommen hat und nicht zuletzt der Schlafkomfort gestiegen ist, gibt es doch einen deutlichen Nachteil: Sie funktionieren nicht mehr als integraler Bestandteil unserer Tragesysteme im Rucksack. Da wir in den letzten Jahren ausschließlich auf gestelllose Rucksäcke gesetzt haben, haben wir nun ein Problem. Auf unserer Tour durch die South Downs haben wir das leider ziemlich deutlich gemerkt und dort hatten wir verglichen mit Ladak eine wesentlich leichtere Ausrüstung dabei. 
Mit dem Gepäck, das wir transportieren werden ist ein vernünftiges Tragesystem mit Hüftgurt für uns beide daher essentiell. Bei mir liegt die Toleranz, wieviel Gewicht ausschließlich auf den Schultern getragen werden kann höher, womit ein gutes Tragesystem um die Schultern zu entlasten für Rike wichtiger ist wie für mich. 
Mit dem Alter kommen aber auch die Wehwechen und man lernt auf seinen Körper zu hören. So bereitet mir ein allzu steifer Hüftgurt, insbesondere mit einem ausgeprägtem Lumbarpad auf Dauer Probleme. Das gleiche gilt für Schultergurte die nicht gut belüftet sind. Durch den Wärmestau darunter neige ich sonst leicht zu wunden Stellen. (Höre ich hier ein leises #mimimimi ?)


Unsere bisherige Recherche hat ein paar mögliche Kandidaten gefunden. Meiner Vorstellung eines geeigneten Modells würde zur Zeit ein Rucksack in der Art des MyTrail Backpack Light 70L am nächsten kommen. Die Modelle von ÜLA währen auch interessant, jedoch hab ich bisher keine Erfahrung mit den Hüftgurten und gefühlt haben die mir zuviel Firlefanz verbaut. Die gute Komprimierbarkeit des MyTrail währe ein großer Vorteil, da unsere Verpflegung einen wesentlichen Teil des Packvolumens ausmacht und dieses dadurch mit der Zeit stark schwankt. Und auch wenn der Nachfolger des ultraleicht Klassikers, GoLite Jam, technisch etwas veraltet wirkt, macht er zumindest auf dem Papier auf mich einen guten Eindruck. Es gibt wohl Rucksäcke mit effizienterem Tragesystem, aber durch den Umstieg von Rucksäcken ohne jegliches Tragegestell sollte dieses meinen Ansprüchen vermutlich genügen.

Für Rike hatte ich zunächst an ein Modell wie den OMM Classic Marathon 32 gedacht, der sowohl über die passende Rückenlänge wie auch einen meiner Meinung nach ausreichend guten Hüftgurt verfügt. Ob die integrierte OMM Duomat aber als Tragesystem für sie ausreichend währe, ist eine andere Frage.
Die von uns präferierte Ausstattung mit seitlichen Taschen und großem Frontnetz währen aber in jedem Fall vorhanden. Und der Rucksack würde später mit Sicherheit auch von mir auf ausgedehnteren Läufen genutzt werden können. Alternativ gäbe es den Mammut Lithium Light in der 35 Liter Version. auch wenn der Hüftgurt hier sogar noch flexibler ist, lastet er doch aufgrund des integrierten Tragegestells gut auf die Hüfte ab. Allerdings wiegt er dadurch auch mehr wie der OMM Classic. 

Die Entscheidung welche Packs den Weg auf unsere Rücken finden werden ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Vielleicht wird uns ja doch eines unserer alten Schätzchen in irgend einer Form begleiten. Über die weitere Planung unserer Tour nach Ladak werden wir Euch auf dem Laufenden halten. Über Ideen und Vorschläge von Euch freuen wir uns natürlich auch.

Samstag, 22. April 2017

South Downs Way


Manchmal braucht man einfach eine Auszeit, auch wenn sie noch so kurz ist. Als sich für uns spontan ein Zeitfenster ergeben hat haben wir daher umgehend die Gelegenheit genutzt, einen Last-Minute-Flug gebucht und sind los. Normalerweise würden wir solche Ausreißer eher irgendwo in der Nähe machen. Aber manchmal packt es einen einfach und Reisende soll man ja bekanntlich nicht aufhalten.
Mit dem Flieger ging es zunächst nach London wo wir noch eine Ausstellung besuchten, bevor wir uns ausgiebiger die Beine in den South Downs vertreten wollten. Neben dem Hunger nach Frischluft sollte nämlich auch unser kultureller Appetit gestillt werden.
Den Tipp mit den South Downs haben wir einigen britischen Bekannten auf Twitter zu verdanken. Anregungen und Ideen wo man spontan eine kurze Tour unternehmen könnte gab es viele. Schlußendlich haben wir uns aber aus logistischen Gründen für die South Downs entschieden und nach dem Zwischenstop in London war es erfreulich einfach sich in den nächsten Bus zu setzen und raus aufs Land zu fahren.

Nach relativ kurzer Fahrt gelangten wir so zu dem beschaulichen Städtchen Winchester, das im 10./11. Jahrhundert noch England als Hauptstadt gedient hatte. Von dort ging es in südöstlicher Richtung entlang des South Downs durch eine landwirtschaftlich geprägte Gegend die uns stark an die Eifel erinnerte. Auch wenn hier deutlich mehr Fasane unterwegs waren wie daheim. Die South Downs sind geprägt durch unzählige Feuersteine, die nicht nur die Wanderwege und Felder bedecken, sondern auch die Mauern und Wände der Häuser.
Das Wetter meinte es gut mit uns und es dauerte nicht lange und die Hose wurde hochgekrempelt. Ab und an wurden wir von den obligatorischen Schafen angeblökt.

Und auch das ein oder andere Eichhörnchen ließ sich blicken. Insgesamt schien überall um uns herum geschäftiges Treiben und man merkte, dass der Frühling die Tiere zur Aktivität trieb. Am späten Nachmittag nutzten wir die Gelegenheit um unsere Wasservorräte aufzufüllen. Und auch wenn natürliche Wasserquellen in den South Downs rar sind, finden sich doch regelmäßig ausgewiesene Wasserhähne für Wanderer und natürlich auch der ein oder andere Pub entlang des Weges. Aber auch so ein Tag geht mal zu Ende und so verbrachten wir die erste Nacht auf einem bewaldeten Hügel unweit des Weges. Im Schutz eines großen Baumes schlugen wir unser Tarp zum ersten mal auf und genossen es wieder mal im Freien zu schlafen.

An Morgen gab es erstmal ein kleines Frühstück im Bett. Unser Esbit-Kocher versorgte uns mit einer Portion Porridge zum warm werden bevor wir aus unserem Quilt krochen. Wenn wir draußen schlafen sind wir meistens schon recht früh auf, weil wir von den ersten Sonnenstrahlen und den Tieren geweckt werden. Der Pub, den wir in Hoffnung auf eine große Kanne Tee ansteuerten, hatte leider noch geschlossen. Dafür bescherte uns dann ein kleiner Laden im nächsten Dorf ein zweites Frühstück.

So gestärkt ging es für uns zunächst immer weiter Richtung Südosten. Auf dem South Downs Way waren gefühlt mehr Radler auf ihren Mountainbikes unterwegs wie Wanderer. Aber auch den ein oder anderen Tagesausflügler trafen wir unterwegs, gab es doch einige schöne Ziele entlang des Weges die aus der Umgebung gut zu erreichen waren.
Auf der Karte hatten wir bereits mögliche Orte für unser Nachtlager rausgesucht und am Abend hielten wir dann die Augen für einen geeigneten Platz auf. Rike sammelte derweil frischen Bärlauch um unser Abendessen etwas aufzupeppen. Wer konnte auch ahnen, dass wir bei unserer Suche nach einem Nachtlager schließlich in einem weit ausladenden Bärlauchfeld landen würden?

Der nächste Morgen begrüßte uns mit seinen warmen Sonnenstrahlen. Auch wenn wir die Wanderung auf dem South Downs Way bisher genossen haben rief uns aber irgendwie bereits das Meer und so beschlossen wir einen kleinen Umweg über Brighton zu machen. Der englische Badeort Brighton der mit seinem weit ins Meer herausragenden Pier und historischen Gebäuden wie aus einer anderen Zeit wirkt, ist ein wahrer Magnet für Besucher aus aller Welt. Mit seinen Touristen und den Attraktionen ein deutlicher Kontrast zu dem bisher eher ruhigen South Downs Way. Und so haben wir diesen kleinen Abstecher zwar genossen, waren dann aber auch froh, als wir hinter Brighton wieder auf den South Downs Way trafen. Die Landschaft hatte sich zwischenzeitlich komplett gewandelt. Weit gestreckte, baumlose Hügel lagen nun vor uns. Und rechter Hand konnte man die weißen Klippen und das Meer sehen.
Wir haben ihnen die Hälfte unseres Proviants  angeboten, aber sie wollten uns trotzdem nicht tragen.

In der Morgendämmerung begannen wir unseren letzten Tag auf dem South Downs Way. Während im nächsten Dorf noch alles schlief stapften wir bereits die ersten Hügel hoch. Mit dem Frühstück warteten wir bis wir aus einem Wald heraus auf eine hoch gelegene Wiese traten von der wir aus das Meer und den Beginn der Seven Sisters sehen konnten. Und so knabberten wir unseren Proviant in der Sonne bei perfekter Aussicht, während um uns herum noch ganz junge Kaninchen aus ihren Bauten rein- und rausflitzten.

Die Klippen der Seven Sisters waren einerseits der beeindruckendste Abschnitt des Weges, wie auch leider der vollste, woran wohl auch nicht zuletzt das gute Wetter Schuld war. Ich muss zugeben, dass ich doch auch recht neidisch war auf die vielen Läufer, die hier so tolle Strecken zum Spielen und Austoben haben.

Nach einem langen und sonnigen Tag ging dann unsere kurze “Flucht” nach England in Eastbourne zuende. Mit dem nächsten Zug ging es nach London und ein Flieger brachte uns von einer überraschend warmen und sonnigen Insel in ein verregnetes und viel zu kaltes Deutschland.


Für die Gearnerds unter Euch und für diejenigen, die eventuell mal etwas Ähnliches vor haben, kommen jetzt noch ein paar unserer Eindrücke und Anregungen.

Der South Downs Way war sehr gut ausgeschildert und ist insgesamt recht unkompliziert. Alle Nase lang kommt man durch eine kleine Siedlung. In regelmäßigen Abständen finden sich Pubs, Cafes, Restaurants oder kleine Läden. Und die Verkehrsanbindung ist zumindest an den Start-, bzw. Endpunkten auch sehr gut. Der Anschluss von bzw. nach London braucht je nach Verkehrsanbindung zwischen 1–2 Stunden. Fast der gesamte Weg ist auch mit dem Fahrrad möglich, bzw. die wenigen Stellen wo er nicht befahrbar ist gibt es entsprechende Alternativrouten. Wildzelten ist wie gesagt eigentlich nicht gestattet. Auf der Webseite des Weges gibt es aber eine recht umfassende Liste mit offiziellen Campingplätzen sowie Hostels und anderen Unterkünften. Man könnte den Weg also auch nur mit der Zahnbürste in der Hemdtasche als Gepäck laufen und auf feste Unterkünfte und Gaststätten setzen. Insgesamt also perfekt wenn man eine kurze entspannte Tour ohne viel Vorbereitung plant. Ob das Wetter dabei immer so mitspielt wie bei uns möchte ich aber nicht versprechen. ;-)

Eine solche Tour erfordert eigentlich nur minimales Gepäck und so verzichteten wir darauf Gepäck aufzugeben und sind mit Handgepäck los.
Grundsätzlich ja keine Herausforderung. Wenn man aber an eine Wanderung mit Übernachtung im Freien denkt, finden sich doch einige typische Ausrüstungsteile auf der Liste der verbotenen Dinge für Handgepäck wieder. Neben dem offensichtlichen Taschenmesser bereiten einem je nach Fluglinie und Laune des Sicherheitspersonals auch Heringe und Trekkingstöcke mit ihren Spitzen ein paar Probleme. Über die Thematik nur mit Handgepäck zu reisen hatte ich vor längerer Zeit schonmal einen Themenfaden im Ultraleicht-Forum gestartet. Einige der Ideen konnten wir nun auf dieser Tour gut nutzen.
Nur im Biwaksack übernachten wollten wir z.B. nicht unbedingt. Also packten wir für unser Tarp ein paar leichte, faltbare Tarpstangen ein und statt Heringen setzten wir auf Chinesische Essstäbchen aus Bambus. Klingt radikal, funktionierte aber erstaunlich gut.

Ein Schneidwerkzeug ließen wir gleich ganz zu hause. Pflaster und Reparaturklebeband war vorgeschnitten und um Porridge aus einem Ziplockbeutel zu futtern reicht ein Löffel. Beim Kochen setzten wir auf einen kleinen Esbitkocher der auch für Mengen von zwei Personen noch überraschend effizient funktionierte.

Wenn ihr weitere Fragen zu unserer Ausrüstung oder auch zu unserem Kurztrip habt, hinterlasst doch einfach einen Kommentar hier im Blog oder schreibt uns auf Twitter.

Donnerstag, 6. April 2017

Wenn "leichter" nicht gleich "leichter" ist

Wer sich selber schonmal daran versucht hat einen Blog zu schreiben wird früher oder später feststellen, dass einige Artikel es nie zur Veröffentlichung schaffen. Gründe dafür gibt es zahlreiche. Manchmal weil man zu lange mit dem Schreiben gewartet hat und einem jeweilige Thema nicht mehr aktuell genug erscheint. Oder weil man merkt, das man zwar selber von einer Sache vollkommen begeistert ist, jemand anderes (also in dem Fall die möglichen Leser) diese konfusen Gedanken und offensichtlichen Enthusiasmus nicht nachvollziehen kann. So haben sich bei mir über die Jahre so einige Texte angesammelt, die aber irgendwie doch zu schade sind um sie digital verstauben zu lassen. Den folgenden Artikel hatte ich 2011 verfasst und wollte neben einer kurzen Vorstellung meiner Ausrüstung damit auch einen Einblick in die Gedankengänge eines Ultraleicht Wanderers liefern. Ich habe den Text bewusst so gelassen, wie ich ihn vor sechs Jahren geschrieben habe, auch wenn sich in der Zwischenzeit natürlich einiges verändert hat. Ich hoffe ihr könnt dennoch was für Euch aus dem Artikel mitnehmen.

Seit ich mit dem Wandern angefangen habe, habe ich bereits eine Unzahl an Isomatten verschlissen. Seit ich angefangen habe mich konsequent darauf zu konzentrieren, meine Ausrüstung zu erleichtern, ist das nicht besser geworden. Im Gegenteil!

Von den schweren selbstaufblasenden Isomatten ala "Therm-a-Rest" hatte ich mich schnell verabschiedet. Die leichtere Alternative waren für mich Isomatten aus Evazote. Vom Wärme-Gewichtsverhältnis einfach unschlagbar. Zudem kann man diese einfach auf die benötigte Größe mit der Schere zurecht stutzen. 
Das führte dazu, dass ich schon wenig später mit einer Torso-großen Matte als Bodenisolierung unterwegs war. Gleichzeitig nutzte ich die Matte als improvisiertes Tragegestell für meinen Rucksack! Dualuse in Reinform und wieder ein paar Gramm eingespart!

Um mehr Komfort in dieses doch recht spartanische Setup zu bringen experimentierte ich dann mit solchen Gewichtswundern wie der Neoair, einer "leistungsgesteigerten" Luftmatraze. Doch irgendwie wurde ich mit der rutschhemmenden (ich empfinde es eher als klebrig) Oberfläche nicht warm. Auch störte es mich, dass ich trotzdem eine zweite Matte mitnehmen musste um ein Tragegestell für meinen Rucksack zu erhalten.
Leichter wurde ich damit also auch nicht. Also wieder zurück zur EVA-Matte...

Wer schonmal auf so einer dünnen, zurechtgestutzten Matte geschlafen hat wird mir zustimmen, dass der Anwendungsbereich ähnlich groß ist wie die Abmessungen der Matte. Spätestens in der kühleren Jahreszeit ist dann "etwas" Isolierung unter den Füßen dann doch nicht so verkehrt. Das sorgt allerdings auch wieder für ein größeres Packmaß und damit für einen reduzierten nutzbaren Raum im Rucksack für die übrige Ausrüstung. 

Eine sogar noch leichtere, sprich dünnere Isomatte sollte dieses Problem lösen. Diese Evazotematte brachte mich wirklich "hautnah" an Mutter Erde ran. Besser gesagt: Polsterung war nur rudimentär vorhanden. Dafür waren aber meine Füße mit auf der Matte. Und bei etwas Mühe bei der Platzwahl konnte ich doch noch "bequem" liegen.

In Island merkte ich dann aber schnell noch einige andere Nachteile.
Da die Matte aufgrund der Dicke nicht so steif war, ging das Rucksackpacken nicht so problemlos wie sonst. Irgendwie "rutschte" die Matte immer dazwischen, wenn ich ein Teil aus meinem Pack rein oder rausbugsierte...
Und nachts war mir doch recht frisch!
Ich merkte deutlich, wie die Bodenkälte durch das dünne Stück Isolierung drang. Also auch keine wirklich zufriedenstellende Lösung.

Wieder zu hause wurde gleich nochmal die Ausrüstungskiste auf den Kopf gestellt. 
Einige Zeit und einige Überlegungen später hatte ich ein Resultat: 
Ein Hybrid aus einer dicken, warmen, faltbaren Matte für den Torso und einer dünneren Matte für Beine und Füße. Eine kurze Tour überzeugte mich vom gesteigerten Schlafkomfort! Und das Gewicht war auch akzeptabel. Allerdings gab es da noch so eine Kleinigkeit, die mich unzufrieden machte! Das Packmaß dieser Kombination war einfach zu groß. Statt auf einer Wochenendtour mein huckePÄCKCHEN nutzen zu können, musste ich doch glatt zu einem größeren Rucksack greifen! Also doch nicht die Eier legende Wollmilchsau gefunden.

Bei einem zufälligen Blick auf einige Packlisten fielen mir dann plötzlich ein paar Zahlen ins Auge! Also schnell mal Stift und Papier geholt und die Vermutung überprüft. Erst war ich doch ungläubig überrascht! Konnte es denn sein...?
Ich suchte schnell mal eine rudimentäre Ausrüstung (Isomatte, Quilt, Shelter, Kleidung, Kocher) zusammen und versuchte diese in meinem huckePÄCKCHEN zu verstauen. Es ging PROBLEMLOS! Und obwohl das Meiste davon für zwei Personen ausgelegt war (Quilt, Shelter, Kocher) blieb sogar noch ausreichend Platz im Rucksack übrig um evtl. Verpflegung zu verstauen!

Was war passiert? 
Ich hatte die Packlisten meiner Frau mit meinen verglichen! 
Sie selber nutzt schon seit Jahren eine kurze, selbstaufblasende Isomatte von Therm-a-Rest, die ProLite 3 short. Also etwas vor dem ich mich immer gedrückt hatte! Zweifelsfrei liefert diese Isomatte einen hervorragenden Schlafkomfort (Isolation und Polsterung) und hat sich auch in den Jahren als "Tragegestell" im Rucksack behauptet. Doch ihr Gewicht hatte sie im Vergleich zu anderen Matten für mich immer unattraktiv erscheinen lassen! 
Diese großvolumigen EVA-Matten zwangen mich aber (zumindest auf längeren Touren) dazu auch größeren Rucksäcke, wie meinen huckePACK zu nutzen, da mir sonst der nötige Stauraum für meine Ausrüstung und Verpflegung fehlte!
Als ich mich beim Gewichtsvergleich aber nicht mehr nur auf die Isomatten beschränkte, sondern auch das Gewicht der übrigen Ausrüstung, insbesondere der Rucksäcke miteinander verglich hätte ich mich am liebsten Geohrfeigt, dass ich nicht schon früher darauf gekommen bin. 
Das Gesamtgewicht von großem Rucksack plus leichter EVA-Matte war tatsächlich größer wie das meines kleineren Rucksacks plus Therm-a-Rest!
Und trotzdem blieb mir aufgrund des deutlich geringeren Packmaßes der selbstaufblasenden Isomatte ausreichend nutzbares Volumen für die übrige Ausrüstung!

Eine Bestellung für eine eigene Prolite short hat dann auch nicht lange auf sich warten lassen...

So habe ich nicht nur einen gesteigerten Schlafkomfort, sondern durch reduziertes Gesamtvolumen und reduziertes Gewicht auch mehr Komfort "on trail"!

Das hat mir wiedermal gezeigt, dass man seine Ausrüstungsteile nicht einzeln betrachten sollte, sondern als großes, zusammenhängendes System! So werden dann auch manchmal scheinbar schwerere Optionen auf das Gesamtsystem betrachtet die leichteren Alternativen!

Montag, 3. April 2017

Der Plan steht - Ladakh, Zanskar - #HimalaYak2017




Fernweh ist ein guter Ratgeber. Zumindest waren die Touren die uns über unseren bisherigen Horizont herausgeführt haben immer diejenigen gewesen, deren Erlebnisse uns am tiefesten im Gedächtnis geblieben sind.
Im Kopf haben wir schon lange diverse Traumziele. Und noch durch die Nachwehen des Gipfelfiebers aus unsrem Urlaub in den Alpen angeregt fiel die Wahl dann auch ziemlich schnell auf den Himalaya. Da unsere mögliche Reisezeit leider komplett mit dem Monsun kollidiert fiel Nepal leider raus. Dafür tauchte dann das ehemalige Königreich Ladak im äußersten Norden Indiens bei unserer Recherche auf. Mit seiner geschützten Lage im Transhimalaya bleibt es vom Monsum verschont, wodurch der August die ideale Reisezeit darstellt. Wir haben nicht lange gezögert und haben umgehend Flüge gebucht und dabei sogar noch ein paar Schnäppchen gemacht. Früh buchen lohnt sich scheinbar doch.

Und jetzt stecken wir sozusagen mitten in den Vorbereitungen. Die Flüge sind gebucht. Aber der Rest, wie die Ausarbeitung einer konkreten Route, die Vorbereitung der Ausrüstung, die Auffrischung der Impfungen und nicht zuletzt die Beantragung der Visa stehen alles noch aus. Bis zum eigentlichen Beginn unserer Tour steht noch einiges an Vorbereitung an. Hier auf unserem Blog und auf Twitter wollen wir Euch zwischendurch ein kleines Update zu unserer Planung liefern. Unter dem Hashtag #HimalaYak2017 solltet ihr dann alles verfolgen können. Den Beginn machen wir gleich heute:

Ladakh ist wie gesagt ein ehemaliges Königreich im Norden Indiens in der Provinz Kashmir, das erst 1974 für Touristen geöffnet wurde. Aufgrund der kulturellen Nähe wird es auch gerne als Klein-Tibet bezeichnet. Unsere Tour beginnt in Leh, der auf 3500m liegenden Hauptstadt Ladakhs. Die ersten Tage werden wir dort zur Aklimatisierung vor allem an die Höhe verbringen. Die Zeit wollen wir nutzen um uns vor Ort mit weiteren Informationen und nötiger Ausrüstung einzudecken und etwas in die Kultur reinzuschnuppern. Anschließend wollen wir unsere eigentliche Tour beginnen. Wie gesagt haben wir noch keine konkrete Route geplant, lediglich einige Ecken ausgeguckt, die wir gerne besuchen wollen. Dazu gehört unter anderem auch die Region Zanskar. Wer sich mal einen eigenen Eindruck davon verschaffen will, was da auf uns wartet, dem legen wir die Dokumentationen "Dolma, am Ende der Welt" sowie "Chadar, der Weg aus Eis" nahe. Wir werden natürlich im Sommer unterwegs sein und und uns (hoffentlich) nicht eine Route über einen gefrorenen Fluss suchen.


Für die Planung nutzen wir neben Quellen aus dem Internet vor allem den Reiseführer "Ladakh & Zanskar" von Jutta Mattausch aus dem Reise Know-How Verlag. Er liefert eine überraschend gute und umfangreiche Sammlung an Informationen, wenn man bedenkt, wie abgelegen diese Region eigentlich ist. Im Umkehrschluss zeigt es aber auch, wie etabliert der Trekking-Tourismus dort bereits ist. Zur groben Orientierung haben wir bisher die Karte "Ladakh - Zanskar" aus dem Nelles Verlag im Maßstab 1:350000. Die Karte ist erstaunlich detailliert, dabei kompakt und zudem wasserfest. Vor Ort sollen wohl auch Karten in günstigeren Maßstäben erhältlich sein, aber die Karte hilft uns zumindest bei der Planung und würde uns auch während unserer Tour eine gute Orientierungshilfe liefern.
Satelitennnavigation werden wir allenfalls zur Unterstützung heranziehen. Zur reinen Positionsbestimmung reicht damit auch das GPS in meiner Fenix 3.

Grundsätzlich wollen wir auch auf dieser Tour unsere Ausrüstung selber mitführen und nicht in einer der größeren, geführten Trekkinggruppen mit Pferden und Guides unterwegs sein. Auch wenn der Hashtag #HimalaYak2017 was anderes vermuten lässt, wollen wir nicht bepackt wie eine Herde Yaks durch die Gegend ziehen. Das heißt, wir werden versuchen das Gewicht unserer Ausrüstung wiedermal so minimal wie möglich halten, was nicht zuletzt auch wegen der dünnen Luft und der teils 5500m hohen Pässe mehr als Sinn macht. Auch den Großteil der Verpflegung werden wir wieder mitführen. Das soll uns natürlich nicht davon abhalten, auch mal die ein oder andere feste Unterkunft aufzusuchen, aber wir wollen uns auch nicht komplett davon abhängig machen. Die meiste Zeit aber wollen wir uns auf unser bewährtes GoLite ShangriLa 2 verlassen.
Zum Kochen wird Spiritus aufgrund der Höhe und der Länge der Tour wohl kaum effizient genug sein. Das heißt wir werden hier auf Gas wechseln müssen. Entsprechende Kartuschen sind wohl in Leh erhältlich. Grundsätzlich hätten wir auch noch Holz mit dem Bushbuddy als Option.

Eine Herausforderung wird das Klima sein. In Ladakh/ Zanskar ist zu diesem Zeitpunkt Sommer und die Temperaturen entsprechend hoch. Allerdings befinden wir uns auch im höchten Gebirge der Welt und nicht zuletzt nachts können die Temperaturen drastisch sinken. Das heißt wir erwarten alles von heißem, trocken Wetter bis zu überraschend einsetzendem Schneefall in den höheren Lagen. Auf dem Rückflug wollen wir die Gelegenheit nutzen um uns noch für ein paar Tage Delhi anzusehen. Mitten im Monsun wartet da eine interessante Abwechslung auf uns. Um nicht zu viele Klamotten schleppen zu müssen werden wir unser Bekleidungssystem gut überdenken müssen.

Bei Schuhwerk lauten die Empfehlungen in den einschlägigen Reiseführern und im Netz "Stiefel, Stiefel, Stiefel". Ehrlich gesagt, solange wir nicht kurzfristig eine Besteigung eines 6000ers einplanen wo wir auf Steigeisen angewiesen sind, werden wir auch auf dieser Tour wieder auf Trailrunner setzen. Wir sind sowohl im alpinen Gebiet und auf ausgesetzten Wegen ebensogut damit klar gekommen wie in kalten Klimazonen. Warum also nicht auch in Ladakh? Um ehrlich zu sein überlege ich die ganze Zeit sogar meine Luna-Sandalen als Hauptschuhwerk zu nutzen und ein paar leichte Trailrunner nur als Backup mitzuführen. Wir werden sehen.

Grundsätzlich bräuchte auch unsere Kamera-Austattung ein Update. Neben schönen Erinnerungen wollen wir schließlich auch ein paar Bilder mitbringen. Mal gucken ob wir es noch schaffen unserer Panasonic GF2 ein passendes Objektiv zu spendieren. Auch die Stromversorgung ist damit natürlich auch ein Thema. Dabei wollen wir aber alles möglichst einfach und zuverlässig belassen. Statt irgendwelche unnötigen Gadgets und Solarzellen-Spielereien mitzuschleppen wollen wir einfach unseren Bedarf auf ein Minimum beschränken (Stirnlampen, Kamera, Handy, Uhr). Dann sollten auch einige simple Akkus für die Dauer der Tour vollkommen reichen.

Nicht zuletzt wollen wir uns selber für die Tour fit machen. Eine gute körperliche Verfassung hilft einerseits bei der Höhenanpassung, andererseits kann sowas ja eh nie schaden. ;-)
Wir sind zwar beide recht fit aber zumindest wir laufen jetzt nicht jeden Tag mit einem schweren Rucksack irgendwelche Berge rauf und runter. Etwas gezielteres Training kann da also bestimmt nicht so verkehrt sein.

Es gibt da noch so einige weitere Baustellen auf unserer Liste, aber für's erste sollte dieser kleine Überblick genügen.
Über die weitere Planung werden wir euch zwischendurch auf dem Laufenden halten. Wenn ihr noch Fragen, Ideen oder Inspirationen für uns habt freuen wir uns wie immer über Kommentare hier im Blog, oder einen kurzen Tweet unter #HimalaYak2017.